Höchstgeschwindigkeit Alles spricht für Tempo 30

Die Behauptung, Tempo 30 in Städten bringe nichts, hält sich hartnäckig. Dabei hat die reduzierte Geschwindigkeit innerorts nur Vorteile, kommentiert Matthias Breitinger.

Die Debatte um Tempo 30 in Großstädten ist wieder eröffnet, vor allem im Berliner Wahlkampf. Aber auch im Münchner Rathaus wird über eine Ausweitung nachgedacht. Wie stark das Thema polarisiert, war jüngst in der auto motor und sport (ams) zu lesen. Ein generelles Tempo 30 in Städten sei "idiotisch", wetterte dort ams-Vizechefredakteur Ralph Alex und verwies unter anderem auf Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Der behauptet, bei Tempo 30 käme der Verkehr "nur noch zäh wie Kaugummi" voran – und das belaste dann die Umwelt.

Aber sind die Argumente der Gegner wirklich stichhaltig? Oft wird ins Feld geführt, die Zahl der Unfälle werde durch Tempo 30 kaum reduziert. Das stimmt. Es stimmt aber auch, dass Unfälle dann glimpflicher ausgehen. Der Bremsweg ist bei 30 km/h erheblich kürzer als bei 50 km/h. Bei höherer Geschwindigkeit ist zudem die Aufprallwucht stärker. Deshalb sagt die Zahl der Unfälle allein nichts aus – es macht einen Unterschied, ob man bei einer Kollision schwer, leicht oder gar nicht verletzt wird.

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Ebenso wenig stimmig ist das Argument, es drohe zähflüssiger Verkehr. Untersuchungen haben gezeigt, dass Tempo 30 keine negativen Auswirkungen zeigt. Weder läuft der Verkehr weniger flüssig, noch erhöhen sich die Standanteile. "Grundsätzlich läuft der Verkehr besser, wenn alle die gleiche Geschwindigkeit fahren – das ist auch bei vorgeschriebenen 30 km/h nicht anders", erklärt der Verkehrsökologe Udo Becker von der TU Dresden.

Die positiven Effekte von Tempo 30 auf die Luft und damit auf die Gesundheit der Anwohner sind hinlänglich belegt. Besonders trifft das laut Becker für den Feinstaub zu, der bei niedrigerer Geschwindigkeit nicht so stark aufgewirbelt wird. Auch der Abrieb an den Reifen nimmt ab. Der Motor selbst stößt zwar kaum weniger Partikel aus, doch die Menge der Stickstoffoxide (NOx) steigt mit der Temperatur des Motors – bei Tempo 30 ist er tendenziell weniger warm.

Natürlich hängen die Emissionen vom persönlichen Fahrstil ab. Wer mit Tempo 40 im ersten Gang fährt, bläst viel in die Luft. Deshalb raten Experten auch zu niedertourigem Fahren, also in den höchstmöglichen Gang zu schalten, bei dem der Motor noch nicht zu ruckeln beginnt. Laut TÜV lässt sich problemlos bei 30 km/h im dritten Gang fahren, Becker hält sogar den vierten Gang für möglich. Eine solche Fahrweise spart auch Sprit.

Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se

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    ...gibt es Tempo 15 schon längst: Ob in Moskau, Bombay (Mumbai) oder London - da wären wir immer noch doppelt so schnell. Einzige Ausnahme: Putin auf dem Weg ins Wochenende.

    Langsam ist nicht gleich sicher und gut!

    ...gibt es Tempo 15 schon längst: Ob in Moskau, Bombay (Mumbai) oder London - da wären wir immer noch doppelt so schnell. Einzige Ausnahme: Putin auf dem Weg ins Wochenende.

    Langsam ist nicht gleich sicher und gut!

  2. Ist der Autor mal eine halbe stunde nur 30 gefahren? Es gibt soviele unterschiedliche Strassen, stark bewohnte, enge Strassen, da geht nur 30, aber auch große, breite, zum Teil auch vierspurige...soll da auch nur 30 gefahren werden?Das Straßennetz ( Ich denke mal an Hamburg) ist viel zu komplex und unterschiedlich, als dass man so eine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung einführen könnte.
    Alles nur Theorie und nicht praktikabel.

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    Redaktion

    Auf Stadtautobahnen und auch großen vierspurigen Ausfallstraßen soll auch weiterhin schneller als 30 km/h gefahren werden können. Diese Ausnahmen würde es bei generellem Tempo 30 weiterhin geben. Nur: 50 km/h oder mehr wäre dann eben die Ausnahme und 30 km/h wäre die neue Regelgeschwindigkeit innerorts.

    Es geht also einfach um eine Umkehrung von Regel und Ausnahme - es würden dann künftig nicht mehr Straßen beschildert, in denen T30 gilt (in Berlin ist das heute schon die große Mehrheit), sondern es würden die Straßen beschildert, in denen eben NICHT 30 km/h gilt. Das würde zugleich den Schilderwald reduzieren.

    • eeee
    • 11.07.2011 um 13:24 Uhr

    dass die Hauptstraßen selbstverständlich bei 50 bleiben sollen. Das will man aber nicht wahrnehmen. Lieber erstmal aufschreien.
    Es ist doch jetzt schon so, dass beinahe alle Wohngebiete zwischen den Hauptstraßen 30er-Zonen sind. All diese Schilder könnte man sich sparen. Der ständige Stress durch die Unsicherheit, ob man hier nun 30 oder 50 darf, fällt dann auch weg.
    Wer unbedingt, aus wissenschaftlichen oder sonstigen Gründen, herausfinden will, wie schnell es menschenmöglich ist, von A nach B zu kommen, soll halt auf den Nürburgring.

    ...wird vor allem dadurch vermieden, dass man auf ihnen nur 30 km/h schleichen kann. Schafft man Tempo 50 km/h als Regel ab, holt man sich den Autoverkehr von den Hauptstraßen in die bisher ruhigen Wohngebiete. Zudem sehe ich keinen vernünftigen Grund, warum man auf mehrspurigen Ringstraßen nicht sogar 60 km/h fahren dürfte.

    • adrem
    • 12.07.2011 um 9:04 Uhr

    Angeführte Studien sind meist nicht haltbar. Die Konzentration die dem Autofahrer bei 30 abverlangt wird ist um einiges höher. Ein Fahrzeug mit 80 oder 120 PS auf diese Geschwindigkeit zu halten erfordert höchste Konzentration. Wenn man dann sieht, dass einen die Radfahrer überholen kommen ein Zweifel auf, was man da macht. Ich würde die Beführworter gern mal einladen, eine Stunde mit 30 durch urbane Gebiete zu fahren, sie werden merken, wieviel Schaltvorgänge und Bremsvorgänge zu Geschwindigkeitseinhaltung notwendig sind.

    Die Geschwindigkeit geht in die Formel für die Bewegungsenergie im Quadrat ein. D.h. wenn die Geschwindigkeit doppelt so hoch ist (z.B. 50 statt 25 km/h) ist die Energie, die dahinter steckt bereits viermal so hoch. Wer hier glaubt, dass ein reduziertes Fahrtempo nicht zu einer deutlichen Abmilderung von Unfallschäden führt, der beherrscht einfachstes Rechnen nicht. Noch etwas: Die Masse geht nur als einfacher Faktor ein. D.h. lässt man Gesichtspunkte wie Aufprallhöhe etc ausser acht ist es wesentlich schlimmer, wenn einem PKW ein anderer PKW mit 50 statt mit 30 auffährt als wenn ein SUV mit 30 auffährt. Aber in diesem Land bedeutete "Freie Fahrt für freie Bürger" ja leider schon immer "Platz da, jetzt komm ich, wer bei drei nicht aus dem Weg ist wird überrollt!"

    Redaktion

    Auf Stadtautobahnen und auch großen vierspurigen Ausfallstraßen soll auch weiterhin schneller als 30 km/h gefahren werden können. Diese Ausnahmen würde es bei generellem Tempo 30 weiterhin geben. Nur: 50 km/h oder mehr wäre dann eben die Ausnahme und 30 km/h wäre die neue Regelgeschwindigkeit innerorts.

    Es geht also einfach um eine Umkehrung von Regel und Ausnahme - es würden dann künftig nicht mehr Straßen beschildert, in denen T30 gilt (in Berlin ist das heute schon die große Mehrheit), sondern es würden die Straßen beschildert, in denen eben NICHT 30 km/h gilt. Das würde zugleich den Schilderwald reduzieren.

    • eeee
    • 11.07.2011 um 13:24 Uhr

    dass die Hauptstraßen selbstverständlich bei 50 bleiben sollen. Das will man aber nicht wahrnehmen. Lieber erstmal aufschreien.
    Es ist doch jetzt schon so, dass beinahe alle Wohngebiete zwischen den Hauptstraßen 30er-Zonen sind. All diese Schilder könnte man sich sparen. Der ständige Stress durch die Unsicherheit, ob man hier nun 30 oder 50 darf, fällt dann auch weg.
    Wer unbedingt, aus wissenschaftlichen oder sonstigen Gründen, herausfinden will, wie schnell es menschenmöglich ist, von A nach B zu kommen, soll halt auf den Nürburgring.

    ...wird vor allem dadurch vermieden, dass man auf ihnen nur 30 km/h schleichen kann. Schafft man Tempo 50 km/h als Regel ab, holt man sich den Autoverkehr von den Hauptstraßen in die bisher ruhigen Wohngebiete. Zudem sehe ich keinen vernünftigen Grund, warum man auf mehrspurigen Ringstraßen nicht sogar 60 km/h fahren dürfte.

    • adrem
    • 12.07.2011 um 9:04 Uhr

    Angeführte Studien sind meist nicht haltbar. Die Konzentration die dem Autofahrer bei 30 abverlangt wird ist um einiges höher. Ein Fahrzeug mit 80 oder 120 PS auf diese Geschwindigkeit zu halten erfordert höchste Konzentration. Wenn man dann sieht, dass einen die Radfahrer überholen kommen ein Zweifel auf, was man da macht. Ich würde die Beführworter gern mal einladen, eine Stunde mit 30 durch urbane Gebiete zu fahren, sie werden merken, wieviel Schaltvorgänge und Bremsvorgänge zu Geschwindigkeitseinhaltung notwendig sind.

    Die Geschwindigkeit geht in die Formel für die Bewegungsenergie im Quadrat ein. D.h. wenn die Geschwindigkeit doppelt so hoch ist (z.B. 50 statt 25 km/h) ist die Energie, die dahinter steckt bereits viermal so hoch. Wer hier glaubt, dass ein reduziertes Fahrtempo nicht zu einer deutlichen Abmilderung von Unfallschäden führt, der beherrscht einfachstes Rechnen nicht. Noch etwas: Die Masse geht nur als einfacher Faktor ein. D.h. lässt man Gesichtspunkte wie Aufprallhöhe etc ausser acht ist es wesentlich schlimmer, wenn einem PKW ein anderer PKW mit 50 statt mit 30 auffährt als wenn ein SUV mit 30 auffährt. Aber in diesem Land bedeutete "Freie Fahrt für freie Bürger" ja leider schon immer "Platz da, jetzt komm ich, wer bei drei nicht aus dem Weg ist wird überrollt!"

    • ThorHa
    • 11.07.2011 um 13:01 Uhr

    Und vermutlich weit weniger wirksam, als das einfachste Rezept: Verzicht auf jedes Schild und Verkehrszeichen, Abschaffung der Bürgersteige. Eh voila - alle Verkehrsteilnehmer müssen wieder aufeinander achten! Funktioniert nicht? Doch, funktioniert schon. Praktisch. Und entspricht auch der Lebenserfahrung - Regeln entlasten zwar das Denken, verringern aber (Automatismus) auch die Aufmerksamkeit. Das Rezept liesse sich abseits der Hauptverkehrsstrassen auch auf Grosstädte anwenden. Und würde jede Geschwindigkeitsbegrenzung überflüssig machen ...

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    Klar! Und gleich Nägel mit Köpfen: Weg mit dem unsinnigen Rechtsfahrgebot, Parken überall, TÜV ist Schikane, wir alle sind ja auch so gut darin, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Verkehrsunfälle werden mit dem Auswendiglernen von zwei Kapiteln "Über den Umgang mit Menschen" geahndet. Könnte auch einer "Rentnerschwemme" vorbeugen.
    Th.R.
    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se

    Klar! Und gleich Nägel mit Köpfen: Weg mit dem unsinnigen Rechtsfahrgebot, Parken überall, TÜV ist Schikane, wir alle sind ja auch so gut darin, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Verkehrsunfälle werden mit dem Auswendiglernen von zwei Kapiteln "Über den Umgang mit Menschen" geahndet. Könnte auch einer "Rentnerschwemme" vorbeugen.
    Th.R.
    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se

  3. ...gibt es Tempo 15 schon längst: Ob in Moskau, Bombay (Mumbai) oder London - da wären wir immer noch doppelt so schnell. Einzige Ausnahme: Putin auf dem Weg ins Wochenende.

    Antwort auf "Ich finde"
  4. Ich weiss nicht, welchen Verbrauch pro 100km ihr Fahrzeug bei 50 km/h und bei 30 km/h hat, mein Fahrzeug braucht bei 50 km/h auf jeden Fall deutlich weniger. Ich gehe davon aus, dass dies bei fast jedem Auto so ist, da man ja bei 30 nicht im höchsten Gang fahren kann.

    Daher plädiere ich aus ökologischen Gründen nicht für ein flächendeckendes 30 km/h limit.

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    • -Ziet-
    • 11.07.2011 um 13:22 Uhr

    Sie verkennen, daß es bei Zukunftsprojekten nicht um den Erhalt der alten Monster-Technik geht, sondern um den seit 20 Jahren ausstehenden Umbau der Privaten Flosse in die richtige Richtung = kleiner, leichter, leiser, günstiger, schadstoffreduzeirt, wohlriechender, Ölärmer, günstiger zu warten, kleinere Stellfläche beim Parken, etc

    Dazu müssen Sie aber irgendwann mal einen Schnitt machen und die Monster-Trucks, SUV, Zweitakter, LKW, Hummer, 1-Tonnen-PKW, etc eindampfen. Diese gehören ersetzt durch 2-Räder, 3-Räder und leichten 4-Räder ... alle möglichst weit unterhalb eines Gewichtes von 500 kg.

    Individueller Verkehr ja - aber nicht mit Monstern aus der Steinzeit der Motorenhysterie.

    Mit den Städten anfangen die Motorisierung in nächsten Jahren radikal umzubauen - das ist eine gute Chance für einen weichen Übergang.

    Die meisten Menschen leben heute schon in Großstädten - endlich reagieren Politiker angemessen auf diese Faktenlage. Endlich kommen die nötigen Schritte, um die neuen Fahrzeuge für den modernen Individualverkehr zu befördern.

    Und wenn der Umbau gelungen ist und die Monster-KFZ im Museum stehen, kann man ja dann wieder über ein Anheben der Maximal-Geschwindigkeit nachdenken, wenn es denn dann Vorteile für den zukünftigen Verkehr mit Kleinfahrzeugen mit sich brächte.

    Aber die nächsten 10 Jahre ist Tempo 30 die Garantie für Innovation beim Fahrzeugbau.

    Ich weiss zwar nicht wie Sie zu Ihren Kenntnissen gekommen sind, da sie wohl kaum 100 km am Stueck immer 50 km/h bzw. 30 km/h gefahren sind. Aber selbst wenn Ihre Selbstwahrnehmung richtig sein sollte, so laesst sich das doch nicht verallgemeinern, da verlass ich mich eher auf wissenschaftliche Untersuchungen. Aber natuerlich wissen Leser immer mehr als Wissenschaftler.

    • traude
    • 11.07.2011 um 15:54 Uhr

    Sie verwechseln da offensichtlich Fundamentales (wie fast jeder, der ähnlich Argumentiert).

    Offenbar ist Ihnen bekannt, dass heutige Motoren auf Geschwindigkeiten zwischen 50 und 60 optimiert sind, dort also ihren besten Wirkungsgrad haben.

    Jedoch hilft das nichts, das der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst.

    Somist ist zwar der Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren bei Temp 50 besser, als bei Tempo 30, jedoch steigt auch die überhaupt benötigte Kraft, damit die benötigte Energie und Schlussendlich der Spritverbrauch.

    Das subjektive Empfinden bei niedrigen Geschwindigkeiten mehr zu verbrauchen wird noch dadurch gesteigert, dass 30 in der Stadt gefahren wird, wo es durch ständiges Anfahren und bremsen zu Erhöhtem Verbrauch kommt, wobei auf der Landstraße kaum Beschleunigt werden muss.
    Dabei werden dann aber völlig Verschiedene Szenarien verglichen.
    Sollten Sie auf der Landstraße auch ständig von 0 auf 100 beschleunigen würde der Spritverbrauch über alle Maßen steigen.

    Also keine Sorge: Langsam Fahren ist bei Weitem keine Ressourcenverschwendung!

    Zusätzlich kommt eine Reduzierte Geschwindigkeit dem Fahrradfahren etc. zu Gute und macht das Autofahren in der Stadt unattraktiver, was nur wünschenswert ist.

    • -Ziet-
    • 11.07.2011 um 13:22 Uhr

    Sie verkennen, daß es bei Zukunftsprojekten nicht um den Erhalt der alten Monster-Technik geht, sondern um den seit 20 Jahren ausstehenden Umbau der Privaten Flosse in die richtige Richtung = kleiner, leichter, leiser, günstiger, schadstoffreduzeirt, wohlriechender, Ölärmer, günstiger zu warten, kleinere Stellfläche beim Parken, etc

    Dazu müssen Sie aber irgendwann mal einen Schnitt machen und die Monster-Trucks, SUV, Zweitakter, LKW, Hummer, 1-Tonnen-PKW, etc eindampfen. Diese gehören ersetzt durch 2-Räder, 3-Räder und leichten 4-Räder ... alle möglichst weit unterhalb eines Gewichtes von 500 kg.

    Individueller Verkehr ja - aber nicht mit Monstern aus der Steinzeit der Motorenhysterie.

    Mit den Städten anfangen die Motorisierung in nächsten Jahren radikal umzubauen - das ist eine gute Chance für einen weichen Übergang.

    Die meisten Menschen leben heute schon in Großstädten - endlich reagieren Politiker angemessen auf diese Faktenlage. Endlich kommen die nötigen Schritte, um die neuen Fahrzeuge für den modernen Individualverkehr zu befördern.

    Und wenn der Umbau gelungen ist und die Monster-KFZ im Museum stehen, kann man ja dann wieder über ein Anheben der Maximal-Geschwindigkeit nachdenken, wenn es denn dann Vorteile für den zukünftigen Verkehr mit Kleinfahrzeugen mit sich brächte.

    Aber die nächsten 10 Jahre ist Tempo 30 die Garantie für Innovation beim Fahrzeugbau.

    Ich weiss zwar nicht wie Sie zu Ihren Kenntnissen gekommen sind, da sie wohl kaum 100 km am Stueck immer 50 km/h bzw. 30 km/h gefahren sind. Aber selbst wenn Ihre Selbstwahrnehmung richtig sein sollte, so laesst sich das doch nicht verallgemeinern, da verlass ich mich eher auf wissenschaftliche Untersuchungen. Aber natuerlich wissen Leser immer mehr als Wissenschaftler.

    • traude
    • 11.07.2011 um 15:54 Uhr

    Sie verwechseln da offensichtlich Fundamentales (wie fast jeder, der ähnlich Argumentiert).

    Offenbar ist Ihnen bekannt, dass heutige Motoren auf Geschwindigkeiten zwischen 50 und 60 optimiert sind, dort also ihren besten Wirkungsgrad haben.

    Jedoch hilft das nichts, das der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst.

    Somist ist zwar der Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren bei Temp 50 besser, als bei Tempo 30, jedoch steigt auch die überhaupt benötigte Kraft, damit die benötigte Energie und Schlussendlich der Spritverbrauch.

    Das subjektive Empfinden bei niedrigen Geschwindigkeiten mehr zu verbrauchen wird noch dadurch gesteigert, dass 30 in der Stadt gefahren wird, wo es durch ständiges Anfahren und bremsen zu Erhöhtem Verbrauch kommt, wobei auf der Landstraße kaum Beschleunigt werden muss.
    Dabei werden dann aber völlig Verschiedene Szenarien verglichen.
    Sollten Sie auf der Landstraße auch ständig von 0 auf 100 beschleunigen würde der Spritverbrauch über alle Maßen steigen.

    Also keine Sorge: Langsam Fahren ist bei Weitem keine Ressourcenverschwendung!

    Zusätzlich kommt eine Reduzierte Geschwindigkeit dem Fahrradfahren etc. zu Gute und macht das Autofahren in der Stadt unattraktiver, was nur wünschenswert ist.

  5. Eteas mehr praktische Vernunft kann man schon erwarten, Herr Autor!

    13 Leser-Empfehlungen
    • -Ziet-
    • 11.07.2011 um 13:10 Uhr

    Tempo 30 als Standard einzuführen und Hauptstraßen als Ausnahmen zu beschildern, schafft nicht nur mehr Klarheit, sondern verringert auch den Schilderwald und die Kosten dafür.

    Aber Tempo 30 funktioniert optimal nur im Verbund mit einer starken Reduzierung der Ampeln und dem vermehrten Umbau von Kreuzungen in Kreisverkehr.

    Das Hauptargument für Tempo 30 ist im Artikel aber ausgespart - es befördert die Abrüstung von großen Autos. Durch Tempo 30 werden nicht nur Zweiräder (Bikes und Motorräder) sondern auch Elektro-Autos und -Roller interessanter. Zumindest als Zweitfahrzeug für den Stadtbereich.

    Momentan legen die Autokäufer noch viel Wert auch eine Knautschzone - also größere Autos. Mit der Verringerung der Höchstgeschwindigkeit und den einhergehenden Vorteilen für kleinere billigere wendigere Einheiten verschwinden aber nach und nach die 'SUV' und andere Boliden aus der Stadt.

    Der Gesetzgeber sollte diese Tendenz durch Restriktionen weiter verstärken. Z.B. indem bei Ökosiegeln oder Innenstadtplaketten kleine, leichte, leise Fahrzeuge bevorteilt werden.

    28 Leser-Empfehlungen
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    ...und bei vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h wird auch das Laufen wieder interessanter.
    Das funktioniert auch bestens im Verbund mit dem ÖPNV!

    Redaktion

    Lieber Leser -Ziet-,

    Ihr Argument, Tempo 30 befördere die "Abrüstung" großer Autos, ist sicherlich nicht ganz verkehrt. Ein Großteil der Autos wird aber eben nicht ausschließlich in der Stadt gefahren - und außerorts möchte man wohl auch künftig eine Knautschzone haben, wenn man mit 100 km/h über die Landstraße fährt. (Wobei andere Länder da auch mit 90 km/h gute Erfahrungen gemacht haben, aber das ist wieder ein anderes Thema.)

    • Matths
    • 11.07.2011 um 14:51 Uhr

    Hallo Ziet,

    das Wort "Abrüsten" trifft es meiner Meinung nach! Ich muss sowieso meist lächeln, wenn der SUV genommen wird, um die Kinder zur Schule zu fahren, dann Einkaufen zu Real und Abends zum Sport. Ist ebenen vermeintliches Prestige - glücklicherweise nicht mehr in den breiten Masse. Das darf auch gern weiter bestehen (solche Artikel habe ich sicher auch), doch muss man nicht mehr verlangen, dass dafür überall 50 ist, breite Straßen existieren usw.

    Und des Öfteren sehe ich, insbesondere irgendwie in letzter Zeit bei Berliner Taxifahrern, dass das Auto als Waffe eingesetzt wird: Ich bin groß, du machst Platz. Da wird der Fußgänger, der bei Rot passiert, voll gehupt, um dann um über einen durchgezogenen Streifen zu wenden. Naja, aber auch Fußgänger und Radfahrer setzen ihren Körper als Waffe ein: Du fährst mich an, ich klag dich in Grund und Boden... Naja, ich hoffe es herrscht bald wieder Frieden. Abrüsten :)

    Ich finde die Ökonomie, welche sich um das Auto herum gebildet hat, übertrieben. Ich sehe die eigentlich wenig. Aber das WE war ich mit dem Auto unterwegs und sah ganze Auffahrtsstraßenzüge mit Tankstellen, Einkaufparks, Autohäusern, Reparaturwerkstätten, TÜV, Fast-Food-Restaurants, Parkhaus im Naturpark mit Würstchenbude. Soll das die Freiheit des Autos sein? Viele können jetzt sicher nicht verstehen, was ich daran komisch finde. Grausam hässlich fand ich diese Welt und bin froh, in meiner eigenen zu Leben.

    Gruß, matths

    ... ich fahre lieber mit 50 km/h mit meinen BMW gegen die Wand wie mit einem Moped mit 30 km/h.

    • riciru
    • 11.07.2011 um 16:02 Uhr

    also mein elektroauto schafft die 80km/h locker.

    da brauch ich kein tempo 30

    ich bin für tempo 80 in der stadt und 30 in engen stark bewohnten gassen mit generellem vorrang für füssgeher.

    das wäre viel vernünftiger - aber wer will schon vernünftige lösungen.

    Und dann hat jeder Stadtbewohner zwei Autos? Ein Elektroauto mit 80km Reichweite und ein "richtiges" Auto mit den man mit den Kindern mal die Oma besuchen kann? Gibt ja genügend Stellfläche in so einer Stadt...

    Diese Sprüche mit, kleiner, leichter und besser kommen von notorischen Singlen, die nur sich selbst in ihrer kleinen Karosse transportieren. Wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, braucht man einfach mehr Platz! Da ist so ein Toyota Auris absolutes Minimum! Eher ein 5er BMW als Touring. Ich weiß, meine Meinung ist nicht "in" und auch nicht "cool", aber würden Sie ihre Kinder in so eine kleine asiatische Akkudose stecken? Ich nicht...

    nenne ich das.

    Auf diese Weise ignoriert man nur den tatsächlichen Bedarf.
    Wer hier Anderes will, muss erst mal die Lebensverhältnisse ändern, damit einmal das mobile Angebot ohne klassische Autos attraktiver wird bzw. die Fahrzeuge selbst attraktiv sind.
    Beides sit nicht gegeben, also verlegt man sich auf Vorschriften. Das war schon immer die billigste Lösung auf Kosten Dritter.
    So einfach, wie sich ungeduldige Umweltfreunde das vorstellen, ist die reale gesellschaft eben nicht. Und wer hier meint mit solchen suboptimalen Lösungen vorpreschen zu müssen, wird am Ende einen noch höheren Preis zahlen, als die jetzt wahrgenommen Verluste.
    Ökologische Problem sind real, aber ebenso leicht können diesbezügliche Schnellschüsse zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

    H.

    • Khante
    • 12.07.2011 um 23:34 Uhr

    Ökologische Nachhaltigkeit und Klimaziele sind in meinen Augen der eigentliche Grund für eine Reduzierung der Höchstgeschindigkeit von PKW auf 30 kmh innerhalb von Städten. Hierdurch wird das Zeitersparnis, welches PKWs oftmals gegenüber dem ÖPNV und anderen Formen der Mobilität wie z.B. Fahrrädern haben, gesenkt und so die Nutzung des ÖPNV und Fahrrädern gefördert.

    ...doch nicht wahr. Die Menschen bevorzugen komfortable Autos, weil das Fahren einfach entspannter ist und Sie bevorzugen schnelle Autos, weil dann das Fahren nochmal entspannter wird! Und eine S-Klasse ist nunmal komfortabler als ein Opel Corsa und auch wesentlich schneller. Ich finde es absolut ok, wenn man im Leben auch noch Spaß haben möchte, denn dafür gehe ich und viele andere Menschen täglich arbeiten. Und ich mag laute und schnelle Sprotwagen. Warum auch nicht?

    ...und bei vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h wird auch das Laufen wieder interessanter.
    Das funktioniert auch bestens im Verbund mit dem ÖPNV!

    Redaktion

    Lieber Leser -Ziet-,

    Ihr Argument, Tempo 30 befördere die "Abrüstung" großer Autos, ist sicherlich nicht ganz verkehrt. Ein Großteil der Autos wird aber eben nicht ausschließlich in der Stadt gefahren - und außerorts möchte man wohl auch künftig eine Knautschzone haben, wenn man mit 100 km/h über die Landstraße fährt. (Wobei andere Länder da auch mit 90 km/h gute Erfahrungen gemacht haben, aber das ist wieder ein anderes Thema.)

    • Matths
    • 11.07.2011 um 14:51 Uhr

    Hallo Ziet,

    das Wort "Abrüsten" trifft es meiner Meinung nach! Ich muss sowieso meist lächeln, wenn der SUV genommen wird, um die Kinder zur Schule zu fahren, dann Einkaufen zu Real und Abends zum Sport. Ist ebenen vermeintliches Prestige - glücklicherweise nicht mehr in den breiten Masse. Das darf auch gern weiter bestehen (solche Artikel habe ich sicher auch), doch muss man nicht mehr verlangen, dass dafür überall 50 ist, breite Straßen existieren usw.

    Und des Öfteren sehe ich, insbesondere irgendwie in letzter Zeit bei Berliner Taxifahrern, dass das Auto als Waffe eingesetzt wird: Ich bin groß, du machst Platz. Da wird der Fußgänger, der bei Rot passiert, voll gehupt, um dann um über einen durchgezogenen Streifen zu wenden. Naja, aber auch Fußgänger und Radfahrer setzen ihren Körper als Waffe ein: Du fährst mich an, ich klag dich in Grund und Boden... Naja, ich hoffe es herrscht bald wieder Frieden. Abrüsten :)

    Ich finde die Ökonomie, welche sich um das Auto herum gebildet hat, übertrieben. Ich sehe die eigentlich wenig. Aber das WE war ich mit dem Auto unterwegs und sah ganze Auffahrtsstraßenzüge mit Tankstellen, Einkaufparks, Autohäusern, Reparaturwerkstätten, TÜV, Fast-Food-Restaurants, Parkhaus im Naturpark mit Würstchenbude. Soll das die Freiheit des Autos sein? Viele können jetzt sicher nicht verstehen, was ich daran komisch finde. Grausam hässlich fand ich diese Welt und bin froh, in meiner eigenen zu Leben.

    Gruß, matths

    ... ich fahre lieber mit 50 km/h mit meinen BMW gegen die Wand wie mit einem Moped mit 30 km/h.

    • riciru
    • 11.07.2011 um 16:02 Uhr

    also mein elektroauto schafft die 80km/h locker.

    da brauch ich kein tempo 30

    ich bin für tempo 80 in der stadt und 30 in engen stark bewohnten gassen mit generellem vorrang für füssgeher.

    das wäre viel vernünftiger - aber wer will schon vernünftige lösungen.

    Und dann hat jeder Stadtbewohner zwei Autos? Ein Elektroauto mit 80km Reichweite und ein "richtiges" Auto mit den man mit den Kindern mal die Oma besuchen kann? Gibt ja genügend Stellfläche in so einer Stadt...

    Diese Sprüche mit, kleiner, leichter und besser kommen von notorischen Singlen, die nur sich selbst in ihrer kleinen Karosse transportieren. Wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, braucht man einfach mehr Platz! Da ist so ein Toyota Auris absolutes Minimum! Eher ein 5er BMW als Touring. Ich weiß, meine Meinung ist nicht "in" und auch nicht "cool", aber würden Sie ihre Kinder in so eine kleine asiatische Akkudose stecken? Ich nicht...

    nenne ich das.

    Auf diese Weise ignoriert man nur den tatsächlichen Bedarf.
    Wer hier Anderes will, muss erst mal die Lebensverhältnisse ändern, damit einmal das mobile Angebot ohne klassische Autos attraktiver wird bzw. die Fahrzeuge selbst attraktiv sind.
    Beides sit nicht gegeben, also verlegt man sich auf Vorschriften. Das war schon immer die billigste Lösung auf Kosten Dritter.
    So einfach, wie sich ungeduldige Umweltfreunde das vorstellen, ist die reale gesellschaft eben nicht. Und wer hier meint mit solchen suboptimalen Lösungen vorpreschen zu müssen, wird am Ende einen noch höheren Preis zahlen, als die jetzt wahrgenommen Verluste.
    Ökologische Problem sind real, aber ebenso leicht können diesbezügliche Schnellschüsse zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

    H.

    • Khante
    • 12.07.2011 um 23:34 Uhr

    Ökologische Nachhaltigkeit und Klimaziele sind in meinen Augen der eigentliche Grund für eine Reduzierung der Höchstgeschindigkeit von PKW auf 30 kmh innerhalb von Städten. Hierdurch wird das Zeitersparnis, welches PKWs oftmals gegenüber dem ÖPNV und anderen Formen der Mobilität wie z.B. Fahrrädern haben, gesenkt und so die Nutzung des ÖPNV und Fahrrädern gefördert.

    ...doch nicht wahr. Die Menschen bevorzugen komfortable Autos, weil das Fahren einfach entspannter ist und Sie bevorzugen schnelle Autos, weil dann das Fahren nochmal entspannter wird! Und eine S-Klasse ist nunmal komfortabler als ein Opel Corsa und auch wesentlich schneller. Ich finde es absolut ok, wenn man im Leben auch noch Spaß haben möchte, denn dafür gehe ich und viele andere Menschen täglich arbeiten. Und ich mag laute und schnelle Sprotwagen. Warum auch nicht?

  6. das geht. Die Politik folgt nur den demographischen Wandel. Wir machen aus DE ein großen Freizeitpark, Straßen werden mit Kunststoff-Sicherheitsböden und Häuser werden mit Styropor als Wandprallpolster ausgestattet. Der Umbau ganzer Städte zu Fahrradstadt wird großartig. Man testet derweil gerade in Stuttgart wie weit man bei Großprojekte gehen kann.

    18 Leser-Empfehlungen
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    ... ungefähr die gleiche Qualität wie die von unbelehrbaren Kettenrauchern...
    Wobei die sich in erster Linie selber beschädigen.

    ...von Tempo 50 mit zwei neuen Rundumblitzern Richtung Bad Cannstatt und zurück - mit tollen Ergebnissen, was die Flüssigkeit des Verkehrs anbelangt. Auch böte sich die Einführung von Tempo 30 gerade in solchen Städten als Großversuch an - die Stuttgarter würden es danken.

    ... ungefähr die gleiche Qualität wie die von unbelehrbaren Kettenrauchern...
    Wobei die sich in erster Linie selber beschädigen.

    ...von Tempo 50 mit zwei neuen Rundumblitzern Richtung Bad Cannstatt und zurück - mit tollen Ergebnissen, was die Flüssigkeit des Verkehrs anbelangt. Auch böte sich die Einführung von Tempo 30 gerade in solchen Städten als Großversuch an - die Stuttgarter würden es danken.

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