Brandanschläge Wer ersetzt den Schaden?

Brandstifter zünden fast jede Nacht Autos in Berlin an. Wer übernimmt die Kosten für die entstandenen Schäden an den Fahrzeugen?

Unbekannte Brandstifter zünden derzeit nachts reihenweise Autos in Berlin an. Seit der Nacht zum Dienstag sind durch Brandstiftungen und übergreifende Flammen in der Hauptstadt 67 Fahrzeuge ganz oder teilweise beschädigt worden.

Wer übernimmt den Schaden für das angezündete Auto?
Pech haben Fahrzeughalter, die für ihren Wagen nur eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben: Sie bleiben zunächst auf den Kosten sitzen und können nur hoffen, dass der Brandstifter gefasst wird und dieser dann auch genug Geld hat. Anders sieht der Fall aus, wenn man eine Kaskoversicherung abgeschlossen hat. Sie ersetzt Schäden am eigenen Fahrzeug, ist aber – anders als die Haftpflicht – keine vorgeschriebene Versicherung.

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Bereits die Teilkasko übernimmt unter anderem Schäden durch Feuer – dies decke auch Brandstiftung ab, sagt Hajo Köster, Justiziar des Bunds der Versicherten (BdV). Dabei spiele es keine Rolle, ob das Auto komplett abgefackelt wird und somit ein Totalschaden ist, oder ob etwa durch einen Molotowcocktail nur die Sitze verbrannt sind.

Wirft ein Randalierer den Brandsatz durch die Scheibe, er zündet aber nicht, kommt ebenfalls die Teilkasko infrage, weil sie auch Glasbruchschäden übernimmt. Anders sieht es jedoch aus, falls der Randalierer dann noch den Außenspiegel abreißt – auf diesen Kosten bleibt sitzen, wer nur eine Teilkasko hat. Eine Vollkasko-Police deckt hingegen, über den Versicherungsschutz einer Teilkasko hinaus, auch solche mutwilligen Vandalismus-Schäden ab.

Welchen Wert ersetzt die Kaskoversicherung?
Sie deckt bei Totalschaden lediglich den Zeitwert des Autos ab. Dabei ziehe die Versicherung in der Regel die Schwacke-Liste zu Rate, die den Restwert von Gebrauchtwagen angibt, erläutert Köster. Dies ist für den Besitzer eines zerstörten Liebhaber-Fahrzeugs eventuell von Nachteil: Sein Schmuckstück hatte womöglich einen höheren Wert als in der Schwacke-Liste angegeben – Pech für den Halter.

Doch auch den Zeitwert beziehungsweise die Kostenerstattung von Teilschäden erhält der Betroffene in aller Regel nicht komplett. Denn in der Kasko-Police ist meist ein Selbstbehalt vereinbart, den der Versicherte im Schadensfall tragen muss. Anders als bei der Haftpflicht gibt es bei der Teilkasko allerdings keine Rabatte, also auch keine Höherstufung bei Inanspruchnahme.

Deckt die Kaskoversicherung auch den Verlust von CDs im Auto?
"Die Kaskoversicherung deckt Schäden am Fahrzeug ab sowie an allem, was fest mit dem Fahrzeug verbunden ist", sagt BdV-Justiziar Köster. Sprich: Für die CDs, die im Handschuhfach lagen, oder die Sonnenbrille im Fach der Mittelkonsole kommt die Kasko nicht auf. Ebenso wenig für ein Gepäckstück im Kofferraum. Auch für ein zerstörtes Navigationsgerät kommt die Kaskoversicherung nur auf, wenn es fest eingebaut ist.

Wer kommt für den Schaden auf, falls die Flammen meines angezündeten Autos auf ein Nachbarauto oder ein Gebäude übergreifen?
Grundsätzlich muss man nur Schadenersatz leisten für Schäden, die man selbst verschuldet hat. Deshalb muss ein Halter, dessen Auto mutwillig von einem Brandstifter angezündet wird, hier nichts befürchten, sagt Köster.

Übernimmt die Kaskoversicherung auch die Kosten für die Entsorgung meines zerstörten Autos?
Das hängt von den Bedingungen der Police ab. Es gibt durchaus Kaskoversicherungen, die bei Totalschaden die Entsorgungskosten übernehmen, wenn der Versicherte sich ein Ersatzfahrzeug anschafft und dieses wieder bei demselben Anbieter versichert.

 
Leser-Kommentare
  1. in einem fest installierten CD-Wechsler?

    • thedaT
    • 19.08.2011 um 11:04 Uhr

    ...und sind ja wechselbar und hätten somit nicht im Fahrzeug sein müssen.

  2. Der Wechsler wird bezahlt, die CDs nicht. Diese sind ja nicht fest "installiert" sondern nur "reingechoben".

  3. Dies ist für den Besitzer eines zerstörten Liebhaber-Fahrzeugen eventuell von Nachteil:

    Wir sind doch hier nicht bei der Berliner Morgenpost.

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    Redaktion

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.

    Redaktion

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.

  4. Auch im Falle der Sozialleistungen. Für einen BMW 7er (basispreis 73.600€) sind das 202 Monate HartzIV Regelsatz, 500 Monate Kindergeld usw.
    Armut Schützt vor Strafe nicht.
    Ich finde jemand der mutwillig Wertsachen zerstört der hat kein Recht mehr darauf irgendwas "umsonst" zu erhalten. Versehen können passieren, Unfälle auch, aber bei vorsätzlichem Handeln kann man keine Milde gelten lassen, und sollte den Täter als mündig genug ansehen den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.
    Und bei Geld hört bei den meisten der Spass auf.

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    einem Täter ohne Erwerbseinkommen wohl nur noch der Gnadentod bleiben. Obwohl ... wie kann mann sich sicher sein, dass einer noch 202 Monate lang gelebt hätte?

    Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

    • GDH
    • 19.08.2011 um 12:44 Uhr

    bloß frage ich mich, wie das in der Praxis gehen soll.

    Wenn Sie einer Person, die kein (bekanntes/legales) Einkommen hat, alle Sozialleistung wegpfänden (darauf liefe das Zurückzahlenmüssen aus jeder Art von Einkommen ohne Freibetrag ja hinaus) dann könnten Sie die Person auch gleich zu einer Haftstrafe verurteilen. Schließlich erwartet niemand ernsthaft, dass Personen ohne Einkommen einfach verhungern (ohne vorher kriminelle Dinger zu probieren).

    Unser Sozialsystem ist nunmal darauf ausgelegt, jedem ein minimales Auskommen zu sichern. Das Strafrecht kann das nicht aushebeln. Wenn Sie jemandem ohne Erwerbseinkommen keine Sozialleistungen mehr zahlen möchten, wird es für den Steuerzahler daher nur teurer (weil das nur geht, wenn die Person Unterkunft und Verpflegung vom Staat bekommt, z.B. im Knast.).

    , unter anderem auch wegen solcher Vorschläge. Richtig weh tut Protest nur bei des Deutschen (ich weiß, dies betrifft nicht alle)liebstes Kind, dem Auto. Auch wenn nicht die Autos der Superreichen brennen, die sind sehr gut gesichert, so wird es vielleicht auch ihnen dämmern, dass soziale Sicherheit nicht nur teuer, sondern auch nützlich für den sozialen Frieden sind.

    einem Täter ohne Erwerbseinkommen wohl nur noch der Gnadentod bleiben. Obwohl ... wie kann mann sich sicher sein, dass einer noch 202 Monate lang gelebt hätte?

    Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

    • GDH
    • 19.08.2011 um 12:44 Uhr

    bloß frage ich mich, wie das in der Praxis gehen soll.

    Wenn Sie einer Person, die kein (bekanntes/legales) Einkommen hat, alle Sozialleistung wegpfänden (darauf liefe das Zurückzahlenmüssen aus jeder Art von Einkommen ohne Freibetrag ja hinaus) dann könnten Sie die Person auch gleich zu einer Haftstrafe verurteilen. Schließlich erwartet niemand ernsthaft, dass Personen ohne Einkommen einfach verhungern (ohne vorher kriminelle Dinger zu probieren).

    Unser Sozialsystem ist nunmal darauf ausgelegt, jedem ein minimales Auskommen zu sichern. Das Strafrecht kann das nicht aushebeln. Wenn Sie jemandem ohne Erwerbseinkommen keine Sozialleistungen mehr zahlen möchten, wird es für den Steuerzahler daher nur teurer (weil das nur geht, wenn die Person Unterkunft und Verpflegung vom Staat bekommt, z.B. im Knast.).

    , unter anderem auch wegen solcher Vorschläge. Richtig weh tut Protest nur bei des Deutschen (ich weiß, dies betrifft nicht alle)liebstes Kind, dem Auto. Auch wenn nicht die Autos der Superreichen brennen, die sind sehr gut gesichert, so wird es vielleicht auch ihnen dämmern, dass soziale Sicherheit nicht nur teuer, sondern auch nützlich für den sozialen Frieden sind.

    • TDU
    • 19.08.2011 um 12:07 Uhr

    Zeitwert und Schmückstück. Bsp.: Wagen fährt gut, gepflegt, Zeitwert 300,00 Euro. Bekommt man etwas Gleichwertiges für diesen Betrag? Der Schaden ist also ungleich höher, erst recht wenn kein Geld fürs "mehr" da ist und ein Auto benötigt wird.

    Ist zwar die Auto-Seite, aber es ist die Auto-Seite der Zeit, in der sonst auch andere Aspekte einfliesen. Die Gegenübesrtellung von Zeitwert und der alleinigen Problematik des Schmuckstücks ist, mit Verlaub, fast schon eine tendenziöse Verharmlosung der Zerstörung.

  5. einem Täter ohne Erwerbseinkommen wohl nur noch der Gnadentod bleiben. Obwohl ... wie kann mann sich sicher sein, dass einer noch 202 Monate lang gelebt hätte?

    Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

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    > Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW
    > wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

    Bitte nicht schon wieder eine Diskussion darueber anfangen, was wieviel wert sein soll. Er kostet halt so viel - fertig. Ob er es wert ist, entscheidet der Kunde.

    Bezueglich der Brandanschlaege, hier haben wohl ein paar Gelangweilte nichts besseres zu tun, als sich ihren Nervenkitzel darin zu holen, anderer Leute Hab und Gut zu zerstoeren und dabei nicht erwischt zu werden.

    In meinen Augen ist das assozial und die Taeter sollten fuer den Schaden komplett aufkommen. Kein Knast, das bringt sowieso nichts und macht die Sache nur schlimmer. Nein, auf Heller und Pfennig abzahlen.

    und wenn doch, kümmerts eigentlich niemanden oder ?

    > Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW
    > wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

    Bitte nicht schon wieder eine Diskussion darueber anfangen, was wieviel wert sein soll. Er kostet halt so viel - fertig. Ob er es wert ist, entscheidet der Kunde.

    Bezueglich der Brandanschlaege, hier haben wohl ein paar Gelangweilte nichts besseres zu tun, als sich ihren Nervenkitzel darin zu holen, anderer Leute Hab und Gut zu zerstoeren und dabei nicht erwischt zu werden.

    In meinen Augen ist das assozial und die Taeter sollten fuer den Schaden komplett aufkommen. Kein Knast, das bringt sowieso nichts und macht die Sache nur schlimmer. Nein, auf Heller und Pfennig abzahlen.

    und wenn doch, kümmerts eigentlich niemanden oder ?

  6. > Nicht dass ich zynisch sein wollte. Aber ist so ein BMW
    > wirklich schlappe 70.000 Juronen wert?

    Bitte nicht schon wieder eine Diskussion darueber anfangen, was wieviel wert sein soll. Er kostet halt so viel - fertig. Ob er es wert ist, entscheidet der Kunde.

    Bezueglich der Brandanschlaege, hier haben wohl ein paar Gelangweilte nichts besseres zu tun, als sich ihren Nervenkitzel darin zu holen, anderer Leute Hab und Gut zu zerstoeren und dabei nicht erwischt zu werden.

    In meinen Augen ist das assozial und die Taeter sollten fuer den Schaden komplett aufkommen. Kein Knast, das bringt sowieso nichts und macht die Sache nur schlimmer. Nein, auf Heller und Pfennig abzahlen.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "hm, da wird bei"
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    Dann melden sie Privatinsolvenz an, leben 6...10 Jahre (wahrscheinlich wie schon sowieso) von H4 und passiert ist denen dann gar nichts.
    Ich denke, so einfach sollen die nicht davonkommen.

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    Ich denke, so einfach sollen die nicht davonkommen.

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