China Luxusmarkt mit heikler Klientel
Die Autobranche blickt nach China, und vor allem die rasant wachsende Zahl von Millionären lässt die Luxusautobauer frohlocken. Doch Chinas Reiche gelten als schwierig.
Lässt der Service im Autohaus zu wünschen übrig, kennen reiche Chinesen mitunter kein Erbarmen. Im März ging ein Foto aus der Volksrepublik um die Welt, auf dem Arbeiter mit Vorschlaghämmern einen Lamborghini Gallardo zerstören. Der Besitzer des italienischen Premium-Sportwagens hatte den Schlägertrupp angeheuert, um den PS-Boliden öffentlichkeitswirksam zu demolieren. Auslöser: Der Luxusschlitten zickte nach der Durchsicht in einer offiziellen Lamborghini-Werkstatt herum. Für den offenbar nicht von Geldnot geplagten Chinesen war das wohl zu viel des Guten.
Die Anspruchshaltung des Lamborghini-Fahrers passt nach Meinung von Experten zum Gesamtbild bestens betuchter Kunden aus dem Riesenreich, auf dessen Kaufkraft derzeit gerade die deutschen Hersteller von Luxusautos setzen. Doch dieser Markt hat eben seine Tücken: "Chinesen sind wesentlich ungeduldiger und anspruchsvoller als die Deutschen", sagt Christian Hummel, der Chinas Automarkt für das Beratungsunternehmen Capgemini Consulting beobachtet.
Der Käuferkreis für Luxuswagen in China wächst enorm. Capgemini ermittelt regelmäßig die Zahl derjenigen, deren flüssiges Vermögen bei mehr als einer Million US-Dollar (rund 700.000 Euro) liegt. Diese Gruppe zählte in China im vergangenen Jahr 535.000 Menschen. "Die chinesischen Kunden im Premiumfahrzeug-Segment haben aber wenig Erfahrung mit Service oder Autokauf. Wenn man die fragt, was sie wollen, sagen sie: 'Alles'", berichtet Hummel. Premiumhersteller trennten teilweise Service- und Verkaufsräume – damit die umworbenen Interessenten von der "Beschwerdekultur" nicht behelligt werden.
Zwar standen den 535.000 chinesischen Dollar-Millionären in Deutschland 2010 gut 900.000 Superreiche gegenüber. Doch diese Gruppe wächst in China rasant: Allein von 2009 auf 2010 nahm die Zahl der Dollar-Millionäre in der Volksrepublik um zwölf Prozent zu. In China leben mit gut 1,3 Milliarden Menschen etwa 17 Mal so viel wie in Deutschland – und der Wohlstand ist dort, ebenso wie der Bedarf an Autos, ein junger Trend.
Längst liefern sich die Autokonzerne mit Weltpremieren, neuen Modellen und Milliardeninvestitionen in China ein Wettrennen um den Boom-Markt Nummer eins. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn etwa sprach im April dieses Jahres von einem "Gravitationszentrum des Wachstums". Der VW-Konzern ist Marktführer in China und plant bis 2015 Investitionen in Höhe von 10,6 Milliarden Euro. Wie gut die Flaggschiffe unter dem Konzerndach – der VW Phaeton und der Audi A8 – in China laufen, weist der Konzern nicht aus. Aber von den im ersten Halbjahr 2011 gut 4,1 Millionen verkauften Autos aus der VW-Familie entfällt mehr als jedes vierte auf China.
Der mit VW eng verbandelte Sportwagenbauer Porsche will in diesem Jahr etwa jeden fünften Wagen in China absetzen, das wären rund 20.000. Mit 11.712 Autos im ersten Halbjahr 2011 gelang den Stuttgartern ein Plus von 47 Prozent – der höchste Zuwachs aller Regionen. Schon heute ist China der drittgrößte Absatzmarkt für den Porsche Boxster, der zweitgrößte für den Cayman.
- Datum 27.08.2011 - 09:03 Uhr
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- Quelle dpa
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...sondern eine mit völlig normalen Erwartungen an 100000-Euro-Schlitten. Wir sollten von ihnen lernen - die Hardware gibts in jedem Baumarkt.
...vernünftige Handwerksqualität nannte man das einst. Aber diese Sprache sprechen sie nicht mehr, die Legionen gemasterter BWL-Fuzzys.
Wie kommen Sie denn von Service auf "BWL Fuzzis"? Das ist sehr weit hergeholt.
Was mich am Artikel stört: 12% Wachstum bei den "Reichen". Das mag sich erst viel anhören, aber absolut gesehen nicht viel. Deshalb sollte man das Wachstum in China auch nicht überbewerten, da selbst 20% Wachstum von einem geringen BIP weniger sein kann als 3% von einem hohen BIP.
Wie kommen Sie denn von Service auf "BWL Fuzzis"? Das ist sehr weit hergeholt.
Was mich am Artikel stört: 12% Wachstum bei den "Reichen". Das mag sich erst viel anhören, aber absolut gesehen nicht viel. Deshalb sollte man das Wachstum in China auch nicht überbewerten, da selbst 20% Wachstum von einem geringen BIP weniger sein kann als 3% von einem hohen BIP.
.....ungeduldiger als die Deutschen sein? Das ist vielen ganz neu Herr Hummel. Diese These sei daher untersuchungswert.
Die gesamte Autoindustrie hat den Schuß anscheinend noch nicht gehört. Wir verbrauchen z.Z. das 1,5-fache von dem, was die Erde als Resourcen-Spender auf Dauer hergeben kann.
Wenn die Zahl der "Premium-Konsumenten" in China, aber auch in Indien, weiter so wächst, und nicht woanders Resourcen gespart werden, platzt das Ganze innerhalb der nächsten 20 Jahre.
Ich vermute mal, das werden viele von uns noch erleben!
Sind wegen Konstruktions- und Qualitätsmängeln sogar Lebensgefährlich. Bei dem Chinesen ging es wohl auch um etwas mehr als ein spinnendes Blinkerlämpchen.
http://www.lambounfall.de...
...ist mit Vorsicht zu genießen!
Der Mann ist abgeflogen und kann sich an den Unfallhergang zum Zeitpunkt des Einschlages nicht mehr erinnern. Soll er doch einfach mal einen Nachweis dafür liefern, dass der Hersteller an dem Abflug schuld war. Bisher ist ihm das offenbar nicht möglich gewesen.
denn er hat ja noch genügend vergleichbare Unfälle gelistet, die Teils besser untersucht wurden.
Wenn dann jemand wie über seinen Unfall beschrieben abfliegt und es eine einseitige Bremsspur gibt (hätten die Autos nicht ABS?) ist wohl das einzige, was einem ein Fahrfehler vermuten lässt, die Hoffnung sein, dass Traumautos auch Traumautos sind.
Den Betreiber habe ich bei einer Ausfahrt kennen gelernt (mittlerweile hatte er einen F430). Der war alles andere als ein verantwortungsloser Raser.
...ist mit Vorsicht zu genießen!
Der Mann ist abgeflogen und kann sich an den Unfallhergang zum Zeitpunkt des Einschlages nicht mehr erinnern. Soll er doch einfach mal einen Nachweis dafür liefern, dass der Hersteller an dem Abflug schuld war. Bisher ist ihm das offenbar nicht möglich gewesen.
denn er hat ja noch genügend vergleichbare Unfälle gelistet, die Teils besser untersucht wurden.
Wenn dann jemand wie über seinen Unfall beschrieben abfliegt und es eine einseitige Bremsspur gibt (hätten die Autos nicht ABS?) ist wohl das einzige, was einem ein Fahrfehler vermuten lässt, die Hoffnung sein, dass Traumautos auch Traumautos sind.
Den Betreiber habe ich bei einer Ausfahrt kennen gelernt (mittlerweile hatte er einen F430). Der war alles andere als ein verantwortungsloser Raser.
Wie kommen Sie denn von Service auf "BWL Fuzzis"? Das ist sehr weit hergeholt.
Was mich am Artikel stört: 12% Wachstum bei den "Reichen". Das mag sich erst viel anhören, aber absolut gesehen nicht viel. Deshalb sollte man das Wachstum in China auch nicht überbewerten, da selbst 20% Wachstum von einem geringen BIP weniger sein kann als 3% von einem hohen BIP.
...Werkstattqualität, Service: All dies unterliegt dem Primat der BWL - mit den im Artikel beschriebenen Folgen. Die Reaktion der Chinesen sollte bei uns Schule machen - vor den Eingangshallen der Autopaläste.
@ Nr. 7: Den Kommentar verstehe ich nicht. Meines Wissens ist das BIP von China immer noch größer als z.B. das von Deutschland.
...Werkstattqualität, Service: All dies unterliegt dem Primat der BWL - mit den im Artikel beschriebenen Folgen. Die Reaktion der Chinesen sollte bei uns Schule machen - vor den Eingangshallen der Autopaläste.
@ Nr. 7: Den Kommentar verstehe ich nicht. Meines Wissens ist das BIP von China immer noch größer als z.B. das von Deutschland.
...Werkstattqualität, Service: All dies unterliegt dem Primat der BWL - mit den im Artikel beschriebenen Folgen. Die Reaktion der Chinesen sollte bei uns Schule machen - vor den Eingangshallen der Autopaläste.
das alles perfekt und für einen niedrigen Preis erreicht werden soll, wäre der Aufschrei groß. Man kann nicht alles auf einmal haben, sich über niedrige Löhne beschweren, aber dann nur den Billigkrams aus China kaufen... Es hängt mehr zusammen als viele wahr haben wollen.
das alles perfekt und für einen niedrigen Preis erreicht werden soll, wäre der Aufschrei groß. Man kann nicht alles auf einmal haben, sich über niedrige Löhne beschweren, aber dann nur den Billigkrams aus China kaufen... Es hängt mehr zusammen als viele wahr haben wollen.
Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
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