Elektromobilität : Alles, bloß nicht emissionsfrei

Hersteller von Elektroautos versprechen Fahren ohne CO2-Ausstoß – eine Wettbewerbsverzerrung, ergab eine EU-Studie. Sparsame Verbrennungsmotoren würden benachteiligt.
Renault greift den Slogan "zero emissions" im Modellnamen auf: Der Fluence Z.E. ist eine Stufenhecklimousine mit Elektroantrieb. © Hersteller

"Zero Emission" ist zu einem Zauberwort in der Autoindustrie geworden. Ob Mitsubishi i-MiEV oder Nissan Leaf : Sie geben keinerlei Kohlendioxid an die Umwelt ab. Auch mit einem Plug-in-Hybrid, also der Kombination eines Elektromotors mit einem Verbrenner, lassen sich noch sehr gute Werte erreichen. Toyota etwa bewirbt den Plug-in-Prius, der im September auf der IAA präsentiert und ab nächstem Jahr verkauft wird, bereits mit "CO2-Emissionen von unter 60 g/km".

Die niedrigen Werte sind nicht einfach ein Reklametrick, sondern haben das Plazet der Politik: Eine international vereinbarte Regelung mit dem kryptischen Namen UNECE R101 gibt vor, wie die Daten ermittelt und berechnet werden. Nur mit ihnen dürfen die Unternehmen werben. Elektrisch gefahrene Strecken kommen auf 0 Gramm CO2-Ausstoß.

Natürlich ist es richtig, dass Elektromotoren kein Kohlendioxid ausstoßen. Die Emissionen entstehen aber an anderer Stelle. Wer das Elektrofahrzeug mit Strom des deutschen Mix aus fossilen, nuklearen und erneuerbaren Energieträgern auflädt, hat indirekt schon CO2 an die Luft abgegeben – als der Strom produziert wurde. Je Kilowattstunde 563 Gramm CO2, wie das Umweltbundesamt (UBA) für 2010 ermittelt hat. Der Umwelt- und Verkehrsexperte Axel Friedrich spricht bei Elektroautos darum von "Elsewhere Emission".

Er hält die für die Stromer bislang berechneten Werte für eine Mogelpackung: "Hier wird Schönrechnerei betrieben und eine völlig falsche Methode angewandt, die man von herkömmlichen Benzin- und Dieselfahrzeugen auf Elektroautos überträgt", sagt der langjährige UBA-Abteilungsleiter. Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) nennt die Angaben ebenfalls "fragwürdig". In seiner diesjährigen Auto-Umweltliste betont der VCD, dass man selbst bei ausschließlichem Tanken von Ökostrom nicht 0 Gramm CO2 ansetzen dürfe. Auch dann müssten geringe Mengen CO2 bilanziert werden, die etwa bei der Herstellung von Solarzellen entstehen, so der VCD.

Für mehr Ehrlichkeit appelliert nun auch eine Studie zur Elektromobilität , die die Beratungsgesellschaft CE Delft und Energiespezialisten des Ecologic Instituts im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt haben. Darin kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Ermittlung der CO2-Emissionen auf einer "Well-to-Wheel"-Bilanz beruhen sollte, also die Emissionen über die gesamte Erzeugungs- und Verbrauchskette hinweg berücksichtigen müsse – vom Kraftwerk bis zum Autorad.

Damit ergeben sich für elektrisch angetriebene Pkw völlig neue CO2-Werte, die für einen ökologisch ausgerichteten Autokäufer interessant sein dürften. Nimmt man den deutschen Strommix als Grundlage, ergibt das beispielsweise beim Mitsubishi i-MiEV, dessen Energieverbrauch der Hersteller mit 13,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer angibt, CO2-Emissionen von 76 Gramm je Kilometer. Für den derzeit in Feldversuchen getesteten Mini E (15 Kilowattstunden je 100 Kilometer) errechnet sich ein CO2-Wert von 84,5 Gramm.

Kommentare

153 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

es ist doch sonnenklar,

dass man nur emissionsfrei fahren kann, wenn man emissionsfrei erzeugten strom zum betrieb des fahrzeugs nutzt. aber es gibt ja ökostrom, damit kann man den co2-ausstoß eines stromers auf nahe null reduzieren. da freut sich dann auch das klima.
abgesehen davon freut sich ohnehin der städter, weil die direkte belastung aus dem auspuff zu ungunsten der umgebung der kraftwerke reduziert wird.
sonnige grüße

Ökostrom und Emissionen

Es wird leicht vergessen, dass auch vermeintlicher Ökostrom Emissionen mit sich bringt. Einfaches Beispiel Windenergie: Bis die erste kWh Strom aus einer Windkraftanlage fließt, müssen Stahl und Beton, Elektronikteile und Edelmetalle hergestellt oder isoliert werden. Da kommt mehr zusammen, als es einem Ökostrom-Fan lieb ist, selbst über die Lebensdauer der Anlage verteilt. Wer emissionsfreien Strom will, kann auf diesem Planeten lange suchen. Man kann höchstens von emissionsarm sprechen.

Nudelholz

Ökostrom bei 42 Mio Kraftfahrzeugen?

Ich hätte da mal eine Frage, Sie schreiben, dass 99% der Elektro-KFZ mit ökostrom betrieben würden, das mag ja angesichts der geringen Verbreitung auch funktionieren, was aber wird werden, wenn alle KFZ-Besitzer ihre Benzinautos abstoßen? Wird das dann auch noch funktionieren?
Kühlschränke, Industrieproduktion etc. sollen auch noch nebenbei laufen, oder?

Und wenn Sie mal

unterwegs aufladen müssen, was für Strom ist das dann.

Oder wenn Sie unterwegs und nachts aufladen müssen, oder unterwegs und nachts und bei Windstille?

Ähnlich ist bei bei Fotovoltaik-Anlagen, da werben manche mit dem Slogan "die Sonne schreibt keine Rechnung"
oder "werden Sie unabhängig".
Habe mir schon überlegt, ob man das Unternehmen nicht wegen unlauteren Wettbewerbs anklagen könnte. Zumal man ja gleichzeitig damit wirbt, dass man den Strom nicht verbraucht sondern verkauft.

Alles verlogen. Die Wahrheit wird wie immer verschwiegen.

rational und sozial?

"Wer bitte sollte auf die Idee kommen und ein EV mit Atomstrom oder Kohlestrom tanken???
Von einem Tesla-Mitarbeiter weiß ich, dass 99,9% Ökostrom tanken.
Was man alles unsinniges machen kann, interessiert mich nicht. Schreiben Sie lieber, was alles möglich ist."

Die Art, wie Sie hier kommen, unterstreicht den den messianischen, und damit religiösen Charakter der ganzen grünen Debatte.
Nur, daß die Aussagen der "klassischen Religionen" da humaner waren. Die Kirchen könnte man eigentlich nur warnen, bei dieser modernen Wohlfühl-Ideologie mitzumachen.

"Öko"-Strom für den Porschefahrer,
Atom- und Kohlestrom für den Harzie in der Platte?
War es das was Sie sagen wollten?

Forderungen

Vor Jahren habe ich mich für eine radikalen Reduzierung meines CO-2-Ausstosses entschieden. Ich nehme Bus und Bahn und im Sommer gerne das Fahrrad. Wenn es wirklich mal nötig ist, dann nehm ich mir einen Leihwagen, aber irgendwie kommt das höchstens 1x im Jahr vor.
Wenn ich mir wieder ein Auto zulegen sollte, dann müßte die Industrie auf folgende Forderungen eingehen:
1. Das Fahrzeug darf nicht mehr als 500kg wiegen, aber 4 Sitzplätze.
2. 100km dürfen nicht mehr als 5 Euro kosten.
3. Das Fahrzeug darf nicht mehr als 5000 Euro kosten.
4. Sicherheitssysteme sind mir egal, ich bin seit über 750.000km Unfallfrei.
5. Elektronikschrott brauch ich nicht, ich kann auch ein Fenster kurbeln, bruache keinen Motor um meinen Sitz zu verstellen und ein einfaches Radio reicht vollkommen.

Solange die Autoindustrie nicht auf meine Forderungen eingeht, werde ich sie weiterhin nicht beachten ;-)

Ihr Ansatz in allen Ehren...

... für Ihre Mitmenschen ist das natürlich gut. Auf ein Auto so weit wie möglich zu verzichten ist sicher der beste Weg.
Ich möchte Sie aber auf eines hinweisen:

"4. Sicherheitssysteme sind mir egal, ich bin seit über 750.000km Unfallfrei."

Sie haben es nicht alleine in der Hand, unfallfrei zu bleiben. Es gibt auch andere Menschen, die am Straßenverkehr teilnehmen... wenn Sie dann, weil Sie auf Sicherheitssysteme verzichtet haben, nach einem Unfall behindert und arbeitsunfähig bleiben, und somit unvermeidlich Ihren Mitmenschen zur Last fallen, dann war's das mit Ihrem Altruismus.

erst denken, dann schreiben!

42 millionen fahrzeuge werden nicht über nacht ersetzt, das ist ihnen doch auch klar.
die erzeugung von ökostrom hat sich in den letzten 4 jahren verdoppelt, je mehr er nachgefragt wird, desto mehr wird er produziert werden. bedenken sie, dass die tendenz in ballungsräumen dazu geht, KEIN eigenes fahrzeug mehr vorzuhalten. bedenken sie ausserdem, dass ballungsräume ständig wachsen und zukünftig immer weniger menschen in ländlichen regionen leben werden, die auf individualmobilität angewiesen sind.
weiters wird es dahin gehen, dass energie teurer werden wird, was zur folge hat, dass wesentlich weniger menschen ihr auto - ob benziner oder stromer - ihr auto so unkritisch nutzen werden wie zur zeit. insgesamt wird die bedeutung des autos sinken, die verbräuche auch, dazu wird die verfügbarkeit von strom/ökostrom steigen. also: das problem, dass sie heraufziehen sehen, wird gar nicht erst eins werden.

Du fährst zu dicht auf...

Sicherheitssysteme? Nicht alleine in der Hand, unfallfrei zu bleiben? In meinem Leben sind mir schon Autos plötzlich auf meiner Fahrbahn entgegen gekommen (inklusive Autobahn) und ich habe reagiert und bin ausgewichen.
Klar kann es tatsächlich passieren, dass man einen Unfall nicht verhindern kann, aber da sprechen meine mind. 750.000km eine andere Sprache. Und was ich immer von Beifahrern zu hören bekomme: "Du fährst zu dicht auf, fahr nicht so schnell." Ich fahre dann dicht auf oder dann schnell, wenn ich die Lage überblicken kann.
Ein einfach vortreffliches Sicherheitssystem, übrigens hat genau dieses fein ausgebildete Sicherheitssystem mich auf dem Fahrrad vor schweren Verletzung bewahrt.
Sie vertrauen auf Technik, da wohl ihre Fähigkeiten nicht besonders ausgebildet sind.

Ruhig, Brauner!

Sie möchten ein Auto mit vier Sitzen und ohne Sicherheitssysteme. Wen setzen Sie auf die anderen drei? Bekannte? Anhalter? Ihre Frau und Kinder? Und wenn Ihnen dann ein "normales" 1300 Kg Auto hinten reinfährt an einem Stauende, in Ihr 500 Kg Auto, was sagen Sie dann Ihren Kindern am Sterbebett?
"Steh' auf, alles ist gut, es gab keinen Unfall, kann ja gar nicht, weil ich doch so ein sicherer Autofahrer bin!"
Sie sehen.
Ich hatte bisher auch noch keinen Unfall und habe meinen PKW vor kurzem abgeschafft. Sie brauchen also nicht "zurück"zuschießen.

Antwort

Natürlich werden 42 Mio Fahrzeuge nicht über Nacht ersetzt. Man sollte aber trotzdem mal ganz kurz darüber nachdenken wie viel Energie ein Auto benötigt und warum dafür heute zu 99,999 % Benzin / Diesel verwendet wird. Ökostrom wird langfristig diese Energie nicht bereit stellen können. Das liegt schon allein an der Natur des Ökostroms. Wenn ich Nachts mein Auto laden will scheint keine Sonne, oft weht auch kein Wind.
Das angeblich immer mehr Menschen in Städten auf ein Auto verzichten ist mir im übrigen noch nicht aufgefallen. Die Verkehrsdichte wird eher mehr, statt weniger und ob die Bevölkerung bereit ist in die tädte zu ziehen? Wers glaubt... Ich bin froh, wenn ich nächstes Jahr aus der Großstadt endlich aufs "Land" ziehen werde. Raus aus dem Lärm, dem Dreck, dem Gestank usw.

woran es liegt...

naja, es liegt natürlich daran, dass die hersteller keine alltagstauglichen stromer anbieten! schon gar nicht zu erschwinglichen preisen. gestern war hier ein post zum artikel, der sich mit dem tesla roadster beschäftigt. jemand der sich der auto-industrie zugehörig outete gab zu bedenken, dass die deutschen konzerne kurzfristig stromer anbieten und produzieren könnten! - wenn sie denn wollten, was aber nicht der fall sei.
gäbe es diese autos, dann wäre der anteil der benziner viel geringer, das wette ich. was den mittelfristigen verzicht aufs auto und ihren verzug aufs land betrifft, da brauchen sie sich nur die globalen trends anzuschauen. die zunehmende urbanisierung ist ein gemeinplatz, da braucht man gar nix zu argumentieren, können sie überall nachlesen.
und der trend geht bei jungen leuten dazu, sich kein auto ans bein zu binden, das auto ist dabei seinen statussymbolcharakter an andere geräte (i-phone, tablet computer) abzutreten. da können sie sich von der mobilitätsforschung belehren lassen. kann sein, dass sie da antizyklisch leben wollen, ist ja auch ihr gutes recht. aber wenn es denn ein erschwingliches elektroauto gäbe, würden sie dann trotzdem lieber stinkendes benzin verbrennen wollen und dabei viel krach machen, mal ganz abgesehen von dem gestank?

Antwort auf: 48. Ruhig, Brauner!

Und wenn Ihnen dann ein "normales" 1300 Kg Auto hinten reinfährt an einem Stauende, in Ihr 500 Kg Auto

Dass dieser hier nicht ganz zum Thema passende Aspekt fortschrittlicher Autos nicht zwangsläufig richtig ist, kann man sehr schön bei den Formel 1 Autos betrachten. Die haben ein (Mindest-)Gewicht von 640 kg und wenn sie mit 200 km/h in eine Wand krachen steigt der Fahrer meistens aus eigener Kraft aus.

Man kann auch leichte Autos sicher bauen. Man muss es nur wollen.

ich bin nie alleine...

Sicherheit beginnt mit der inneren Einstellung. Wenn ich 2 Autos aus einer kleinen Strasse vorlasse, wird hinter mir gehupt. Die, die hupen sind Unfallkandidaten.
So wie bei einem Fahrrad die Oberschenkel das wichtigste Ausstattungsmerkmal sind, so ist der Mensch im Auto das wichtigste Sicherheitsmerkmal. Es ist übrigens auch meine Neugier, das mir hilft nie in Unfälle verwickelt zu werden. Ständig sehe ich in die Spiegel, beobachte Menschen mit Handy am Ohr (Gefahr), Männer die von ihren Frauen zur Weissglut gebracht werden (grosse Gefahr), Frauen die total überfordert sind (extremes Unfallrisiko mit geringen Blechschäden, Männer lassen dann neune grade sein und lassen die Frau dann ohne austausch von Versicherungsnummern fahren). Darauf reagiere ich Frühzeitig, langsam und zurück bleiben oder mal richtig aufs Gas gehen, bloss weg. Fussgänger sind die Autisten des Strassenverkehrs, Radfahrer machen keine Sorgen man muß sie nur sehen und deren Gedanken folgen.
Somit ist der Mensch das wichtigste Sicherheitsinstrument, also kann sich das die Autoindustrie gerne sparen.
E-Autos sind derzeit eher Spielzeuge, die längere Fahrten unmöglicher machen als eine Bahnfahrkarte.
Solange es also nicht geschafft wird eine anständige Reichweite (ca. 600km) bei normaler Fahrweise zu realisieren, ist das nur für die Stadt geeignet und da eignen sich Fahrrad, Bus und Bahn dann eigentlich mehr.

GUt gebrüllt Löwe (A.A.)

nur nicht zu Ende gedacht.
In D ist der Anteil des Ökostroms um die 14% , gerne auch mehr.
Wenn alle Ökostrombezieher mehr abnehmen als eingespeist wird ist dies Etikettenschwindel.
Diese Zahl wäre sehr interessant , vorallem da viele vermehrt Ökostrom nachfragen.
Aber Niemand kennt sie , da sie sich ständig verändert und die Ökostromanbieter als letzte daran interessiert sein können dass sie bekannt ist; denn dann könnte man sie evtl. verklagen , da sie ein Produkt anbieten , welches nicht übers Jahr garantiert werden kann.
Im übrigen ist der Strommix in D trotzdem zu beachten ; denn wenn der Ökostrom für Ökostromnachfrager reklamiert wird , bleibt für den Rest nur der CO2 Maximalwert der auf jeden Fall höher sein wird als jetzt 562g / KWh

das sind doch nur

mutmassungen. ich halte es für wahrscheinlicher, dass die 14% ökostrom auch der co2-bilanz der "stromsäue" wie z.b. lekkerstrom, die atomstrom als öko anbieten, zugute kommen. es wird mehr ökostrom produziert als verkauft. warum? weil's immer noch ein geschäft ist.
dass der co2-ausstoß durch nicht-regenerativ erzeugten strom höher ist, versteht sich ja von selbst.
und: wer wirklich nur ökostrom verbrauchen will, der sollte nach ostfriesland ziehen. dort werden nämlich 104% des regionalen strombedarfs aus windenergie erzeugt.
da kommt garantiert kein atomstrom aus der steckdose.

Nicht alleine OT

Wie Sie richtig schreiben sind Sie nicht alleine im Strassenverkehr. Ist Ihnen schon mal der Gedanke gekommen, dass Ihre Reaktion (Gas geben, Bremsen) auf die individuellen Beobachtungen die Sie machen für andere Autofahrer sehr irritierend sein kann. Ich mag keine Autofahrer vor mir die immer wieder (aus mir nicht ersichtlichen Gründen)beschleunigen oder bremsen. Das nervt, irritiert und ist gefährlich. Kontinuierlich fahren bei angemessener Geschwindigkeit ist besser als wie von Ihnen beschrieben auf jede Kleinigkeit zu reagieren.

Um zum Thema zurück zu kommen. Bei weniger als 600km Reichweite ist es nur für die Stadt gedacht ? Wo wohnen Sie bzw. wieviel km fahren Sie in der Woche. Ich denke die meisten Menschen fahren in der Woche weniger als 600km und 1 x die Woche an die Steckdose sollte ausreichend sein.

Ökostrom könnte locker die Welt versorgen

Es reicht eine ich glaube eine Fläche von 600x600km in der Sahara für den Weltstrombedarf. Den Strom über Nacht speichern? Eigentlich brauchen sie ja nur eine Wärmequelle bei hoher Temperatur, also erhitztes Öl, das die Zeit über die Nacht puffert. Nachts liegt der Verbrauch zudem niedriger.

Und wenn Sie auch eine Solarthermieanlage auf dem Dach haben, dann wissen sie auch, daß man eigentlich garnicht mehr weiß wohin mit der vielen Energie, zumindest im Sommer, und der ist in der Sahara ja quasi das ganze Jahr über.

Potential ist massig vorhanden, worauf genau wartet ihr eigenlich noch?

600km Reichweite - mehr Nachteile als Vorteile

Solange es also nicht geschafft wird eine anständige Reichweite (ca. 600km) bei normaler Fahrweise zu realisieren, ist das nur für die Stadt geeignet

Vielleicht leben Sie ja in einem Land, wo sämtliche Staädte mindestens 600km voneinander entfernt sind.
In Deutschland ist es jedenfalls Unsinn, Akkus für diese Reichweite zu kaufen und spazieren zu fahren, wenn man diese Reichweite nur ein paarmal im Jahr braucht und ansonsten 100-150km ausreichen. Das gesparte Geld investiere ich lieber in Carsharing oder Mietwagen für diese Langstrecken.
Der nächste Nachteil von den für 600km Reichweite erforderlichen 120-150kWh Akkukapazität ist, dass die Aufladung eines leeren Akkus an der normalen Steckdose (3,5kW) Tage dauert.
Dieser Nachteil besteht auch dann noch, wenn Akkus mal federleicht sind und 20€/kWh kosten.

Mit meinem Elektroauto fahre ich sehr selten in der Stadt, aber werktäglichtäglich 70km an der Stadt vorbei davon gut die Hälfte Autobahn. Das Märchen vom E-Auto als "reinem Stadtauto" braucht mir also niemand erzählen!

wenn man nicht mal einen etwas längeren Ausflug...

...mit dem Wagen machen kann, wozu dann ein Auto?
Oder besteht ihr Leben nur aus zur Arbeit fahren?
Individualverkehr soll dem Individuum ja die Möglichkeiten der Mobilität bieten. Oder wollen Sie mir jetzt zu dem Kauf eines Benziners und eines E-Autos raten?

Zu meinem Fahrstyl, ja manchmal bremse ich stark ab, aber da zu weit über 50% absolut berechtigt und da ich den nachfolgenden Verkehr beachte ohne gefahr für den nachfolgenden Verkehr (ausser Fahrer schläft total). Ich fahre wie ein Fluss fliesst, lasse die äusseren Eindrücke auf mich wirken und reagiere frühzeitig auf echte Gefahren.
Ich kenne nicht viele Fahrer mit über 750.000km unfallfreien fahren, der nur ein Problem kennt: Flensburg!

So einfach ist es nicht

"Raus aus dem Lärm, dem Dreck, dem Gestank usw."
Wer verursacht denn dieses in einer typischen Deutschen Großstadt ??? Ganz eindeutig geht dies zum allergrößten Teil auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zurück. Moderne Fahrzeuge sind innen so leise wie nie zuvor, nur der an die Umwelt abgegebene Lärm hat sich bei weitem nicht soweit reduziert.
Eine ganz spannende Frage wäre doch, wie gestaltet es sich mit Lärm und Luftqualität wenn man aus den Innenstädten der Ballungsräume Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor komplett verbannen würde. Sozusagen "Umweltzone 2.0".

Richtig.....

Genau dasselbe habe ich mir auch gedacht. Was ist das eigentlich für eine schwachsinnige Argumentation. Wenn wir wirklich anfangen die Produktion der Solarzellen einzurechnen in den CO2 Ausstoß, dann bitte aber auch die Bohrungen, den Transport aufs Festland, den Transport zur Aubereitung, den Transport zur Tankstelle usw.! Ich bin mir, ebenso wie Sie, sicher, dass in diesem Vergleich E-Mobilindustrie nochmals dreifach besser abschneidet.
Ich würde mir manchmal wünschen das die Menschen nochmal kurz nachdenken bevor Sie etwas sagen oder schreiben!!

CO2-Vergleich, richtig berechnet.

"Wenn schon genau rechnen, dann bitte richtig."
Danke für diesen Hinweis. Ich gehe davon aus, dass der CO2-Ausstoß bei der Kraftstoffproduktion nicht mit in die Berechnungen einbezogen ist. Wäre sehr interessant, dazu eine genaue Analyse zu erhalten.
Abgesehen davon ist es aber - wie in Kommentar 1 schon erwähnt - für das Klima in den besonders belasteten Städten und Ballungszentren Zeit für effektive und bezahlbare Elektromobilität.

Vergleich

Sicherlich müsste der Vergleichbarkeit wegen eine komplette Well-to-Wheel-Bilanz auch bei Mineralölprodukten die CO2-Emissionen bei der Förderung, Produktion usw. einbeziehen.

Mir ging es aber zunächst darum, dass Elektrofahrzeuge, die in Deutschland an der Steckdose aufgeladen werden, in aller Regel eben nicht emissionsfrei fahren.(Das gilt übrigens auch für Leute, die glauben, sie beziehen Ökostrom, weil sie bei einem Ökostrom-Lieferanten sind. Deshalb kommt noch lange nicht Strom aus erneuerbaren Energien aus der heimischen Steckdose.)

Die am Ende des Artikels erwähnten Zahlen für Nissan Leaf vs. VW Golf berücksichtigen nur CO2-Emissionen bei der Stromherstellung vs. CO2-Emissionen aus dem Auspuff. Diese beiden Werte lassen sich ohne "Hinken" miteinander vergleichen.

werter herr breitlinger

ich gehe davon aus, dass diejenigen, die sich für derzeit noch teures geld einen stromer zulegen durchaus in der lage sind, aus den zahllosen stromanbietern diejenigen herauszufiltern, die ECHTEN ökostrom anbieten. es handelt sich bei diesen autokäufern nämlich mit äußerst großer wahrscheinlichkeit um enthusiasten, die ihren beitrag zum klimaschutz auch ohne jeden wirtschaftlichen anreiz leisten wollen.
dass natürlich der strom des nächstgelegenen kraftwerkes aus der steckdose kommt ist logisch und zudem aber auch völlig irrelevant. wer ökostrom kauft, der bezahlt doch dafür, dass die menge, die er "abnimmt" in den pool eingespeist wird. ob ich oder sie oder puttvhen brammel ihn dann verkonsumiert ist nebensächlich. hauptsache ist, der anteil, den ich bezahlt habe kommt in die gesamtbilanz.

Von Äpfeln und Birnen

"Die am Ende des Artikels erwähnten Zahlen für Nissan Leaf vs. VW Golf berücksichtigen nur CO2-Emissionen bei der Stromherstellung vs. CO2-Emissionen aus dem Auspuff. Diese beiden Werte lassen sich ohne "Hinken" miteinander vergleichen."

Sorry, dieser Vergleich macht für mich keinen Sinn. Man muss schon den CO2-Ausstoß der gesamten Prozesskette der Stromerzeugung und -nutzung durch das Auto mit dem CO2-Ausstoß der gesamten Prozesskette der Benzin-/Dieselerzeugung und -nutzung durch das Auto vergleichen.

Genau das beinhaltet das Konzept well-to-wheel (von der Quelle bis zum Rad).

In Ihrem Beispiel machen Sie zwar well-to-wheel beim Elektroauto, aber wheel-only beim Benzin-/Dieselmotorgetriebenen Auto (Es sei denn, die Daten der von Ihnen zitierten Studie berücksichtigten auch den CO2-Ausstoß bei der Spritproduktion - was ich leider nicht weiß).

Genau das...

...habe ich mich auch gefragt. Hat aber noch nie irgendein Artikel thematisiert, den ich zum Thema CO2 bei Autos in die Finger bekommen habe. Vermutlich ist das gar nicht ermittelbar, da die Basisdaten dazu gar nicht erhoben werden.

Im Endeffekt beschwert man sich im Artikel darüber, dass bei den E-Autos nicht korrekt gerechnet würde, um dann die angeblich korrekten Zahlen wiederum mit fiktiven Werten bei den Verbrennern zu vergleichen. Zumal selbst hier realer Bedarf bei E-Autos mit Normverbräuchen bei den Verbrennern und nicht mit deren Flottenverbräuchen verglichen werden. Wenigstens das hätte man machen können, auch wenn es im Grunde genommen genau so unsinnig wäre.

Ich war mit meinem E-Mobil schon 2x über den TÜV

und immer wieder wollte man mir eine ASU andrehen, und immer sagte ich "Ich bezahle die ASU gerne wenn Sie mir vorher den Auspuss zeigen wo sie messen". Worauf ich stets ohne ASU über den TÜV kam. Nein, Herr Breitlinger, ein E-Mobil hat keine Emissionen. Es hat nicht mal einen Auspuff.

Zu dem "Elsewhere": Die derzeitige Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen stösst CO2 aus, das ist richtig. Das als Argument gegen E-Mobile münzen zu wollen ist zu kurz gedacht. Andere denken weiter, und deshalb mutiert das hier auch zur unbeabsichtigten Diskussion über Stromerzeugung. Die ist nämlich das eigentliche Problem, und wäre intelligenter lösbar als das derzeit der Fall ist.

Ein weiterer Punkt zum "Elsewhere": Haben Sie schon mal die Stadtluft mit der Landluft verglichen, und sich gefragt, warum man ausgerechnet dort am meisten die Luft verpestet wo die meisten Menschen sind? Selbst ein reines "Elsewhere" wäre schon ein Fortschritt.

CO2 bei der Produktion...

Das ganze wird noch mehr zur Mogelpackung, wenn man bedenkt, wie viele Tonnen CO2 bereits bei der Produktion eines Autos entstehen, unabhängig mit welchem Antrieb dieses dann hinterher fährt. Das können zwischen 6-35 Tonnen sein, je nach Fahrzeug. Berechnet man also diesen Wert mit ein, relativieren sich Einsparungen durch andere Antriebsarten noch weiter.

(siehe http://www.guardian.co.uk...)

Also, wirklich nachhaltig wirds nur mit Bahn, ÖPNV, Fahrrad und Carsharing.

das ist eine komische betrachtungsweise

wie viele gebrauchsgegenstände haben sie zu hause? die wurden alle mit energieeinsatz produziert.
so viel fundamentalismus, künftig und ab sofort überhaupt keine emissionen produzieren zu wollen leisten sich doch nur sehr wenige. es geht doch vielmehr darum den eigen footprint kleiner zu machen. ein e-auto erfordert sicher ähnlich viel primärenergieeinsatz um produziert zu werden, aber die ökologischen betriebskosten sind - beim betrieb mit ökostrom - gering. DAS ist doch der fortschritt.
es geht darum, den überproportionalen co2 ausstoß eines jeden westlers von 10 tonnen je jahr zu drücken. entwicklungslandbewohner emittieren im jahr pro kopf zwischen 0,3 und 2 tonnen. um den klimawandel einzudämmen müssen ALLE runter auf 1 tonne pro jahr. das bedeutet dann schon gravierende veränderungen im leben, davon träumen sie noch nicht mal.
aber wenn sie's genauer wissen wollen, können sie online im internet mal ihren footprint testen:
http://greenpeace.klima-a...