Umweltschutz Japaner bauen die umweltfreundlichsten Autos

Autos aus Japan bleiben bei der Umweltverträglichkeit das Maß aller Dinge. Das zeigt die neue Umweltliste des VCD. Nur ein deutsches Modell schaffte es in die Top Ten.

In Deutschland feiert sich die Industrie als Erfinder des Autos und schaut zurück auf 125 Jahre Automobil – doch nach vorn schauen derzeit eher Hersteller in Asien. Von dort kommen weiterhin die umweltverträglichsten Autos, wie der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) ermittelt hat. In seiner neuen Umweltliste 2011/2012 liegen Fahrzeuge von Toyota und dessen Edel-Marke Lexus ganz vorn. Nur ein einziges Modell aus Deutschland – der VW Polo 1.2 TDI BlueMotion – hat es überhaupt in die Top Ten geschafft, die restlichen neun stammen aus Asien.

"Leider wird die Liste sehr stark von einem Hersteller dominiert", sagt der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen. "Wir würden uns mehr Wettbewerb wünschen – vor allem von deutschen Herstellern." Die hiesige Industrie habe aber die Hybridisierung lange Zeit verschlafen und sei auch jetzt noch auf dem falschen Weg, rügte Lottsiepen: Die deutschen Hersteller verbauten Hybridantriebe nur in Luxuslimousinen und SUVs, um diese damit auf niedrigere Verbrauchs- und CO2-Werte zu bringen.

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Dagegen zeigen japanische Hersteller seit Langem, wie der Hybridantrieb – also die Kombination eines Verbrennungsmotors mit einem Elektromotor – auch in kleineren Autos massentauglich sein kann. Vorreiter ist dabei der inzwischen in dritter Generation gebaute Toyota Prius. Der Vorjahressieger der VCD-Liste musste sich in diesem Jahr allerdings einer Neuentwicklung aus dem eigenen Konzern geschlagen geben: Der Lexus CT 200h, ebenfalls ein Hybrid, erreichte bei der VCD-Untersuchung die Höchstpunktzahl von 7,83 Punkten. Der sportliche Kompaktwagen konkurriert als Toyota-Luxusmodell mit Fahrzeugen wie dem 1er BMW.

Ohnehin fahren fünf der zehn laut VCD umweltverträglichsten Autos mit Hybridantrieb. Neben dem Lexus CT und dem Toyota Prius finden sich der neue Toyota Auris Hybrid sowie die beiden Hybridmodelle von Honda (Insight, Jazz) in den Top Ten. Bester Nicht-Hybrid ist ebenfalls ein Toyota: der Kleinwagen iQ. Außerdem findet sich mit dem Kia Picanto ein Fahrzeug mit Autogas-Antrieb in der Liste der besten Zehn.

Neben der allgemeinen Top Ten listet der VCD die jeweils Besten in der Kompaktklasse, bei den Siebensitzern und unter den Familienautos auf. Die Kompaktklasse wird angeführt vom Lexus CT 200h, zum besten Familienauto wurde der Prius Hybrid gekürt. Bei den Großraum-Fahrzeugen mit sieben Plätzen setzte sich der erdgasbetriebene VW Touran durch.

In die VCD-Bewertung fließt mit einer Gewichtung von 60 Prozent der CO2-Ausstoß ein. Berücksichtigt werden aber auch Lärm (20 Prozent), die Belastung des Menschen durch Schadstoffe (15 Prozent) und die Belastung der Natur (5 Prozent). Außen vor bleiben Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen bei der Herstellung der Fahrzeuge. Dazu seien die Daten nur bedingt zu bekommen, erklärte Lottsiepen. Insgesamt bewertete der Verkehrsclub 385 aktuelle Pkw-Modelle.

Der Gesamtsieger Lexus CT 200h verbraucht 3,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer und stößt 87 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus. Damit ist er allerdings nicht der Klimabeste – diese Kategorie, die allein den CO2-Ausstoß betrachtet, ermittelt der VCD separat. Hier führt wie im Vorjahr der Smart fortwo coupé. Der Diesel-Smart ist mit einem Ausstoß von 86 Gramm CO2 je Kilometer aber nur geringfügig besser als der Lexus oder der VW Polo mit 1.2-TDI-Motor und BlueMotion-Technologie (87 Gramm CO2 pro Kilometer). Dabei sind der CT 200h und der Polo größer als der Smart.

Leser-Kommentare
  1. "Außen vor bleiben Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen bei der Herstellung der Fahrzeuge."
    Gerade das ist bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen entscheidend.
    Irgendwie (leider) typisch für viele Diskussionen rund ums Thema Umweltschutz, die Fokusierung auf ein bestimmtest Thema (CO2!) und vernachlässigen der Betrachtung Gesamtbildes.

  2. da gibt es z.B. einen autobauer (Opel), der in der werbung aufdringlich von dem 'besten auto, das wir je gebaut haben' redet.

    was - außer irgendwelchem technischen und m.E. überflüssigen schnickschnack - ist daran denn wirklich gut geschweige denn umweltfreundlich????

    außer dem eignen glauben an diese 'fehlleistung' spricht der platz 32 mit mageren 7328 einheiten (zulassungsstatistik II.Quartal 2011) doch eher andere worte?!

    in deutschland werden scheinbar die prioritäten sowohl von den autobauern als auch von der käufern (noch) ziemlich weit ab von umweltfreundlich und energieeffizient gelegt ?! ?!

    • tisass
    • 16.08.2011 um 20:22 Uhr

    Gemeint ist wohl der co² Ausstoß.

    Where is the news?

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    • tom310
    • 17.08.2011 um 7:14 Uhr

    Also in Amerika verkauft Toyota mehrheitlich Vorgartenpanzer, namentlich Tacoma, Tundra, Rav4, Sequoia, Land Cruiser. Da geht es mit 15-18l/100 km noch richtig zivil zu.

    • tom310
    • 17.08.2011 um 7:14 Uhr

    Also in Amerika verkauft Toyota mehrheitlich Vorgartenpanzer, namentlich Tacoma, Tundra, Rav4, Sequoia, Land Cruiser. Da geht es mit 15-18l/100 km noch richtig zivil zu.

  3. 4. Kurios

    Also Hybride sind natürlich keineswegs umweltfreundlich, nicht nur wegen der 200kg Akkuschrott, sondern eben wegen des wegen dieses Mehrgewichts unnötigen Mehrverbrauchs. Würde man nur die Benzinmotoren vergleichen, wäre Gleichstand.

    Allerdings sind die Japaner in der Qualität den deutschen Autobauern Lichtjahre vorraus. Bei einem Japaner gehen in 15 Jahren ein paar Glühbirnen kaputt und Bremsbeläge, das wars aber in der Regel. Das ist aber schon seit 20 Jahren so...

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    Also Hybride sind natürlich keineswegs umweltfreundlich, nicht nur wegen der 200kg Akkuschrott
    Der Akku des Prius 3 wiegt inkl. Gehäuse 41kg:
    http://www.priuswiki.de/w...
    Selbst der 16kWh-Akku des rein elektrischen i-MiEV wiegt unter 200kg.

    Sie haben also ganz offensichtlich nicht die geringste Ahnung, wovon Sie reden.

    Also Hybride sind natürlich keineswegs umweltfreundlich, nicht nur wegen der 200kg Akkuschrott
    Der Akku des Prius 3 wiegt inkl. Gehäuse 41kg:
    http://www.priuswiki.de/w...
    Selbst der 16kWh-Akku des rein elektrischen i-MiEV wiegt unter 200kg.

    Sie haben also ganz offensichtlich nicht die geringste Ahnung, wovon Sie reden.

  4. Welchen mehrverbrauch meinen sie?
    Die Hybride verbrauchen weit weniger Benzin als ein reiner Benziner, das ist ja gerade was beim Test gemessen wird.
    Es ist doch voellig uninteressant was der Motor verbraucht. Interessant ist wie viel Benzin das Auto braucht um eine bestimmte Strecke zu fahren.

    Und 200Kg Akkuschrott lassen sich recyceln.

    • C3m
    • 16.08.2011 um 21:20 Uhr

    und braucht, wg. schlappem 6 Zylinder Classic Diesel, gerade mal ca. 7 Liter pro 100 km. Er ist 20 Jahre alt und wie neu.

    Wirtschaftswachtum heißt: Immer öfters wegschmeißen.

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  5. Von Jahr zu Jahr werden die deutschen Autos häßlicher, schwerer, SUViger. Traurige Entwicklung.

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