Auto-Inspektion: Wenn die Werkstatt Mängel übersieht
Im Werkstatt-Test des ADAC hat jeder fünfte Betrieb Fehler nicht behoben, aber berechnet - ein teures Ärgernis für den Autobesitzer. Da hilft nur: standhaft bleiben.
© ADAC

Inspektion in einer Autowerkstatt
Die Beleuchtung des Nummernschildes ist defekt, das Reserverad enthält zu wenig Luft, der Motor hat zu wenig Kühlmittel und könnte im schlimmsten Fall überhitzen und kaputtgehen. Alles Fehler, die eine gute Markenwerkstatt finden und beheben sollte. Doch in einer Reihe von Werkstätten blieben die Mängel unentdeckt, wie ein neuer Test des ADAC ergab.
Die Tester präparierten die Fahrzeuge mit Fehlern. 14 der 75 getesteten Servicebetriebe fanden nicht alle Fehler. Eine Quote von 19 Prozent. Immerhin hat sich die Qualität verbessert: Bei einer früheren Stichprobe vor zwei Jahren fielen 27 Prozent durch. Der Club nahm in beiden Tests dieselben fünf Werkstätten von 15 volumenstarken Automarken unter die Lupe.
Vorbildlich schnitten die Servicebetriebe von Mercedes, BMW, Ford, Opel, Renault, Seat und Škoda ab: In jedem der getesteten Betriebe fanden die Mechaniker alle Fehler. Daraus lässt sich zwar nicht schlussfolgern, dass alle Werkstatt dieser Hersteller perfekt arbeiten, räumt Christian Buric vom ADAC ein. Einen Hinweis auf eine hohe Servicementalität sieht er in den sehr guten Ergebnissen der sieben Hersteller aber schon.
Dagegen hätten einige Betriebe von Citroën, Fiat und Nissan schlecht abgeschnitten, teilte der Autoclub mit. Dabei hätten alle Werkstätten die Mängel entdecken müssen, wie Buric erläutert: Die Hersteller gäben ihren Werkstätten Prüflisten vor, die der Mechaniker einfach Schritt für Schritt durchgehen und abarbeiten müsse – dann wären auch die vom ADAC versteckten Fehler gefunden worden.
Doch offenkundig wurden die vorgeschriebenen Arbeiten nicht immer komplett erledigt – aber stets vollständig berechnet. Träfe die Mängelquote der ADAC-Stichprobe auf alle Markenwerkstätten und ihre jährlich 27 Millionen Inspektionen zu, hieße das: Die deutschen Autofahrer bezahlen knapp acht Millionen Euro für nicht erbrachte Leistungen.
ADAC-Experte Buric: "Bis zu einem gewissen Grad bleibt eine Werkstatt eine Black Box, der man vertrauen muss." Hilfreich sei eine Empfehlung von Freunden oder Bekannten. Der erste Eindruck helfe dagegen nicht unbedingt: Ob Teile herumliegen oder der Boden etwas ölverschmiert ist, spreche nicht zwangsläufig gegen einen Betrieb. "Auch der Schrauber um die Ecke kann grundsätzlich genauso gut sein wie eine Markenwerkstatt." Bei letzterer dürfe man aber erwarten, dass die Mitarbeiter speziell für die Modelle dieser Automarke geschult sind.
Buric rät, auf jeden Fall selbstbewusst aufzutreten. "Sagen Sie bloß nicht, dass Sie sich mit Ihrem Auto nicht so genau auskennen." Man sollte vorab nach dem Stundensatz fragen und der Werkstatt offen zu verstehen geben, dass man Anbieter vergleicht. Danach sollte man darauf bestehen, den Wagen zusammen mit dem Serviceberater anzuschauen, und den Auftrag schriftlich erteilen. Dabei niemals pauschale Aufträge vergeben.
Im Zweifelsfall könne man bei einer Inspektion auch selbst, wie der ADAC, einen kleinen Fehler einbauen, um die Werkstatt zu testen. "Bei vielen Mängeln kann man leicht selber feststellen, ob sie behoben wurden", sagt Buric – etwa der niedrige Kühlmittelstand oder die defekte Kennzeichenleuchte. Hat der Servicebetrieb geschlampt, hilft nur: Die mangelnde Sorgfalt in klaren Worten ansprechen. "In einer Markenwerkstatt können Sie durchaus auch auf die vom Hersteller vorgegebene Checkliste verweisen."







...wenn der ADAC einen Mangel übersieht.
Wir sind alle nicht perfekt, jeder übersieht mal was.
" Die deutschen Autofahrer bezahlen knapp acht Millionen Euro"
Das muß Milliarden heißen. Bei 27 Mill. Fällen ware das sonst sehr billig.
Aber die Taschenrechnergeneration hat kein Verhältnis mehr zu Zahlen.
Lieber Leser,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Die acht Millionen Euro sind schon richtig. Der ADAC hat nur den Teil der Leistungen hochgerechnet, der zwar von Werkstätten berechnet aber nicht erbracht wurde.
siehe hier: http://www.adac.de/infote...
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Lieber Leser,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Die acht Millionen Euro sind schon richtig. Der ADAC hat nur den Teil der Leistungen hochgerechnet, der zwar von Werkstätten berechnet aber nicht erbracht wurde.
siehe hier: http://www.adac.de/infote...
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Lieber Leser,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Die acht Millionen Euro sind schon richtig. Der ADAC hat nur den Teil der Leistungen hochgerechnet, der zwar von Werkstätten berechnet aber nicht erbracht wurde.
siehe hier: http://www.adac.de/infote...
Beste Grüße
Matthias Breitinger
Die Werkstatt (LANCIA im Trentino/Italien), zu der ich gehe, kenne ich sehr gut und ich kann mich auf sie 100% verlassen.
Das ist aber ein Umstand, der nicht von heute auf morgen gekommen, sondern im Lauf der Zeit gewachsen ist.
So habe ich mal aufgrund purer Notwendigkeit mein Auto hingebracht und festgestellt, dass der Werkstattleiter von sich aus anbot, das Auto durchzusehen und mir erklärte, was gemacht wurde.
Ein anderes mal hat es mir während der Fahrt den Keilriemen zerlegt, den ich selbst gewechselt habe. Danach hat der Motor seltsame Geräusche gemacht. Ich bin daher in meine Werkstatt gefahren der Leiter hatsofort gehört, dass der Zahnriemen gesprungen war und hat mir sofort, trotz Terminenge, angeboten hat das Auto bei ihm zu lassen. Bei der Reparatur hat er dann festgestellt, dass wohl der Keilriemen ins obere Nockenrad gezogen wurde und dieses beschädigt hat.
Die Kosten waren klar nachvollziehbar und er hat mir auch alle defekten Teile gezeigt und mir die Dynamik klar erklärt. So was schafft Vertrauen.
Im Gegensatz dazu brachte ich zu einer freien Werkstatt zweimal mein anderes Auto (Maserati Biturbo Spyder) wegen Kupplungsschaden. Das erste mal musste er alle Teile selbst besorgen, er hatte keine Erfahrung auf dem FZG und hat mir für die Arbeit 200 Euro berechnet. Als dann ein Jahr später der Ausrückhebel brach, ging ich wieder zum gleichen, er berechnete für weniger Arbeit als vorher 300 Euro, obwohl ich alle Teile besorgt hatte. Sowas zerstört Vertrauen.
An einem Auto gibt es geschätzte 300-500 Punkte die man in einer Normalen Inspektion überprüfen sollte. Von Bremsystem bis Luftdrück über Fahrgestell bis Ventilspiel und Kühlsystem.
Am besten soll dies in 5 minuten gemacht werden, ein Meister soll mit geübten zusammengekniffenen Augen kritisch den Haufen Plastik und Elektronik anschauen und sagen : "Da müssen wir wohl nur Wischwasser nachschütten, ausserdem ist am hinteren rechten rad ein radbolzen 2,75 Nm zu lasch angezogen, machen wa" Kostet 35€, bis dann."
Gute Zeit : 2 Arbeitstage, kosten 1500€.
Will aber keiner bezahlen oder warten.
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