IAA 2011 Großer Messeglamour – und Furcht vor der Krise

Die Autobranche zeigt sich auf der IAA mit neuem Selbstbewusstsein. Doch die Scheinwerfer und der Messeglamour trügen. Eine neue Krise droht.

Verbrennungsmotor, Autogas, Elektromotor und Hybrid: Dass sich Autos von allerlei Antrieben in Bewegung setzen lassen, beweist die Automobilindustrie auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA), die am Donnerstag in Frankfurt beginnt. Inzwischen verbergen sich Elektro- undy Hybridantrieb auch nicht mehr in serienfernen Studien und Konzeptfahrzeugen. Längst zeigen sie sich reif für den Einsatz auf den Straßen.

Die Elektromobilität nimmt auf der IAA diesmal so großen Raum ein, dass sie eine eigene Halle auf dem Frankfurter Messegelände bekommt. Dort stellen nicht nur die großen Autokonzerne ihre umweltverträglicheren Autos vor – auch kleinere Hersteller wie German E-Cars und mia sind vertreten. Zudem zeigen Zulieferer wie Siemens, Bosch und ZF Friedrichshafen sowie Forschungseinrichtungen die gesamte Wertschöpfungskette der Antriebsart. Auf dem Freigelände können Besucher Elektroautos testen.

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Nach der Krisen-IAA vor zwei Jahren zeigt sich die Branche in diesem Jahr mit neuem Selbstbewusstsein. Das belegen auch die Zahlen zur IAA 2011: Mehr als 1.000 Aussteller aus 32 Ländern haben sich angemeldet, rund ein Viertel mehr als bei der letzten IAA vor zwei Jahren. Damals waren krisenbedingt einige Autobauer der Messe ferngeblieben, etwa Honda, Mitsubishi oder Cadillac. So ist in diesem Jahr auch die belegte Ausstellungsfläche wieder gewachsen: im Vergleich zum Jahr 2009 um 40.000 auf rund 235.000 Quadratmeter.

IAA 2011

Die Internationale Automobilausstellung IAA in Frankfurt zählt zu den wichtigsten Messen der globalen Autoindustrie. Nach zwei Fachbesucher-Tagen am 15. und 16. September ist sie bis zum 25. September für jedermann geöffnet, jeweils von 9 bis 19 Uhr. Bei der letzten IAA vor zwei Jahren kamen rund 750.000 Besucher, 2007 waren es knapp eine Million Gäste.

Eintrittspreise

Während der Publikumstage kostet eine Tageskarte an Werktagen 13 Euro, an den beiden Wochenende jeweils 15 Euro. Wer nur einen kurzen Blick auf die Auto-Neuheiten werfen will, kann an den Werktagen der zweiten IAA-Woche (19.-23. September) täglich ab 15 Uhr ein günstigeres Feierabendticket für 8 Euro kaufen.

Schüler, Studenten, Auszubildende zahlen für die Tageskarte 7,50 Euro und 4,50 Euro für das Feierabendticket; diese ermäßigten Preise gelten auch für alle, die Bundesfreiwilligendienst leisten oder ein freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr absolvieren. Kinder unter sechs Jahren, Behinderte und Rollstuhlfahrer zahlen keinen Eintritt.

Tickets gibt es an der Tageskasse oder vorab online auf der Website der IAA.

Angekündigt sind 89 Weltpremieren, darunter der neue Kleinwagen up! von VW, der Opel Astra GTC, der neue Fiat Panda, die überarbeitete B-Klasse von Mercedes-Benz und der Ford Evos. Hinzu kommen die Europapremiere des neuen Beetle sowie die Elektrostudien i3 und i8 von BMW. Allerdings: Wirkliche Neuheiten sind rar. Denn die Autohersteller haben viele ihrer IAA-Premieren schon in den vergangenen Wochen scheibchenweise preisgegeben und auf die Medienreise geschickt. Immerhin bekommen die Besucher die Autos nun zum Anfassen. Grelles Scheinwerferlicht und lächelnde Messehostessen inklusive. 

Es wird wieder geklotzt auf dem Messegelände, auch um von der drohenden Konjunkturabschwächung abzulenken: Die weltweiten Konjunktursorgen und die anhaltenden Schuldenkrisen dürften auch der Autobranche zusetzen, Experten erwarten für 2012 eine Stagnation des Automarktes nach den guten Jahren 2010 und 2011. Hinzu kommt, dass trotz aller zur Schau gestellter Begeisterung über die E-Mobilität deren Einsatz im Alltag momentan noch äußerst selten ist. Die geringe Reichweite der Autos bei extrem hohen Preisen schreckt die Käufer ab. Autos mit alternativem Antrieb sind im Straßenbild kaum zu sehen.

Gleich drei deutsche Autobauer stellen jedoch eine Fahrzeugkonstruktion vor, die ein neuer Trend werden soll: VW, Audi und Opel präsentieren, jeder für sich, Kabinenroller für den Stadtverkehr der Zukunft. Das sind elektrisch angetriebene Vehikel für ein bis zwei Personen. Ob diese jemals in Serie im Band laufen werden? Ob wir jemals damit en masse über die Straße zuckeln werden? Erst mal egal, Hauptsache, man kann mit einer Messeneuheit glänzen.

Das alles überdeckt, dass die Bedeutung der ohnehin nur alle zwei Jahre abgehaltenen IAA in Frankfurt langsam schrumpft. Die Wachstumstreiber der Autobranche befinden sich längst in Schwellenländern, allen voran in der Volksrepublik China. Deren Automessen in Shanghai und Peking drängen sich immer mehr in die Automobilszene und sind mittlerweile auf Augenhöhe mit den Großveranstaltungen in Detroit, Los Angeles, Paris, Genf oder Frankfurt. Schließlich verkaufen viele Hersteller im Boomland China die meisten ihrer Fahrzeuge. Doch auch von dort erreichen die Branche Signale, die wenig ermutigend klingen: Das kräftige Wachstum in China dürfte sich spürbar abschwächen.

 
Leser-Kommentare
  1. > Eine neue Krise droht <

    Nicht schon wieder. Es wird förmlich in den Krümeln gesucht bis endlich wieder ein, wenn auch nur vager, Ansatz für eine Krise gefunden wird. Das Euro-Land wird nicht an den Schulden zugrunde gehen sondern am "Herbeireden" von immer neuen Krisen.

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  2. ...vielleicht: Muß der Daimler halt ein paar seiner 2000 Designer entlassen. Und anfangen, Autos für alle zu bauen und nicht nur für ein paar reiche Chinesen.

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    Zu Nr.2:
    Oh das ewige Gerede der Ökofraktion von Fossilmobilen. Ich kanns nicht mehr hören. Fällt Ihnen denn nichts Kreativeres ein als Dreckschleuder, antiquiert und was weiß ich nicht alles? Haben Sie schon eins von den ach so superumweltschonenden E-Autos? Denn wenn schon, dann seien Sie bitte konsequent und verzichten Sie ab sofort auf Ihr normales Auto!

    Zu Nr.2:
    Oh das ewige Gerede der Ökofraktion von Fossilmobilen. Ich kanns nicht mehr hören. Fällt Ihnen denn nichts Kreativeres ein als Dreckschleuder, antiquiert und was weiß ich nicht alles? Haben Sie schon eins von den ach so superumweltschonenden E-Autos? Denn wenn schon, dann seien Sie bitte konsequent und verzichten Sie ab sofort auf Ihr normales Auto!

    • essilu
    • 13.09.2011 um 10:32 Uhr

    ...desto "aufgeblähter" ihr Talmi...

    • porph
    • 13.09.2011 um 11:36 Uhr

    ... wenn man die Bilderstrecke durchklickt, gibt es ein interessantes Phänomen. Bei den ersten 28 Autos findet sich sehr oft die Beschreibung "... ist um 15 cm länger" (oder ähnliche). Die Autos werden also größer. Was läge näher, als bei schwindenden Ressourcen und der langsam wirklich überall einsetzenden Akzeptanz, den Energie/Treibstoffverbrauch zu reduzieren, als...... die Autos größer und schwerer zu machen? Nicht wahr...?

    Und dann das seltsame. Ganz am Ende der Strecke gibt es Gefährte zu sehen, wie es sie seit 50 Jahren nicht mehr auf unseren Straßen gab. Kleine Gefährte, dafür konzipiert, eine oder zwei Personen relativ effizient zu bewegen.

    Moment mal, aber in unseren Autos fahren doch fast immer 4 oder 5 Personen mit. Nicht wahr...? Was wollen wir dann mit kleinen, effizienten Fahrzeugen?

    Ich bin jetzt vollends verwirrt.

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    Diese Autos, wie es sie seit 50 Jahren nicht mehr gab, sind eben nicht so wie vor 50 Jahren. Ich würde gerne wissen, was diese Elektrominis wiegen. Aber sicher deutlich mehr als eine Isetta oder ein Goggo.
    Gewicht rührt nicht zuletzt auch von Sicherheitsmerkmalen her: Airbag, steifere Karosserie, Assistenzprogramme (ABS, ESP...). Das findet sich natürlich nicht in den Leichten von damals. Der Treibstoffverbrauch ist indes durchaus stark verringert worden und eigentlich auch das Gewicht. Aber wie gesagt, ein Fahrzeug besteht heute eben nicht mehr nur aus Rahmen und Karosserie. Jetzt gibt es ja sogar Pläne für ein Notrufsystem im Auto...
    Und im Übrigen: würden die meisten Leute nicht so dumm fahren, ließe sich auch manches einsparen und man bräuchte kein Notrufsystem.

    Letztens las ich noch einen Kommentar, in dem stand, der Betreffende würde sich sofort ein bezahlbares Elektroauto kaufen.
    Naja, erstens: was ist bezahlbar? Jemand, der ernstlich glaubt, diese Fahrzeuge würden dann für fünf Mille weggehen, freut sich glaube ich zu früh.
    Zweitens: so lange die Kisten so sch.... aussehen wie das was da oben präsentiert wird, ist jedes E-Auto überteuert. Allein die Horrorvision, den A2 als E-Neuauflage. Nein danke! Und die Konkurrenz von BMW ist auch nicht besser.
    Ein Elektroauto sollte sich nicht zuvörderst dadurch von einem althergebrachten Modell unterscheiden, dass es hässlich ist, nur um "irgendwie neu" zu erscheinen.

    Diese Autos, wie es sie seit 50 Jahren nicht mehr gab, sind eben nicht so wie vor 50 Jahren. Ich würde gerne wissen, was diese Elektrominis wiegen. Aber sicher deutlich mehr als eine Isetta oder ein Goggo.
    Gewicht rührt nicht zuletzt auch von Sicherheitsmerkmalen her: Airbag, steifere Karosserie, Assistenzprogramme (ABS, ESP...). Das findet sich natürlich nicht in den Leichten von damals. Der Treibstoffverbrauch ist indes durchaus stark verringert worden und eigentlich auch das Gewicht. Aber wie gesagt, ein Fahrzeug besteht heute eben nicht mehr nur aus Rahmen und Karosserie. Jetzt gibt es ja sogar Pläne für ein Notrufsystem im Auto...
    Und im Übrigen: würden die meisten Leute nicht so dumm fahren, ließe sich auch manches einsparen und man bräuchte kein Notrufsystem.

    Letztens las ich noch einen Kommentar, in dem stand, der Betreffende würde sich sofort ein bezahlbares Elektroauto kaufen.
    Naja, erstens: was ist bezahlbar? Jemand, der ernstlich glaubt, diese Fahrzeuge würden dann für fünf Mille weggehen, freut sich glaube ich zu früh.
    Zweitens: so lange die Kisten so sch.... aussehen wie das was da oben präsentiert wird, ist jedes E-Auto überteuert. Allein die Horrorvision, den A2 als E-Neuauflage. Nein danke! Und die Konkurrenz von BMW ist auch nicht besser.
    Ein Elektroauto sollte sich nicht zuvörderst dadurch von einem althergebrachten Modell unterscheiden, dass es hässlich ist, nur um "irgendwie neu" zu erscheinen.

  3. Zu Nr.2:
    Oh das ewige Gerede der Ökofraktion von Fossilmobilen. Ich kanns nicht mehr hören. Fällt Ihnen denn nichts Kreativeres ein als Dreckschleuder, antiquiert und was weiß ich nicht alles? Haben Sie schon eins von den ach so superumweltschonenden E-Autos? Denn wenn schon, dann seien Sie bitte konsequent und verzichten Sie ab sofort auf Ihr normales Auto!

  4. Diese Autos, wie es sie seit 50 Jahren nicht mehr gab, sind eben nicht so wie vor 50 Jahren. Ich würde gerne wissen, was diese Elektrominis wiegen. Aber sicher deutlich mehr als eine Isetta oder ein Goggo.
    Gewicht rührt nicht zuletzt auch von Sicherheitsmerkmalen her: Airbag, steifere Karosserie, Assistenzprogramme (ABS, ESP...). Das findet sich natürlich nicht in den Leichten von damals. Der Treibstoffverbrauch ist indes durchaus stark verringert worden und eigentlich auch das Gewicht. Aber wie gesagt, ein Fahrzeug besteht heute eben nicht mehr nur aus Rahmen und Karosserie. Jetzt gibt es ja sogar Pläne für ein Notrufsystem im Auto...
    Und im Übrigen: würden die meisten Leute nicht so dumm fahren, ließe sich auch manches einsparen und man bräuchte kein Notrufsystem.

    Letztens las ich noch einen Kommentar, in dem stand, der Betreffende würde sich sofort ein bezahlbares Elektroauto kaufen.
    Naja, erstens: was ist bezahlbar? Jemand, der ernstlich glaubt, diese Fahrzeuge würden dann für fünf Mille weggehen, freut sich glaube ich zu früh.
    Zweitens: so lange die Kisten so sch.... aussehen wie das was da oben präsentiert wird, ist jedes E-Auto überteuert. Allein die Horrorvision, den A2 als E-Neuauflage. Nein danke! Und die Konkurrenz von BMW ist auch nicht besser.
    Ein Elektroauto sollte sich nicht zuvörderst dadurch von einem althergebrachten Modell unterscheiden, dass es hässlich ist, nur um "irgendwie neu" zu erscheinen.

    Antwort auf "Erstaunlich..."
    • JK68
    • 13.09.2011 um 17:13 Uhr

    Aus meiner Sicht hat sich in den letzten Jahren doch Eingiges geaendert am Auftreten der Auto-Konzerne.
    Nachdem der Toyota Prius als erster vor einiger Zeit als Hybridfahrzeug verfuegbar war, hat sich lange Zeit nichts wirklich bewegt.
    Wenn ich die vorgestellte Modellvielfalt jetzt sehe gibt es doch etliche Alternativen, wobei mangels Preisangabe nicht zu sagen ist, was denn wirkliche Optionen sind.
    Zumindest ist die Richtung richtig, allerdings waere auch interessant zu sehen, ob es im Wasser "treib" stoff-Bereich auch Fortschritte gibt.
    Gleichzeitig muss man bei den Elektro Autos auch bedenken, wie der Strom erzeugt wird, der das Mobil antreibt. Konsequent waere dann die Tankstelle, die den Strom "aus" dem Windrad und der Solarzelle anbietet.
    Wir als Kaeufer koennen die Ausrichtung der Fahrzeugentwicklung mitbestimmen und alternativ vielleicht fuer kurze Strecken doch haeufiger mal das (Elektro-)Fahrrad benutzen.

    • clubby
    • 14.09.2011 um 14:19 Uhr

    Es ist jedes Jahr der gleiche Jammer.
    Wirklich interessant sind nur die Konzeptcars. Diese kann man sich aber gleich schenken anzusehen, da sie nicht auf die Strasse kommen. In der Serie dagegen....gääähhhn..pure Langeweile ind Design und Funktion.

    z.B. ein Up-Buggy ... würde ich sofort für sonnige Tage kaufen (als Drittwagen). Auf die Strasse kommt aber nur die Biedermannversion.

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