Der Hyundai-Verkäufer bleibt hart. Wer den Neuwagen mit einer Autogas-Anlage kaufen wolle, müsse auf die sonst gewährte Fünfjahresgarantie inklusive Wartungsvertrag verzichten, behauptet er. Dann sei nach einem Jahr Schluss. Was nun? Schließlich ist der LPG-Antrieb – das Kürzel steht für Liquified Petroleum Gas – in der Tendenz noch preisgünstiger als ein Diesel, und der südkoreanische Autobauer wirbt auf seiner Homepage damit als Teil der ökologischen "Blue Drive"-Kampagne .

Doch Kaufinteressenten sollten sich von solchen Äußerungen in Autohäusern nicht ins Bockshorn jagen lassen. Denn der Verkäufer ist im Irrtum, die Fünfjahresgarantie bleibt vollständig erhalten. "Der Kunde trägt kein finanzielles Risiko", sagt Günter Klaiber von ecoengines . Das Unternehmen baut die Autogasanlage ein, wenn sie bei einem Hyundai-Händler bestellt wird.

Das Problem bei LPG: Sind die Ventilsitze in den Zylinderköpfen nicht hart genug, kann in den umgerüsteten Autos ein Motorschaden drohen. Bei ecoengines, wo Anlagen der italienischen Hersteller Lovato und Landirenzo importiert werden, weiß man genau, welche Fahrzeuge Autogas uneingeschränkt verkraften, welche wie Hyundai und Kia ein Additivsystem zum Schutz brauchen und welche ungeeignet sind. Eine Zusatzgarantie gibt es zur Beruhigung trotzdem: Wer hier eine Autogasanlage ab Werk oder nachträglich kauft, bekommt automatisch eine LPG-Versicherung über die volle Garantiezeit – fünf Jahre bei Hyundai, sieben Jahre bei der Schwestermarke Kia – gegen Schäden, die durch Autogas verursacht werden.

"Diese Versicherung ist bei Hyundai Motors Deutschland Pflichtbestandteil", bestätigt die Pressestelle. Dabei sei es unbedeutend, ob das von Fahrzeug von Hyundai mit einer LPG-Anlage geliefert worden sei oder ob es durch einen autorisierten Händler umgebaut werde. Die Garantie bleibt in jedem Fall bestehen.

Autogas günstiger als Diesel, aber nicht automatisch besser

Dennoch greifen viele Käufer, die sich für Autogas entscheiden, fürs gute Gefühl am liebsten zu LPG-Lösungen, die die Autohersteller regulär in ihren Preislisten aufführen. Etwa den Opel Corsa LPG für 14.865 Euro. Der Antrieb funktioniert tadellos, wie ZEIT ONLINE im Praxistest feststellte. Je nach Fahrweise benötigt der Wagen auf 100 Kilometer zwischen acht und zehn Litern Autogas; ein Liter kostet derzeit etwa 76 Cent. Ein Opel Corsa mit vergleichbarem Dieselmotor muss sich schon lang machen, um auf ähnlich niedrige Verbrauchskosten zu kommen. Außerdem sind Steuer und Versicherung beim LPG-Fahrzeug niedriger.

Allerdings ist der Opel Corsa LPG, der als Bifuel-Modell sowohl mit Autogas als auch mit Benzin fährt, kein Freudenspender: Der Motor wirkt zäh, durchzugsschwach und brummig, auch im Benzinbetrieb. Moderne Benziner mit Turbolader und Direkteinspritzer laufen erheblich kraftvoller, mit mehr Biss und ruhiger. Auch die Diesel sind deutlich souveräner.