ElektromobilitätElektro-Scooter mit Wetterschutz

Konkurrenz fürs Elektroauto: Der E-Roller des US-Start-Ups Lit Motors braucht so wenig Platz wie ein Motorrad, hat aber eine Kabine – und balanciert sich wie ein Segway. von Andreas Menn

C-1 von Lit Motors

C-1 von Lit Motors  |  © Lit Motors

Motorräder könnten die perfekten Großstadtvehikel sein: Sie sind schlank, wendig und flink und parken auf dem Bürgersteig. Nur: Motorradfahren ist vielen Zeitgenossen zu gefährlich. Und in Helm und Lederkluft rollt auch nicht jeder gleich zum Geschäftstermin.

In Kalifornien macht sich das Startup Lit Motors nun daran, das Zweirad neu zu erfinden: Komfortabel, bequem und umweltfreundlich soll es werden und die Freiheit des Motorradfahrens mit der Sicherheit des Autos verbinden. Wenn der Kabinenroller C-1, den die Jungunternehmer kürzlich vorstellten, hält, was er verspricht, dann wäre das eine kleine Sensation.

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Schon die Ausstattung dürfte jedes Pendlerherz höher schlagen lassen: Der neuartige Scooter belegt viel weniger Parkraum als ein Auto, hat aber eine geschlossene Kabine, die den Fahrer und einen Beifahrer vor Wind und Wetter schützt. Im Lenkrad verbirgt sich ein Display mit Internetanschluss, das Navigationshinweise, Verkehrsinfos, Baustellenwarnungen und Wetterdaten anzeigen soll.

Aufrecht ohne Stütze

Obendrein fährt der C-1 voll elektrisch, und zwar laut Hersteller bis zu 120 Stundenkilometer schnell. Mit einer Akkuladung soll er sagenhafte 321 Kilometer weit kommen. Die meisten Elektroautos, die es bisher zu kaufen gibt, schaffen allenfalls die halbe Strecke.

Die wichtigste Neuerung des C-1 fällt aber erst beim zweiten Hinschauen auf: Das Motorrad kippt nicht um, sogar im Stehen nicht.

Sicher, das gelang schon vor Jahren sogar einem Schwergewicht wie Bud Spencer in der Filmklamotte Zwei außer Rand und Band – mit zwei Stützrädern. Der Scooter von Lit Motors hat aber, wie jedes gewöhnliche Motorrad, nur zwei Reifen. Trotzdem ist auf einem Video im Internet ein Prototyp zu sehen, der ohne jede Stütze aufrecht stehen bleibt.

"Als ich vor sieben Jahren zwei Biodiesel-SUVs entwickelte, wurde mir klar, dass alternative Kraftstoffe nicht die einzige Lösung für unsere Energiekrise sein können", erzählt Firmengründer Daniel Kim. "Wahre Innovation musste die Gestalt des Autos radikal verändern."

Leserkommentare
  1. 1. Yeah!

    Klasse. Das ist mal was anderes als die ewigen Elektroautos, die sowieso alle hässlich aussehen, weil sie auf Teufel komm raus Innovation darstellen sollen.
    Dieses Teil hier sieht schick aus und 321km sind allemal genug. Viel weiter kommt man mit einem herkömmlichen Motorrad auch nicht, beziehungsweise, irgendwann tut einem einfach der Hintern weh. Auf den Internetanschluss könnte ich verzichten. Ich hatte in meinem Auto nie so etwas, auch kein Navi, und werde es auch nie brauchen. Dafür lieber etwas anderes einbauen oder den "freigewordenen" Strom für die Reichweite nutzen. 120km/h sind auch völlig ausreichend. Mit Kabine und voraussichtliche komfortabel. Wenn die Kiste jetzt auch noch ABS hat... Was will man mehr?
    Und teuer? 13000 Dollar sind bei gegenwärtigem Kurs ugf 9500 Euro. Das ist gar nicht so viel für ein Motorrad, vor allem wenn man bedenkt, dass man hier überdacht ist und einen vollwertigen Sitz bekommt und das Teil auch noch komplett neu ist. Vernünftig ausgestattete Motorräder kosten heute locker bis zu 14000 Euro oder sogar mehr.
    So gefällt mir Elektromobilität!

    16 Leserempfehlungen
  2. Jetzt hab ich noch was vergessen: Eine Frage habe ich dann doch. Das Motorrad stabilisiert sich über einen Kreisel, ja? Der braucht ja aber nun Strom, um sich zu drehen. Wieviel Strom ist das genau und wie wirkt sich das auf die Reichweite aus? Und wie stützt sich das Fahrzeug, wenn es abgeschaltet wird? Fährt man dann einen Ständer aus?

    4 Leserempfehlungen
    • Squalus
    • 18. Oktober 2011 9:07 Uhr

    Das Fahrzeug gefällt mir in Sachen Technik und Design außerordentlich gut. Sollte es tatsächlich irgendwann zum angepeilten Preis auf den Markt kommen, könnte ich mir durchaus einen Umstieg vom Motorrad auf den Stromer vorstellen.

    5 Leserempfehlungen
  3. Hier sieht man die zukünftige "Elektro-Mobilität" und dies wird natürlich gern von Medien aufgenommen..
    Das Vehikel verspricht ja einiges und ich persönlich empfinde auch das Design als gelungen. Man kann und sollte dem Startup gratulieren.

    Gleichzeitig sieht man hier aber auch schon wohin die Reise hingeht: Die so gepriesene, vorallen Politik schmückt sich ja gern mit "grüner" Zukunft, Revolution in der Mobilität ist eigentlich eine Farce. Jeder Physiker weiß, dass Akkus nicht in unendlich großer Stückzahl günstig zu produzieren sind. Die benötigten Materialien werden knapp werden (und damit teuer). So wird die Elektro-Sparte, der nun verordnete und staatlich subventionierte Segen, eine grüne Revolution für Besserverdienende in Industrienationen.
    Aber klar, so finden wir alle "Elektro" toll, bis man dann bei großer Nachfrage merkt: wir haben leider ein Akku-Problem... Aber natürlich ist, wie bei der Solarenergie (auch subventionierter Irrsinn in Deutschland), Kritik verboten und angesichts fukushima muss nun der Strom natürlich per Kohle hergestellt werden oder wird aus Frankreich atomar importiert. Aber nein, es gibt ja Ökostrom, Entschuldigung ;-)

    Warum werden in solchen Fragen (Akkus, Material) eigentlich nicht mal Wissenschaftler gehört? (die nicht für ein Institut der grünen Revolution arbeiten?)

    2 Leserempfehlungen
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    Jeder Physiker weiß, dass Akkus nicht in unendlich großer Stückzahl günstig zu produzieren sind. Die benötigten Materialien werden knapp werden (und damit teuer).
    Jeder normale Mensch (also nicht die Gläubigen des abiotischen Öls) wissen dass auch fossile Treibstoffe nicht in unendlichen Mengen verfügbar sind, ganz zu schweigen von den Nebenwirkungen ihrer Verwendung.
    Jeder normale Mensch sollte auch wissen, dass sich Akkus recyceln lassen, im Gegensatz zu einem Liter Öl der nur einmal verbrannt werden kann.
    Auch um die weltweiten Lithiumvorräte abzuschätzen, benötigt man keine Physiker sondern erstmal Geologen.

    Also warum mißbrauchen Leute, die in Wirklichkeit keine Ahnung haben wovon sie reden, nur immer die armen Physiker um halbwegs glaubwürdig zu klingen?

    So wird die Elektro-Sparte, der nun verordnete und staatlich subventionierte Segen
    Gut, dass die 5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie keine staatliche Subvention waren sondern von den Steuerzahlern (auch denen ohne Auto) bezahlt wurde. Das ist nämlich was gaaaaanz anderes ;-)

    Warum werden in solchen Fragen (Akkus, Material) eigentlich nicht mal Wissenschaftler gehört? (die nicht für ein Institut der grünen Revolution arbeiten?)
    Das funktioniert nie, da jeder Wissenschaftler der nicht Ihrer Meinung ist, natürlich für ein "Institut der grünen Revolution" arbeitet oder von Bösenökolobbyisten bestochen wurde, und daher per se unrecht hat.

  4. Jeder Physiker weiß, dass Akkus nicht in unendlich großer Stückzahl günstig zu produzieren sind. Die benötigten Materialien werden knapp werden (und damit teuer).
    Jeder normale Mensch (also nicht die Gläubigen des abiotischen Öls) wissen dass auch fossile Treibstoffe nicht in unendlichen Mengen verfügbar sind, ganz zu schweigen von den Nebenwirkungen ihrer Verwendung.
    Jeder normale Mensch sollte auch wissen, dass sich Akkus recyceln lassen, im Gegensatz zu einem Liter Öl der nur einmal verbrannt werden kann.
    Auch um die weltweiten Lithiumvorräte abzuschätzen, benötigt man keine Physiker sondern erstmal Geologen.

    Also warum mißbrauchen Leute, die in Wirklichkeit keine Ahnung haben wovon sie reden, nur immer die armen Physiker um halbwegs glaubwürdig zu klingen?

    So wird die Elektro-Sparte, der nun verordnete und staatlich subventionierte Segen
    Gut, dass die 5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie keine staatliche Subvention waren sondern von den Steuerzahlern (auch denen ohne Auto) bezahlt wurde. Das ist nämlich was gaaaaanz anderes ;-)

    Warum werden in solchen Fragen (Akkus, Material) eigentlich nicht mal Wissenschaftler gehört? (die nicht für ein Institut der grünen Revolution arbeiten?)
    Das funktioniert nie, da jeder Wissenschaftler der nicht Ihrer Meinung ist, natürlich für ein "Institut der grünen Revolution" arbeitet oder von Bösenökolobbyisten bestochen wurde, und daher per se unrecht hat.

    27 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zukunft.."
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    da macht das Schmökern freude. Danke.

    So mal meine Stellungnahme, bevor man hier zum Frass vorgeworfen wird... ;-)

    Ich halte jede Art von ökologisch dienenden Fortschritt für begrüßenswert, nur sehe ich in letzter Zeit, dass doch recht einseitig über "grüne" Revolutionen und Technik berichtet wird. Die Politik, immer mit dem Auge fürs Stimmvieh, beglückt natürlich jedes Projekt, aber man darf sich als Bürger schon auch mal fragen, was wie und warum subventioniert wird, denke z.b. an Solartechnik, sind ja schliesslich Steuergelder. Sicher ist Öl endlich, aber die Mittel für Akkus eben auch! Auch hier sind, aufgrund der Lagerstätten von Mineralien, eben auch Probleme zu erwarten oder zumindest denkbar. Akkus sind also kein Allheilmittel und die Technik doch nach meiner subjektiven Wahrnehmung eher was für uns reiche "grüne" Industrienation-Bürger.. Ich irre mich hier aber gern!
    Ihren Vorwurf nun Physiker billig vor meinen Karren zu spannen weise ich zurück, beziehe ich mich doch auf Gespräche mit Freunden, Physiker und Geologen, die auch ihre Bedenken haben. So könnte ich Ihren Vorwurf hins. Meinungsbildung, Ihr letzter Satz, gut zurückschleudern. Die Abwrackprämie halte ich auch für Irrsinn, sie wurde mithin von mir nie verteidigt oder aufgenommen.
    Ferner möchte ich nur möglichst objektive wissenschaft. Aufklärung und sehe viele Abhängigkeiten, ob nun von der Öl- oder Ökolobby. Ihr Vorwurf ist daher recht billig und nicht zutreffend. Aber wie gesagt Kritik per se unerwünscht, wenn man das "Gute" tut...

    ... erklären Sie, was an ausschließlich aus dem Verrotten von Bäumen entstanden Öl "abiotisch" sein könnte. Danke.

  5. So cool das Teil auch ist, ich bin nicht sicher ob die Gyroskope auch noch bei Glatteis einen Ausrutscher verhindern.

    Dieses Problem haben leider alle Zweiräder.
    Für ein ganzjahrestaugliches Auto sollten es meiner Meinung nach mindestens 3 Räder sein, so wie beim ganz ähnlich aussehenden Peugeot Velv:
    http://www.heise.de/autos...

    Ich laß mich aber gerne mit einer Probefahrt im Januar vom Gegenteil überzeugen :-)

    5 Leserempfehlungen
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    • hareck
    • 18. Oktober 2011 9:56 Uhr

    nur das Umfallen zu verhindern, macht ein Motorrad noch nicht "sicher".

    Auch im Sommer: Öl, Dreck oder Split in der Kurve, und schon macht man einen Satz. Dass kann, denke ich, weder ABS noch Gyroskop verhindern.

    Aber trotzdem ein beachtenswertes Konzept.

    Also auf der Homepage gibts ein Video, auf dem ein Modell auf einer Eisbahn steht. Es sieht zumindest so aus. Das Teil steht völlig stabil, es wird sogar angeschuckt. Dann rutscht es zwar, fällt aber nicht um. Das sind zwar nur leichte Schubser - einen LKW wird es wohl nicht aushalten - aber immerhin.
    Drei Räder will ich nicht. Ein Dreirad hatte ich mit drei Jahren. Aber man könnte für Glatteis ein Stützkonzept anbieten, dass im Sommer wegkommt. Oder man benutzt im Winter ganz einfach den Bus. Ich hatte im Winter einmal einen schweren Unfall mit dem Zweirad, seitdem wird selbiges zu dieser Jahreszeit untergestellt. Dann wird gebusst.
    Gerade Sie sollten doch dafür die Lösung parat haben: den Oberleitungsbus. Fährt ja schließlich auch elektrisch. Sogar ohne Akku.
    Allerdings steht noch ein Problem eventuell im Raum: Was, wenn das Motorrad trotzdem mal umkippt? Ich glaube nicht, dass die Maschine besonders leicht sein dürfte. Wer schon einmal ein 250kg Motorrad gestemmt hat, weiß wovon ich rede.

    Ich denke, dass zusätzliche Sicherheit außerdem im tatsächlichen Falle eines Unfalls durch die Außenhülle erreicht werden kann. Das sollte doch schon mehr bringen als nur Motorradkleidung und ein Helm, oder?

    • hareck
    • 18. Oktober 2011 9:56 Uhr
    7. Stimmt

    nur das Umfallen zu verhindern, macht ein Motorrad noch nicht "sicher".

    Auch im Sommer: Öl, Dreck oder Split in der Kurve, und schon macht man einen Satz. Dass kann, denke ich, weder ABS noch Gyroskop verhindern.

    Aber trotzdem ein beachtenswertes Konzept.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wintertauglich?"
  6. Also auf der Homepage gibts ein Video, auf dem ein Modell auf einer Eisbahn steht. Es sieht zumindest so aus. Das Teil steht völlig stabil, es wird sogar angeschuckt. Dann rutscht es zwar, fällt aber nicht um. Das sind zwar nur leichte Schubser - einen LKW wird es wohl nicht aushalten - aber immerhin.
    Drei Räder will ich nicht. Ein Dreirad hatte ich mit drei Jahren. Aber man könnte für Glatteis ein Stützkonzept anbieten, dass im Sommer wegkommt. Oder man benutzt im Winter ganz einfach den Bus. Ich hatte im Winter einmal einen schweren Unfall mit dem Zweirad, seitdem wird selbiges zu dieser Jahreszeit untergestellt. Dann wird gebusst.
    Gerade Sie sollten doch dafür die Lösung parat haben: den Oberleitungsbus. Fährt ja schließlich auch elektrisch. Sogar ohne Akku.
    Allerdings steht noch ein Problem eventuell im Raum: Was, wenn das Motorrad trotzdem mal umkippt? Ich glaube nicht, dass die Maschine besonders leicht sein dürfte. Wer schon einmal ein 250kg Motorrad gestemmt hat, weiß wovon ich rede.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wintertauglich?"
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    Mir gefällt das Konzept auch - ich glaube aber, das ist eher etwas für passionierte Motorradfahrer, die wetterunabhängiger werden wollen.

    Für die Stadtfahrten, fuer die es empfohlen wird ist es kein umweltfreundliches Konzept im Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr, für sehr lange Fahrten ist es keine Alternative zu Fernstreckenverbindungen der Bahn, es eignet sich wohl nicht für "Besorgungsfahrten" (größere Einkäufe, Kinder von der Schule abholen) - also bleiben eigentlich nur Fahrten von Alleinfahrern mittlerer Länge im ländlichen (nicht ordentlich an den Nahverkehr angebundenen) Raum, wo es klare Vorteile gegenüber dem Auto gibt. Meine Befürchtung wäre aber, das das dann eher als "Zweitfahrzeug" angeschafft wird, weil man, wenn man so wohnt, ja doch weiterhin ein Auto braucht. Bilanz: Der Vorteil in bezug auf Umweltfreundlichkeit bezieht sich lediglich auf Familien auf dem Land die von einem Zweitwagen (!) alternativ auf den Elektroroller umsteigen. In allen anderen Fällen ist die Anschaffung eine zusätzliche Umweltbelastung.

    • medwed
    • 19. Oktober 2011 20:47 Uhr

    Meine Yamaha XVZ12TD hatte 360 kg - leer. Die ist mir ab und zu mal umgefallen, z.B. bei weichem Untergrund. Sie wieder auf die Räder zu stellen, war nie ein Problem. Man muss das Ding ja nicht hochheben, sondern nur aufstellen.

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  • Quelle WirtschaftsWoche
  • Schlagworte Auto | Bud Spencer | Elektroauto | ISS | Motorrad | Smartphone
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