VW up! © Hersteller

Vor allem in den Großstädten will Volkswagen mit dem neuen up! punkten. Mit einem günstigen Auto, das dank seiner Ausmaße in fast jede Parklücke passt, die Umwelt schont und gleichzeitig Spaß macht. Nun ist "günstig" schon eine recht vage Eigenschaft. Zwar wird in vielen Autohäusern ein Preisschild mit der Aufschrift "ab 9.850 Euro" den up! zieren, wenn er ab Anfang Dezember im Handel ist. Doch der Kaufpreis wird nur selten tatsächlich unter 10.000 Euro liegen – im Basispreis ist noch nicht einmal die Grundlackierung enthalten. Der teuerste up! beginnt bei 14.300 Euro. Alles andere als günstig für einen 3,54 Meter kurzen Kleinwagen.

Das wäre vielleicht noch zu verschmerzen, wenn nach dem Kauf der Wagen an der Tankstelle seinen Preis wieder etwas wettmachen würde. Doch leider verfehlt der up! auch dieses Ziel – und damit das des Umweltschonens. 4,7 Liter Super auf 100 Kilometern sollen es laut VW beim 55 kW (75 PS) starken up! sein: 5,9 Liter innerorts und 4,0 Liter außerorts. Das Basismodell mit 44-kW-Motor (60 PS) soll mit der Spritspartechnik Bluemotion kombiniert sogar nur 4,2 Liter brauchen. Die Realität sieht anders aus: Nach längerer Fahrt im Stadtverkehr mit vielen Stop-and-Go-Phasen zeigt der Bordcomputer des kräftiger motorisierten VW up! neun Liter Verbrauch an, beim Basis-up! sind es immerhin 6,8 Liter.

Immerhin kann der 929 Kilogramm schwere Kleinwagen in Sachen Fahrspaß überzeugen, und das unabhängig von der Motorisierung. Selbst Michael Schumacher dürfte Schwierigkeiten haben, die 15-PS-Differenz zu spüren. Sie ist ohnehin der einzige Unterschied zwischen den beiden Motorvarianten. Beide Dreizylindermotoren beziehen ihre Kraft aus einem Liter Hubraum und verfügen über ein maximales Drehmoment von 95 Newtonmetern. Lediglich die Programmierung der Software entscheidet über den PS-Zuwachs. Die 600 Euro, die der stärkere Motor mehr kostet, kann man sich also sparen.

Im dritten oder vierten Gang lassen sich im Stadtverkehr kleine Zwischensprints flott umsetzen. Auch im typischen Stop-and-Go-Betrieb spielt der Wagen seine Stärken gut aus. Für den Fall, dass der Fahrer bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h dem Vordermann so dicht auf die Stoßstange rückt, dass ein Unfall droht, sorgt die optional erhältliche City-Notbremsfunktion für einen automatischen Stopp. Das funktioniert sehr gut.

Mehr Gepäckraum als in anderen Kleinwagen

Erfreulich ist die gute Rundumsicht im up!; auch das Einparken gelingt dank der kurzen Überhänge an Front und Heck mühelos. Positiv überrascht auch der leichte Einstieg in die zweite Reihe: Dazu gleitet der Vordersitz schnell zurück. Im Fond bietet der Wagen ausreichend Platz auch für größere Erwachsene. Der Kofferraum stellt ebenso zufrieden. Er beginnt bei 251 Litern Volumen, nach dem Zurückklappen der Rücksitzbank erhöht sich der Laderaum auf 951 Liter. Das ist ordentlich. Zum Vergleich: Der Citroën C1 mit ähnlichen Ausmaßen bietet nur 139 bis 712 Liter; der ebenfalls vergleichbare Hyundai i10 kommt auf 225 Liter.

Ansonsten entspricht der Innenraum aber nicht ganz der hohen Qualität, mit der sich VW sonst gern von der Konkurrenz absetzen möchte. Das Cockpit ist zwar so gestaltet, dass die Bedienung der Knöpfe und Schalter auf den ersten Blick verständlich ist. Doch den Fahrer erwartet überraschend viel Hartplastik – ein markanter Gegensatz zum Äußeren mit der schicken Glasheckklappe. Ärgerlich ist auch, dass bei den optional bestellbaren elektrischen Fensterhebern der Kippschalter für das Beifahrerfenster in der Fahrertür fehlt. Dort kann man nur das eigene Fenster bedienen.

Künftig soll der up! in sieben Farben und fünf verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich sein – die natürlich den Basispreis schnell deutlich über die 10.000-Euro-Marke treiben. Neben den beiden Benzinmotoren bietet VW auch einen Erdgasantrieb an. Für 2013 hat VW zudem eine Elektroversion fest eingeplant. Einen sparsamen Dieselmotor bekommt der neu konzipierte Kleinwagen dagegen nicht verbaut. Er wäre zu teuer und passt darüber hinaus gar nicht unter die Motorhaube. Schade, denn dann könnte es mit dem geringen Verbrauch vielleicht doch noch klappen.