ZEIT ONLINE: Frau Forst, Sie bieten den Opel Ampera – ein E-Auto mit zusätzlichem Benzinmotor – erst einmal nur in einer Luxusversion an. Gibt es dafür überhaupt interessierte Privatkunden?

Rita Forst: Oh ja! Bis jetzt haben wir 6.000 Vorbestellungen, etwa ein Drittel davon sind Privatkunden. Dazu kommen Firmen, für die der Ampera eine interessante Alternative ist, um Umweltbewusstsein zu zeigen. Viele davon sind Energieversorger, die demonstrieren wollen, dass man mit erneuerbaren Energien Autos antreiben kann. Und auch Ministerien haben Interesse bekundet.

ZEIT ONLINE: Die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge wird aber überschaubar bleiben...

Forst: Sicher, wir fangen ja auch gerade erst an. Doch unser Ampera hat mit Sicherheit bessere Marktchancen als ein reines batterieelektrisches Auto. Es handelt sich um ein vollwertiges Erstfahrzeug. Wenn die Batterie leer ist, schaltet sich automatisch der Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung ein. Der Fahrer kommt überall hin, zu jeder Zeit.  

ZEIT ONLINE: Zu einem stolzen Preis – der Ampera kostet in der Minimalversion 42.900 Euro. Wie stark wird der Preis in den nächsten Jahren sinken?

Forst: Die Kosten werden vor allem von der Batterie verursacht. Wir streben langfristig eine Halbierung dieser Kosten an, aber wann wir dieses Ziel erreichen, kann ich Ihnen heute nicht sagen. Das ist von vielen Faktoren abhängig.

ZEIT ONLINE: Wird sich dann auch der Kaufpreis halbieren?

Forst: Der Preis wird sinken, aber es ist unrealistisch zu glauben, man könne ein elektrisches Auto in absehbarer Zeit zum gleichen Preis kaufen wie ein vergleichbares Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb. Schon die derzeitigen Kaufpreise sind nicht kostendeckend.

ZEIT ONLINE: Das größte Problem der Elektroautos ist die geringe Reichweite. Wie stark lässt sich die Kapazität der Batterien noch steigern?

Forst: Dazu wird viel geforscht, auch bei Opel. Es gibt Alternativen zu der derzeit verwendeten Lithium-Ionen-Technologie, doch sie werden erst in einigen Jahren das Labor verlassen. Ich bezweifle, dass man auf absehbare Zeit Batterien entwickeln wird, die die Energie so gut speichern können wie Benzin oder Diesel. Für 500 Kilometer brauchen Sie in einem Dieselfahrzeug 33 Kilogramm Kraftstoff. Allein die Zellen einer Lithium-Ionen-Batterie müssten für dieselbe Reichweite insgesamt 540 Kilogramm wiegen. Da müsste man die Batterie in einem Anhänger mitschleppen, weil sie gar nicht ins Auto passte. Reines batterieelektrisches Fahren wird darum auf bestimmte Einsatzzwecke wie zum Beispiel innerstädtischen Verkehr beschränkt bleiben.