Peugeot 208: Ende des automobilen Größenwahns
Mit dem 208 bricht Peugeot das ungeschriebene Gesetz, wonach ein Auto-Nachfolger immer größer und leistungsstärker sein muss – vorbildlich.
Peugeot beweist Mut. Die Modellziffer 208 steht von März an für das Ende des unbegrenzten Wachstums. Statt dem neuen Kompaktwagen einige zusätzliche Zentimeter und ein paar PS mehr zu spendieren, wird der 208 sieben Zentimeter kürzer, einen Zentimeter flacher und vor allen Dingen durchschnittlich 110 Kilogramm leichter. Ein gewaltiger Schritt in diesem hart umkämpften Segment, in dem VW Polo, Kia Rio und Ford Fiesta um die Kunden rangeln.
Das Ergebnis: Der 208 emittiert je Kilometer 34 Gramm Kohlendioxid weniger als der Vorgänger 207. Das entspricht einem deutlichen Verbrauchsrückgang um ungefähr 1,4 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Die Dieselmotoren haben im Normverbrauchszyklus eine Drei vor dem Komma stehen. Der neue, vom PSA-Konzern entwickelte Basismotor nimmt 4,3 Liter Benzin für 100 Kilometer aus dem Tank. Und weil die Entwickler hart an der Raumökonomie gearbeitet haben, gibt es sogar mehr Platz im Inneren und einen leicht vergrößerten Kofferraum – eine Schrumpfung ohne Abstriche.
Geht doch, möchte man sagen. Oder besser: Chapeau! Gerade die Tatsache, dass hier vor allem durch simplen Hirnschmalz und nicht durch aufwendige, exotische oder teure Technik ein Fortschritt erzielt wurde, ist beeindruckend. Was aber hat Peugeot motiviert, nicht dem absurden Mechanismus des Benchmarkings zu folgen, nach dem immer die klassenbeste Eigenschaft durch ein Mehr überboten werden musste? Wieso gibt es nach dem einmaligen 205, dem Europa-Bestseller 206 und dem aktuellen 207 ein optimiertes Auto, und nicht einfach nur ein größeres?
Eine Ursache könnte in der europäischen Ordnungspolitik liegen, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. "Die Autohersteller müssen jetzt handeln, um die Vorgaben beim Flottenverbrauch zu erfüllen." Der 208 stehe am Anfang einer Entwicklung, die alle erfassen werde, prognostiziert der Automobilprofessor und ergänzt: "Wir können es schaffen, mit strengeren Verbrauchsvorgaben dem Klimawandel noch deutlicher entgegenzutreten. Unsere Entwickler haben viele Stellschrauben, um den Kraftstoffkonsum zu senken." Bei Peugeot könne man sich einen eigenen Weg ohnehin leisten, weil der 205 vielen Kunden noch in guter Erinnerung sei.
Der 205 stand zwar in einer langen Ahnenreihe, die bis ins Jahr 1929 und den 201 zurückging. Aber als er 1983 präsentiert wurde, war er trotzdem einzigartig. Schicke Kleinwagen in dieser Größe gab es vorher nicht. Ein VW Polo aus dem gleichen Baujahr etwa ist ästhetisch schwer verdaulich, ein Nutzwertkasten ohne Pfiff. Zahlreiche Derivate des 205 folgten, vom Cabrio über die nach dem Weltkriegsflieger Roland Garros benannten grünen Sondermodelle bis zum Rallye-Monster der Gruppe B. Bis 1998 liefen mehr als fünf Millionen Exemplare vom Band.
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Peugeot kann ja doch richtig schöne Autos bauen. Der schicke 508 bleibt also doch keine Ausnahme. Endlich haben sie sich von dem ulkigen Haigesicht verabschiedet.
Ich finde das Design gegenüber den beiden Vorgängern ja etwas gewöhnungsbedürftig. Ich frage mich allerdings auch, was den im Artikel erwähnten 205 so einzigartig macht. Für mich sieht er kaum anders aus als die anderen Schachteln-mit-leicht-schräger-Heckscheibe von früher (angefangen beim Golf I).
Außerdem verstehe ich nicht ganz, was schlimm daran ist, wenn die Nachfolgemodelle größer sind als die Vorgänger. Das können die Hersteller doch prima durch neue Klein(st)wagenmodelle kompensieren, siehe VW Lupo, Fox, Up. Zugegeben, bei Peugeot steht da das Namensschema etwas im Weg - Peugeot 208, Peugeot 108, Peugeot 008, Peugeot -92? ;-)
dürfte das falsche Wort sein, denn Opel ist mit dem (mittlerweile gar nicht so) neuen Modell den genau umgekehrte Weg gegangen: Es ist fast 20 cm länger, gut 2 cm breiter und 3 Zentner schwerer als der Vorgänger. Wohlgemerkt ohne, dass sie die gesteigerten Maße durch gesteigerten Platz im Innenraum bemerkbar machen.
dürfte das falsche Wort sein, denn Opel ist mit dem (mittlerweile gar nicht so) neuen Modell den genau umgekehrte Weg gegangen: Es ist fast 20 cm länger, gut 2 cm breiter und 3 Zentner schwerer als der Vorgänger. Wohlgemerkt ohne, dass sie die gesteigerten Maße durch gesteigerten Platz im Innenraum bemerkbar machen.
...ich sehne die Zeit zurück, wo es noch einen Golf 1 mit seinen knuffigen Maßen gab. Wird der nächste eben ein Peugeot.
Die Frage bleibt allerdings, warum solche Autos nicht bekannter gemacht werden. Meistens liebt auch die Presse die schicken SUVs udn die noblen Karrossen (siehe ZEIT Magazin...). Wenn der Mazda 2 so wenig bekannt ist, dann schreiben Sie doch etwas üerb eine vernünftige Modellstrategie "weniger ist mehr". Smart hatte mit dem FourFour übrigens auch einmal ein Auto im Programm, was nur 950 Kg wog durch Kunststoffteile und andere Leichtbauweise. Auch hier hat das keinen interessiert, aber die Presse hat sich damals auch wenig zu Gewicht und Raumnutzung geäußert, eher zu Leistung, Fahrverhalten, elektronische Assistenzsysteme... Also: Schreiben Sie mehr darüber!
Lieber User geooekologe,
danke für Ihren Kommentar!
Sie haben ganz Recht, dass der Smart Forfour mit in diese Reihe passt. Es ist bedauerlich, dass das in den 70er Jahren so erfolgreiche Maß des Golf 1 - nämlich 3,75 Meter -, welches der Forfour exakt aufnimmt, derzeit vernachlässigt wird. Im VW-Konzern etwa klaffen zwischen Up und Polo 43 Zentimeter.
Generell sind Autos ohne Übergewicht natürlich auch schöner zu fahren.
Beste Grüße,
Christoph Schwarzer
Lieber User geooekologe,
danke für Ihren Kommentar!
Sie haben ganz Recht, dass der Smart Forfour mit in diese Reihe passt. Es ist bedauerlich, dass das in den 70er Jahren so erfolgreiche Maß des Golf 1 - nämlich 3,75 Meter -, welches der Forfour exakt aufnimmt, derzeit vernachlässigt wird. Im VW-Konzern etwa klaffen zwischen Up und Polo 43 Zentimeter.
Generell sind Autos ohne Übergewicht natürlich auch schöner zu fahren.
Beste Grüße,
Christoph Schwarzer
Lieber User geooekologe,
danke für Ihren Kommentar!
Sie haben ganz Recht, dass der Smart Forfour mit in diese Reihe passt. Es ist bedauerlich, dass das in den 70er Jahren so erfolgreiche Maß des Golf 1 - nämlich 3,75 Meter -, welches der Forfour exakt aufnimmt, derzeit vernachlässigt wird. Im VW-Konzern etwa klaffen zwischen Up und Polo 43 Zentimeter.
Generell sind Autos ohne Übergewicht natürlich auch schöner zu fahren.
Beste Grüße,
Christoph Schwarzer
...in diesem Zusammenhang einmal andere Möglichkeiten für ...in diesem zusammenhang die Energetische Klassifizierung der Autos zu diskutieren. Das gegenwärtige Label setzt ja den Verbrauch in Bezug zum Gewicht (weshalb der gern zitierte Leopard Panzer so gut wegkommt...). Es sollte daher in ein solches Label doch auch das Gewicht im Verhältnis zum Nutzen gesehen werden (Sitzplätze, Zuladung, von mir aus auch Anhängelast). Also ein schweres Auto soll nur dann mehr verbrauchen dürfen, wenn es auch mehr Nutzmöglichkeit bietet! Der 208er wäre in diesem Sinne ein doppelter Fortschritt (weniger Verbrauch, wenige gewicht, gleiche Nutzungsmöglichkeit).
Vielen Dank für Ihre persönliche Antwort, Herr Schwarzer. Mit bestem Gruß,
Klaus-Holger Knorr
...in diesem Zusammenhang einmal andere Möglichkeiten für ...in diesem zusammenhang die Energetische Klassifizierung der Autos zu diskutieren. Das gegenwärtige Label setzt ja den Verbrauch in Bezug zum Gewicht (weshalb der gern zitierte Leopard Panzer so gut wegkommt...). Es sollte daher in ein solches Label doch auch das Gewicht im Verhältnis zum Nutzen gesehen werden (Sitzplätze, Zuladung, von mir aus auch Anhängelast). Also ein schweres Auto soll nur dann mehr verbrauchen dürfen, wenn es auch mehr Nutzmöglichkeit bietet! Der 208er wäre in diesem Sinne ein doppelter Fortschritt (weniger Verbrauch, wenige gewicht, gleiche Nutzungsmöglichkeit).
Vielen Dank für Ihre persönliche Antwort, Herr Schwarzer. Mit bestem Gruß,
Klaus-Holger Knorr
Prinzipiell guter Ansatz, aber vom Design her hat das Auto leider keine Chance. Bis auf den Löwen im Emblem unterscheidet sich der Wagen doch in nichts von jedem gesichtslosen Japaner oder Koreaner. Null Charakter und völlig stilbefreit.
welches auto hat heute noch charakter oder stil oder sonst was?
mir fällt jedenfalls kein einziges deutsches auto dazu ein.
gerade die japaner bauen sehr auffällige autos - insofern geht ihre argumentation vollkommen ins leere.
der peugot war immer einzigartig und ist es noch immer - nun geht er auch noch den richtigen weg, wieder kleiner und leichter zu werden.
ich selbst habe einen golf - und dieser ist für alles unbrauchbar - entweder zu groß oder zu klein. aber nie passend für irgendetwas!
Ja, wahlweise auffallend hässlich, oder auffallend langweilig, siehe Nissa Quashquai, Toyota Prius, Hyundai i10, Mitshubishi i Miev, Daewoo Lanos.
Entschuldigung, aber wie Sie anhand der von mir genannten beispiele sehen können, schafft es heute kein asiatischer und auf kaum ein europäischer Hersteller noch, eigenständige und architektonisch aufregende Autos zu bauen. Vielleicht die Amerikaner mit ihren Neuauflagen von 60er/70er Klassikern, aber auch da bröckelt es schon.
Ansonsten ist die Kfz-Welt für mich momentan langweiliger als eine Folge Traumschiff.
welches auto hat heute noch charakter oder stil oder sonst was?
mir fällt jedenfalls kein einziges deutsches auto dazu ein.
gerade die japaner bauen sehr auffällige autos - insofern geht ihre argumentation vollkommen ins leere.
der peugot war immer einzigartig und ist es noch immer - nun geht er auch noch den richtigen weg, wieder kleiner und leichter zu werden.
ich selbst habe einen golf - und dieser ist für alles unbrauchbar - entweder zu groß oder zu klein. aber nie passend für irgendetwas!
Ja, wahlweise auffallend hässlich, oder auffallend langweilig, siehe Nissa Quashquai, Toyota Prius, Hyundai i10, Mitshubishi i Miev, Daewoo Lanos.
Entschuldigung, aber wie Sie anhand der von mir genannten beispiele sehen können, schafft es heute kein asiatischer und auf kaum ein europäischer Hersteller noch, eigenständige und architektonisch aufregende Autos zu bauen. Vielleicht die Amerikaner mit ihren Neuauflagen von 60er/70er Klassikern, aber auch da bröckelt es schon.
Ansonsten ist die Kfz-Welt für mich momentan langweiliger als eine Folge Traumschiff.
welches auto hat heute noch charakter oder stil oder sonst was?
mir fällt jedenfalls kein einziges deutsches auto dazu ein.
gerade die japaner bauen sehr auffällige autos - insofern geht ihre argumentation vollkommen ins leere.
der peugot war immer einzigartig und ist es noch immer - nun geht er auch noch den richtigen weg, wieder kleiner und leichter zu werden.
ich selbst habe einen golf - und dieser ist für alles unbrauchbar - entweder zu groß oder zu klein. aber nie passend für irgendetwas!
...daß Sie da mit Ihrem solitären Golf nicht schritthalten können, ist klar. Sie brauchen zusätzlich einen Twizy, einen Q7 (alternativ einen Cayenne) - und für Sonderaktionen mit der Freundin einen SLK. Den Golf nehmen Sie halt für Ihre Zugehfrau.
...daß Sie da mit Ihrem solitären Golf nicht schritthalten können, ist klar. Sie brauchen zusätzlich einen Twizy, einen Q7 (alternativ einen Cayenne) - und für Sonderaktionen mit der Freundin einen SLK. Den Golf nehmen Sie halt für Ihre Zugehfrau.
... war wohl weniger eine Reverenz vor dem Weltkriegsflieger selbst. Sie sollten vielmehr sportliche Assziationen zum Grand-Slam-Tennis-Turnier "Tournoi de Roland Garros", vulgo: "French Open", wecken, welches in dem nach dem Flieger benannten, 1928 erbauten "Stade Roland Garros" ausgetragen wird.
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