Die Vernetzung von teilautonomem Haus und Elektroauto wird am Bildschirm gesteuert. © press-inform

Das Licht ist an, der Kühlschrank läuft und eine ganze Reihe von Haushaltsgeräten noch dazu. Draußen im Carport lädt der Plug-In-Hybrid seine Batterien auf. Wenn jetzt jemand auch noch den Haartrockner anstellt, gäbe es einen Blackout, weil das Stromnetz des Hauses überlastet wäre. Aber nicht im Smart Home von Toyota: Eine eingebaute Funktion namens Peak Electricity Demand Cut erkennt die drohende Überlastung und stoppt kurzzeitig die Ladung des Autos.

Vom kommenden Jahr an will der japanische Autobauer sein Modellhaus als Eigenheim verkaufen. Darin steuert ein Zentralrechner den Energiefluss. Ein Teil des Strombedarfs wird durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach gedeckt, ein außer Haus gelagerter Lithium-Ionen-Akku dient als Energiepuffer. Elektroautos oder Plug-In-Hybride haben ihre eigene Ladestation.

Damit die Bewohner den Energiestatus ihres Hauses und den Ladestand des Elektroautos kontrollieren können, gibt es den H2V (Home to Vehicle) Manager. Der lässt sich auf dem Fernsehschirm, dem PC oder dem eigenen Smartphone aufrufen. "Wenn die Ladung ihres Autos unterbrochen werden muss, weil gerade zu viele Verbraucher Strom ziehen, bekommen Sie eine E-Mail oder eine SMS auf Ihr Handy", erklärt ein Toyota-Entwickler das System.

Ab April bezugsfertig

Per Smartphone kann man außerdem kontrollieren, ob alle Türen im Haus verschlossen sind und wo überflüssiges Licht brennt. Ferner lässt sich über das Mobilgerät steuern, wann das Auto am Stromnetz seine Heizung anschalten soll, damit man es morgens beim Einsteigen schön warm hat.

Computergesteuert soll auch die hauseigene Garage werden – Toyota nennt sie Smart Mobility Park. Ein Plug-In-Hybrid hängt dort am Stromkabel, daneben können elektrische Roller und Fahrräder parken. Sie werden induktiv, also kabellos, über eine Platte im Boden geladen. Ein großer Monitor an der Wand zeigt schematisch den Energiefluss, der zwischen dem öffentlichen Stromnetz, den hauseigenen Solarzellen und Windrädern, dem eigenen Akku und den Fahrzeugen an der Ladestation besteht.

Die intelligente Garage ist noch im Entwicklungsstadium, doch die ersten Toyota-Häuser in Japan sollen im April 2012 bezugsfertig sein. Die Häuser bieten dem Hersteller zufolge 126 Quadratmeter Wohnfläche und kosten 24 Millionen Yen, also rund 236.400 Euro.