Ehrenamtliche und Sponsoren
"Bürger fahren Bürger", lautet das Motto. Dafür benötigt ein Verein einen ausreichend großen Stamm von engagierten Fahrern, die sich gern regelmäßig für Dienste hinterm Lenkrad einteilen lassen. Allein in Weyhe mit seinen zwei im Einsatz befindlichen Bussen sind es 40 bis 45 Fahrer. "Das Ziel ist, dass jeder zweimal monatlich fährt", sagt der Bürgerbus-Vereinschef Riedel.
Nach demselben Prinzip funktionieren Bürgerbusse auch in Nordrhein-Westfalen. Dort, im kleinen Ort Heek, startete 1985 der erste deutsche Bürgerbus. Der Anstoß dazu kam aus den Niederlanden, wo schon in den siebziger Jahren der Buurtbus – auf deutsch Nachbarschaftsbus – aus der Taufe gehoben wurde. In Großbritannien gingen bereits 1973 die ersten sogenannten Community Busses auf die Strecke. Heute sind es dort über hundert. Auch in Nordrhein-Westfalen verkehren heute mehr als hundert Bürgerbusse. Bundesweit sind es etwa 150, davon fahren jeweils rund zwanzig in Bayern und Niedersachsen.
Bezahlt werden die Fahrzeuge aus einem Mix von Zuschüssen der Länder und Kommunen sowie Sponsoren. Das Geld aus dem niedersächsischen Landeshaushalt verteilt zum Beispiel die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Sie fördert die Anschaffung von neuen Fahrzeugen oder entsprechendem Ersatz mit 75 Prozent des Preises, den Rest müssen die Gemeinden beisteuern.
Sponsoren für den Unterhalt der Fahrzeuge
Der größte Teil der Arbeit fällt indes den Bürgerbus-Vereinen zu. Nicht erst während des Betriebs, sondern schon vor der Aufnahme der Fahrten. "Ohne Öffentlichkeitsarbeit läuft gar nichts", sagt denn auch der Achimer Peter Henke. Bevor es am 1. Oktober dieses Jahres unter dem Namen Achimobil losging, mussten Henke und seine Vereinsmitstreiter die Bürger vor allem in den Randortsteilen der Stadt informieren.
Außerdem sind die Vereine auf Sponsoren angewiesen, denn Land und Kommunen zahlen zwar die Anschaffung der Fahrzeuge, den Unterhalt müssen aber die Vereine leisten. In Weyhe etwa schießen der Bremer Energieversorger swb AG und die Kreissparkasse Syke Geld zu. Davon können die laufenden Kosten für den Unterhalt bestritten werden. Für Dinge wie Marketing, Bürokosten und die Zahlungen von Aufwandsentschädigungen müssen die Erlöse aus den Fahrkarten und die Vereinsbeiträge herhalten. "Große Sprünge können wir nicht machen", sagt der Weyher Bürgerbus-Chef.
Dass die Rechnung auch mal nicht aufgeht, musste der Bürgerbus-Verein in der niedersächsischen Gemeinde Hude erleben. Er stellte die Fahrten im Dezember wegen fehlenden Geldes ein – zu wenig Menschen nutzten das Angebot. Vor allem Schüler seien mit dem Bürgerbus gefahren. Mehr Menschen beziehungsweise andere Zielgruppen hätten nicht gewonnen werden können, erklären die Verantwortlichen von Verein und Landkreis Oldenburg das Aus.
Diese Probleme haben die Weyher glücklicherweise nicht. Dort steigen die Menschen so regelmäßig in die beiden Bürgerbus-Linien, dass der Betrieb auch in den kommenden Jahren gesichert ist – auch dann, wenn wie an diesem ganz gewöhnlichen Vormittag nur wenig Menschen im Bus sitzen.
- Datum 07.12.2011 - 07:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Aber Milliarden für Kriege und Banken.
Verrückte Republik.
... sehr Traurig.
Ich wohne derzeit ohne Auto in Ostfriesland und kann die Situation verstehen. Der öffentliche Nahverkehr beschränkt sich aufgrund der schwierigen Neztverhältnisse hauptsächlich auf die Beförderung von Schülern sowie den morgends/feierabend Verkehr. Ab 18 Uhr ist es zudem sogut wie unmöglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen.
Wer hier kein Auto hat und nicht Fahrrad fahren kann ist selbst in der Stadt aufgeschmissen.
... ist leider nicht auf Ostfriesland beschränkt, sondern flächen(sic!)deckend außerhalb dder Ballungsräume vorhanden. Was da in Klein- und Mittelstädten als ÖPNV angeboten wird, verdient diesen Namen meist nicht. Die meisten Verkehrsbetriebe sind hinsichtlich Linienführung und Fahrplangestaltung nie über die 1950er Jahre hinausgekommen.
... ist leider nicht auf Ostfriesland beschränkt, sondern flächen(sic!)deckend außerhalb dder Ballungsräume vorhanden. Was da in Klein- und Mittelstädten als ÖPNV angeboten wird, verdient diesen Namen meist nicht. Die meisten Verkehrsbetriebe sind hinsichtlich Linienführung und Fahrplangestaltung nie über die 1950er Jahre hinausgekommen.
"Die Fahrer engagieren sich ohne Bezahlung. Sonst sei der Betrieb eines Bürgerbusses nicht zu finanzieren."
An solchen selbstverständlich klingenden Sätzen sieht man symptomatisch, wie sehr unser System bereits vor die Wand gefahren ist:
Mehr und mehr nützliche Tätigkeiten fallen aus dem Wirtschaftssystem heraus, werden entweder gar nicht mehr oder von Unter- oder Unbezahlten übernommen -- und am Ende werden Steuern nur noch für die Tributzahlungen an den Geldadel eingetrieben, ohne daß der Steuerzahler irgendetwas davon hat.
... ist leider nicht auf Ostfriesland beschränkt, sondern flächen(sic!)deckend außerhalb dder Ballungsräume vorhanden. Was da in Klein- und Mittelstädten als ÖPNV angeboten wird, verdient diesen Namen meist nicht. Die meisten Verkehrsbetriebe sind hinsichtlich Linienführung und Fahrplangestaltung nie über die 1950er Jahre hinausgekommen.
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... die paar ebenfalls vorhandenen lukrativen Linien am Rande der Ballungsräume privatisiert werden, ansatt mit diesen den weniger gewinnträchtigen Betrieb in der Fläche zu subventionieren?
Der Staat in jeder Form, als Kommune, Gemeinde oder Land muss für die allgemeine Daseinsvorsorge wie beispielsweise den Transport von Schülern, Alten und anderen Privatisierungsverlierern einstehen.
Nachdem dies über Steuergelder und Staatsmonopole (Postbusse) offenbar nicht mehr sichergestellt werden kann, sollte die Versorgung wenigstens als Paket finanziert werden, so dass die Städter mit ihrem gewinnträchtigen öffentlichen Verkehr die Fläche mitversorgen.
Wenn Unternehmer eine für eine lukrative Linie anbieten, müssen sie gleichzeitig auf die Versorgung zweier weniger gewinnträchtiger fsetgelegt werden, sonst ist es gescheiter wenn der Staat das alles wieder selber macht.
Und schon kann man den abgehängten in der Fläche auch gleichzeitig wieder Postservice mitanbieten weil ja ohnehin ein Bus fährt ... gleiches gilt übrigens selbstverständlich für die Bahn in der Fläche ... warum haben wir das alles eigentlich gleich wieder privat so derart vor die Hunde gehen lassen?
Nichts gegen Altruismus und Ehrenamt. Aber das geht dann doch zu weit, weil dieses - sicherlich gut gemeinte - Engagement zur Aufrechterhaltung eines gravierenden Mangels beiträgt bzw. ihn geradezu festschreibt. Es geht - wie schon Mitforisten richtig bemerkten - um die gerechte Steuerung der Steuergeldströme, denn für sog. "systemrelevante" Banken sind in der Krise über Nacht der Staat/Steuerzahler mit Rettungsschirmen zur Stelle.
sind sich über die Haftungsrisiken im Falle eines Unfalles bewusst.
Aber ist schon interessant wie sich der Staat aus der Grundversorgung der Bevölkerung zurückzieht, der Michel da auch noch mit macht und die Presse das auch noch als gut verkauft.
Erinnere mich noch an einen Auftrag Ende der 90er, da sollte eine Bushaltestelle um 20m verlegt werden und die Beförderer verlangte daraufhin 50000 DM mehr im Jahr, nach den im Auftrag angestellten Berechnungen konnte mein damaliger Chef die reale Mehrbelastung aus seiner Hosentasche bezahlen. Da ist dann auch der Beförderer eingeknickt. Wenn die Kommunen mal Geld für unabhängige Studien in die Hand nehmen würden und auch die Verbandelung von Bestellern und Beförderern intensiver untersuchen würden, könnten imho die Kosten auch wieder auf ein normales Maß reduziert werden. Bin nur froh nicht mehr in dem Irrenhaus Deutschland zu leben.
... besser, oder ist der Irrsinn dort nur anders verteilt?
Die ehrenamtlichen Fahrer der Bürgerbusse sind versichert. Da gibt es keine Probleme.
... besser, oder ist der Irrsinn dort nur anders verteilt?
Die ehrenamtlichen Fahrer der Bürgerbusse sind versichert. Da gibt es keine Probleme.
Ein privates Unetrmehen muss Gewinne machen, sonst wirds entweder gestützt oder geht pleite.
.
"...Böse Gewinnerzielungsabsicht
Ein privates Unetrmehen muss Gewinne machen, sonst wirds entweder gestützt oder geht pleite.
..."
Und genau deshalb hat das private Unternehmen im Bereich der allgemeinen Daseinsvorsorge ALLER Teilnehmer der Gesellschaft eifach nichts, nichts, und wieder nichts verloren.
Punkt.
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"...Böse Gewinnerzielungsabsicht
Ein privates Unetrmehen muss Gewinne machen, sonst wirds entweder gestützt oder geht pleite.
..."
Und genau deshalb hat das private Unternehmen im Bereich der allgemeinen Daseinsvorsorge ALLER Teilnehmer der Gesellschaft eifach nichts, nichts, und wieder nichts verloren.
Punkt.
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