Fahrbericht Citroën DS4Der DS4 setzt Design vor Alltagstauglichkeit

Citroën macht mit Chic und guter Ausstattung den C4 zum DS4. Das Lifestyle-Coupé ist aber vergleichsweise teuer. Zum Viersitzer taugt es für längere Strecken kaum. von Sebastian Viehmann

Citroën DS4

Citroën DS4  |  © press-inform

Das Cockpit in den Modellen von Citroën ist konventionell geworden. Der Hersteller hat sich vom Zentraltacho verabschiedet – die Instrumente befinden sich jetzt da, wo sie hingehören, nämlich hinter dem Lenkrad. Auch die meisten Bedienelemente bereiten Umsteigern von anderen Marken kein Kopfzerbrechen. Aber beim Design setzt Citroën innen wie außen weiterhin auf Avantgarde.

Das gilt insbesondere für die DS-Reihe , die Citroën mit viel Chic und guter Ausstattung zum eigenen Premiumsegment aufgebaut hat. Zwar fallen Designideen und Qualitätsanmutung des DS4 gegenüber dem größeren DS5 etwas ab, doch im Interieur bietet der DS4 immer noch ein gehobenes Niveau.

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Das trifft allerdings nur bedingt auf das Platzangebot zu. Die Mitfahrer im Fond müssen mit etwas knappem Raum zurechtkommen, sie sitzen – ähnlich wie im kleineren DS3 – ziemlich eingebunkert zwischen den dicken C-Säulen. Eine gute Sicht nach draußen hat man wegen der kleinen Scheiben nicht. Citroën hat dem Design sogar die Funktionalität geopfert: Die hinteren Seitenscheiben lassen sich nicht versenken. Dieser Schnitzer bereitet einem als Fond-Passagier echtes Unbehagen.

Deutlich angenehmer ist die Fahrt hinter dem Lenkrad mit komfortabler Sitzposition und einem gut erreichbaren Schaltknüppel. Allerdings bereiten die Fenster auch dem Fahrer Probleme, die kleine Heckscheibe bietet kaum Sicht nach hinten. Die Bedienung der 14 Schalter und Regler auf dem Lenkrad erfordert etwas Eingewöhnungszeit. Dann aber muss man zum Einstellen von Radio, Bordcomputer oder Tempomat nie wieder die Hand vom Lenkrad nehmen. Eine reine Designspielerei sind die verschiedenen Farbtöne für die Instrumentenbeleuchtung, die man per Knopfdruck auswählt.

Die Benzinmotoren für den DS4 entsprechen denen des Citroën C4, den 200 PS starken Turbomotor gibt es aber nur im DS-Modell und ausschließlich in Verbindung mit der Top-Ausstattung SportChic. Darin inbegriffen sind dann unter anderem eine Einparkhilfe vorn und hinten, Totwinkelassistent, Zweizonen-Klimaautomatik, zweifarbige Lederausstattung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, 18-Zoll-Räder und USB-Anschluss. Für 990 Euro gibt es außerdem noch Bi-Xenon-Scheinwerfer, das Navigationssystem kostet noch einmal mindestens 990 Euro.

Der laufruhige 200-PS-Benziner holt seine Kraft aus 1,6 Litern Hubraum, das maximale Drehmoment von 275 Nm liegt schon ab 1.700 Umdrehungen pro Minute an. Entsprechend munter ist der Motor: Er zieht stark an und bereitet somit bei Überholmanövern keinerlei Probleme. Geschaltet wird mit sechs Gängen, die Schaltwege könnten etwas kürzer sein. Eine Automatik gibt es für diesen Motor nicht. Man vermisst sie aber auch nicht, denn die automatisierten Schaltgetriebe von Citroën fallen vor allem durch störende Zugkraftunterbrechungen auf.

Leserkommentare
  1. Was haben die DS-Modelle mit Avantgarde zu tun? Gar nichts! Citroen ist in der Hand von kleinkarierten Buchhaltern und unreifen Design-Aspiranten, die jeden Kitsch imitieren, der bei anderen Marken gerade en vogue ist. Schade um diese wundervolle Marke!

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    wenn auch nicht die die neue DS-Reihe.
    Aber gegen den plumpen Einheitsbrei von VW oder die Klötze von Peugeot ist ein Citroen immer noch irgendwie elegant.
    Citroen hat diesen Trend zum klotzigen nicht mitgemacht.

  2. wenn auch nicht die die neue DS-Reihe.
    Aber gegen den plumpen Einheitsbrei von VW oder die Klötze von Peugeot ist ein Citroen immer noch irgendwie elegant.
    Citroen hat diesen Trend zum klotzigen nicht mitgemacht.

    Antwort auf "Avantgarde?"
  3. ... mit am meisten stört, ist diese Todsünde wider die Markenführung, will sagen das am Heck zu einer Art festgefrorener Spuck degenerierte Etwas, das dort klebt, wo eigentlich ein riesengroßer "Double Chevron" prangen müßte. Als wäre man sich seiner Sache dochnicht so ganz sicher.

  4. "... denn die automatisierten Schaltgetriebe von Citroën fallen vor allem durch störende Zugkraftunterbrechungen auf."

    Wir fahren jetzt unseren Citroën Picasso 1 im achten Jahr; während der gesamten bisher zurückgelegten 114000 Kilometer hat die Automatik kein einziges Mal mit Zugkraftunterbrechung auf sich aufmerksam gemacht. Aber Hauptsache mal was Negatives über einen nicht-teutschen Hersteller einfließen lassen, und damit die wahren Finanziers der Propaganda-Inform ebenso ein wenig durchscheinen lassen wie die berüchtigte Kompetenz der Mitarbeiter.

    Billige Polemik, für die sich ein Medijum wie die ZEIT, und sei es der Online-Ableger, zu schade sein sollte.

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    ...immer ruhig und erstmal den Text im Detail lesen, denn ein "Automatikgetriebe" gibt es ja für den DS4 ohnehin nicht.
    Es ist lediglich die Rede vom "automatisiertem Schaltgetriebe".
    Deswegen können Sie den DS4 nicht mit Ihrem Picasso vergleichen...und eine Zugkraftunterbrechung kann auch ein sehr subjektives Empfinden sein...

  5. ... mit dem DSG-Getriebe von PSA kommen; diese Antriebseinheit war während einer 5000km-Tour im Sommer hervorragend mit dem 156-PS-Diesel abgestimmt und fiel vor allem durch butterweiche schnelle und ruckfreie Ganwechsel auf – und zwar sowohl im Automatik- als auch im Manuell-Modus.

    • Shrek
    • 18. Januar 2012 11:03 Uhr

    aber wer bei den Preisen von Citroen von "fürstlicher Entlohnung" schreibt, zeigt leider, daß er so gar nichts von der Materie versteht oder zumindest schlecht recherchiert hat.
    Ich lege jedem nahe, mal einen Audi A3 oder VW Golf mit ähnlicher Ausstattung und Motorisierung zu konfigurieren( die unser Auto wohlweislich verschwiegen hat).
    Dann kann er sich gern zwischen den beiden Langweilern oder einem DS4 mit 10.000 EUR Festgeld entscheiden.

  6. ...immer ruhig und erstmal den Text im Detail lesen, denn ein "Automatikgetriebe" gibt es ja für den DS4 ohnehin nicht.
    Es ist lediglich die Rede vom "automatisiertem Schaltgetriebe".
    Deswegen können Sie den DS4 nicht mit Ihrem Picasso vergleichen...und eine Zugkraftunterbrechung kann auch ein sehr subjektives Empfinden sein...

    Antwort auf "Wie bitte? "
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    Zum Beispiel #5!

  7. Hier scheint etwas durcheinander zu geraten: Citroën bietet alternativ zur Wandlerautomatik ein autom. schaltendes 6-Ganggetriebe an, wie ich das ähnlich schon bei meinen DS´ in den Siebzigern hatte und damit glücklich war.
    Der Unterschied zu einer Wandlerautomatik besteht darin, dass es sich zunächst um ein normales Getriebe handelt. Die Automatik schaltet nun nach verschiedenen Parametern, wie Motordrehzahl, Geschwindigkeit, Steigung oder Gefälle der Straße oder persönlichem Fahrstil (lernt!). Zusätzlich lässt sich mit kleinen "Paddeln" links und rechts vom Lenkrad nach Belieben rauf- und runterschalten. Im "M"-manuellen Betrieb ist auch gänzliches Handschalten möglich (z.B. bei längerer Berg- oder Talfahrt).
    Der Vorteil dieser ESG-Automatik liegt im geringeren Spritverbrauch, denn die Schlupfverluste des Wandlers gibt es nicht. Außerdem lässt sich damit viel gefühlvoller und sogar schneller über den Gasfuß schalten.
    Kritiker dieser "Schaltform" treten das Gaspedal permanent und wundern sich über die sog. Zugkraftunterbrechung (ZU), denn dabei muss von der Automatik die Gaszufuhr angepasst, ausgekuppelt und der Gangwechsel ausgeführt werden. Dagegen kann man nach etwas Übung und jeweils leichtem Gaswegnehmen die Schaltpunkte steuern, sodass eine ZU tatsächlich kaum spürbar ist und die Gänge nur so flutschen. Eben etwas für den oft gescholtenen Citroën-Fahrer!

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte BMW | Audi | Volvo | Design | Euro | Hyundai
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