ElektroautosElektro-Miniflitzer stoßen auf wenig Interesse

Mit ein- und zweisitzigen Miniflitzern wollen Hersteller Großstadtkunden für den Elektroantrieb begeistern. Doch Tester in einer Studie waren daran kaum interessiert. von Carsten Herz

Das Elektro-Fahrzeug Twizy von Renault hat nicht einmal Türen.

Das Elektro-Fahrzeug Twizy von Renault hat nicht einmal Türen.  |  © press-inform

Der französische Hersteller Renault hat klare Vorstellungen. Sein neues batteriebetriebenes Kleinstauto Twizy soll den Verkehr in den Ballungsräumen revolutionieren und so den noch jungen Markt für Elektro-Autos aufmischen. Der aufsehenerregende Zweisitzer, der in diesem Jahr zu den Händlern kommt, ist halb Auto und halb Motorroller – und steht für einen Trend. Denn auch Volkswagen hat vor einigen Monaten mit der Studie Nils ein ähnliches Konzept vorgestellt. Konkurrent Opel arbeitet an einem Einsitzer mit Elektromotor.

Ob sich für die außergewöhnlichen Flitzer allerdings Kunden finden, ist zweifelhaft. Einer Studie des CAR Centers der Universität Duisburg-Essen zufolge werden es diese Konzepte zumindest auf Europas größtem Automarkt sehr schwer haben. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass das Interesse an motorradähnlichen Zweisitzern in Deutschland bei null liegt. Nicht ganz so gewöhnungsbedürftige Elektroautos haben hingegen sehr wohl eine Chance.

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In einem umfangreichen Experiment beobachteten die Forscher drei Monate lang das Verhalten von 226 repräsentativ ausgewählten Personen gegenüber Elektrofahrzeugen. Dabei wurden die Testpersonen eingangs befragt, danach längeren Praxistests mit den Fahrzeugen ausgesetzt und ihre Meinung zu den Stromern am Ende erneut eingeholt.

Eines der Ergebnisse: Vehikel wie der Renault Twizy stoßen in Deutschland auf keinerlei Kundeninteresse. Dennoch müssen die Hersteller von Elektroautos sich nicht entmutigen lassen. Denn es gibt auch ein positives Resultat: Die Kaufbereitschaft für Elektro-Fahrzeuge lag generell nach dem Fahren deutlich höher als vor dem Test.

Die Nachfrage nach Stromern wird unterschätzt

Die Experten des Instituts glauben deshalb, dass die Nachfrage nach den Stromern in Deutschland unterschätzt wird. Die vergleichsweise geringe Reichweite der Fahrzeuge sei bei der Umfrage kein entscheidender Parameter gewesen. Der momentan noch sehr hohe Preis wirke sich dagegen sehr negativ aus. Die heute erhältlichen Elektroautos wie der Mitsubishi i-Miev oder der Citroen C-Zero lägen mit 36.000 Euro deutlich über der Grenze, die die Kunden auszugeben bereit seien.

Dennoch zeigt sich Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer überrascht, wie positiv die Befragten auf die Elektroautos reagierten: "71 Prozent aller Testpersonen haben nach den umfangreichen Fahrten und Einweisungen in die Stromlademöglichkeiten angegeben, beim nächsten Autokauf Elektroautos mit zu berücksichtigen." Dies sei ein sehr hoher Wert, der die Bedeutung von Produkttests bei der Umsetzung der Elektromobilität belege. "Der Schlüssel zur Elektromobilität ist die Neugierde der Autofahrer, Neues kennenzulernen, ohne eine Verpflichtung einzugehen", glaubt Dudenhöffer.

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) sollte daraus Konsequenzen ziehen, raten die Experten aus dem Ruhrgebiet. Es gebe kein besseres Instrument, als durch Carsharing mit Elektrofahrzeugen die Menschen mit den neuen Produkten vertraut zu machen.

Erschienen im Handelsblatt

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Leserkommentare
  1. In China sind inzwischen mehr Menschen mit E-Fahrzeugen unterwegs als mit bezingetriebenen Stinke-Kisten. Diese E-Roller sind zwar ziemlich primitive Dinger, dafuer kosten sie im Schnitt unter 400 Euro. Diesen komischen High-Tech-Miev zu Fantasiepreisen, um den es im Text geht, braucht kein Mensch.

    Aber warten wir mal ab, wer den ersten funky-Kabinen-Roller in Iphone-Optik auf den Markt bringt, der um die 5000 Euro kostet...

    Dafuer ist ein Markt da, denn Megastaedte schrumpfen nicht und der SUV sieht zwar in Stau gut aus, aber ist halt irgendwie unpraktisch. Ich sehe die Chinesen derzeit vorn. Immerhin haben die viele Jahre Praxiserfahrung mit E-Molbilen. In Deutschland wird nur geredet und auf einem romantisierenden Auto-Konzept beharrt.

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    • MWittig
    • 15. Januar 2012 12:33 Uhr

    Leider hat ihre Argumentation ein paar Schönheitsfehler:
    - Es ist in den Städten verboten neue Motorroller mit Verbrennungsmotor zu kaufen. Die Bürgen werden also gezwungen E-Bikes zu kaufen oder immobil zu sein.
    - Die Mehrheit der E-Bikes in China fährt mit Bleibatterien. Und da ich die Verwertungssysteme in Cina schlechter einschätze als in Deutschland, so ist das eine große Umweltsauerrei.
    - Praxiserfahrung der Chines bei E-Mobilen mit primitiv Technik und Bleiakkus? Wo genau liegt darin der Vorteil?

    Bestimmt würde sich die Chinesen lieber ein vollwertiges Auto als ein E-Bike kaufen, wenn Sie denn die finanziellen Möglichkeiten dazu hätten.

    • bnt
    • 15. Januar 2012 12:23 Uhr

    Es ist doch immer das alte Lied mit Elektroautos und alternativen Energiekonzepten: Die Nachfrage ist gering, deshalb ist man zurückhaltend mit dem Schaffen eines Angebotes, ergo passiert wieder nicht viel. Dass manchmal ein bisschen Pioniergeist, Risikobereitschaft und ein gewisses Werbebudget zum Anheizen der Nachfrage aber ganze technische Revolutionen ermöglichen können, hat uns zuletzt Steve Jobs in der Computerbranche gezeigt. Dass das nicht in der Autobranche funktioniert könnte vielleicht daran liegen, dass hier einfach die entsprechenden Visionen fehlen. Stattdessen gibts dann sogenannte Marktforschung die uns nur wieder erzählt dass der Bauer nicht frisst was er nicht kennt. Prima. So werden wir in Deutschland/Europa jedenfalls nicht zum Innovationszentrum des 21. Jahrhunderts...

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    ...ob E-Mobilität nicht eine Sackgasse ist. Aus mir unerfindlichen Gründen hat man sich darauf eingeschossen. Trotz enorm hoher Akkupreise (Akkus die wiederrum knappe Rohstoffe brauchen), trotz hohen Gewichtes der Akkus, trotz relativ langer Ladezeiten, kurzen Reichweiten usw.

    Zuviele Probleme auf einmal in zu kurzer Zeit, in einem Bereich in dem wahrscheinlich eher Grundlagenforschung angebracht wäre.

    • lyriost
    • 15. Januar 2012 12:25 Uhr

    Festzustellen ist, daß auch beim "Handelsblatt" sprachliche Logik ein Schattendasein zu führen scheint und bei der Formulierung von Texten nicht nachgedacht wird. "Die "Kaufbereitschaft für Elektrofahrzeuge" ist so originell wie die Trinkbereitschaft für Alkohol. An anderer Stelle liegt etwas "deutlich über der Grenze, die die Kunden auszugeben bereit seien". Eine Grenze, die ausgegeben wird? Ich bezahle normalerweise mit Geld. Und die Wendung "Einweisungen in die Stromlademöglichkeiten" läßt darauf schließen, daß bei der Einweisung des Autors in die Technik sprachlich-logischer Gestaltung von Inhalten etwas schiefgelaufen ist.

    • MWittig
    • 15. Januar 2012 12:33 Uhr

    Leider hat ihre Argumentation ein paar Schönheitsfehler:
    - Es ist in den Städten verboten neue Motorroller mit Verbrennungsmotor zu kaufen. Die Bürgen werden also gezwungen E-Bikes zu kaufen oder immobil zu sein.
    - Die Mehrheit der E-Bikes in China fährt mit Bleibatterien. Und da ich die Verwertungssysteme in Cina schlechter einschätze als in Deutschland, so ist das eine große Umweltsauerrei.
    - Praxiserfahrung der Chines bei E-Mobilen mit primitiv Technik und Bleiakkus? Wo genau liegt darin der Vorteil?

    Bestimmt würde sich die Chinesen lieber ein vollwertiges Auto als ein E-Bike kaufen, wenn Sie denn die finanziellen Möglichkeiten dazu hätten.

    Antwort auf "Guten Morgen!"
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    hab ich keinen Schimmer. Aber meine Erfahrung sagt mir, dass das Zeug in China irgendwo in die Landschaft gekippt wird und frueher oder spaeter im Wasser und im Essen landet. Aber das ist nun kein spezifisches Problem der E-Mobilitaet, sondern das liegt daran, dass die gesamte Weltoeffentlichkeit nach abstrakten Menschenrechten schreit, aber weltweit kein gesondertes Interesse daran besteht, die ganzen Sauerein aufzudecken, die in China meist deswegen geschehen,um den Langnasen ihren Billigschrott so billig wie moeglich zukommen zu lassen und damit der Media-Markt den Kampf unter dem Weihnachtsbaum ausrufen kann, in Deutschland der Geiz auch weiterhin geil bleiben darf...

    Und warum verbietet man nicht einfach diese widerlich aufgeblasenen und stinkenden Drecks-SUVs, die insbesondere deutsche Firmen bauen, um die neureichen Ausbeuter weltweit... Ach lassen wir das.

    Nach Ihrer Logik muesste allerdings auch das deutsche Pfandsystem den menschenverachtenden Makel haben, zwangsweise eingefuehrt worden zu sein. Und die Chinesen haben die unveräußerliche Freiheit, ihr Bier auch weiterhin aus Dosen zu trinken. (Muhahaha)

    • Fuji
    • 15. Januar 2012 13:24 Uhr

    ... Zwang?

    "Zwänge" gibts überall bei der Mobilität, da braucht man gar nicht erst ein autoritäres Regime wie in China zu betrachten. Wobei angesichts der Luftverschmutzung dort durchaus ein berechtigtes Interesse an der Begrenzung der Verbrennungsmotoren besteht.

    Sicher ist die Verwenung von Bleiakkus mit mutmaßlichem schlechteren Recyclingsystem ein Problem, aber das träfe in gleichem Maße auf die Bleiakkus für Autos zu, die alternativ angenommen werden.

    Die Praxiserfahrung mit E-Mobilität kann dagegen nicht bestritten werden, da sich bis auf den Akku und das Ladegerät die Anforderungen wie z.B. Ladeinfrastruktur und Massenverfügbarkeit von elektrischen Komponenten in diesem Anwendungsspektrum nicht von Li-Akkus unterscheiden. Vielleicht haben Sie es ja noch nicht mitbekommen, aber der Markt der Pedelec explodiert hier in Europa geradezu.

    Natürlich hätten viele Chinesen lieber ein vollwertiges Auto anstelle eines E-Bikes. Nur wird das nie der Fall sein, egal ob aus finanziellen Gründen oder weil die Organisation der Mobilität gerade in Megacities Grenzen setzt.

  2. Eine vollwertige Mittelklasselimousine als Elektroversion anzubieten ist aus meiner Sicht nicht notwendig. Damit wird so ein Fahrzeug zu schwer und zu teuer.

    Den Twizy finde ich interessant, macht sicher Spaß, den zu fahren, und Türen gibt es optional dazu. Das geht in die richtige Richtung: Einfachere, preisgünstigere E-Autos für den Stadtverkehr, die die meisten Alltagserledigungen ermöglichen.

  3. hab ich keinen Schimmer. Aber meine Erfahrung sagt mir, dass das Zeug in China irgendwo in die Landschaft gekippt wird und frueher oder spaeter im Wasser und im Essen landet. Aber das ist nun kein spezifisches Problem der E-Mobilitaet, sondern das liegt daran, dass die gesamte Weltoeffentlichkeit nach abstrakten Menschenrechten schreit, aber weltweit kein gesondertes Interesse daran besteht, die ganzen Sauerein aufzudecken, die in China meist deswegen geschehen,um den Langnasen ihren Billigschrott so billig wie moeglich zukommen zu lassen und damit der Media-Markt den Kampf unter dem Weihnachtsbaum ausrufen kann, in Deutschland der Geiz auch weiterhin geil bleiben darf...

    Und warum verbietet man nicht einfach diese widerlich aufgeblasenen und stinkenden Drecks-SUVs, die insbesondere deutsche Firmen bauen, um die neureichen Ausbeuter weltweit... Ach lassen wir das.

    Nach Ihrer Logik muesste allerdings auch das deutsche Pfandsystem den menschenverachtenden Makel haben, zwangsweise eingefuehrt worden zu sein. Und die Chinesen haben die unveräußerliche Freiheit, ihr Bier auch weiterhin aus Dosen zu trinken. (Muhahaha)

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    • MWittig
    • 15. Januar 2012 17:54 Uhr

    Hallo,

    >>Von Batterien hab ich keinen Schimmer.

    Dann sollten Sie sich vieleicht erst einmal schlau machen, bevor sie hier schreiben. Mit polemischen Sprüchen und rumgejammer konnte noch kein Problem gelößt werden.

    >>Nach Ihrer Logik
    Sebstverständlich bin ich nicht gezwungen eine Pfandflasche oder Dose zurückzubringen. Und ich kann auch noch hier in Deutschland Bier in Dosen kaufen. Die Chinesen jedoch können nicht mit einem Motorroller fahren und sind mehr oder weniger gezwungen E-Bikes zu kaufen.
    Daher verstehe ich ihre Argumentation nicht.

    bye

    • greuel
    • 15. Januar 2012 13:22 Uhr

    1. Türen, denn wer will im Winter oder im Regen im Freien rumfahren?

    2. Die Mitgliedschaft beim Carsharing. Wer ein Auto kauft, möchte damit auch die Möglichkeit zu Ikea oder in die nächste Großstadt zu fahren. Hätte man also die Möglichkeit, solch ein Angebot wahrzunehmen, kämen solche Wagen vielleicht eher in Frage.

    • Fuji
    • 15. Januar 2012 13:24 Uhr

    ... Zwang?

    "Zwänge" gibts überall bei der Mobilität, da braucht man gar nicht erst ein autoritäres Regime wie in China zu betrachten. Wobei angesichts der Luftverschmutzung dort durchaus ein berechtigtes Interesse an der Begrenzung der Verbrennungsmotoren besteht.

    Sicher ist die Verwenung von Bleiakkus mit mutmaßlichem schlechteren Recyclingsystem ein Problem, aber das träfe in gleichem Maße auf die Bleiakkus für Autos zu, die alternativ angenommen werden.

    Die Praxiserfahrung mit E-Mobilität kann dagegen nicht bestritten werden, da sich bis auf den Akku und das Ladegerät die Anforderungen wie z.B. Ladeinfrastruktur und Massenverfügbarkeit von elektrischen Komponenten in diesem Anwendungsspektrum nicht von Li-Akkus unterscheiden. Vielleicht haben Sie es ja noch nicht mitbekommen, aber der Markt der Pedelec explodiert hier in Europa geradezu.

    Natürlich hätten viele Chinesen lieber ein vollwertiges Auto anstelle eines E-Bikes. Nur wird das nie der Fall sein, egal ob aus finanziellen Gründen oder weil die Organisation der Mobilität gerade in Megacities Grenzen setzt.

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    • MWittig
    • 15. Januar 2012 17:44 Uhr

    Hallo,

    >>Sicher ist die Verwenung von Bleiakkus mit mutmaßlichem >>schlechteren Recyclingsystem ein Problem, aber das träfe in >>gleichem Maße auf die Bleiakkus für Autos zu, die alternativ >>angenommen werden.

    Das ist falsch, denn as E-Bike steht in China zur Konkurenz zum Motorroller, nicht zum Auto.

    Interessant ist auch diese Betrachtung zur Einführung E-Bikes in China und Taiwan (aus 2010):
    http://www.duke.edu/~cy42...

    Interessant ist dieses Zitat:
    "A Taiwanese scooter retailer was quoted “for every ten consumers who purchased an electric scooter, ten of them would come back to complain.”

    bye

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