Oldtimer SL: Der Flügeltür-Klassiker lebt
2012 kommt die neue Generation des Mercedes SL auf den Markt, zum 60. Jubiläum der Baureihe. Der dafür aufwändig restaurierte Ur-SL von 1952 fährt noch ordentlich.
Eine Vierteldrehung am Zündschlüssel, ein Druck auf den metallenen Starterknopf direkt daneben – und dann geht der Sechszylindermotor an. Erst klingt er ein bisschen unwillig, doch schnell brabbelt er los, als wäre er frisch vom Band. Unterhalb der Beifahrertür bebt der durch ein Loch in der Karosserie nach außen geführte Auspuff im Rhythmus mit. Nummer 2 ist bereit zu ein paar Runden auf der Einfahrbahn im Stuttgarter Mercedes-Werk.
Nummer 2: Das ist der älteste noch existierende Mercedes-Benz SL. Das zweite Exemplar, das jemals gebaut wurde. Nummer 1 ist, wie bei Prototypen üblich, längst in der Schrottpresse gelandet. Nummer 2 dagegen war immer im Besitz von Mercedes-Benz, wurde zwischendurch mal halbherzig teilrestauriert und ruhte ansonsten, in seine Einzelteile zerlegt und gut konserviert, bei Mercedes.
Bis jetzt. Im Classic Center der Schwaben wurde der SL in den vergangenen neun Monaten mit viel Aufwand und so originalgetreu wie möglich restauriert. Der Grund: Beinahe auf den Tag genau vor 60 Jahren wurde der Ur-SL öffentlich vorgestellt, und nun präsentiert Mercedes das Renn-Coupé mit Flügeltüren auf der Automesse in Detroit neben der neuen SL-Generation. Die ist wie gehabt ein Roadster mit Klappdach.
Der erste SL zog am 12. März 1952 auf der Autobahn zwischen Stuttgart und Heilbronn an den angereisten Journalisten vorbei. Ein Jahr zuvor hatte der Mercedes-Vorstand beschlossen, wieder ins Renngeschäft einzusteigen und den Bau des "300 Super-Leicht" in Auftrag gegeben. Später wurde der Zusatz in "SL" abgekürzt. Vom intern "W 194" genannten 300 SL wurde ein Straßenwagen abgeleitet, der unter dem gleichen Namen, aber mit der internen Typbezeichnung "W 198" ab 1954 zunächst als Coupé, später als Roadster angeboten wurde.
Von Hand gefertigt
Der "W 194" mit der Chassisnummer 2 wurde ebenso wie der Prototyp in der Rennwerkstatt unter der Leitung von Rudolf Uhlenhaut in Handarbeit aufgebaut. Während der Montage gab es an der Grundkonstruktion immer wieder Modifikationen. Nummer 2 hat denn auch den solitären Charakter bewahrt: Die Schweißnähte sind erkennbar von Hand gezogen, dem großen Stern vorne auf dem Kühler sieht man die Handarbeit ebenfalls an, und Scheibenwaschbehälter, Auspuff und Sitzgestelle sind deutlich als Einzelanfertigungen zu erkennen.
Die nächsten neun Fahrzeuge, die 1952 hauptsächlich in Rennen eingesetzt wurden, entstanden dagegen rationeller und unter Verwendung von Pressteilen im Mercedes-Werk Sindelfingen. Leichtbau wurde schon damals eingesetzt. Die Karosserie des W 194 zum Beispiel bestand aus besonders dünnem Aluminium-Magnesium-Blech. Einige Bauteile waren ganz aus leichtem aber teuren Magnesium, etwa die Hinterachs- und Lenkgetriebegehäuse. Der Treibstofftank und der Hauptbremszylinder waren aus Aluminium. Fahrfertig hatte der W 194 ein Gewicht von nur 1.060 Kilogramm.
Die Mühe lohnte sich: 1952 holten die 300 SL unter anderem einen Dreifachsieg beim Preis von Bern, einen Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, einen Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring und den Dreifachsieg bei der Carrera Panamericana in Mexiko. Nummer 2 fuhr allerdings kein einziges dieser Rennen mit. "Er war als Ersatz- und Trainingsfahrzeug im Einsatz", sagt Michael Plag vom Mercedes Classic Center.
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dafür, dass mal jemand auf die konstruktiven Hintergründe der "Flügeltüren" hinweist, nämlich, wie ganz richtig gesagt, die Erfordernis von breiten und hohen Gitterrohr - Rahmen - Teilen im Bereich der "Schwelle" unterhalb der Türen.
Die Flügeltüren waren natürlich eine klasse Idee, und in dem gegebenen Zusammenhang auch sinnvoll.
Was sich da heute im Auto - Design mit den "Flügeltüren" tut, ist in Anbetracht der ganz anderen konstruktiven Gegebenheiten (Karosserie anders konstruiert) reichlicher Schwachsinn, ganz zu schweigen vom gestalterischen.
Na ja. Alles hässlich. Merkt keiner.
Damals waren Flügeltüren wegen der konstruktiven Gegebenheiten sinnvoll - schön.
Heute sind sie es wegen der engen Parkbuchten in Parkhäusern. Das Aus- und Einsteigen ist mit Flügeltüren deutlich komfortabler. Konstrukteure und Designer tun gut daran das umzusetzen.
Damals waren Flügeltüren wegen der konstruktiven Gegebenheiten sinnvoll - schön.
Heute sind sie es wegen der engen Parkbuchten in Parkhäusern. Das Aus- und Einsteigen ist mit Flügeltüren deutlich komfortabler. Konstrukteure und Designer tun gut daran das umzusetzen.
Damals waren Flügeltüren wegen der konstruktiven Gegebenheiten sinnvoll - schön.
Heute sind sie es wegen der engen Parkbuchten in Parkhäusern. Das Aus- und Einsteigen ist mit Flügeltüren deutlich komfortabler. Konstrukteure und Designer tun gut daran das umzusetzen.
Die Dimensionen der Türen bleiben nur deshalb im Rahmen, weil eine enorme Schwelle bleibt. Würde die Tür bis auf heute übliches Niveau runtergehen, würde sie so weit nach außen schwingen, dass man auf vielen Parkplätzen schlichtweg nicht aus dem Auto käme.
Da sind herkömmliche Türen deutlich praktischer, wer es trotzdem schwingen lassen will, ist mit Scherentüren deutlich besser bedient. Eine Lösung wäre vielleicht auch noch, die Schwelle unten extra rausklappen zu lassen, was, glaube ich, auch schon gemacht wurde.
Die Dimensionen der Türen bleiben nur deshalb im Rahmen, weil eine enorme Schwelle bleibt. Würde die Tür bis auf heute übliches Niveau runtergehen, würde sie so weit nach außen schwingen, dass man auf vielen Parkplätzen schlichtweg nicht aus dem Auto käme.
Da sind herkömmliche Türen deutlich praktischer, wer es trotzdem schwingen lassen will, ist mit Scherentüren deutlich besser bedient. Eine Lösung wäre vielleicht auch noch, die Schwelle unten extra rausklappen zu lassen, was, glaube ich, auch schon gemacht wurde.
für den interessanten Bericht!
Die Dimensionen der Türen bleiben nur deshalb im Rahmen, weil eine enorme Schwelle bleibt. Würde die Tür bis auf heute übliches Niveau runtergehen, würde sie so weit nach außen schwingen, dass man auf vielen Parkplätzen schlichtweg nicht aus dem Auto käme.
Da sind herkömmliche Türen deutlich praktischer, wer es trotzdem schwingen lassen will, ist mit Scherentüren deutlich besser bedient. Eine Lösung wäre vielleicht auch noch, die Schwelle unten extra rausklappen zu lassen, was, glaube ich, auch schon gemacht wurde.
wäre es, es mit der permanenten Verbreiterung der Autos langsam 'mal gut sein zu lassen. Wie breit möchte man sie eigentlich noch machen, wem reicht die Ellenbogenfreiheit noch nicht?
Vor einiger Zeit standen ein Passat B1 anno 1975 und ein Golf A5 anno 2005 vor mir. Raten sie 'mal welches Fahrzeug deutlich breiter war.
Oder sehen Sie sich 'mal den einstigen gehobenen Mittelklassewagen BMW 1602 bis 2002 an. Der war einst richtig was. Heute wirkt er regelrecht zierlich.
Aber vielleicht haben wir in der heutigen Zeite auch einfach alle breitere Ellenbogen und brauchen deshalb die Breite....
wäre es, es mit der permanenten Verbreiterung der Autos langsam 'mal gut sein zu lassen. Wie breit möchte man sie eigentlich noch machen, wem reicht die Ellenbogenfreiheit noch nicht?
Vor einiger Zeit standen ein Passat B1 anno 1975 und ein Golf A5 anno 2005 vor mir. Raten sie 'mal welches Fahrzeug deutlich breiter war.
Oder sehen Sie sich 'mal den einstigen gehobenen Mittelklassewagen BMW 1602 bis 2002 an. Der war einst richtig was. Heute wirkt er regelrecht zierlich.
Aber vielleicht haben wir in der heutigen Zeite auch einfach alle breitere Ellenbogen und brauchen deshalb die Breite....
Ich wette würde MB den SL in dem alten Design neu auflegen, d.h. man würde sich der alten, hier gezeigten, Außenhaut so weit wie möglich nähern, ohne irgendwelche Japan-LEDs anzubringen - der Wagen wäre, ähnlich MINI, ein Verkaufsschlager.
Also ein sportlicher 2sitzer, der neueste Technik unter einer klassischen Form vereint. Die alte Form kann so schlecht für Aerodynamik und Fussgängerschutz ja nicht gewesen sein, dazu ein moderner Diesel oder gar Hybrid... ein Traumwagen. Gut, ein wenig größer könnte man ihn gestalten, aber nur in Maßen, denn schliesslich führt das gegenwärtige "immer größer" mittlerweile in dt. Städten, d.h. auf Straßen und Parkplätzen und -häusern, zu Problemen.
So könnte der neue alte SL ein richtiger neuer Klassiker werden, ähnlich wie ein BMW Z8...
Ach ja, man darf ja mal träumen... ;-)
wäre es, es mit der permanenten Verbreiterung der Autos langsam 'mal gut sein zu lassen. Wie breit möchte man sie eigentlich noch machen, wem reicht die Ellenbogenfreiheit noch nicht?
Vor einiger Zeit standen ein Passat B1 anno 1975 und ein Golf A5 anno 2005 vor mir. Raten sie 'mal welches Fahrzeug deutlich breiter war.
Oder sehen Sie sich 'mal den einstigen gehobenen Mittelklassewagen BMW 1602 bis 2002 an. Der war einst richtig was. Heute wirkt er regelrecht zierlich.
Aber vielleicht haben wir in der heutigen Zeite auch einfach alle breitere Ellenbogen und brauchen deshalb die Breite....
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