AutoreparaturenWenig Chancen auf "Do it yourself"

Kfz-Werkstattbesuche gehen ins Geld. Doch die modernen Autos mit viel Elektronik lassen kaum mehr Raum für Eigeninitiative. Was lässt sich heute noch selber reparieren? von Marcel Sommer

Das Prüfen des Ölstands im Motor und ein Ölwechsel zählen zu den wenigen Dingen, die man heute noch selbst erledigen kann.

Das Prüfen des Ölstands im Motor und ein Ölwechsel zählen zu den wenigen Dingen, die man heute noch selbst erledigen kann.  |  © press-inform

Einst war es für Autobesitzer selbstverständlich, kleine Reparaturen am Fahrzeug selbst zu erledigen. Viele konnten im Fall einer kleineren Panne ihr Auto problemlos wieder flott bekommen. Doch heute setzen die technisch hochgerüsteten Autos mit ihrer modernen Elektronik den Do-it-yourself-Reparateuren enge Grenzen.

Bleibt also nur der zeitaufwändige und kostspielige Weg zum freundlichen Werkstattmeister? Oder welche mechanischen Probleme können und dürfen noch in Eigenregie behoben werden? Die Antwort darauf fällt nicht ganz überraschend, aber dafür eindeutig aus: so gut wie nichts.

Anzeige

Zu den wenigen noch in Eigenregie zu erledigenden Reparaturen gehört das Auswechseln einer defekten Glühbirne, solange dafür nicht der komplette Kotflügel abgenommen oder das Auto auf eine Hebebühne gefahren werden muss. Bei Fahrzeugen wie dem Nissan Note ist lediglich eine Manschette zu lösen und mit ein wenig Fingerspitzengefühl eine Klammer zur Seite zu schieben. Nach zwei oder drei Lampenwechseln gelingt diese Aktion auch mit geschlossenen Augen.

Fällt jedoch der kleine Glühkörper bei einem Smart Cabrio aus, muss die ganze Frontverkleidung gelöst werden. Den Spitzenwert für einen Lampentausch hält der Chrysler 300 M mit 72 Minuten. Wer jetzt denkt, dass die Dauer eines Lampenwechsels mit dem Wert des Autos steigt, irrt. Muss nämlich beim Porsche Boxster die Birne erneuert werden, wird lediglich der Frontscheinwerfer herausgebaut. Mit dem mitgelieferten Werkzeug bereitet das keine Schwierigkeit und ist schon nach fünf Minuten erledigt.

Finger weg von der Lenkung

Damit das künftig bei allen neuen Fahrzeugen so einfach geht, hat die EU der Richtlinie ECE 48 über die Beleuchtung von Kraftfahrzeugen eine Ergänzung 07 angefügt. Danach sind die Scheinwerfer vom Hersteller eines Kraftfahrzeuges so zu konstruieren, dass Leuchtmittel ohne Spezialwerkzeug mit Bordmitteln ausgetauscht werden können. Ausgenommen von dieser Ergänzung sind Xenon-Anlagen und LED-Beleuchtungen, da dort zum Teil lebensgefährliche Spannungen anliegen.

Zu den wenigen Selfmade-Reparaturen zählt mit etwas Geschick und automobilem Wissen sowie einer Hebebühne auch das Austauschen eines Auspuffs. Nahezu das einzige, aber nicht zu verachtende Problem ist dabei das Lösen des alten Auspuffs. Die Rohre sind in vielen Fällen stark verrostet, was das Vorhaben nahezu unmöglich macht. Ist das Fahrzeug gerade auf der Hebebühne, lassen sich bei einigen Modellen auch noch die Bremsbeläge erneuern. Zuvor sollte allerdings geklärt sein, ob zum Lösen der Beläge ein Diagnosegerät benötigt wird oder nicht. Hier dürfte vielfach ein Blick in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs weiterhelfen, ansonsten können zuständige Autohäuser oder Werkstätten darüber Auskunft geben.

Die Reifen lassen sich mit dem richtigen Felgenschlüssel so gut wie immer wechseln, womit nun fast alle Möglichkeiten der in Eigenregie durchführbaren Reparaturen ausgeschöpft wären. Einzig ein Wechsel der Batterie steht noch zur Option – jedoch nicht der Austausch der Autobatterie, sondern der im Schlüssel verbauten Batterie. Nicht ohne Grund hat Ford bei seinem Nutzfahrzeug Transit in den Schlüssel einen Akku verbaut, der automatisch wiederaufgeladen wird, sobald der Schlüssel im Zündschloss steckt.

Zählt man die Instandhaltungsmaßnahmen zu den Reparaturen, kommen noch der Öl-, Kühlwasser- und Luftfilterwechsel sowie die Korrektur des Reifenluftdrucks hinzu. Und auch das Wiederauffüllen des Scheibenwischwassers oder der Austausch der Scheibenwischerblätter ist von nahezu jedem Autofahrer durchführbar. Damit sind die Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen, aber erschöpft – vor allem von sicherheitsrelevanten Teilen an der Lenkung und den Bremsen sollten Laien unbedingt die Finger lassen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • elvis99
    • 14. Februar 2012 10:57 Uhr

    "Ausgenommen von dieser Ergänzung sind Xenon-Anlagen und LED-Beleuchtungen, da dort zum Teil lebensgefährliche Spannungen anliegen."

    Da in den meisten mordernen Autos, insb. nach Inkrafttreten dieser Regelung, *NUR* noch LED und Xenon-Anlagen verbaut werden, ist diese Regelung in etwa so nötig gewesen wie jene, die die Gurkenkrümmung reguliert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mal nebenbei: Die "Gurkenkrümmungsverordnung" wurde übrigens - wie viele andere auch - auf Betreiben des Handels (der Wirtschaftslobby) eingeführt. Die "holländische Qualitätsgurke" soll schliesslich nicht von den krummen Dingern aus der Türkei, Ägypten etc, verdrängt werden.

  1. "Ausgenommen von dieser Ergänzung sind Xenon-Anlagen und LED-Beleuchtungen, da dort zum Teil lebensgefährliche Spannungen anliegen."

    LEDs werden typischerweise mit 2-3 Volt betrieben.
    Wo ist da die Hochspannung ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wird gezündet, dazu wird eine hohe Spannung verwendet.
    Und bei beispielsweise Spannungen von 50.000 Volt ist ein Warnhinweis doch nicht ganz verkehrt.

    Ja, Weisse LEDs arbeiten bei Spannungen von 3,5, auch mal vier Volt, also warum "Hochspannung"?

    Einzelne LEDs haben keine sehr hohe Ausgangsleistung, daher müssen immer mehrere zusammengeschaltet werden. Die Grenze für das 12V Bordnetz liegt also bei drei LEDs was viel zuwenig ist. Dann kommt dazu, dass die Lichtmaschine auch mal 15V liefert und beim Start des Motors (was bei einer Start-Stopp-Automatik häufiger vorkommt) auch mal nur noch drei Volt vorhanden sind. Also hat man heutzutage sogenannte LED-Treiber vor die Scheinwerfer gesetzt, die im eingeschalteten Zustand bequem 60V produzieren, egal wie viel oder wie wenig vom Bordnetz anliegt.

    60V sind kein Wert bei dem man gegrillt wird, jedoch dürfte man da schon satt eine geklebt bekommen, womit Sekundarverletzungen durch das panische rumzucken im Bereich des möglichen liegen.

    ABER:
    LEDs haben eine enorme Lebensdauer und können mit vernünftigen Treibern, die auch bei reinem Tagfahrlicht keine 100% Leuchtstärke produzieren, auf weit über 50000h Lebensdauer kommen, also bei 12h täglichem Einsatz liegt man jenseits von zehn Jahren. Ein wechseln der Leuchteinheiten ist da eher unwahrscheinlich, daher ist ein einfaches Tauschen wohl doch eher unnötig.

  2. Der Artikel strotzt nur so von Allgemeinplätzen und ist so flach wie die Platte meines Schreibtisches.
    Zuerst einmal ist natürlich wieder "die Elektronik" schuld. Was in keinster Weise richtig ist. Vielmehr ist die Komplexität moderner Fahrzeuge schuld, die aber dank der Elektronik weitaus überschaubarer, modularer wird. Durch das zusammenfassen der Klimasteuerung in einer elektronischen Einheit werden tausende von anfälligen Kabelverbindungen vermieden und es ist zwar richtig, dass ich, im Falle eines Defektes am Steuergerät (d. h. der elektronischen Einheit) dieses ausbauen, wegschmeissen und ein neues einbauen muss. Das ist aber weitaus weniger aufwendig, als tausende Kabel zu prüfen, von denen ich die meisten nicht sehen kann, weil diese in einem Wust übereinanderliegen.
    Die Schäden in besagtem Steuergerät sind auch dank der Integration so gut wie nie vorhanden, ausser es kommt natürlich jemand, der mit einer Starthilfevorrichtung mit 16V das Fahrzeug anlassen will und damit Überspannung und Schäden erzeugt.
    So hatte ich bei meinem Maserati Biturbo, welcher leider noch nicht viel in Steuergeräten integriert, sondern noch viele Kabelverbindungen hat, einmal Motorprobleme. Alle Werkstätten vermuteten sofort ein Steuergerät. Es war hingegen ein billiger Kontakt schuld.
    Bei Bremsen und Lenkung sollte man auch bei alten Fahrzeugen als Laie nicht Hand anlegen ohne konsequent Teile zu tauschen. Bei Bremsen muss man konsequent handeln und Teile konsequent ersetzen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • D.W.
    • 15. Februar 2012 20:07 Uhr

    Ich habe beim Lesen des Artikels auch die ganze Zeit auf die Erläuterung gewartet, die deutlich macht an welchen Stellen es durch die moderne Elektronik Probleme für den Laien geben könnte. Damit möchte ich NICHT sagen, dass diese Problematik nicht existiert. Aber ich wüsste eben auch nicht, dass es früher empfehlenswerter war, dass sich Laien an sicherheitsrelevanten teilen wie Lenkung, Fahrwerk oder Bremsen zu schaffen machen. Man muss für Reparaturen an diesen Komponenten zwar nicht unbedingt ein KFZ-Mechaniker sein (das bin ich auch nicht und habe trotzdem schon Stoßdämpfer, Antriebswellen oder Bremsscheiben problemlos gewechselt), aber man sollte sich vorher sehr ausführlich in die Thematik einarbeiten. Ich behaupte mal, dass sich an dieser Tatsache auch nicht viel geändert haben dürfte.
    Aber eines steht auch fest: Ich kenne viele Menschen, die schon Probleme damit haben den richtigen Luftdruck für ihre Reifen herauszufinden oder den Ölstand zu kontrollieren. Somit sollten diejenigen sowieso zu ihrer eigenen Sicherheit auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten lieber in eine Werkstatt fahren.

    Kleiner Appell noch an den Verfasser Herrn Sommer (ich weiß, ich wiederhole mich nun): Wenn Sie im Untertitel explizit schreiben, dass durch "Elektronik kaum mehr Raum für Eigeninitiative" bleibt, dann wäre es hilfreich, wenn Sie auch erläutern, an welche Eigeninitiativen Sie genau gedacht haben. Lenkung und Bremsen waren für ahnungslose Laien - wie bereits gesagt - schon immer tabu!

  3. Mal nebenbei: Die "Gurkenkrümmungsverordnung" wurde übrigens - wie viele andere auch - auf Betreiben des Handels (der Wirtschaftslobby) eingeführt. Die "holländische Qualitätsgurke" soll schliesslich nicht von den krummen Dingern aus der Türkei, Ägypten etc, verdrängt werden.

    Antwort auf "Danke EU"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • D.W.
    • 15. Februar 2012 19:41 Uhr

    Schade, dass Sie sich nie zum Thema "Gurkenverordnung" informiert haben.
    Sie haben allerdings mit zwei Dingen absolut recht:
    1. Es gibt eine Verordnung zur Festsetzung von Qualitätsnormen für Gurken (aus dem Jahre 1988).
    2. Der Handel hat sich damals für diese Verordnung eingesetzt. Das hatte aber nicht den Grund, dass man türkische oder ägyptische Gurken verdrängen wollte (ist das ihr ernst?). Gurken dürfen auch nach wie vor so krumm sein, wie sie wollen. Sie werden durch die Verordnung aber in europaweit einheitliche Handelsklassen gegliedert, weil dies logistische Vorteile für das Abpacken der Gurken hat.

    Ich kann sie insofern beruhigen: Es gibt/gab keine Verschwörung der Wirtschaftslobby gegen zu krumme Gurken aus der Türkei oder Ägypten!

    Hmm...kann mir jemand sagen, wo die thematische Verbindung zwischen Gurkenverordnungen und der Reparatur von modernen Autos liegt? Das geht doch gerade voll am Thema vorbei, oder nicht? ;)

  4. Wir bezahlen den Fortschritt mit Abhängigkeit. An dieser Abhängigkeit wird verdient - kein Problem, so lange man das Geld hat und gelassen damit umgeht. Sollte man sich allerdings darüber ärgern, so böte es sich an, die Nachteile gegen die Vorteile abzuwägen.

    Plakativ gesagt gibt es prinzipiell zwei Verhaltensmöglichkeiten: Man leistet sich das Neue, Aufregende, vermeintlich Bessere und Prestigeträchtigere - und unternimmt dafür Anstrengungen, die sich im Verdienst bemerkbar machen oder
    man verzichtet auf all dies und lernt die Einfachheit schätzen. Man erfreut sich vor allem an dem, womit man in Beziehung tritt, das, was einem wertvoll erscheint, weil es "persönlich ausgewählt wird".

    Nun, was mich anbelangt, so bleibt es meine Vision, dass wir qualitativ hochwertige, langlebige Dinge besitzen und nutzen, welche repariert werden können.
    Ein Auto sollte bei den Motoren und der passiven Sicherheit fortschrittlich sein, aber den Schnickschnack finde ich überflüssig, vor allem die elektronischen Helfer für jede erdenkliche Eventualität. Ich persönlich fühle mich in neuen Autos immer wie im Dämmerzustand nach einer Narkose. Ich liebe es zu spüren, dass verschiedene Kräfte walten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein aufregendes Leben, gelingt ja auch mit einem prestigefreiem Auto. An einem langlebigen Produkt, lohnt es sich Hand an zu legen und man hat lange Freude daran. Entweder man hat „Den Draht“ zu seinem Auto und bringt den dazu nötigen Elan auf um das eigene Auto zu reparieren oder man lässt es – von der Werkstatt erledigen.

    Moderne Autos sind schon deutlich solider als früher: Fielen noch 1974 bereits 18,7 % aller zweijährigen mit Autos erhebliche Mängeln durch den TÜV, beläuft sich der Anteil der dreijährigen Autos mit erheblichen Mängeln im Jahre 2011 auf 5,5 % (Quelle TÜV-Report 1974, 2011).

    Noch langlebiger als die aktuellen Autos waren die Autos der 90er Jahre gebaut. Der 99er TÜV-Report attestiert nur 3,8 % der Dreijährigen erhebliche Mängel, selbst neunjährige Autos hatten damals nur zu 15 % erhebliche Mängel während 2011 schon 21,4 % in dieser Altersklasse durch den TÜV fielen.

    Eine Empfehlung für Menschen, die ein langlebiges Auto zum Ankommen benötigen: Ein Fzg aus den 90ern (ABS und Airbags sollten aber schon an Board sein) mit wenig Laufleistung kaufen. ZB Mercedes W124, VW Polo 6N, Golf IV, BMW 5er E39, Toyota Corolla E11, Citroen Xantia, Mazda 323...). Diese Autos sind noch so mechanisch, dass noch nach Herzenslust an ihnen mit Erfolg gebastelt werden kann.

  5. 6. Xenon

    Wird gezündet, dazu wird eine hohe Spannung verwendet.
    Und bei beispielsweise Spannungen von 50.000 Volt ist ein Warnhinweis doch nicht ganz verkehrt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Antwort ist korrekt - und gleichzeitig völlig nutzlos für @naemberch.
    Dessen Frage drehte sich nämlich darum, wo bei LED-Beleuchtung die Hochspannung ins Spiel kommt.
    Was mich auch sehr interessieren würde.

    • MrJaws
    • 14. Februar 2012 11:35 Uhr

    „Einst war es für Autobesitzer selbstverständlich, kleine Reparaturen am Fahrzeug selbst zu erledigen.“ In diesem ersten Satz des Artikels lässt sich „das Fahrzeug“ wohl durch sehr viele Dinge substituieren. Der ganze Artikel lässt sich verallgemeinern auf nahezu jedes (post)moderne Produkt.

    Man wiederholt sich, aber es ist eine Wahrheit, dass wir in einer unmöglichen Wegwerfgesellschaft leben. War es früher selbstverständlich seine Gegenstände zu pflegen, zu reparieren, so werden sie heute bei Komplikationen schlicht sofort ersetzt. Das ist ein einfacher, aber fataler Konsumleitfaden. Und er stimmt für Autos, Elektrogeräte, wie Socken. Wohl was die Produzenten möchten, denn auf diese Weise steigt der Gewinn, aber es ist verschwenderisch und macht den Nutzer schlicht dumm. Zu viele Menschen versuchen sich garnicht erst mit ihrem Besitz auseinanderzusetzen. Über das Denken in einer „Benutzeroberfläche“ geht das Wissen selten hinaus. Wer kann es irgendwem verübeln? Statt Dinge robust und verständlich zu konzipieren, wird alles unnötig kompliziert und unübersichtlich gebaut. Muss eigentlich immer erst ein EU-Gesetz wieder Sinn in die Produktion bringen?
    Dann dieses offen Geheimnis über geplante Obsoleszenz. Doch der Mensch möchte wohl kein solides, funktionales Auto, er möchte das neue, das andere. Und statt einem neuen Akku lieber gleich ein neues Handy. I-Spielzeuge zum Beispiel, die momentanen Ikonen, sind ja ohnehin (in dieser Stelle) nicht reparabel.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Diesen von Ihnen verwendeten Begriff werde ich zu meiner Liste "bemerkenswerter Ausdrücke" hinzufügen.

    Ist es eine Oberfläche für den Benutzer oder ist es die Oberfläche des Benutzers?
    Ist der Benutzer der Nutzende oder der Benutzte?
    Wo liegt letztlich der Sinn, wenn alles nur an der Oberfläche bleibt?

    Gutes "Spiel-Wort". Ist mir zuvor noch nie aufgefallen.

    Ansonsten stimme ich Ihrem Kommentar zu.
    Zunächst scheint es, dass wir Benutzer auch Nutznießer sind. Das ist die Logik des Wirtschaftssystems.
    Aber ich hege große Zweifel daran, dass die meisten Menschen dadurch glücklicher werden. Und ich gewinne den Eindruck, dass sich immer mehr Widerstand bildet. Die Sehnsucht nach Freiheit und Eigenmächtigkeit wächst - während gleichzeitig die derzeitigen Gegebenheit tautologisch gerechtfertigt werden.

    Mal seh'n, was noch alles okkupiert wird.

    Nun, ich gebe Ihnen recht in Ihrer Ansicht, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Andererseits widerspreche ich Ihnen aber in der Ansicht, dass daran "die Produzenten schuld" seien.
    Denn den Produzenten bleibt, in Anbetracht der Ansprüche, welcher der Kunde stellt, überhaupt nichts anderes übrig als möglichst viel unsinniges Zeug in Fahrzeuge einzubauen, was bei dann darin endet, dass die Basisfunktionen (fahren) nur noch dann gewährleistet werden, wenn der ganze Kabelsalat und die ganzen Teile, die für das unsinnige Zeug anfallen würden, in integrierten elektronischen Modulen zusammengefaßt werden.
    Ein Auto mit Bordcomputer, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Sitzheizung, Furzabsaugung und Kofferraum, der sich von alleine auf Kopfnicken öffnet/schließt, würde sonst unweigerlich den ganzen FZG Raum mit Kabeln füllen und zudem wäre jede Kabelverbindung eine Fehlerquelle, welche ca. alle 500 m zum Ausfall eines der Funktionen führen würde.
    Und all jene, die gerne jammern, man "könne an modernen Autos nichts mehr machen" sollte man vielleicht auch mal fragen, ob sie ein Auto mit oder ohne Klimaanlage kaufen würden, wenn der Preis gleich ist.
    Ich glaube es gibt nur wenige Idealisten, welche das Auto ohne Klimaanlage kaufen würden.
    Zudem ist die elektronische Integration nicht das Problem, warum es schwierig ist an modernen Autos etwas zu basteln. Vielmehr erleichtert der modulare Aufbau die Übersicht. Es ist das viele unnötige Zeug, was basteln schwierig macht.

    • Cassini
    • 14. Februar 2012 16:13 Uhr

    Zumindes den iProduzenten!
    Ich habe mich letzten grün und blau geärgert, als ich meinen EiPod fallen lies nach dem Joggen. Das schlimme daran war, dass er absolut intakt war. Es war nur die touch-sensible Glasscheibe an der Oberfläche geborsten (und trotzdem funktionierte alles weiterhin). Nun wird aber beim iProduzenten wegen ein paar Cent Ersparnis (bei Geräten die Gewinnmargen von weit über 100% haben) eben dieses besagte Glasteil mit dem darunterliegenden Display fest und untrennbar verbunden.
    Auf Anfrage kriegt man bei Apple die Information, dass Reparaturen nicht vorgesehen sind und im gleichen Atemzug ein Angebot einen erneuerten/gebrauchten EiPod zu erwerben. Das vergrößert eben das Shareholdervalue. Außerdem ist neben dem erobern von Marktanteilen das verkürzen der Lebensdauer ja auch eine Möglichkeit die Absatzzahlen zu steigern.
    Ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum in der Autoindustrie der Modellzyklus von 3-8 Jahren auf Mittlerweile 1.5 bis 3 Jahre zusammengeschrumpft ist. Alles im Sinne des ewigen Wachstums! Wenn alle deutschen Autohersteller so weiterwachsen wollen wie im Moment, muss die ganze Weltbevölkerung in 50 Jahren das Auto jährlich auswechseln!!! Ich hoffe bis dahin ist der Mond bewohnbar, ansonsten sieht es schlecht aus.

  6. oben im Text wird der Bremsbelagwechsel nahegelegt, weiter unten vor Reparaturen an der Bremse gewarnt.

    Ansonsten kann ich problemlos selber die Räder wechseln, aber die Reifen? Ich meine so richtig mit Auswuchten und so?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • D.W.
    • 15. Februar 2012 20:15 Uhr

    Naja, es ist vermutlich noch einigermaßen unproblematisch die Beläge zu wechseln, wenn es aber um den Wechsel von Bremsflüssigkeit, Bremsschläuchen oder Bremsscheiben geht, dann sollte man schon ziemlich genau wissen, was man macht und wie man es macht. Aber das galt früher genauso wie es heute noch gilt.

    • hirmer
    • 30. März 2012 22:32 Uhr

    Haben Sie wirklich jemals selbst Räder ausgewuchtet?!

    Beim Daimler'schen Automobil war das Auswuchten mangels nennenswerter Geschwindigkeit einfach nicht nötig - aber bei den Autos ab der 20er Jahre sag' ich mal, muss man Auswuchten, wobei das Problem heutzutage nicht an der Handwerkelei - keine Hexerei! - sondern an den teuren Maschinen liegt.

    Was ist das Problem des Wechsel der Starterbatterie(eig. Akku)?
    Ist da neuerdings eine Elektronik dabei wie in Druckerpatronen?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ford | Chrysler | Europäische Union | Nissan | Akku | Auto
Service