Einst war es für Autobesitzer selbstverständlich, kleine Reparaturen am Fahrzeug selbst zu erledigen. Viele konnten im Fall einer kleineren Panne ihr Auto problemlos wieder flott bekommen. Doch heute setzen die technisch hochgerüsteten Autos mit ihrer modernen Elektronik den Do-it-yourself-Reparateuren enge Grenzen.

Bleibt also nur der zeitaufwändige und kostspielige Weg zum freundlichen Werkstattmeister? Oder welche mechanischen Probleme können und dürfen noch in Eigenregie behoben werden? Die Antwort darauf fällt nicht ganz überraschend, aber dafür eindeutig aus: so gut wie nichts.

Zu den wenigen noch in Eigenregie zu erledigenden Reparaturen gehört das Auswechseln einer defekten Glühbirne, solange dafür nicht der komplette Kotflügel abgenommen oder das Auto auf eine Hebebühne gefahren werden muss. Bei Fahrzeugen wie dem Nissan Note ist lediglich eine Manschette zu lösen und mit ein wenig Fingerspitzengefühl eine Klammer zur Seite zu schieben. Nach zwei oder drei Lampenwechseln gelingt diese Aktion auch mit geschlossenen Augen.

Fällt jedoch der kleine Glühkörper bei einem Smart Cabrio aus, muss die ganze Frontverkleidung gelöst werden. Den Spitzenwert für einen Lampentausch hält der Chrysler 300 M mit 72 Minuten. Wer jetzt denkt, dass die Dauer eines Lampenwechsels mit dem Wert des Autos steigt, irrt. Muss nämlich beim Porsche Boxster die Birne erneuert werden, wird lediglich der Frontscheinwerfer herausgebaut. Mit dem mitgelieferten Werkzeug bereitet das keine Schwierigkeit und ist schon nach fünf Minuten erledigt.

Finger weg von der Lenkung

Damit das künftig bei allen neuen Fahrzeugen so einfach geht, hat die EU der Richtlinie ECE 48 über die Beleuchtung von Kraftfahrzeugen eine Ergänzung 07 angefügt. Danach sind die Scheinwerfer vom Hersteller eines Kraftfahrzeuges so zu konstruieren, dass Leuchtmittel ohne Spezialwerkzeug mit Bordmitteln ausgetauscht werden können. Ausgenommen von dieser Ergänzung sind Xenon-Anlagen und LED-Beleuchtungen, da dort zum Teil lebensgefährliche Spannungen anliegen.

Zu den wenigen Selfmade-Reparaturen zählt mit etwas Geschick und automobilem Wissen sowie einer Hebebühne auch das Austauschen eines Auspuffs. Nahezu das einzige, aber nicht zu verachtende Problem ist dabei das Lösen des alten Auspuffs. Die Rohre sind in vielen Fällen stark verrostet, was das Vorhaben nahezu unmöglich macht. Ist das Fahrzeug gerade auf der Hebebühne, lassen sich bei einigen Modellen auch noch die Bremsbeläge erneuern. Zuvor sollte allerdings geklärt sein, ob zum Lösen der Beläge ein Diagnosegerät benötigt wird oder nicht. Hier dürfte vielfach ein Blick in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs weiterhelfen, ansonsten können zuständige Autohäuser oder Werkstätten darüber Auskunft geben.

Die Reifen lassen sich mit dem richtigen Felgenschlüssel so gut wie immer wechseln, womit nun fast alle Möglichkeiten der in Eigenregie durchführbaren Reparaturen ausgeschöpft wären. Einzig ein Wechsel der Batterie steht noch zur Option – jedoch nicht der Austausch der Autobatterie, sondern der im Schlüssel verbauten Batterie. Nicht ohne Grund hat Ford bei seinem Nutzfahrzeug Transit in den Schlüssel einen Akku verbaut, der automatisch wiederaufgeladen wird, sobald der Schlüssel im Zündschloss steckt.

Zählt man die Instandhaltungsmaßnahmen zu den Reparaturen, kommen noch der Öl-, Kühlwasser- und Luftfilterwechsel sowie die Korrektur des Reifenluftdrucks hinzu. Und auch das Wiederauffüllen des Scheibenwischwassers oder der Austausch der Scheibenwischerblätter ist von nahezu jedem Autofahrer durchführbar. Damit sind die Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen, aber erschöpft – vor allem von sicherheitsrelevanten Teilen an der Lenkung und den Bremsen sollten Laien unbedingt die Finger lassen.