Rund 6,8 Millionen Autofahrer in Deutschland werden sich im Jahresverlauf einen Gebrauchtwagen kaufen, schätzt der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Hochkonjunktur herrscht dabei erfahrungsgemäß im Frühling und im Herbst. Wer Kaufabsichten hegt, sollte sich aber besser bei Wind und Regen, am besten bei Schneegestöber auf den Höfen der Gebrauchtwagenhändler umsehen, raten Experten.

Denn wer antizyklisch kauft, kann durchaus ein paar Hundert Euro sparen. "Gebrauchtwagen, die sich nicht zeitnah verkaufen lassen, verursachen beträchtliche Kosten", erläutert Thomas Rosenwald vom Hamburger Gebrauchtwagen-Onlineshop autoda.de. "Für ein einziges Fahrzeug fallen pro Tag durchschnittlich 22 Euro und damit Kosten von über 600 Euro im Monat an." Händler sind darum bestrebt, ihre Bestände auszudünnen, solange die wetterfühlige Gebrauchtwagen-Kundschaft auf sich warten lässt. Im April, wenn die Kundenströme anschwellen, sinken die Chancen für Schnäppchenjäger.

Zum überstürzten Kauf sollte man sich von den Schlechtwetter-Tiefpreisen trotzdem nicht verleiten lassen. Ganz gleich, ob der Gebrauchte privat oder bei einem Händler angeboten wird, eine Probefahrt ist unverzichtbar. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte vor Antritt der Testrunde eine Probefahrtvereinbarung unterschrieben werden. Für den Kaufinteressenten schafft das Schreiben Klarheit, wenn es um die Höhe der Kaskoselbstbeteiligung im Schadenfall geht; dem Verkäufer hilft es, maximale Nutzungsdauer samt Kilometer-Limit und Übernahme der Spritkosten zu regeln.

Empfehlenswert aus Kundensicht ist es, vor Antritt der Probefahrt alle sichtbaren Schäden schriftlich zu fixieren. So kann man zumindest nicht für Kratzer im Lack und andere bereits dagewesene Macken am Auto verantwortlich gemacht werden. Weist das Auto erkenntliche sicherheitsrelevante Mängel – beispielsweise völlig abgefahrene Reifen – auf, sollte die Tour gar nicht erst angetreten werden. Andernfalls riskiert der Probefahrer, dass im Fall einer Kontrolle Bußgeld und Punkte auf sein Konto gehen.

Man muss kein Kfz-Fachmann sein, um die eine oder andere Schwachstelle an der automobilen Gebrauchtware auszumachen. So können stark unterschiedlich abgefahrene Profilblöcke der Reifen ein Hinweis auf mangelhafte Stoßdämpfer, Radlager oder Achsaufhängung sein. Auch poröse oder brüchige Kabel unter der Motorhaube sind ein für jeden Laien sichtbares Alarmsignal.