Die erste öffentliche Sitzprobe geriet zum Erfolg auf YouTube. Ein dort mehr als 1,6 Millionen mal angeklicktes Handyvideo zeigt, wie Volkswagen-Chef Martin Winterkorn bei seinem Rundgang über die Internationale Automobilausstellung (IAA) vergangenen Herbst im neuen Hyundai i30 Platz nimmt, fachkundig an der Lenkradverstellung fingert und seinen Designchef neben sich anrüffelt: "Da scheppert nix. BMW kann's nicht, wir können's nicht – warum können die's?"

Da scheppert in der Tat nix. Auch nicht ein halbes Jahr später bei der ersten längeren Ausfahrt im i30 auf den teils ruppigen Straßen und Wegen rund um das südspanische Sevilla , weit weg vom perfekt ausgerichteten Platz in der Frankfurter Messehalle 6. Hyundai ist längst nicht mehr der koreanische Billigheimer, der seine mit viel Hartplastik ausgestatteten Kleinwagen nur über den Preis verkauft. Hyundai liefert Qualität aus und muss sich vor Konkurrenten wie VW keineswegs mehr verstecken.

Zwar kommt der i30 im Hinblick auf die Materialien im Innenraum noch nicht an den VW Golf heran – der Abstand ist aber mit rasantem Tempo erheblich geringer geworden. Stoffe, weiche Kunststoffe, angenehme Oberflächen und vor allem die Verarbeitung sind hochwertig. Je nach Ausstattungsvariante gibt es Applikationen im Alu-Look, mit Leder oder glänzendem Klavierlack.

In Rüsselsheim entwickelt

Die zweite Generation des kompakten i30 ist im Rüsselsheimer Forschungszentrum der Koreaner komplett neu entwickelt worden und kommt, in Tschechien produziert, in der zweiten Märzhälfte zunächst als Fünftürer auf den Markt. Das Modell wirkt dynamischer als sein Vorgänger. In der Länge hat er knappe zwei Zentimeter auf nun 4,30 Meter zugelegt, und er ist mit 1,78 Metern auch einen halben Zentimeter breiter.

Das spüren die Insassen: Sie haben etwas mehr Platz um Kopf, Schultern und Füße. Nur hinten wird es etwas eng, wenn die Vordersitze ganz nach hinten geschoben sind. Auch der über die große Heckklappe gut zugängliche Laderaum wuchs von 340 auf nun 378 Liter, er kann durch das einfache Umlegen von Rückbank und -lehnen bei dann völlig ebenem Ladeboden zudem auf bis zu 1.316 Liter vergrößert werden. Beim Vorgänger waren es 1.250 Liter.

Das Design des zentralen Armaturenbretts erinnert ein wenig an das im Opel Astra. Die Knöpfe und Regler sind übersichtlich angeordnet und lassen sich leicht erreichen, die Anzeige-Instrumente gut ablesen. Die griffigen Sitze sind einfach zu verstellen, und auch große Fahrer haben dank des in Tiefe und Neigung einstellbaren Lenkrads kaum Schwierigkeiten, eine gute Position zu finden.

Für Dinge wie eine CD-Audioanlage, eine Klimaanlage oder einen Bordcomputer zahlt man anderswo Aufpreis – Hyundai liefert sie serienmäßig mit. Doch nicht nur innen ist die Serienausstattung üppig. Schon in der Basisversion sind zum Beispiel elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel mit im Paket, ebenso ein Berganfahrassistent, Funk-Zentralverriegelung oder elektrische Fensterheber vorne. Die Extras sind jeweils zu Ausstattungspaketen gebündelt. Darin finden sich unter anderem Xenon-Scheinwerfer, Kurvenlicht, Einparkhilfe, Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, Regensensor, Panoramadach, Tempomat oder eine Klimaautomatik mit Zwei-Zonen-Regelung.