Mini RoadsterDer Mini für den männlichen Sonnenanbeter

Nach dem Cabrio bringt Mini noch ein offenes Modell auf den Markt. Der Roadster ist dabei der rustikalere Typ. Um oben ohne zu fahren, braucht es kräftige Hände. von Sebastian Viehmann

Die Gruppe der Mini-Cabriolet-Halter teilt sich ziemlich genau hälftig in Männer und Frauen auf. Beim neuen Roadster hingegen hat Mini eher die männliche Kundschaft im Blick. Der offene Zweisitzer wird ausschließlich von starken Cooper-Motoren ab 122 PS angetrieben, und der kleine ausfahrbare Heckspoiler und das Doppelendrohr dienen gewissermaßen als Sportabzeichen. Leichter ist der Roadster außerdem: Rund 120 Kilogramm weniger als das Cabriolet bringt er auf die Waage, bei fast identischen Abmessungen.

Das Stoffverdeck des Roadsters wird komplett von Hand bedient, man kann also während der Fahrt in den Freiluft-Modus wechseln. Beim Konkurrenten Mazda MX-5 gelingt das kinderleicht – mit wenigen Handgriffen hat man das leichte Häubchen entriegelt und abgeworfen. Beim Mini ist es komplizierter. Zuerst muss man sich ganz schön verrenken, um den Entriegelungsgriff zwischen den Sitzlehnen zu erreichen. Dann hat man mit reichlich Kraft das Verdeck nach vorn zu wuchten. Mit einem Drehgriff wird es zum Schluss verriegelt.

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Für einen Aufpreis von 790 Euro bietet Mini auch ein semiautomatisches Verdeck an, bei dem nur noch die Verriegelung an der Windschutzscheibe von Hand erfolgt. 190 Euro extra kostet das simple Windschott zum Einstecken. Es lässt sich immerhin in der Mitte zusammenklappen, was den Griff zum Verdeckhebel erleichtert.

Leichte Mängel bei der Verkleidung

Bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern schluckt das Verdeck Geräusche gut weg, danach wird es recht laut. Unschön ist das nackte Verdeckgestänge, das wohl eher unfreiwillig an klassische Briten-Roadster erinnert. Beim Griff nach dem Gurt erwischt die Hand schon mal eine ungepolsterte Metallfalz. Beim Mini Cabrio wurde deutlich mehr Wert auf Verkleidung gelegt.

Dafür sticht der Roadster das Cabriolet beim Platzangebot. Der Zweisitzer hat 240 statt 125 Liter Gepäckraum, eine große Durchreiche hilft beim Transport sperriger Gegenstände. Hinter den Sitzen bleibt noch etwas Raum für Aktentaschen oder Jacken.

Für den 3,73 Meter langen Roadster bietet Mini einen 1,6 Liter großen Turbobenziner mit drei verschiedenen Leistungsstärken an: als Mini Roadster Cooper mit 90 kW (122 PS), als Cooper S mit 135 kW (184 PS) oder als John Cooper Works mit 155 kW (211 PS). Vielfahrer können auch einen Dieselantrieb wählen. Der Cooper SD verfügt über einen 143 PS starken Selbstzünder, der im Schnitt 4,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Für unseren Testwagen, einen Roadster Cooper S, gibt Mini den Verbrauch mit sechs Litern pro 100 Kilometer an.

Der agile 184-PS-Motor hatte bei der Testfahrt mit den knapp 1,2 Tonnen Gewicht des Roadsters leichtes Spiel, vor allem wenn die optional erhältliche elektronische Differenzialsperre die auf die Vorderräder wirkende Antriebskraft besser verteilt. Das etwas hakelige Sechsganggetriebe muss man eher selten bemühen, das maximale Drehmoment von 260 Nm liegt schon unterhalb von 2.000 Umdrehungen pro Minute an. In sieben Sekunden sprintet der Roadster von 0 auf 100 Stundenkilometer, drei Zehntel schneller als das Cooper S Cabrio.

Leserkommentare
    • bugme
    • 05. Februar 2012 11:48 Uhr

    130€ für eine schwergängigere Lenkung und für einen erhöhten Kraftstoffverbrauch?
    Ja, der Mini-Kunde ist nicht sonderlich rational.
    Und mal unter uns - ein puristischer Roadster mit webradio? Bin ich so alt oder gehen die Mini-Manager mit so einem aufgeweichten Konzept am Markt vorbei?
    Der MX5 hat in den ersten Jahren gezeigt, wie ein Roadster sein muss. Puristisch ohne schnickschnack. Dafür mit einem Preis, den sich auch ein unter 50-Jähriger leisten kann.

    2 Leserempfehlungen
  1. Ja wir wissen es, der Mini ist überteuert, beinhaltet viel Plastik und ist nicht zu vergleichen mit dem Spirit des Ur-Minis.

    Der Kauf eines Minis erfolgt nicht rational, sondern rein emotional.

    Rational ist ein Skoda.

    Aber dennoch macht der NEW Mini einen heiden Spaß, das wird jeder bestätigen können, der dieses dosiert untersteuernde Spaßmobil schon mal durch die engen Kurven einer Landstraße gejagt hat.

    Auch auf der Autobahn macht der kleine Spaß, ich spreche aus Erfahrung, bin selbst Besitzer eines JCW Hatch und damit natürlich völlig voreingenommen, also so wie jeder andere hier :-).

    Mfg

    2 Leserempfehlungen
  2. "Das Stoffverdeck des Roadsters wird komplett von Hand bedient, man kann also während der Fahrt in den Freiluft-Modus wechseln ... zuerst muss man sich ganz schön verrenken, um den Entriegelungsgriff zwischen den Sitzlehnen zu erreichen. Dann hat man mit reichlich Kraft das Verdeck nach vorn zu wuchten." Und das während der Fahrt? Da fehlt wohl ein "nicht" vor "in den Freiluft-Modus".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Shrek
    • 06. Februar 2012 10:58 Uhr

    es ist tatsächlich so, daß man ein rein manuelles Verdeck während der Fahrt entriegeln und nach hinten schieben kann, theoretisch bei jeder Geschwindigkeit. Bei einem elektr. Verdeck oder Dach ist dies in der Regel aus Sicherheitsgründen bis auf Schrittgeschwindogkeit limitiert.

    • Shrek
    • 06. Februar 2012 10:58 Uhr

    es ist tatsächlich so, daß man ein rein manuelles Verdeck während der Fahrt entriegeln und nach hinten schieben kann, theoretisch bei jeder Geschwindigkeit. Bei einem elektr. Verdeck oder Dach ist dies in der Regel aus Sicherheitsgründen bis auf Schrittgeschwindogkeit limitiert.

    Antwort auf "Fehlerchen"
    • rugero
    • 06. Februar 2012 16:45 Uhr

    Ein überflüssiges Produkt für Nobelboulevards von München oder Düsseldorf.

    Für das Geld gibt es auch richtige Autos zu kaufen, in denen auch Menschen über 1,60 aufrecht sitzen und ihr Gepäck transportieren können

    2 Leserempfehlungen
  3. 26.750 € für den Cooper S mit müden Fahrleistungen, alberner Optik und kaum Patz.

    Für VHB 24.900 € bekomme ich z.B.: Mercedes CLK 500 Cabrio, Bj. 2007, 73.000 km, 387 PS und nahezu Vollausstattung. Und der 500er ist dafür bekannt, daß er bei 100.000 km gerade mal eingefahren ist. Noch dazu garantiert ein angehender Klassiker.

    Naja, jedem das Seine.

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