Verkehrssünderdatei : Warum Autofahrer so gerne rasen

Ramsauers Punktesystem entlastet Verkehrssünder. Dabei sinkt die Verkehrsdisziplin seit Jahren: Man parkt, wo man will und fährt so schnell es gerade passt.

Am Sonntag, früh um zwei Uhr, startete ein Berliner seinen Mercedes und fuhr einen anderen Mann, mit dem er sich zuvor in der Kneipe gestritten haben soll, über den Haufen. Da war das Auto für einen Augenblick das, was es sonst höchstens nebenbei ist: eine Waffe.

Aber stimmt das "sonst" überhaupt noch? Die Verkehrsdisziplin auf deutschen Straßen sinkt. Jahr für Jahr wächst die Flensburger Verkehrssünderdatei, und wenn Bundesverkehrsminister Ramsauer das Punktesystem jetzt neu regeln will , dann, so die einhellige Kritik, begünstigt das die Zuschnellfahrer, die die meisten und schlimmsten Unfälle verursachen. Fahrer, die in der Regel wissentlich regelwidrig handeln. Ramsauers Idee wäre damit eine irrationale Antwort auf ein Verkehrswesen, das statt weniger Druck mehr Druck bräuchte, wenn es unfallfreier werden soll.

Die Verkehrsdisziplin sinkt, das heißt, die Bereitschaft, Vorschriften zu befolgen. Man parkt, wo man will, fährt so schnell es gerade passt und hält an der roten Ampel nur, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Fußgänger gucken auch bei Grün längst noch dreimal nach links, rechts, links, bevor sie gehen, Radfahrer trauen sich kaum noch auf die Straße. Sie tun recht daran: Für Berlin gilt, dass der Anteil der Fußgänger und Radfahrer bei den Unfalltoten „unverhältnismäßig hoch“ ist, so nannte es mit Blick auf die Verkehrsstatistik von 2010 die Prüforganisation Dekra .

Mitten in der Stadt, mitten in der Zivilisation ist ein öffentlicher Ort, die Straße, zu einer Art gesetzloser Zone geworden, in der jeder sein Interesse, das eigene zügige Vorwärtskommen, durchsetzen will.

Das Überschreiten von Höchstgeschwindigkeiten führt seit Jahrzehnten die Liste der Verkehrsverstöße an. Warum das so ist, ist nicht ergründet. Es gibt keine belastbare Motivforschung zum Gemütszustand der Temposünder. Doch scheinen sich zwei Gruppen voneinander zu unterscheiden. Es gibt diejenigen, die gespeist aus dem Slogan von der freien Fahrt für den freien Bürger die Verkehrssünde als eine akzeptable Art der Staatsabwehr betrachten. Lasst mich in Ruhe mit euren Regeln, schreibt mir nicht vor, wie ich mich in einer Situation verhalten soll, die ich viel besser selbst beurteilen kann, weil ich mittendrin stecke. Dazu passt die Erkenntnis, dass Temposünden abnehmen, wenn die Fahrer älter werden. Wenn sich auch im sonstigen Sozialverhalten die Revoluzzerpose abgenutzt hat und die Mitmachbereitschaft wächst.

Und es gibt die Gruppe der Jüngeren, die ihre vielleicht noch postpubertär motivierte Rivalität mit der ganzen Welt gerne auf der Straße austragen. Die das Rasen, Drängeln, Schneiden als persönlichen Sieg über den Anderen, die Loser, feiern, als Ausweis ihrer Überlegenheit.

Gemeinsam ist ihnen die Selbstüberschätzung (Ich habe alles im Griff!) und die augenblicksbezogene Gefahrenvergessenheit: gestresst oder aufgeputscht ins Auto steigen, diesen Stress durch regelwidriges Verhalten noch erhöhen und das dann Abreagieren nennen. Rote Ampeln überfahren, um Zeit zu gewinnen, die man an der nächsten Ampel schon wieder verliert. Dieses Verhalten wird nur deshalb nicht zur täglichen Katastrophe, weil es noch die anderen Autofahrer gibt. Die Defensiven, die mitdenken, vorlassen, bremsen, blinken, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Kommentare

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Man sollte mal differenzieren ...

... zwischen der Unfallursache "zu schnelles Fahren" und dem Blitzen wegen zu schnellem Fahrens. Beides korrelliert nicht unbedingt.

Wenn man irgendwo typischerweise geblitzt wird, weil man auf einer schnurgeraden Autobahn bei gutem Wetter irgendwo 160 statt der erlaubten 120 fährt ist meines Erachtens die Gefahr eines Unfalls relativ gering. Das gleiche gilt für 50 in einer 30er Zone.

Die Unfallursache "unangepasste Geschwindigkeit" beschreibt eigentlich eher ein anderes Szenario, nämlich das, dass während der Autobahnfahrt das Wetter schlecht wird, z.B. Nebel auftritt und trotzdem weiter mit den (nominell erlaubten) 120 gefahren wird. Oder dass man auf der Landstraße mit 100 aus der Kurve fliegt, ohne dass deswegen vorher eine Beschränkung auf 80 oder 60 angezeigt worden wäre, weil jeder eigentlich sehen müsste, dass man die Kurve nicht mit 100 fahren kann.

Zwischen diesen beiden Szenarien sollte differenziert werden, wenn aus vielen Unfällen mit "nicht angepasster Geschwindigkeit" die Forderung nach einer stärkeren Überwachung von Geschwindigkeitsbeschränkungen abgeleitet wird.

Falsche Annahme

Was Sie da schreiben ist letztlich "Rasen sollte erlaubt sein, wenn jemand die Situation als beherrschbar einschätzt", was Wilkür Tür und Tor öffnet, da die meisten raser die Situation auch als beherrschbar einschätzten, bis sie sich um einen Baum gewiockelt haben oder - um beim beispiel zu bleiben - in ein Stauende gekracht sind. Mal ganz davon abgesehen sagen Sie vielleicht, dass die Unfallgefahr bei 160 gering ist, möglicherweise hat die zuständige Polizei da ganz andere Erfahrungen gemacht.

Letztlich habe ich keinerlei Verständnis für diese ewige Raserei. Leute, fahrt doch einfach rechtzeitig los! Plant Zeitpuffer mit ein und seid mal ein bisschen relaxt. Solche Idioten der Meinung "ich kann die Situation beherrschen" hätten letztes Jahr um ein Haar zwei Familienmitglieder von und ins jenseits befördert. Auto geschnitten, Totalschaden. Leider bleiben die Raser oft unverletzt und unbehelligt, sterben tun die anderen, die absolut rein gar nichts für die Selbstüberschätzung und Dummheit der Raser können.

@MünchenerKommentar

>>Wenn man irgendwo typischerweise geblitzt wird, weil man auf einer schnurgeraden Autobahn bei gutem Wetter irgendwo 160 statt der erlaubten 120 fährt ist meines Erachtens die Gefahr eines Unfalls relativ gering. Das gleiche gilt für 50 in einer 30er Zone.

klar, die Gefahr eines Unfalls ist immer relativ gering, wenn nix passiert.
Aber woher wollen sie das wissen?
Woher wollen sie wissen, dass ihnen in einer 30-Zone (die typischer Weise Wohngebiete sind) kein Kind vor die Karre kommt, weil es seinem Ball hinterher läuft oder mit dem neuen Fahrrad plötzlich zu schlingern anfängt. Ist Ihnen klar, dass sie bei normaler Reaktionszeit und Tempo 50 noch nicht einmal angefangen haben zu Bremsen, wenn Sie mit 30 schon stehen würden?!!!

Selbstüberschätzung

Unglaublich, dass Sie hier in einem öffentlichen Forum eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 40km/h noch als "halb so schlimm" wenn das Wetter gut ist einstufen. Dies unterstreicht nun alles was in dem Kommentar gesagt wurde. Warum es diese Begrenzung auf 120km/h gibt ist Ihnen offensichtlich egal. Könnte ja auch wegen Lärmschutz sein. Aber das interessiert Sie sicher herzlich wenig.

In den meisten Ländern sind Sie mit dieser Einschätzung den Führerschein los. In Deutschland gibt es wahrscheinlich 3 Punkte. Lächerlich.

Danke für Ihren Beitrag der die Autofahrer Problematik in Deutschland mehr als deutlich aufzeigt.

Glaubenssätze

Es gibt Fahrer, die sich selbst überschätzen, keine Frage.
Doch das hängt nicht von Schildern ab, die Verkehrsbürokraten angeschraubt haben, sondern von der Situation.

Was mir immer unbegreiflich bleiben wird sind zwei Dinge:

Erstens: der Glaube an die Unfehlbarkeit der Bürokratie.
Zwar kann man auf dem Standpunkt stehen, daß man -- aus welchen Gründen auch immer -- deren Regeln befolgt, aber tatsächlich zu *glauben*, daß diese Regeln immer und überall angemessen sind, und somit zu *glauben*, daß jeder, der die Unangemessenheit erkennt, unter "Selbstüberschätzung" leiden müsse, würde man im religiösen Zusammenhang unter "Fanatismus" einstufen.

Zweitens: der Glaube, daß alle Autofahrer gleich gut fahren können.
Daraus folgt für die Gläubigen, daß jeder, der schneller oder forscher fährt als man es selbst an dieser Stelle tun würde, ein gefährlicher Irrer (Modewort: "Raser") sein muß.
Bei jeder anderen Tätigkeit käme niemand auf die Idee, daß es nicht Könner und Ungeschickte, Talentierte und Untalentierte, Geübte und Ungeübte gibt -- aber im Verkehr ist für Eiferer alles, was das eigene Maß überschreitet, stets im Unrecht.

(Eine Folge davon dürfte auch die auf Autobahnen grassierende Zweite-Spur-von-links-Schleicherei sein: Wer schneller als man selbst fahren will, *muß* ein "Raser" sein, also darf man ihn schikanieren.)

Gefahrenpotential?

Was ist wohl gefährlicher? Einmal zu oft langsam fahren, weil ein Geschwindigkeits-Begrenzungs-Schild möglicherweise (für mich als Autofahrer nicht ersichtlich) ungerechtfertigt ist, oder über die Begrenzungsschilder hinwegrasen?

Ich finde ganz im Gegensatz zu Ihnen die Einstellung Tempolimits würden von Verkehrsbürokraten gemacht, die die Autofahrer eh nur ärgern wollen, höchst bedenklich.

keiner der Kommentierenden (kiskil-lilla, N und GDH) ...

... hat den Sinn meines Kommentars verstanden. Es geht nicht darum, dass man sich nicht grundsätzlich um Geschwindigkeitsbeschränkungen kümmern sollte, sondern darum, dass eine in den Medien oder in der Statistik als "überhöhte Geschwindigkeit" auftauchende Unfallursache nicht notwendigerweise etwas mit dem Überschreiten einer ausgeschilderten oder implizten (100 auf der Landstraße) Geschwindigkeitsbeschränkung zu tun hat. Und nur letztere kann ich durch Blitzer kontrollieren. Aus den Medienberichten über Unfälle durch "überhöhte Geschwindigkeit" würde ich sogar eher ableiten, dass die meisten dieser Unfälle eher in der Art "Geschwindigkeit ist im Prinzip erlaubt, aber jeder vernünftige Mensch muss doch sehen, dass das hier nicht geht" ablaufen.

Solange obiger Zusammenhang nicht signifikant nachgewiesen ist, ist die Reaktion mehr Blitzer/Kontrolle/etc. zu fordern schlicht populistisch.

Und: Nein, mit konkreten Beispielen kann man statistische Überlegungen grundsätzlich nicht widerlegen.

Nicht immer, aber auch -- und das reicht

Wieso wurden in Deutschland die blauen, rechteckigen Richtgeschwindigkeitsschilder abgeschafft? Diese waren geeignet, dem ortsunkundigen Fahrer vor Kurven einen Hinweis auf die Enge der Kurve zu geben. Das war ein Zeichen, daß der Verkehrsbürokrat dem Autofahrer helfen will.
Stattdessen jetzt: vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeiten.

Oder das früher häufig gesehene Warnschild "Schleudergefahr" mit Zusatzschild "Aquaplaning" -- stattdessen heißt es jetzt immer: Höchstgeschwindigkeit 80, "bei Nässe".

In beiden Fällen wurde ein Ratschlag zur Pflicht, und damit der Freund Verkehrsbürokrat zum Feind. Oder haben Sie Freunde, die Ihnen Geld wegnehmen, wenn Sie ihren Ratschlag nicht annehmen wollen?

Es geht nicht um sicheres Wissen

Sie meinen >>Zwar kann man auf dem Standpunkt stehen, daß man -- aus welchen Gründen auch immer -- deren Regeln befolgt, aber tatsächlich zu *glauben*, daß diese Regeln immer und überall angemessen sind, und somit zu *glauben*, daß jeder, der die Unangemessenheit erkennt, unter "Selbstüberschätzung" leiden müsse, würde man im religiösen Zusammenhang unter "Fanatismus" einstufen.<<

Natürlich kann es sein, dass ein Tempolimit unangemessen ist. Bloß kann man das als Autofahrer nicht sicher wissen.

Wenn jemand, der ein Tempolimit, für das er keinen Grund erkennen kann, ignoriert, liegt in so fern eine "Selbstüberschätzung" vor, als dass diese Person zwar davon ausgehen kann, dass es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wirklich keinen guten Grund für das Limit gibt, sich dessen aber ohne Selbstüberschätzung kaum sicher sein kann (dafür wäre es zumindest erforderlich, die Gründe für die Behördenentscheidung herauszufinden und zu entkräften).

Wenn man sich aber nicht sicher sein kann, keine anderen zu gefärden (oder mit übermäßigem Lärm zu beeinträchtigen oder den Straßenbelag zu beschädigen), sollte man sich im öffentlichen Raum halt an die Regeln halten.

Regeln!

Wenn Sie glauben, dass Sie es besser als Ihr Chef wissen, heißt das noch lange nicht, dass er es erlaubt Ihr eigenes Ding zu drehen.
Unfehlbarkeit der Bürokratie? Natürlich nicht. Unfehlbarkeit des Autofahrers/Selbsteinschätzers? Sicherlich noch weniger! Mit 80 Millionen Selbsteinschätzern gibt es aber ein riesiges Chaos. Sollen nur die die Bürokratie überstimmen, die es selbst wirklich besser wissen? Das denken doch alle. Aber Sie sind anders?

Autofahrer fahren nicht alle gleich. Aber auch der beste Autofahrer hat einen Bremsweg, eine bewegte Masse und eigene Fehlbarkeit.
Fahrkönnen ist doch nur eine Wahrscheinlichkeit für richtiges Fahren. Die Fähigkeit kann einen zeitweise im Stich lassen. Selbst bei Herrn Schumacher.
Und wo braucht es schon viel Können beim Autofahren? Beim schnellen Einparken vielleicht. Beim rechts-links-rechts Überholen bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn auch.
Für die allermeisten Situationen (kein geplatzter Reifen usw) reicht Aufmerksameit, Vorsicht, angepasster Fahrstil und Beachten von Vorschriften.
Stuntdriver gibt es in Filmen. Sie sollten nicht auf deutschen Straßen fahren.

Die Grundsatzfrage ist aber damit nicht ...

... beantwortet: Was genau schützt vor einem Unfall/Schaden? Eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder ein Hinweis auf nicht elementar einsichtige Gefahr?
Um es einfacher zu machen: Ich setze mal einen vernünftigen Autofahrer voraus, der sich a) ungefähr an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten würde oder b) seine Fahrweise auf die angezeigte gefahr einstellen würde.
Die zweite Frage ist schwieriger zu beantworten, versuchen Sie es aber bitte: Woran erkennt man einen unvernünftigen Autofahrer? Nur daran, dass er an *dieser Stelle* schneller als erlaubt fährt?

Falsche Debatte

Ihre Argumente führen in die Irre, denn es geht in der Debatte nicht um die Frage, ob ein Tempolimit an einer bestimmten Stelle Unfälle verhütet oder nicht, sondern darum, warum Personen wie Sie es offensichtlich im Straßenverkehr nicht einsehen können / wollen, sich einfach mal an die Regeln zu halten.

Wenn da 80 steht, haben Sie laut StVO dort 80 zu fahren, egal ob Sie einen Sinn darin sehen oder nicht.

Maßlose Selbstüberschätzung

"Wenn man irgendwo typischerweise geblitzt wird, weil man auf einer schnurgeraden Autobahn bei gutem Wetter irgendwo 160 statt der erlaubten 120 fährt ist meines Erachtens die Gefahr eines Unfalls relativ gering. Das gleiche gilt für 50 in einer 30er Zone."

Was Sie schreiben, ist maßlose Selbstüberschätzung. Und ja, ich habe Sie sehr wohl richtig verstanden. Mit welchem Recht brettern einige mit 40KmH und mehr über der erlaubten Grenze? Weil sie die Situation im Griff haben? Im Autoverkehr gilt leider viel zu oft, über 70% schätzen ihre Fähigkeiten als Autofahrer sehr hoch ein und die der anderen als niedrig und das gibt ihnen das Recht, schneller als das erlaubte Maß zu fahren.

Ich bin Vielfahrer und erlebe diesen rücksichtslosen Wahnsinn jeden Tag. Wenn ich jemanden, der blinkt reinlasse, sind manche so überrascht, dass sie vergessen, in die von mir angebotene Lücke zu fahren. Soweit sind wir inzwischen, dass ein rechtzeitig betätigter Blinker auf sture Ignoranz beim anderen Verkehrsteilnehmer stößt. Wird Zeit, dass die Strafen teuer und drakonisch werden.

Die Bereitschaft, Vorschriften zu befolgen, sinkt

Ich bin nicht überrascht. Das kommt davon, daß die Obrigkeit (die Gesamtheit der Staatsorgane) sich seit Jahrzehnten dem Bürger als feindliche Macht entgegenstellt.

Die Menge an unangemessenen Einschränkungen hat dazu geführt, daß jede davon unter stetigem Schikaneverdacht steht -- zumal die Einschränkungen ja auch unter dem kaum verhohlenen ideologischen Vorzeichen stehen, den Individualverkehr unattraktiv zu machen.

Und wer argwöht, schikaniert zu werden, dessen Gewissen bleibt rein, wenn er sich der Schikane entzieht.
Es ist doch wahrlich keine Neuigkeit, daß gesetzeskonformes Verhalten vor allem durch gesellschaftlichen Konsens, nicht durch Gewalt bewirkt werden kann.

Gewaltpolitik mag für totalitäre Staaten angemessen sein, verträgt sich aber nicht mit einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen.

Anstatt also immer mehr und strengere Verbote und flächendeckende Überwachung zu fordern, müßte man sich als erstes vom politischen Dogma der symbolischen Gesetzgebung befreien, wonach Gesetze nicht in erster Linie zielgenau und angemessen sein müssen, sondern vor allem eine politische Aussage transportieren sollen.

Vieles stimmt

Sie haben sicher Recht, dass der Respekt vor Gesetzen abnimmt, wenn es zu viele unnötige Verbote gibt. Daher bin ich auch nicht für mehr Tempolimits sondern eher für weniger. Diese müssen dann aber auch konsequent durchgesetzt werden.

Ärgerlich finde ich es auf der anderen Seite, dass bewusste schwere Verkehrsverstöße sogar wiederholt begangen werden können ohne dass der Führerschein dann mal lange weg ist. Dazu gehören so Sachen wie "rechts überholen auf der Autobahn" (also wenn eindeutig kein Stau ist und z.T. über 100km/h gefahren werden), oder "Parken in zweiter Reihe" (wo dem Parkenden völlig offensichtlich ist, dass ein vorschriftsmäßug parkender Anderer nicht rauskommt) und viele weitere Verstöße, die sich nicht durch ein Versehen oder offensichtliche Harmlosigkeit erklären lassen.

..........

Prinzipiell richtig. Die Generalüberwachung erreicht sicherlich das Gegenteil, aber auf der anderen Seite sollten bei nicht befolgen vernünftiger Regeln entsprechend harte Konsequenzen folgen und nicht diese laschen Antworten, die ja geradezu regelloses Verhalten provozieren.

Von mir aus können alle Radargeräte abmontiert werden. Aber dafür drastische Strafen für die bei Polizeikontrollen erwischten Übeltäter.
Bei Alkoholfahrten nicht nur jahrelanger Führerscheinentzug, mit anschließend neuem Führerschein sondern die Versteigerung des Autos (Erlös geht an gemeinnützige Organisationen)gleich mit.
Wer andere schneidet und dadurch tödliche Unfälle verursacht geht fünf Jahre ins Gefängnis. Der Rest regelt sich dann von alleine.

Rechts überholen gefährdet nicht "ohne Zweifel" andere, sondern höchstens im Einzelfall.

Richtig ist, daß man bei Autofahrern, die so schlecht fahren können, daß sie sich nicht auf die rechte Spur trauen, auch nicht erwarten kann, daß sie bei einem Spurwechsel überblicken, ob die anvisierte Spur frei ist.
Den vorgeschriebenen Blick über die Schulter beherrschen in der Praxis nur Könner.

Daher erfordert das rechts Überholen besondere Aufmerksamkeit des Überholenden:
Er muß den weiter links dämmernden Verkehrsteilnehmer im Auge behalten und damit rechnen, gegebenenfalls weiter nach rechts auszuweichen zu müssen.

Gibt es für den Ernstfall keine Standspur zum Ausweichen, ist rechts überholen besser zu unterlassen.

Im übrigen hat man bei vierspurigen Straßen, wo die Mittelspurschleicher bevorzugt auf der zweiten Spur von links unterwegs sind, sogar noch eine Spur Sicherheitsabstand, wenn man ganz rechts bleibt.

Gefährlicher als rechts zu überholen ist es, von ganz rechts drei Spuren nach links rüberzuziehen und anschließend wieder drei Spuren nach rechts, vom stauerzeugenden Effekt einmal ganz abgesehen.

Meine Forderung wäre: Freie Spurwahl zumindest bei 3- oder mehrspurigen Straßen und/oder bei existierenden Geschwindigkeitsbegrenzungen zu gestatten.

Im Stadtverkehr geht es ja auch.

Rechts ueberholen

"Ärgerlich finde ich es auf der anderen Seite, dass bewusste schwere Verkehrsverstöße sogar wiederholt begangen werden können ohne dass der Führerschein dann mal lange weg ist. Dazu gehören so Sachen wie "rechts überholen auf der Autobahn" (also wenn eindeutig kein Stau ist und z.T. über 100km/h gefahren werden)"

Ja wieso ist rechts ueberholen eigentlich verboten? Da auch auf deutschen Autobahnen das Rechtsfahrgebot gilt, sollte man villeicht doch eher den Linksfahrer verwarnen.

Stimme total zu - man ist hier viel zu weich mit Roadhogs

Ich will mich da anschließen: wenn jemand behauptet, es sei in Ordnung, mit Tempo 50 in einer 30Zone zu fahren, plädiere ich für eine Nachschulung und zwar sofort.

Menschen die das behaupten sind offenbar gar nicht mehr als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs, sondern in einer SUV-Limousine mit starkem Motor. Wissen über Bremswege und physikalische Gewissheiten werden einfach ausgeblendet mit dem fadenscheinigen Argument "ich kann die Situation ja gut einschätzen" - und der Nachgedanke unbewusst: "ich bin im Notfall ja gut geschützt", was sich viele gar nicht eingestehen würden, dass sie das denken. Aber es erklärt letztlich die Rücksichtslosigkeit - das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen als Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.

Ein ausgezeichneter Punkt ist m. Erachtens daher die Bemerkung, dass die große Isolation von der draußigen Straßenwelt dieses Verhalten provoziert. Stimmt - je dicker das Auto, desto schneller wird gerast, die Fahrbahn, der Radweg, die Busspur und auch mal der Gehweg in Anspruch genommen. Und außerdem: je teurer das Auto, desto rücksichtsloser die Fahrer. Hier kommt auch noch die Haltung "ich bin Leistungsträger und kann es allen zeigen" ins Spiel.

Sehr schlimm sind daher SUV-Fahrer (oft grüne Ökoeltern, die beim ersten Kind eine Riesenkutsche kaufen und sofort zum Roadhog werden) und Audi/Porsche Fahrer. Rasen, Vorfahrt nehmen, schneiden, Türen öffnen ohne zu schauen: das sind potentielle Todesfallen für Andere im Verkehr.

vollkommen nachvollziehbar

ich glaube nicht dass sich der normale autofahrer mit bösem vorsatz tatsäclich bewusst dazu entscheidet zu "rasen" (was auch immer rasen bedeutet, abhängig von der situation).
vielmehr glaube ich dass tatsächlich die evolution der fahrzeuge dazu führt, genauer das subjektive empfinden des fahrers hinsichtlich geschwindigkeit und möglichen gefahren), dass eine art entfremdung stattfindet, zwischen der "echten" realität (z.b. 80km/h innerorts) und der gefühlten (erschütterungsfreie stille und gelassenheit im fahrzeug).
jeder der einmal ne ente mit 50 durch die stadt gescheucht hat und dann in einem modernen auto die gleiche strecke fährt, weiss was ich sagen will.)
irgendwo hab ich mal gelesen, dass die zahl der raser und verkehrsrowdies am ehesten sinken würden, wenn statt einer kopfstütze ein samuraischwert hinter dem kopf des fahrers angebracht sein müsste. das ist natürlich eher philosophisch gemeint, aber es trifft den kern des pudels.

Tempomat

Die Evolution der Fahrzeuge führt dazu, dass die meisten Fahrzeuge heute einen Tempomat haben. Den kann man auf die erlaubte Geschwindigkeit einstellen. Für diejenigen die vor lauter Evolutionsfahrzeug den Tacho nicht sehen können.

Auch ich bekomme Strafzettel, fahre manchmal zu schnell doch ich weiss es ist mein Fehler und mein Mist denn ich damit baue. Diese Tendenz das alles zu verharmlosen und so zu tun als seien die Autos, der Gesetzgeber, das gute Wetter etc. schuld ist doch nur eine Verharmlosung des Problems.

Es sind Gesetze und Vorschriften die sind nicht diskutierbar sondern werden in den meisten Fällen bewusst gebrochen. Oder kämen Sie auf die Idee im Supermarkt eine Sonnencreme zu klauen und dies mit dem Hinweis auf das schöne Wetter zu entschuldigen ?

Sie wissen vielleicht nicht, dass ...

... viele der "amtlich angeordneten Verkehrsbehinderungen" nur zur "Sicherheit" angeordnet sind - aber nicht zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, wie die meisten fälschlich glauben, sondern zur Sicherheit der Schild aufstellenden Behörde gegen Regressforderungen von durch eigene Dummheit zu Schaden gekommener Verkehrsteilnehmer. ( Ich habe das vor Jahren von einem Landesverkehrtminister schriftlich bekommen. ) Ist die Geschwindigkeitsbegrenzung nur niedrig genug, wird jeder Amtsrichter den Anspruch zurückweisen, es sei denn, jemand sei "zu schnell" gefahren. Dann darf der Geschädigte u.U. privatrechtlich versuchen, den Verursacher zu belangen, die Behörde ist 'raus.

Tempomat

@11
Wenn ich auf einer Autobahn bei 10km langer BEschränkung auf 120km/h den Tacho auf diese GEschwindigkeit stelle, verursache ich hinter mir eine Autoschlange.

Wie wäre es mal mit Geschwindigkeitbegrenzungen von 140?
Die sinnvollste GEschwindigkeit auf vielen Autobahnen, die nicht für 180kmh geeignet sind, auf denen man mit 120 sein Auto fast anschieben möchte, weil die GEschwindigkeit zu gering ist. Als FOlge sieht kaum einer die Begrenzung ein.
Lieber an sinnvollen Stellen begrenzen, und schon fahren weniger Leute zu schnell.

Und außerdem, Menschen, die mit 110 auf der Autobahn fahren und nach links rausfahren, ohne auch nur in den Rückspiegel zu schauen, aus dem Verkehr ziehen. Genau so wie Leute, die gerne mal betrunken fahren.
Würden die Menschen aufmerksamer fahren, wäre die Unfallquote deutlich geringer.
AUßerdem habe ich in meinem Autofahrerleben erst 2 Blitzer gesehen, die wirklich sinnvoll waren, an Stellen, wo eine Gefahr droht. Häufig stehen die nur zur Abzocke in der Gegend, nicht, dort wo sie die Sicherheit verbessern. Manchmal verschlechtern sie diese sogar noch, weil die LEute teilweise verunsichert sind und eine Vollbremsung machen.
Beispiel: In HEssen gibt es einen Blitzer, der direkt vor einem 80-Schild (10 Meter) steht. Der Blitzer gilt für die 120-Begrenzung davor, aber viele sind verunsichert (hab ich ein Schild übersehen???). Vollbremsungen und gefährliche Situationen sind die Folge. Wer plant solch ein Gerät an solch einem Standort?

ich will da überhaupt nichts verharmlosen...

nur immer in die selbe kerbe hacken bringt auch nichts neues. klar gibts die raser und falschparker, schleicher oder nichtblinker... verkehrsdeppen.. (in zahlreichen leserbeiträgen in gänze beschrieben!) ich schrieb über den "normalen" autofahrer, und der erwähnte "effekt" ist bekannt, die autoindustrie forscht da wohl auch schon rum....
sie haben recht der tempomat könnte den starfzettel ersparen, tut er aber offensichtlich nicht sonst wär ja alles prima.

und die lustige sonnencremesupermarktgedöhnsgeschichte.... huiuiui! :)

Sehr gerne:

1. Zeigen Sie mir, wie Sie bei 120 Ihr Auto anschieben und ich schließe mich Ihrer Meinung an.

2. Ob 120 oder 140 macht keinen Unterschied. Spart auf 100km nicht mal zehn Minuten.

3. Sie müssen schon weit vor dem 80er-Schild deutlich unter 120km/h schnell sein. Vollbremsungen kann es da eigentlich gar nicht geben, denn spätestens beim 80er-Schild dürfen Sie höchstens 80km/h schnell sein.

4. Ob Sie Blitzer für sinnvoll erachten oder nicht, steht nicht zur Debatte. Sie haben darüber nicht zu befinden. Irgendwo ist ein Tempolimit und daran haben Sie sich zu halten. Aus. Wenn das Limit kontrolliert wird und Sie haben sich nicht dran gehalten, dann jammern Sie hinterher auch nicht rum. Niemand hat sie gezwungen, schneller als erlaubt zu fahren.

......

1. Übertreibungen sind ein beliebtes sprachliches Mittel in der deutschen Sprache.

2. Bei 120 schlafen mehr Leute ein.

3. Wie erklärt, die Menschen glauben, sie seinen schon im Bereich von Geschwindigkeitsbegrenzung 80, sind es aber nicht. Dennoch sind sie verunsichert.

4. s.o. und doch, ich habe darüber zu befinden, ob ich ihn sinnvoll finde, ich habe die, die ihn aufstellen immerhin gewählt. Demokratie undso.

Bei aller Zustimmung, aber Sie haben ...

... diejenigen, die den Starenkasten aufstellen, nicht gewählt. Das sind Beamte/Angestellte in Behörden, bezahlte Verkehrtexperten, Polizisten im Verkehrtausschuss ...
Sie haben ja nicht Mal den oberverantworlichen Innen- oder Verkehrsminister gewählt ...
Sie haben ja nicht Mal die Möglichkeit, ein behördeninternes Verfahren loszutreten, wie mir aus Bayern mitgeteilt wurde, dieses frühere Recht eines Bürgers wurde abgeschafft. Natürlich können Sie eine Klage beim Verwaltungsgericht einreichen, wenn's Ihnen nicht passt ...

Fantastisch!

Vielen Dank für diesen Artikel! Er dürfte der Wahrheit deutlich näher kommen als die tägliche Selbstüberschätzung selbsternannter Profifahrer, die sich natürlich nicht zu den Risikofaktoren des täglichen Verkehrs zählen. Irrationalität im Straßenverkehr - bei allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern! - kann man nur mit harter Rationalität entgegentreten. Und das heißt: deutlich mehr Kontrollen und viel, viel härtere Strafen! Auf allen Ebenen, für alle Fortbewegungsarten! Jahrzehntelange Rücksichtnahme hat ganz offensichtlich nichts gebracht.

RE: "Fantastisch!"

Stimme mit Ihnen und dem Artikel überein.

Was gerne vergessen wird: Autofahren ist kein (Grund-)Recht, sondern ein Privileg, weil eben von der Benutzung eines Kraftfahrzeuges eine sog. Betriebsgefahr ausgeht.
Nicht umsonst muss man als Fahrer einen Führerschein machen.

Aber die vollkommen irrationale Einschätzung mit dem Tenor "Rasen sollte erlaubt sein, wenn jemand die Situation als beherrschbar einschätzt" erinnert in der Tat an die ebenso irrationalen amerikanische Diskussionen zum privaten Waffenbesitz.

Interessanterweise lässt es sich trotz aller Regelungen und rigiden Tempolimits in den USA viel entspannter über den Highway fahren. Und auch die Abstimmung an Kreuzungen zwischen den Verkehrsteilnehmern klappt häufig viel besser als in Deutschland.

Die Wahrheit?

Das ist vielleicht Ihre Wahrnehmung, aber ganz sicher nicht eine faktenbezogene Wahrheit. Leider bringt uns der Artikel die Wahrheit nicht näher. Fantastisch geht mMn anders.

Tatsache ist, die Zahl der Verkehrstoten ist seit Jahrzehnten rückläufig. In 1970 gab es noch 19000 Tote, in 2000 noch 7500 und in 2010 noch 3600. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist ebenfalls rückläufig von 330000 in 2007 auf 290000 in 2010. Und das obwohl die Anzahl PKW seit 1970 drastisch gestiegen ist.

http://de.wikipedia.org/w...
http://www.destatis.de/je...

Und wie hervorragend das restriktive Vorgehen und der so kooperative Fahrstil in den USA ihre Wirkung erzielen, kann man hier lesen:

http://de.wikipedia.org/w...

Im Vergleich doppelt so viele Tote pro Einwohner als in D.

Übrigens der Vergleich zwischen Verkehrstoten in D und Erschossenen in den USA ist auch nur hanebüchen. Mobilität ist ein vertretbares Übel zum Lebensunterhalt, Schusswaffen sicher nicht.

Schreib Ihnen jemand ohne einen Punkt in Flensburg.

Fahrt umsichtig!

Nicht alles kann man aus offiziellen Zahlen lesen

Klar ist die Zahl der Verkehrstoten rückläufig. Ob das daran liegt, dass die Leute besser fahren, wage ich zu bezweifeln.
Autos haben heute Airbags, Knautschzonen, ordentliche Kopfstützen. Früher waren sogar die Frontscheiben aus richtigem Glas, was auch bei kleineren Unfällen veheerende Folgen hatte.
Und die Vorschriften sind strenger geworden: die Promillegrenze für Alkoholfahrten ist niedriger, Fahrer müssen sich anschnallen.

Will sagen: es ist eine tolle Sache, dass es weniger Verkehrstote gibt als früher.
Aber es liegt nicht unbedingt daran, dass die Leute besser fahren.
Das zeigt die Statistik auch: mehr Verkehrstote als früher sind Fahrradfahrer.
Und man sollte auch bedenken: Verletzte und nicht gemeldete Unfälle werden nicht erwähnt. Ich kenne zum Beispiel 10 Leute in meinem Bekanntenkreis, die auf dem Fahrrad von einer aufgerissenen Autotür erwischt wurden, oft auch leicht bis mittel verletzt. Zur Polizei ging keiner von ihnen.

Aus welchen Zahlen sollte man Ihrer Meinung nach lesen?

Aus einer wie auch immer gearteten Dunkelziffer? Mit solch einer Argumentation können Sie jeden Umstand groß- oder kleinreden. Eine sinnvoll Annäherung ist das aber nicht.

Natürlich steht außer Frage, dass die Sicherheitstechnik im Auto einen Anteil an den sinkenden Zahlen von Toten hat. Die rückläufigen Zahlen aber nur darauf zurückzuführen ist etwas einfach.

"Und die Vorschriften sind strenger geworden: die Promillegrenze für Alkoholfahrten ist niedriger, Fahrer müssen sich anschnallen."

Richtig. Der Artikel und der Vorposter behaupten aber, die Disziplin im Straßenverkehr leide.
Die Anzahl der Unfälle mit schwere Sachschaden durch Alkoholeinfluß sind aber ebenfalls rückläufig, um ca. 3000 Unfälle von 2007 bis 2010. Die Leute scheine also weniger zu saufen, ergo disziplinierter zu sein.

"Das zeigt die Statistik auch: mehr Verkehrstote als früher sind Fahrradfahrer."

Welche? In '01 waren 2900 Tote (von 7000) in der Gruppe Nicht-Autoinsassen. In '09 waren 2000 Tote (von 4100) in dieser Gruppe. Sicher die Anteile haben sich zu Ungunsten der Nicht-Autoinsassen verschoben, absolut gesehen sind es trotzdem weniger.

Fazit: Jammer ohne Grundlage, weil so ziemlich alle Statistiken das Gegenteil von "Verkehrsnotstand" aufzeigen.

Sie haben leider nicht präzise genug gelesen

Sie lesen aus meinem Kommentar, daß dieser vielleicht meine Wahrnehmung sei, "aber ganz sicher nicht eine faktenbezogene Wahrheit. Leider bringt uns der Artikel die Wahrheit nicht näher."

Da hat Ihre Äußerung leider nahezu nichts mit meiner Äußerung zu tun.

Deshalb nochmal erklärt: der Artikel ist NÄHER an der Wahrheit (!= DIE Wahrheit) als (Vergleich, kein Absolutheitsanspruch, s.o.) all die tollen "Profi"fahrer, die meinen, daß sie nicht schuld seien am täglichen (Beinahe)Unfallwahnsinn.

Natürlich sind naturwissenschaftliche "Wahrheiten" und "harte Zahlen" immer nett, doch leider ist die Welt in fast allen Fällen weniger simpel bzw. etwas vielfältiger und komplizierter.

Daß die Sitten im Straßenverkehr verrohen, ist mehr als nur eine gefühlte Wetterlage. Selbstverständlich sinkt die Zahl der Verkehrstoten, aber die Frage nach dem Warum ist genauso entscheidend wie die des Dunkelfeldes/der Anzeigenhäufigkeit, nach zähen Verkehrsgerichtsverfahren (die sicherlich nicht beschleunigt wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten und häufig frustrierend verlaufen) und den Möglichkeiten der neuen Technik, soll heißen: sind die Verkehrstoten 2011 gemessen an den Möglichkeiten (Airbags, ESP, ABS, etc. pp.) nicht vielleicht doch überproportional viele? Wenn ja: warum?

Mehr Rücksichtnahme würde die harten Zahlen sicherlich nochmals deutlich sinken lassen. Warum gehen wir diese Herausforderung nicht an? Es wäre so einfach. Aber anscheinend muß Strafe sein. Hart und direkt.

Tja, wenn alle rational Auto fahren würden ...

*Mehr Rücksichtnahme würde die harten Zahlen sicherlich nochmals deutlich sinken lassen. Warum gehen wir diese Herausforderung nicht an? Es wäre so einfach. Aber anscheinend muß Strafe sein. Hart und direkt.*
Wenn man mit der nötigen "Vor"sicht und der nötigen "Rück"sicht fährt und wenn man den anderen auch "leben" lässt, dh, wenn man so fährt, dass der Energieverlust für alle in Summe minimiert wird ... aber man muss nur mit offenen Augen durch die Landschaft fahren und kann an der ( autofahrenden ) Menschheit verzweifeln, Hauptthema ist: "MIR reicht's!". Beispiel: Eine Baustelle, rechts eine riesenlange Schlange - weil ganz vorne sichtbar ein Polizeifahrzeug fährt, keiner traut sich vorbei. Ich stelle fest, dass die Polizei mit "78" fährt - also klemme ich meinen Tempomaten auf Tacho "86" ( Toleranz + Toleranz )und "diffundiere" links so ganz sachte nach vorne, an der Polizei vorbei, ich lächle 'rüber, fahre dann rechts und gewinne mehr und mehr Abstand. Dann ist die Baustelle vorbei, die Polizei biegt ab - mein Gott, was war das dann anschließend für ein Hauen und Stechen, für ein Blockieren und Drängeln, da troff der Geifer aus den Lefzen ...
Beispiel: Da kommt jemand mit "65+" angebrettert, schleicht dann auf Samtpfötchen mit "45-" am Starenkasten vorbei und fährt dann sofort wieder die Krallen aus ...