Alternative AntriebeDer VW up! wird e und eco

Fünftürer, Erdgasantrieb, Stromer, GT mit 110 PS: VW baut 2012 und 2013 seine up!-Familie kräftig aus. Der eco up! wird das sparsamste Serienauto auf dem Markt. von Sebastian Viehmann

Kaum hat Volkswagen seinen up! auf den Markt gebracht, wird schon an einer kräftigen Ausweitung der up!-Familie gearbeitet. In diesem und im nächsten Jahr bringt VW eine Reihe von Ablegern des Kleinwagens heraus. Im Mai wird dem bisher nur als Dreitürer erhältlichen up! zunächst ein Fünftürer-Modell zur Seite gestellt. Die beiden zusätzlichen Türen kosten 475 Euro Aufpreis zum Basispreis von 9.850 Euro.

Überraschend gut ist das Platzangebot. Zwei Erwachsene können ohne Beklemmungsängste hintereinander sitzen, vor allem die große Kopffreiheit macht sich bemerkbar. Während sich beim normalen up! die hinteren Fenster gar nicht öffnen lassen, hat der Fünftürer immerhin Ausstellfenster zu bieten. Spartanisch bleibt das trotzdem. Das Kofferraumvolumen hinter der Glasheckklappe entspricht mit 251 Litern dem des Dreitürers. Durch Umklappen der Rücksitzlehne lässt sich der Kofferraum auf bis zu 951 Liter vergrößern. Das Motorenangebot entspricht ebenfalls dem des dreitürigen up!: Zur Wahl stehen zwei Dreizylinder-Benziner mit 60 oder 75 PS.

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Mitte dieses Jahres kommt außerdem die Erdgas-Sparvariante des VW up! auf den Markt. Der eco up! verbraucht laut Werksangabe im Schnitt nur 2,9 Kilogramm Erdgas (CNG) pro 100 Kilometer, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 79 Gramm je Kilometer. Emissionsärmer ist kein anderes Gasauto und kein anderer Kleinwagen mit Verbrennungsmotor unterwegs, selbst der Diesel-Smart muss sich geschlagen geben.

Benzinantrieb nur zur Not

Der eco up! hat einen Dreizylindermotor mit 50 kW (68 PS). Der ist nicht gerade vibrationsarm und brummt bei niedrigen Drehzahlen, doch die Traktion ist für den Stadtverkehr sehr ordentlich. Erst ab 80 km/h lässt der Schub spürbar nach, jenseits der 100-Stundenkilometer-Marke geht die Tachonadel nur noch sehr langsam nach oben. Beim Halt an der Ampel schaltet eine Start-Stopp-Automatik den Motor aus und beim Start fast unbemerkt wieder an.

Die Tankuhr zeigt neben dem Benzin- auch den Erdgasvorrat, der sich in zwei zylinderförmigen Unterflurtanks mit insgesamt 11 Kilogramm Fassungsvermögen befindet. Erst wenn das Gas zur Neige geht, schaltet der eco up! automatisch auf Benzinbetrieb um – manuelles Umschalten zwischen Gas- und Benzinbetrieb ist nicht möglich. Der Benzintank fasst nur zehn Liter und ist lediglich als Notreserve gedacht. Fürs CNG-System werden rund 2.500 bis 3.000 Euro Aufpreis fällig, der Erdgas-up! dürfte also ungefähr 13.000 Euro kosten. Im dritten Quartal soll er beim Händler stehen.

Im Dezember 2011 kam Volkswagens Kleinster auf den Markt, seitdem wurden 20.000 up! bestellt und teilweise schon ausgeliefert. Im Dezember konnte sich das Modell bereits aus dem Stand auf den ersten Platz des deutschen Mini-Segments vorkämpfen. Insgesamt rechnet VW-Marketingvorstand Luca de Meo mit rund 60.000 verkauften up! pro Jahr allein in Deutschland. Daneben nennt VW als wichtigste Märkte auch Italien , Frankreich , Großbritannien und Spanien . Gebaut wird der Wagen nebst seinen Zwillingsbrüdern Škoda Citigo und Seat Mii im slowakischen Bratislava .

Leserkommentare
    • mmmmmmm
    • 02. Februar 2012 19:51 Uhr

    damit lässt der UP seinen 13 Jahre alten Vor-Vorgänger (Lupo 3l, co2-Emission 81 gramm auf 100 km) echt alt aussehen. Ist bestimmt auch kein Zufall, dass der Wert mit 79 gramm geradeso unterboten wird.

    2 Leserempfehlungen
  1. "bei maximal 40 kW in 30 Minuten laden"

    40 KW Anschlussleistung - das lassen sich die Strom- und Netzmonopolisten teuer bezahlen.

    Da wird schon die Grundgebühr teuer.

    Eine Leserempfehlung
  2. Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, aber ist Traktion nicht = Grip, sprich Bodenhaftung und nicht Beschleunigung?

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    • raffix
    • 02. Februar 2012 23:53 Uhr

    Traktion kommt von Zugkraft und hat mit "Grip" nichts zu tun.

    Wahrscheinlich haben Sie an die Traktionskontrolle gedacht, die das Durchdrehen der Räder verhindern soll. Dabei geht es zwar um die Bodenhaftung. Doch tatsächlich kontrolliert auch hier das System lediglich die Drehung der Räder und diese wird soweit abgebremst, dass ein Losfahren ohne Durchdrehen der Räder ermöglicht wird. Also sorgt das System auch hier dafür, dass die Zugraft überhaupt erst ermöglicht wird.

    Das System gewährleistet folglich die Traktion und Fahrstabilität während der Beschleunigungsphase.

    • raffix
    • 02. Februar 2012 23:53 Uhr

    Traktion kommt von Zugkraft und hat mit "Grip" nichts zu tun.

    Wahrscheinlich haben Sie an die Traktionskontrolle gedacht, die das Durchdrehen der Räder verhindern soll. Dabei geht es zwar um die Bodenhaftung. Doch tatsächlich kontrolliert auch hier das System lediglich die Drehung der Räder und diese wird soweit abgebremst, dass ein Losfahren ohne Durchdrehen der Räder ermöglicht wird. Also sorgt das System auch hier dafür, dass die Zugraft überhaupt erst ermöglicht wird.

    Das System gewährleistet folglich die Traktion und Fahrstabilität während der Beschleunigungsphase.

    Antwort auf "Traktion"
    • Shrek
    • 03. Februar 2012 10:50 Uhr

    einen Kleinwagen mit 4 Sitzem, reichlich Platz, guter Variabilität, genialer Rundumsicht, sparsamen Motor sowie Möglichkeit für Gasumbau gibt es in Gestalt des Renault Twingo schon seit...1992? Oder 1993? Wer kann helfen?

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    • Zack34
    • 05. Februar 2012 20:56 Uhr
  3. wird dem Up zeigen wo es lang geht. Der Kleine von Opel kommt wohl im Herbst 2012 und wird nicht im fernen Rumänien gebaut sondern in Deutschland, in Eisenach, um genau zu sein.

    Shrek sie haben zwar recht damit, dass der Renault Twingo das alles schon seit 1992 bzw. 1993 bietet, aber er bietet auch schon seit dieser Zeit den gleichen hässlichen Innenraum. Renault versucht schon seit Jahren die Kuh mit den gleichen Mitteln zu melken. Es wäre an der Zeit etwas zu verändern.

    Wenn VW den Lupo weiter entwickelt hätte, dann wäre man vermutlich schon weiter als man es jetzt mit dem UP ist. Dann hätte man sich das Geld für das Marketing auch sparen können und in die Entwicklung stecken können. Vielleicht wäre dann ein wirklich schöner, sicherer und sparsamer Kleinstwagen dabei rausgekommen.

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    • Shrek
    • 06. Februar 2012 12:24 Uhr

    das Interieur des Twingo ist Geschmackssache, alle anderen Qualitäten sind aber unbestritten. Was will uns da VW als revolutionär verkaufen, was andere schon seit Jahrzehnten tun, nämlich "Volkswagen" zu bauen. Einfach peinlich.

    • Zack34
    • 05. Februar 2012 20:56 Uhr
    Antwort auf "Nix Neues"
    • Shrek
    • 06. Februar 2012 12:24 Uhr

    das Interieur des Twingo ist Geschmackssache, alle anderen Qualitäten sind aber unbestritten. Was will uns da VW als revolutionär verkaufen, was andere schon seit Jahrzehnten tun, nämlich "Volkswagen" zu bauen. Einfach peinlich.

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