Aus der Ferne lassen sich Audi A1, A4 , A5, A6 und auch der neue A3 am besten durch das unterschiedliche Design der Tagfahrleuchten unterscheiden. Beim A3 sind es LED-Bänder in L-Form. Denn ansonsten gleicht der Kompaktwagen den anderen Audi-Modellen, zumindest von vorn. Er hat den typischen Singleframe-Kühlergrill, den ein Audi-Sprecher als "die DNA der Marke" bezeichnet. Darum will Audi auch weiterhin an diesem Merkmal an der Fahrzeugfront festhalten.

Von der Seite wirkt der neue A3, der in dieser Woche auf dem Genfer Autosalon Weltpremiere feiert, dynamischer als sein etwas streng geratener Vorgänger. Trotzdem sind die Designer nicht der Versuchung erlegen, die Seitenlinie zu stark nach oben zu schwingen. Die hinteren Seitenfenster sind recht groß ausgefallen. So fühlt man sich im Fond nicht so eingebunkert. Platz hat man auch genügend, zwei Erwachsene können bequem hintereinander sitzen.

Das liegt auch daran, dass der Radstand im Vergleich zum Vorgänger um zwei Zentimeter gewachsen ist, bei einer unveränderten Länge von 4,24 Metern. Nur der Einstieg in den Fond des Dreitürers, an den Vordersitzen vorbei, ist etwas beschwerlich. Audi hat außerdem den Kofferraum vergrößert: Er fasst nun 365 Liter, während der Vorgänger nur ein Ladekapazität von 281 Litern bot. Der Laderaumboden lässt sich in zwei verschiedenen Höhen anbringen. Zugleich hat der A3 um bis zu 80 Kilogramm abgespeckt. Das Leergewicht des Basismodells liegt unter 1.200 Kilogramm, ein VW Golf ist schwerer.

Navi mit Bedienelementen wie in der Oberklasse

Außen haben die Formgestalter eine Reihe sportlicher Akzente gesetzt. Die Außenspiegel zum Beispiel sind an der Türbrüstung angebracht, ein dezenter Dachspoiler fügt sich harmonisch ins Gesamtdesign ein. Mit seinen 19-Zoll-Felgen sieht der neue A3 ein bisschen bullig aus – die Serienmodelle bekommen aber Felgen mit einer Größe zwischen 16 und 18 Zoll. Mit Außenspiegeln liegt die Breite bei knapp unter zwei Metern – nicht unwichtig fürs Überholen in Autobahnbaustellen.

Das Cockpit des A3 wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Zudem bringt Audi Bedienelemente, die bisher nur in der Oberklasse verfügbar waren, ins Kompaktsegment. Denn das sogenannte Touchwheel, mit dem das Infotainment-System bedient wird, dient gleichzeitig als Touchpad wie bei einem Notebook. Damit lässt sich ähnlich wie im Audi A8 das gewünschte Reiseziel ins Navigationssystem eingeben, indem man Buchstaben mit dem Finger "malt". Der elf Millimeter schmale und sieben Zoll große Navigationsbildschirm fährt aus dem Armaturenbrett aus.

Das Ablagefach in der Mittelkonsole wird zur drahtlosen Telefon-Box. Per Bluetooth-Verbindung nimmt das Handy Kontakt zur Koppelantenne des Autos auf. Das Signal des Handys wird dadurch verstärkt und die Sendeleistung vervierfacht. "Wir arbeiten außerdem an einer Möglichkeit zur induktiven Ladung", sagt A3-Projektleiter Frank Herrmann. Dann muss man ein geeignetes Handy nur noch in die Box legen und der Akku wird kabellos aufgeladen. Zu den weiteren Optionen des A3 zählen ein Spurwechselassistent, ein automatisches Parksystem und ein Abstandsregeltempomat mit Notbremsfunktion.

A3 wird es auch mit Erdgasantrieb geben

Für den neuen A3 bietet Audi zunächst drei verschiedene Ottomotoren und einen Diesel an. Zur Wahl stehen bei den Turbobenzinern ein 1,2 Liter großer TFSI-Motor mit einer Leistung von 77 kW (105 PS), ein 1,4-Liter-TFSI mit 90 kW (120 PS) und ein TFSI mit einem Hubraum von 1,8 Litern und 132 kW (180 PS) Leistung. Die Dieselvariante 2.0 TDI hat rund 140 PS.

Später soll ein kleinerer TDI folgen, der mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,8 Litern Diesel nur 99 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt. Dazu gesellt sich ein Sparbenziner (1.4 TFSI) mit 103 kW (140 PS) und Zylinderabschaltung . Erstmals wird es zudem einen Audi mit Erdgasantrieb geben. Der A3 TCNG – das T steht für Turbo, CNG für Compressed Natural Gas , also Erdgas – hat 1,4 Liter Hubraum, Turboaufladung und eine Leistung von ungefähr 150 PS. Der Antrieb soll nach bisheriger Planung bivalent sein, man kann also zwischen Benzin- und Erdgasbetrieb umschalten.

Der neue A3 steht im Sommer bei den Händlern. Das Basismodell 1.2 TFSI kostet dann mindestens 21.600 Euro. Der Endpreis hängt davon ab, für welche Ausstattungslinie – Attraction, Ambition und Ambiente – sich der Kunde entscheidet. Nach dem Dreitürer will Audi die A3-Familie zügig ausbauen: Anfang 2013 soll die Kombi-Version Sportback hinzukommen. Beim bisherigen A3 wählten rund 80 Prozent der Käufer diese Variante. Ebenfalls 2013 dürften das A3-Cabrio und die Hochleistungsversion S3 mit Zweiliter-Turbomotor erscheinen.