HauptuntersuchungTÜV versäumen wird teurer

Der Bundesrat hat eine Reform der Hauptuntersuchung für Autos beschlossen. Eine versäumte Pflichtprüfung soll künftig mehr kosten, aber auch effizienter werden. von dpa

Mitarbeiter der TÜV Rheinland AG untersuchen ein Auto.

Mitarbeiter der TÜV Rheinland AG untersuchen ein Auto.  |  © Achim Scheidemann/dpa/lnw

Wenn Autofahrer ihren Wagen deutlich zu spät zur Hauptuntersuchung bringen, kostet das künftig mehr. Bei länger als zwei Monaten über dem vorgegebenen Datum soll ein Gebührenaufschlag von 20 Prozent fällig werden. Der Bundesrat billigte eine entsprechende Reform der Pflichtprüfung, die voraussichtlich zum 1. Juli in Kraft treten soll.

Der Grund: Nach dem versäumten Termin wird eine vertiefte Untersuchung fällig. Im Gegenzug gilt die neue Plakette zwei Jahre vom Tag der Untersuchung an und wird nicht mehr auf den ursprünglichen Termin zurückdatiert. Vorgesehen ist auch ein einheitliches System für die Mängelerfassung bei allen Prüforganisationen wie den Technischen Überwachungsvereinen ( TÜV ) oder Dekra .

Anzeige

ADAC kritisiert die Strafgebühr

Der ADAC kritisierte den Gebührenaufschlag. Er komme "einem reinen Abkassieren des Autofahrers gleich". Bestehende Bußgelder reichten als Sanktion aus. Für einen erweiterten Prüfumfang gebe es keine technische Begründung, hieß es. Prüfstellen dürften nicht Vollstrecker bei Ordnungswidrigkeiten sein.

Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium argumentieren dagegen in dem Verordnungsentwurf, für die Bürger entstehe keine Mehrbelastung. Dass die Plakette mit einer vollen Frist von zwei Jahren bis zum nächsten Untersuchungstermin vergeben wird, kompensiere den 20-Prozent-Aufschlag. Unterschiedliche Praktiken in den Ländern würden zudem bundesweit vereinheitlicht.

Bei neu zugelassenen Wagen soll die Elektronik künftig mit effizienteren Diagnosegeräten geprüft werden. Vorgesehen ist auch eine kurze Probefahrt, um die elektronischen Sicherheitssysteme für die Prüfung zu aktivieren.

Die einheitliche Erfassung der Mängel soll auch dem Aufbau einer umfassenderen Statistik dienen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. "Eine versäumte Pflichtprüfung soll künftig mehr kosten, aber auch effizienter werden." Und eine nicht versäumte Pflichtprüfung wird die dann weniger effizient?

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Aber richtig! Seit "Pisa" haben wir alle unsere Zweifel!

  2. Liest man sich obiges durch, dann wird einem schon klar, dass hier mal wieder Geld verteilt werden soll, und zwar vom Einzelnen an irgendwelche Unternehmen. Die gleiche Lachnummer ist auch seitens des Wechselkennzeichens erfolgt, hier spart der Autofahrer lediglich die Prägekosten für ein Stückaluminium, mehr jedoch nicht.
    Mein Vorschlag, im sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit, tägliches Vorführen des KFZ in der Zeit von 11.00 - 12.30. Wer es während dieser Zeit nicht schaffen sollte sein Auto vorzuführen, muss dann damit rechnen, dass er einen 100% Aufschlag bezahlt.
    Also, was haben wir erwartet?

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das gehört ganz klar zu den schon fast auf allen Gebieten üblichen Abzockmethoden. In der Summe reduziert diese Masche mittlerweile deutlich den Lebensstandard einer Familie mit Durchschnittseinkommen, weil es auf einer ganzen Reihe von Feldern passiert.
    Aus dem Stand fallen mir folgende Dinge ein, die alle dieser Methode folgen und in der Summe durchaus nennenswerte Mehrausgaben bringen, ohne dass irgendein Mehrwert für den Bürger erbracht wird:
    1.HU-wie gerade beschrieben 2.Reisepass- und Personalausweise - gleich Kostensteigerung um mehrere hundert Prozent! 3.Kaminkehrerkosten -angebliche Liberalisierung mit deutlichen Kostensteigerungen
    4.Stromkosten - gleich ein halbes Dutzend Gebühren und Steuern von Konzessionsabgaben, Energiesteuern bis zu zusätzlichen Netzentgelten und, und , und.. 5.Zulassungs- und Ummeldegebühren für Kfz - Zusatzgebühren für sinnfreie Feinstaubplaketten, Stempelplaketten, neue Fahrzeugpapiere.. 6.Führerscheinumtauschzwang bei Auslandsführerscheinen mit entsprechenden Gebühren (schon seit einigen Jahren). 7. Progressionsspielchen bei der Einkommensteuer durch Nominalbesteuerung.
    Da gibt es sicher noch viele Dinge mehr und man könnte annehmen, die Regierung und ihre Behörden lieferten sich einen Wettlauf um die orginellste Form dieser Art der schleichenden Ausplünderung, die obendrein zu Zeiten andauernd und nachhaltig sinkender Nettoeinkommen erfolgt. Von der Steigerung des "Wohls des deutschen Volkes" ist jedenfalls keine Spur mehr zu entdecken!

  3. Gibt es mehr kritische Autos auf den Strassen, mehr Unfälle oder doch nur Gier, Machtgeilheit und Raubrittertum der Politamöben?

    6 Leserempfehlungen
  4. Und wer zahlt, wenn ein dusseliger Prüfer einen Schaden am Auto verursacht? Das schaffen die manchmal schon alleine in der Halle.

    2 Leserempfehlungen
    • keibe
    • 30. März 2012 21:07 Uhr

    gibt es auch so etwas:

    "Weil sie eine gefälschte TÜV-Plakette auf dem Kennzeichen ihres Autos hatte, musste sich jetzt eine 37-Jährige vor dem Amtsgericht in Dillenburger verantworten. Die Verhandlung endete mit einem Freispruch für die Frau: Denn sie war zwar Halterin des Autos, damit aber offenbar nicht gefahren."

    http://www.mittelhessen.d...

    Ist zwar keine Handlungsanleitung, gibt aber "Eine versäumte Pflichtprüfung soll künftig mehr kosten" einen leicht faden Beigeschmack.

  5. "Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium argumentieren ... Dass die Plakette mit einer vollen Frist von zwei Jahren bis zum nächsten Untersuchungstermin vergeben wird, kompensiere den 20-Prozent-Aufschlag."

    Der 20% Aufschlag fällt bereits nach 2 Monaten an, erst nach 5 Monaten trifft diese Milchmädchen-Rechnung zu.
    Nachdem nach 4 Monaten jedoch ein Bußgeld von 40€ anfällt, ist das natürlich Makulatur.
    Die Aussage der Ministerien ist also Bürgernepp und die Zeit sollte derart windige Aussagen nicht unkommentiert abdrucken.

    P.S. Wie hoch ist eigentlich das Bußgeld, dass die Ministerialen dafür zahlen, dass sie nach 3 Jahren und 9 Monaten noch immer kein verfassungskonformes Wahlrecht hinbekommen haben?

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wenn Verstöße gegen Gesetze und Verordnungen geahndet werden? Die angebliche "Abzocke" lässt sich in diesem Fall ganz einfach vermeiden - indem man wie vorgeschrieben nach 2 Jahren zum TÜV fährt und nicht monatelang mit ungültiger Plakette unterwegs ist.

  6. Das gehört ganz klar zu den schon fast auf allen Gebieten üblichen Abzockmethoden. In der Summe reduziert diese Masche mittlerweile deutlich den Lebensstandard einer Familie mit Durchschnittseinkommen, weil es auf einer ganzen Reihe von Feldern passiert.
    Aus dem Stand fallen mir folgende Dinge ein, die alle dieser Methode folgen und in der Summe durchaus nennenswerte Mehrausgaben bringen, ohne dass irgendein Mehrwert für den Bürger erbracht wird:
    1.HU-wie gerade beschrieben 2.Reisepass- und Personalausweise - gleich Kostensteigerung um mehrere hundert Prozent! 3.Kaminkehrerkosten -angebliche Liberalisierung mit deutlichen Kostensteigerungen
    4.Stromkosten - gleich ein halbes Dutzend Gebühren und Steuern von Konzessionsabgaben, Energiesteuern bis zu zusätzlichen Netzentgelten und, und , und.. 5.Zulassungs- und Ummeldegebühren für Kfz - Zusatzgebühren für sinnfreie Feinstaubplaketten, Stempelplaketten, neue Fahrzeugpapiere.. 6.Führerscheinumtauschzwang bei Auslandsführerscheinen mit entsprechenden Gebühren (schon seit einigen Jahren). 7. Progressionsspielchen bei der Einkommensteuer durch Nominalbesteuerung.
    Da gibt es sicher noch viele Dinge mehr und man könnte annehmen, die Regierung und ihre Behörden lieferten sich einen Wettlauf um die orginellste Form dieser Art der schleichenden Ausplünderung, die obendrein zu Zeiten andauernd und nachhaltig sinkender Nettoeinkommen erfolgt. Von der Steigerung des "Wohls des deutschen Volkes" ist jedenfalls keine Spur mehr zu entdecken!

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • keibe
    • 30. März 2012 21:57 Uhr

    vom "System" profitieren -und das sind ziemlich viele-, desto weniger können die verbleibenden Hunde beißen. Eine elegante, zielführende Strategie.

    • keibe
    • 30. März 2012 21:57 Uhr

    vom "System" profitieren -und das sind ziemlich viele-, desto weniger können die verbleibenden Hunde beißen. Eine elegante, zielführende Strategie.

    Antwort auf "Ausufernde Abzocke."

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte ADAC | Autofahrer | Bundesrat | Bundesumweltministerium | Bundesverkehrsministerium | Bußgeld
Service