Die Hoffnung der Fahrzeugindustrie, mit Elektroautos schnelles Geld machen zu können, erfüllt sich nicht. In den USA hat General Motors die Produktion des Chevrolet Volt wegen schwacher Nachfrage und technischer Umrüstungen für fünf Wochen gestoppt. In Europa startet der französische Autoriese PSA Peugeot Citroën nun massive Sonderaktionen, um den Verkauf anzukurbeln.

2011 hatten die Franzosen gerade mal rund 200 Stück in Deutschland abgesetzt, davon nur fünf Prozent an Privatkunden. Deshalb senkt PSA-Chef Philippe Varin jetzt den Preis für die E-Kleinwagen Peugeot iOn und Citroën C-Zero von 35.000 auf 29.000 Euro.

Noch stärker fällt die Korrektur beim Kastenwagen Citroën Berlingo First Electric aus: Händler in Süddeutschland bieten das Auto in großer Stückzahl für 19.500 Euro an – ursprünglich stand es mit mehr als 50.000 Euro in der Verkaufsliste. Allein der Energiespeicher an Bord kostet rund 20.000 Euro. "Es handelt sich um einen Restposten von 250 Neuwagen, die wir von Citroën Deutschland übernommen haben", sagt ein Verkäufer aus Rosenheim .

Citroën bestätigt die Angaben. Es seien Autos, die für die französische Post bei Venturi in Monaco auf Elektroantrieb umgestellt worden seien. Um Skaleneffekte zu erzielen, habe man mehr Autos produziert, als geordert worden waren.

"Dass das Elektroauto kein Selbstläufer sein würde, war klar", verteidigt ein Citroën-Sprecher den flauen Absatz. Derzeit sei das noch kein Geschäftsmodell. Zusätzlicher Preisdruck kommt von Händlern aus Norddeutschland, die aus Spanien E-Autos mit Tageszulassung importieren: Der Kauf in Spanien wird vom Staat mit bis zu 6.000 Euro gefördert.

Die maue Nachfrage durch Privatkunden könnte künftig durch Geschäftskunden ausgeglichen werden, wie aus einer Studie der Uni Duisburg-Essen hervorgeht. Geschäftskunden seien eher als Privatkunden bereit, Elektrofahrzeuge zu kaufen. Der Grund: Unternehmen, Flottenbetreiber und Vermieter könnten umweltfreundliche E-Mobile und gesetzliche CO2-Vorgaben als Imagewerbung für sich nutzen, sagt Studienautorin und Automanagement-Professorin Heike Proff.

Der Trend zum Firmenelektroauto werde anhalten. "Auch im Jahr 2020 werden Elektroautos noch zu drei Fünfteln von Geschäftskunden gekauft", sagt Proff. Die allgemein steigende Bedeutung von Firmenwagen verstärke den Trend. Das erste deutsche E-Auto, der Mittelklassewagen Ampera von Opel , liefert den Beleg: Bisher gehe das Auto, das es seit März gibt, zu 60 Prozent an Geschäftskunden, heißt es bei Opel. 6.000 Bestellungen liegen dem Autobauer vor.

Erschienen in der WirtschaftsWoche