FahrradmarktElektroräder erobern jüngere Kundschaft

Das Geschäft mit Elektro-Bikes brummt: Der Absatz stieg 2011 um 55 Prozent. Immer mehr junge Städter nutzen statt des Autos ein Elektrorad. von 

Die Elektromobilität ist in Deutschland längst angekommen – allerdings bisher kaum im Auto. Während die Zahl der zugelassenen Elektroautos weiter überschaubar bleibt, boomt das Geschäft mit Fahrrädern, die einen Elektromotor haben. Das beweist die Bilanz für 2011, die der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) jetzt vorgelegt hat: 310.000 E-Bikes wurden hierzulande im vergangenen Jahr verkauft, das sind 55 Prozent mehr als im Jahr davor – und acht Prozent aller verkauften Fahrräder.

Der ZIV schätzt, dass somit aktuell rund 900.000 Elektrofahrräder in Deutschland unterwegs sind. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Verkauf von bis zu 400.000 E-Bikes in Deutschland. Damit zählt Deutschland – neben den Niederlanden – als das absatzstärkste Land für Elektrofahrräder: Mehr als ein Drittel des gesamten E-Bike-Absatzes in Europa fällt allein auf Deutschland.

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Weil diese zugleich zu höheren Preisen verkauft werden als normale Fahrräder, ist der Umsatz der Branche deutlich gestiegen. Der sogenannte Verkaufswert aller abgesetzten Fahrräder nahm 2011 gegenüber dem Vorjahr um 8,8 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro zu – der Gesamtabsatz stieg nur um 1,1 Prozent auf rund 4,05 Millionen Stück. Wegen des höheren E-Bike-Anteils am Verkauf stieg auch der durchschnittliche Verkaufspreis je Fahrrad. Er lag im vergangenen Jahr bei 495 Euro, nach 460 Euro im Jahr 2010.

Pedelecs längst nicht mehr nur im Visier von Senioren

Wie der ZIV betont, verändert sich auch die Käuferschaft. Kauften bis vor wenigen Jahren vorwiegend ältere Menschen ein E-Bike, so gingen Modelle heute vermehrt auch an ein jüngeres städtisches Klientel, das damit zur Arbeit, zum Einkaufen oder abends ins Kino fahre. "Das Mobilitätsverhalten der Bundesbürger ändert sich und E-Bikes bieten hier eine echte Alternative zum Auto", sagt der Geschäftsführer des ZIV, Siegfried Neuberger. Ursache dafür sind auch die hohen Spritpreise und das Bewusstsein, gesünder zu leben und sich mehr zu bewegen.

Am beliebtesten seien die Pedelecs – Fahrräder mit Elektromotor, der aber nur dann das Rad antreibt, wenn der Nutzer selbst in die Pedale tritt. Mit dieser Motorunterstützung kommen Pedelecs auf maximal 25 Kilometer pro Stunde.

Fahrradexperte Gunnar Fehlau findet es erfreulich, dass die Käufer von E-Bikes zunehmend auch jünger werden. Es sei gut, dass Pedelecs das Image verlören, ein Rad für Ältere zu sein, die die Hilfe eines Motors nötig hätten. "Sie haben zu Hause doch auch eine Spül- oder Waschmaschine, da fragt Sie auch niemand, ob Sie das nicht von Hand können", sagt er. Gleichwohl bleiben Trekking- und Cityräder laut ZIV die beliebtesten Kaufobjekte. Auf beide zusammen entfiel im vergangenen Jahr schon mehr als die Hälfte des Absatzes.

Leserkommentare
    • glacis
    • 21. März 2012 18:26 Uhr

    Mich interessiert hierbei, wie der ZIV zu seiner Einschätzung kommt, dass die E-Bike-Fahrer bzw. Käufer jünger würden. Haben sie eine Befragung der Händler gemacht?
    So richtig glauben mag ich das nämlich nicht, und viel interessanter ist eh, ob das Ebike Fahrten mit dem Auto ersetzt, also ob einer, der zuvor Autopendler war, nun mit dem Ebike zur Arbeit fährt. Wie es im Artikel heißt: es BIETET sich eine Alternative. Und mit so einem ZIV-Statement möchte man wohl den Leuten diese Info weitergeben... nicht?

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    • GDH
    • 02. April 2012 20:40 Uhr

    Beim Lesen kam mir folgende Überlegung in den Sinn:

    Gerade jüngere Menschen erreichen die 25kmh, auf die der Zusatzantrieb bei Pedelecs beschränkt ist, auf den meisten Strecken auch ohne Elektroantrieb.
    Da kommen mir schon Zweifel, wieso jemand, der vorher nicht Rad gefahren ist, auf sowas umsteigen soll.

    Als Komfort-Bonus für Radfahrer, die sich täglich über den blöden Berg auf dem Weg zu Arbeit ärgern, sind solche Fahrzeuge schon eher plausibel.
    Oder eben für Menschen, die im Alter nicht auf die gewohnte Mobilität verzichten wollen, wenn die Fitness nachlässt.

  1. ja interessiert
    wenn die dinger nicht alle so doof aussehen würden
    eleganz = 0
    wie die alu-räder der ersten generation (und jetzt wo es fast nur noch solche giebt der großteil)

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    • glacis
    • 21. März 2012 19:21 Uhr

    @der lentz

    nur so als Beispiel, damit sie auf den aktuellen Stand kommen
    http://www.stromer.ch/

    Entfernt. Verlinken Sie nicht auf Seiten solchen Inhalts. Die Redaktion/mak

    • glacis
    • 21. März 2012 19:21 Uhr

    @der lentz

    nur so als Beispiel, damit sie auf den aktuellen Stand kommen
    http://www.stromer.ch/

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "ich währe"
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    kommt in die nähe
    aber zu der etwas etwas extremen bulligkeit forne giebt es kein optisches gegengewicht
    (ich hab nie behauptet nicht verwöhnt zu sein ;) )

    hab grad den katalog durchgeklickt
    da machen sie einem den mund schon wässrig

  2. Ob das eine wirklich gute Nachricht ist ? Bezogen auf den geringereren Gebrauch von Autos ist das natuerlich eine willkommene Entwicklung.
    Aber bezogen auf die Nutzer macht mich die Nachricht skeptisch. Warum brauchen junge/juengere Nutzer von Fahrraedern ploetzlich eine Batterie unterm Hintern als Unterstuetzung ? Sind sie zu faul oder einfach nicht fit genug, den Weg ohne Batterie zurueckzulegen ? Sicherlich werden die E-Raeder auch nicht dafuer benutzt Riesenstrecken zurueckzulegen, ich denke 20 km am Tag, wenn ueberhaupt. Koennten sie das ohne Batterie, wuerde man auch in der Lage sein, den durch die Batterien entstehenden Muell zu vermeiden.

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    • thwe74
    • 21. März 2012 21:00 Uhr

    Lassen Sie doch die Menschen fahren was Sie möchten.
    Jeder Mensch, der mit dem Fahrrad oder Pedelec fährt ist ein Autofahrer weniger.
    Beiträge wie Ihrer erinnern mich immer an die Diskussionen über Walker. Die Jogger haben sich immer schön über die unsportlichen, fettar... Walker lustig gemacht und machen das immer noch. Warum wissen die Herrschaften selbst nicht.
    Schon einmal mit so einem Pedelec gefahren?? Wenn ja dürfen Sie gerne mitreden;-)

    Ich bin jetzt 44 und fahre noch 3-4 die Woche (im Winter weniger) meine 15 KM zur Arbeit (und zurück;-). Die Hügelchen werden Jahr für Jahr höher und ich freue mich, das ich wenn es nicht mehr so gut geht irgendwann auch aufs Pedelec umsteigen kann. So habe ich mit 22 nicht gedacht, aber wir alle werden älter.

    Und die Entsorgung einer Batterie wird sich auch noch regeln lassen;-)

    Alternative fuer weniger fitte Pendler und solche, die bei der Arbeit keine Duschgelegenheit haben. Ich kann mich jedenfalls nicht vollkommen durchgeschwitzt bei der Arbeit sehen lassen - bei 10 km Gegenwind (wohne am Meer), noch dazu mit permanentem leichten Anstieg, waere ich das aber jeden Morgen. Ein normales Fahrrad ist fuer mich daher keine Alternaive.

  3. 5. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Danke, die Redaktion/mo.

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    • gorgo
    • 22. März 2012 6:18 Uhr

    Wir wohnen auf dem Berg, haben trotzdem kein Auto. Öffentlicher Nahverkehr mau und nochmal mau (das ist natürlich das Grundproblem). Ein E-Bike würde uns viele viele Taxifahrten sparen. In Großstädten sind die Wege weit, zur Arbeit kann frau oder möchte man nicht immer verschwitzt auftauchen - mit dem E-Bike hat man einen höheren Radius und kann situativ entscheiden, wieviel Schweiß und Tränen man hineinsteckt. Ich finds gut.

    • Hickey
    • 22. März 2012 8:19 Uhr

    kann ich ihnen sagen das 20km grad mal das Warm Up sind.

    Natürlich ist das für den Standard Menschen mit Auto eine wahnsinnig weite Entfernung, über die man erstmal nachdenken muss, ob man denn körperlich überhaupt fit genug ist das zu schaffen.

    Was soll man denn anderes erwarten, schließlich sitzt dieser Standard Mensch den großteils des Tages auf seinen vier Buchstaben, Abends das gleiche und erst nachts wird sich gestreckt. Von Bewegung keine Spur, Treppen gitbs ja auch nicht mehr, dafür gibts Aufzüge und Rolltreppen.

    mfg :)

  4. kommt in die nähe
    aber zu der etwas etwas extremen bulligkeit forne giebt es kein optisches gegengewicht
    (ich hab nie behauptet nicht verwöhnt zu sein ;) )

    Antwort auf "E-Velo "
  5. hab grad den katalog durchgeklickt
    da machen sie einem den mund schon wässrig

    Antwort auf "E-Velo "
  6. stromer kannte ich selbst noch nicht, electrolyte.cc reiht sich ebenfalls in die reihe geschmackvoller e-bikes auch gut ein. ( http://www.electrolyte.cc )

    Ich bin neugierig was es noch an Herstellern geben wird, die auch durch die Gestaltung Ihrer Räder neue Zielgruppen erreichen, denn nur das kann einem Produkt den ›Rentner-Ruf‹ nehmen.
    Es bleibt hoffentlich nur eine Frage der Zeit bis sich die Preise noch etwas erden. Um die 3.000€ für ein Rad sind eine doch nennenswerte Investition. Dass sich dies über die Nutzungsdauer und den eventuellen Verzicht auf ein ›Stadtauto‹ relativiert ist richtig, bleibt dem Konsumenten aber schwer zu vermitteln.

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  • Schlagworte Bekleidung | E-Bike | Elektroauto | Elektromobilität | Elektromotor | Fahrrad
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