Leserartikel

Auto-RikschaMein Leben ohne Tuk-Tuk wäre sinnlos

Fahren wie in asiatischen Großstädten: Leser P. Langner transportiert Kurgäste mit seiner Auto-Rikscha. Nach langer Krankheit gibt ihm das eine neue Aufgabe, schreibt er.

Mit der Auto-Rikscha durch den Schwarzwald

Mit der Auto-Rikscha durch den Schwarzwald

Drei Schlaganfälle und ein Herzinfarkt. Mir blieb damals nichts anderes übrig, als meinen Beruf als Kürschnermeister und Textilkaufmann aufzugeben. Ich wohne in der Kurstadt Bad Dürrheim. Die Leute fahren hier entweder mit dem Taxi oder sie gehen zu Fuß durch den Ort. Ich wollte ihnen eine Alternative bieten und kaufte mir ein Tuk-Tuk Ape Calessino.

Damit fahre ich mittlerweile seit drei Jahren Personen von einem Ort zum anderen. Für mich als Frührentner und meine Fahrgäste ist das Tuk-Tuk das ideale Transportmittel. Es ist bequem und verbraucht auf 100 Kilometer gerade einmal drei Liter Diesel – bei 57 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit.

Anzeige

Nach dem Kauf gab es damals Probleme bei der Zulassung. Der Tüv wusste nicht, ob das Tuk-Tuk verkehrstauglich ist. Auch die Mitarbeiter der Kraftfahrzeugzulassungsstelle kannten sich nicht aus. Nach einigem Hin und Her bekam ich aber doch die Zulassung für mein Gefährt mit acht PS und 450 Kubikzentimeter Hubraum. Das Tuk-Tuk kostet mich jährlich 170 Euro Steuern.

Leserartikel auf ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE präsentiert regelmäßig ausgewählte Leserartikel, die unsere eigenen Inhalte um zusätzliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Sichtweisen bereichern. Vor der Veröffentlichung nehmen wir mit den Autoren Kontakt auf und sprechen über den Text, anschließend wird der Leserartikel von uns redigiert und bebildert. Auch bei Leserartikeln, die unter Pseudonym veröffentlicht wurden, kennt die Redaktion Namen und Anschrift des Autors. Alle weiteren Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.

Leserartikel schreiben

Welches Thema brennt Ihnen schon seit Längerem auf der Seele? Was freut, ärgert oder verwundert Sie? Welches Buch, welche Musik oder welchen Film würden Sie gerne einmal auf ZEIT ONLINE rezensieren? ZEIT ONLINE freut sich auf Ihren Leserartikel. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie alle wichtigen Hinweise, wie Sie beim Verfassen Ihres eigenen Artikels für ZEIT ONLINE vorgehen sollten.

Zur Artikeleingabe

Der ZEIT-ONLINE-Wald

Als symbolisches Dankeschön pflanzen wir für jeden Leserartikel, den wir veröffentlichen, einen Baum. Dabei arbeiten wir mit iplantatree.org zusammen. Zum Start des neuen Leserartikel-Projekts haben wir schon 1000 Bäume in Berlin Friedrichshagen gepflanzt und hoffen, dass daraus im Lauf der Jahre ein ganzer ZEIT-ONLINE-Wald wird. Mehr Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.

Ich habe das Tuk-Tuk verbessert, sodass mitfahrende Personen sich auch wohl fühlen. So habe ich zum Beispiel eine Heizung eingebaut und kann jetzt auch im Winter fahren. Die Einstiege habe ich mit Klarsichtfolie verhängt.

Auch in der Nacht fahre ich damit. Dafür habe ich eine zusätzliche Beleuchtung angebracht. Mittlerweile fahre ich mit meinem Tuk-Tuk überall hin. Ich kann auf Landstraßen fahren, nur auf der Autobahn nicht. Dafür ist das Tuk-Tuk dann doch zu langsam.

Meine Fahrgäste wundern sich, dass ich kein Fahrgeld von Ihnen verlange. Wenn sie wollen, dann können sie eine Spende hinterlassen. Mittlerweile kann ich mir ein Leben ohne mein Tuk-Tuk nicht mehr vorstellen.

 
Leserkommentare
  1. Ich finde das eine schöne Idee, kommt man doch mit Menschen zusammen. Den Gästen gefällts und erfreut sich der Exotik, denn es ist ein ganz anderes Erlebnis mit einem Tuk-Tuk mitfahren zu können. Ein bisschen südländische Kultur im Schwarzwald :)

    6 Leserempfehlungen
    • xpeten
    • 04.03.2012 um 11:53 Uhr

    Wer da schon mitgefahren ist, wird es eher Moped-Rikscha nennen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    gibt es immer mehr Fahrrad-Rikschas. Habe mal gelesen, dass die in Indien abgeschafft werden sollen, weil es eine zu schwere Arbei sei und hier blüht das Geschäft mit den Touristen.

    gibt es immer mehr Fahrrad-Rikschas. Habe mal gelesen, dass die in Indien abgeschafft werden sollen, weil es eine zu schwere Arbei sei und hier blüht das Geschäft mit den Touristen.

  2. da kommt Indien-feeling auf, mitten im Schwarzwald.

    Wieso nehmen Sie nichts dafür?

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,
    Wieso ich für den Transport nichts nehme ?

    1 Ich wüßte gar nicht was ich verlangen sollte.
    2 Da ich Rentner bin und kein Gewerbe angemeldet habe und die
    Tuk-Tuk ein reines Vergnügen ist nehme ich gerne Leute mit
    die mit fahren wollen,wenn jemand eine Spende geben will habe
    ich nichts dagegen.

    Hallo,
    Wieso ich für den Transport nichts nehme ?

    1 Ich wüßte gar nicht was ich verlangen sollte.
    2 Da ich Rentner bin und kein Gewerbe angemeldet habe und die
    Tuk-Tuk ein reines Vergnügen ist nehme ich gerne Leute mit
    die mit fahren wollen,wenn jemand eine Spende geben will habe
    ich nichts dagegen.

    • joG
    • 04.03.2012 um 16:08 Uhr

    ...nicht, wenn man davon absieht, was ein großer BMW mit den Insassen eines solch leichten Fahrzeugs im Unfall machen würde.

  3. Hallo,
    Wieso ich für den Transport nichts nehme ?

    1 Ich wüßte gar nicht was ich verlangen sollte.
    2 Da ich Rentner bin und kein Gewerbe angemeldet habe und die
    Tuk-Tuk ein reines Vergnügen ist nehme ich gerne Leute mit
    die mit fahren wollen,wenn jemand eine Spende geben will habe
    ich nichts dagegen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Interessanter Artikel"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ihre selbstlosigkeit in ehren. wenn sie nicht drauf zahlen müssen, durch die wartung des fahrzeuges und das benzin, dann ist es ja in ordnung.

    es wäre ihnen zu wünschen, dass die spenden dass ordentlich decken und sogar noch was drüber raus.

    ihre selbstlosigkeit in ehren. wenn sie nicht drauf zahlen müssen, durch die wartung des fahrzeuges und das benzin, dann ist es ja in ordnung.

    es wäre ihnen zu wünschen, dass die spenden dass ordentlich decken und sogar noch was drüber raus.

  4. gibt es immer mehr Fahrrad-Rikschas. Habe mal gelesen, dass die in Indien abgeschafft werden sollen, weil es eine zu schwere Arbei sei und hier blüht das Geschäft mit den Touristen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sorry, verstehe ihren "brückenschlag" nicht ganz.

    hier geht es ja NICHT um fahrrad-rikschas.

    wo also liegt der zusammenhang.

    sorry, verstehe ihren "brückenschlag" nicht ganz.

    hier geht es ja NICHT um fahrrad-rikschas.

    wo also liegt der zusammenhang.

    • mcjr
    • 05.03.2012 um 1:39 Uhr

    wuerde auch gerne mal mitfahren! weiterhin viel erfolg!

    2 Leserempfehlungen
    • Hagmar
    • 05.03.2012 um 11:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Langner! Ihr TukTuk hatte einen Anschaffungspreis, es kostet Unterhalt und Reparatur, Steuern und Sprit.
    Ich hoffe, Ihre Spendenbox ist gross und deutlich sichtbar und wird regelmässig gut gefüllt. :=))
    Nun geben viele Leute für ihr Hobby eine ganze Menge Geld aus, aber da Ihr Hobby eine Dienstleistung ist, würde mich interessieren, was Ihre Kollegen Taxifahrer zu Ihrem Hobby meinen.
    Gut Tuk, weiterhin!

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,

    man kann alles in Frage stellen.
    Wie ich schon sagte ich benutze meine Tuk-Tuk hauptsächlich
    für mich.Als Nebeneffekt biete ich meine Dienste an für Leute
    die ein besonderes Fahrvergnügen haben wollen.
    Klar für Taxifahrer war ich am Anfang ein Dorn im Auge.
    Aber es bleibt jedem selbst überlassen ob er mit mir oder
    einem Taxi fahren möchte.
    Ich betone grundsätzlich das ich kein Taxiunternehmen bin.
    Leute die bis jetzt mit mir gefahren sind waren sehr zu frieden.Es ist schon soweit gekommen daß ich mit der Tuk-Tuk
    nach Düsseldorf gefahren bin.Nur weil es den Personen gefallen hat mit der Tuk-Tuk zu fahren.Wenn die Leute mich
    ansprechen wohin ich mit der Tuk-Tuk fahre ?
    Werde ich bestimmt Auskunft geben ohne gleich an die Kohle
    zu denken.Für mich und meinen Gäste steht das Fahrvergnügen
    im Vordergrund.

    Hallo,

    man kann alles in Frage stellen.
    Wie ich schon sagte ich benutze meine Tuk-Tuk hauptsächlich
    für mich.Als Nebeneffekt biete ich meine Dienste an für Leute
    die ein besonderes Fahrvergnügen haben wollen.
    Klar für Taxifahrer war ich am Anfang ein Dorn im Auge.
    Aber es bleibt jedem selbst überlassen ob er mit mir oder
    einem Taxi fahren möchte.
    Ich betone grundsätzlich das ich kein Taxiunternehmen bin.
    Leute die bis jetzt mit mir gefahren sind waren sehr zu frieden.Es ist schon soweit gekommen daß ich mit der Tuk-Tuk
    nach Düsseldorf gefahren bin.Nur weil es den Personen gefallen hat mit der Tuk-Tuk zu fahren.Wenn die Leute mich
    ansprechen wohin ich mit der Tuk-Tuk fahre ?
    Werde ich bestimmt Auskunft geben ohne gleich an die Kohle
    zu denken.Für mich und meinen Gäste steht das Fahrvergnügen
    im Vordergrund.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service