Wie bekommt man ein Fahrrad in ein Auto? Ganz einfach: Heckklappe auf, Fahrrad rein, Heckklappe zu. Bei der neuen Generation des Opel Combo Tour geht das ohne grobe Schäden an Rad und Auto. Der geräumige Kastenwagen bietet ein maximales Ladevolumen von 3.200 bis zu 4.000 Litern, je nach Größe. Denn der Combo ist in zwei Varianten mit unterschiedlich großem Radstand zu haben und somit wahlweise 4,39 und 4,74 Meter lang. Da lässt sich mehr als nur ein Freizeitsportgerät binnen kürzester Zeit verstauen. Dank der niedrigen Ladekante von 54,5 Zentimetern Höhe können auch die kleinen Familienmitglieder beim Packen helfen.

Nicht ganz nachzuvollziehen ist im Innenraum die Bestuhlungsphilosophie von Opel. Während der Combo mit kurzem Radstand sowohl als Fünf- und Siebensitzer erhältlich ist, kann die Variante mit langem Radstand nur als Fünfsitzer geordert werden. Gleichzeitig ist die Ausführung mit kurzem Radstand auch mit einem Hochdach verfügbar. Ohne Hochdach misst das Fahrzeug 1,85 Meter in der Höhe, mit Hochdach 2,10 Meter.

Die vielen und großen Glasflächen sorgen für einen angenehm lichtdurchfluteten Innenraum, und die Passagiere haben genügend Platz für Kopf und Beine sowie eine Vielzahl von Ablagen für alles, was man unterwegs dabei haben möchte. Eingestiegen wird serienmäßig durch zwei lange Schiebetüren. Diese lassen sich jedoch von innen mehr schlecht als recht und erst nach einer kurzen Einweisung einigermaßen flüssig öffnen. Der anscheinend einem Pistolenzug nachempfundene Öffnungshebel erweckt zudem nicht den Eindruck, dass er allzu oft benutzt werden möchte. Gleiches gilt für den Plastiktankdeckel.

Bequemes Fahren

Doch seine Benutzung wird beim Opel Combo Tour mit 1,6-Liter-Dieselmotor (77 kW/105 PS) im Optimalfall sowieso nur alle 1.000 Kilometer von Nöten sein – der Normverbrauch liegt bei 5,2 Litern auf 100 Kilometer, entsprechend 138 Gramm CO2 je Kilometer. Die Normwerte gelten allerdings nur für die Ecoflex-Variante des CDTI-Motors, die mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet ist. Sie kostet im Vergleich zum normalen 1.6 CDTI 355 Euro mehr. Für die Fahrzeuggröße und das Gewicht (1.415 Kilogramm) ist der Spritverbrauch akzeptabel.

Der Vierzylindermotor arbeitet zwar hörbar, aber nicht störend und treibt den Kastenwagen auf bis zu 164 Kilometer pro Stunde. Das 290 Nm starke Drehmoment sorgt für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13,4 Sekunden. Der Wagen kommt mit einem manuellen Sechsganggetriebe auf den Markt. Das serienmäßige ESP hilft bei der Traktionsfindung an der angetriebenen Vorderachse.

Für ein solches Nutzfahrzeug ist das Fahrwerk ungewohnt gut abgestimmt, die Federung ist komfortabel. Der Fahrer erhält über das bequem in der Hand liegende Lenkrad ausreichend Rückmeldung von der Straße. Das verbesserte Handling ist der Einzelradaufhängung an der Hinterachse zuzuschreiben. Außerdem hat der Fahrer durch die hohe Sitzposition einen guten Überblick.

Günstige Alternative zum Zafira

Opel bietet den auf dem Fiat Doblò basierenden Combo als extrem variables Modell an – nicht nur im Hinblick auf den Radstand. Zur Wahl stehen drei Ausstattungsvarianten und bei der Motorisierung sechs verschiedene Aggregate. Neben einem 70 kW (95 PS) starken Benziner stehen vier Dieselversionen von 66 kW (90 PS) bis 99 kW (135 PS) zum Kauf bereit. Außerdem ist der Combo auch mit einem Erdgasantrieb erhältlich. Dieser bietet eine Leistung von 88 kW (120 PS). Eine Elektrovariante ist bislang nicht geplant.

Als Business-Modell für Handwerker und andere Gewerbetreibende kostet der neue Opel Combo mindestens 16.362 Euro, für die Pkw-Familienversion beginnen die Preise bei 17.650 Euro. Für den Combo Tour 1.6 CDTI Ecoflex sind mindestens 20.805 Euro fällig. Die Preise sind durchaus attraktiv: Im Combo ist mehr Platz als im Opel Zafira und zugleich ist er günstiger. Wer sich am vielen Plastik im Combo-Cockpit nicht stört – dort glänzt der Zafira mehr mit Klavierlack – und eher auf das Raumangebot schaut, bekommt mit dem Combo eine gute Familienvan-Alternative.