Die Zelte in Harry Potters Zauberwelt haben es in sich: Außen kompakt wie ein gewöhnliches Campingzelt, öffnen sich innen riesige Zimmerfluchten. Mit dem neuen Peugeot 208 ist es ähnlich. Der Kleinwagen ist 3,96 Meter lang und damit sieben Zentimeter kürzer als sein Vorgänger 207. Vor allem an den ausladenden Überhängen vorne und hinten wurde geknapst. Dennoch bekommen die Insassen fünf Zentimeter mehr Raum, was vor allem den hinten sitzenden Passagieren zugutekommt.

Mit Zauberei hat das wenig zu tun – eher mit solider Arbeit der Designer. Die haben die Rückenlehnen der Vordersitze dünner konstruiert. Fahrer und Beifahrer sitzen darin nun genauso gut wie vorher, nur im Fond ist ein klein wenig mehr Platz für die Knie. Ohne Maßband ist die wunderbare Platzvermehrung im Alltag allerdings eher das, was gute Zauberei immer ist: eine perfekte Illusion. Denn in der Praxis fühlt sich der Platz auf der Rückbank nicht üppiger an als im 207. Doch die Entwickler haben auch den Kofferraum vergrößert. 285 Liter bietet der 208, das sind 15 Liter mehr als im Vorgängermodell. Bei umgeklappten Rücksitzen sind es gar 1.076 Liter statt 923.

Das Kleinwagen-Segment ist hart umkämpft. Darum mussten sich die Franzosen auch sonst einiges einfallen lassen, um den mit drei und fünf Türen angebotenen 208 konkurrenzfähig und für die vor allem angepeilte weibliche Zielgruppe attraktiv zu machen. Das beginnt bei einer knuffigeren Karosserielinie und einer zurückhaltenden Frontpartie und endet beim Schminkspiegel auch auf der Fahrerseite. Die verwendeten Materialien sind fühlbar hochwertiger und gut verarbeitet.

Sechsgang-Automatik für Risikofreudige

Das Lenkrad wurde auf Sportwagengröße verkleinert, gleichzeitig wurden die wichtigsten Anzeigeinstrumente wie Tacho und Drehzahlmesser höher gelegt. Man blickt also nicht mehr wie üblich durch den Lenkradkranz darauf, sondern über das Lenkrad hinweg. Das soll die gleiche Wirkung haben wie ein Headup-Display, verspricht Peugeot. Doch im realen Fahrbetrieb stellt sich dieses Resultat schon allein deshalb nicht ein, weil der Fahrer zwischen Nah (Tacho) und Fern (Straße) fokussieren muss. Ein klarer Gewinn ist dagegen das Lenkrad selbst. Es sieht nicht nur sportlich aus, sondern ist auch griffiger, präziser und direkter.

Der Peugeot 208 hat gegenüber dem Vorgänger außerdem 110 Kilogramm Gewicht eingespart. Rund eine Tonne bringt der 208 noch auf die Straße – man merkt es bei jedem Meter: Er wuselt flink durch den Stadtverkehr oder über kurvige Landstraßen, agil und leichtfüßig. Dazu hilft in der Variante mit 115-PS-Diesel auch die kurz abgestufte und knackige Sechsgang-Handschaltung mit. Leider gibt es sie nur bei der stärksten Dieselmotorisierung. Alle anderen 208 müssen mit manuell geschalteten fünf Gängen auskommen. Dort sind die Schaltwege etwas länger und vor allem auf der Autobahn vermisst man bei höherem Tempo schnell den sechsten Gang.

Allen, die den Nervenkitzel suchen, sei das automatisierte Sechsganggetriebe empfohlen. Da kann es schon mal passieren, dass es mitten im Überholvorgang erst einmal gemächlich auskuppelt, die Gänge neu sortiert, ebenso gemächlich in den nächst höheren schaltet und dann endlich wieder ein wenig Tempo zulegt. Währenddessen kommt der Gegenverkehr in derselben Geschwindigkeit näher, wie die Menge der Schweißtropfen auf der Stirn zunimmt.