Fahrbericht Peugeot 208Peugeot schrumpft den Kleinwagen größer

Der neue Peugeot 208 ist kürzer als sein Vorgänger, bietet innen trotzdem mehr Platz. Ab dem Sommer ist das Modell auch mit neu entwickelten Dreizylindermotoren zu haben. von Jürgen Wolff

Die Zelte in Harry Potters Zauberwelt haben es in sich: Außen kompakt wie ein gewöhnliches Campingzelt, öffnen sich innen riesige Zimmerfluchten. Mit dem neuen Peugeot 208 ist es ähnlich. Der Kleinwagen ist 3,96 Meter lang und damit sieben Zentimeter kürzer als sein Vorgänger 207. Vor allem an den ausladenden Überhängen vorne und hinten wurde geknapst. Dennoch bekommen die Insassen fünf Zentimeter mehr Raum, was vor allem den hinten sitzenden Passagieren zugutekommt.

Mit Zauberei hat das wenig zu tun – eher mit solider Arbeit der Designer. Die haben die Rückenlehnen der Vordersitze dünner konstruiert. Fahrer und Beifahrer sitzen darin nun genauso gut wie vorher, nur im Fond ist ein klein wenig mehr Platz für die Knie. Ohne Maßband ist die wunderbare Platzvermehrung im Alltag allerdings eher das, was gute Zauberei immer ist: eine perfekte Illusion. Denn in der Praxis fühlt sich der Platz auf der Rückbank nicht üppiger an als im 207. Doch die Entwickler haben auch den Kofferraum vergrößert. 285 Liter bietet der 208, das sind 15 Liter mehr als im Vorgängermodell. Bei umgeklappten Rücksitzen sind es gar 1.076 Liter statt 923.

Anzeige

Das Kleinwagen-Segment ist hart umkämpft. Darum mussten sich die Franzosen auch sonst einiges einfallen lassen, um den mit drei und fünf Türen angebotenen 208 konkurrenzfähig und für die vor allem angepeilte weibliche Zielgruppe attraktiv zu machen. Das beginnt bei einer knuffigeren Karosserielinie und einer zurückhaltenden Frontpartie und endet beim Schminkspiegel auch auf der Fahrerseite. Die verwendeten Materialien sind fühlbar hochwertiger und gut verarbeitet.

Sechsgang-Automatik für Risikofreudige

Das Lenkrad wurde auf Sportwagengröße verkleinert, gleichzeitig wurden die wichtigsten Anzeigeinstrumente wie Tacho und Drehzahlmesser höher gelegt. Man blickt also nicht mehr wie üblich durch den Lenkradkranz darauf, sondern über das Lenkrad hinweg. Das soll die gleiche Wirkung haben wie ein Headup-Display, verspricht Peugeot. Doch im realen Fahrbetrieb stellt sich dieses Resultat schon allein deshalb nicht ein, weil der Fahrer zwischen Nah (Tacho) und Fern (Straße) fokussieren muss. Ein klarer Gewinn ist dagegen das Lenkrad selbst. Es sieht nicht nur sportlich aus, sondern ist auch griffiger, präziser und direkter.

Der Peugeot 208 hat gegenüber dem Vorgänger außerdem 110 Kilogramm Gewicht eingespart. Rund eine Tonne bringt der 208 noch auf die Straße – man merkt es bei jedem Meter: Er wuselt flink durch den Stadtverkehr oder über kurvige Landstraßen, agil und leichtfüßig. Dazu hilft in der Variante mit 115-PS-Diesel auch die kurz abgestufte und knackige Sechsgang-Handschaltung mit. Leider gibt es sie nur bei der stärksten Dieselmotorisierung. Alle anderen 208 müssen mit manuell geschalteten fünf Gängen auskommen. Dort sind die Schaltwege etwas länger und vor allem auf der Autobahn vermisst man bei höherem Tempo schnell den sechsten Gang.

Allen, die den Nervenkitzel suchen, sei das automatisierte Sechsganggetriebe empfohlen. Da kann es schon mal passieren, dass es mitten im Überholvorgang erst einmal gemächlich auskuppelt, die Gänge neu sortiert, ebenso gemächlich in den nächst höheren schaltet und dann endlich wieder ein wenig Tempo zulegt. Währenddessen kommt der Gegenverkehr in derselben Geschwindigkeit näher, wie die Menge der Schweißtropfen auf der Stirn zunimmt.

Leserkommentare
  1. kein Auto, dass mit > 100 PS durch die Gegend rennt. Was sollen ständig diese "naja, man ist eben nicht schnell" Sätze. Wer ein schnelles Auto will, da gibt es genug Alternativen, aber wie wäre es mal mit einem kleinen Auto, 30-50 PS, von mir aus als 2-Sitzer und mit geringstem Verbrauch, um günstig uns sicher zur Arbeit und zurück zu kommen ???

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... gekauft: Ein Mazda Demio von 2001 mit gerade mal 50.000 km auf der Uhr für 2000 EUs. Hat 63 PS, 5 Türen, Klimaanlage und ist mittlerweile das beliebteste Auto in der Familie.

  2. autos mit < 100 PS kann man bei gewicht > 1t schon fast verkehrsgefährdung nennen...
    was sie suchen: ein ebike, ein konventionelles fahrrad, önv, elektroauto (bin zwar kein fan von diesen mit fahrradreifen ausgestatteten verkehrshindernissen, aber es geht ja auch nicht um mein geschmack >.<) oder schlicht und einfach die gute alte fahrgemeinschaft

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    - "Verkehrsgefährdend" auf der Autobahn nur 140 km/h zu fahren, oder 100 km/h wenn man Sprit sparen will.
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man auf der Landstraße trotz Gegenverkehrs nicht überholen will?
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man in geschlossenen Ortschaften keinen Formel 1 Start hinlegt?

    Ich bin damit jahrelang sehr gut gefahren. Sicher und immer ans ziel gekommen. Die Gefahrenmomente gingen in der Regel eher von denen aus die >100 PS/1000kg hatten.

  3. ... gekauft: Ein Mazda Demio von 2001 mit gerade mal 50.000 km auf der Uhr für 2000 EUs. Hat 63 PS, 5 Türen, Klimaanlage und ist mittlerweile das beliebteste Auto in der Familie.

    Antwort auf "Ich will ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    @2: Verkehrsgefährdung? Wo leben Sie denn?

  4. @2: Verkehrsgefährdung? Wo leben Sie denn?

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
  5. - "Verkehrsgefährdend" auf der Autobahn nur 140 km/h zu fahren, oder 100 km/h wenn man Sprit sparen will.
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man auf der Landstraße trotz Gegenverkehrs nicht überholen will?
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man in geschlossenen Ortschaften keinen Formel 1 Start hinlegt?

    Ich bin damit jahrelang sehr gut gefahren. Sicher und immer ans ziel gekommen. Die Gefahrenmomente gingen in der Regel eher von denen aus die >100 PS/1000kg hatten.

    Antwort auf "@1 Ich will..."
  6. natürlich ist es verkehrsgefährdend... schon mal versucht jemanden zu überholen? es langt schon wenn im dichten verkehr radfahrer unterwegs sind und diese nur durch befahren der anderen fahrbahnseite zu überholen sind...
    das ist nicht nur verkehrsgefährdend für einen selbst sondern auch für den rest...

    zu 5: alfa romeo 147 1.9 jtd 140ps
    „- "Verkehrsgefährdend" auf der Autobahn nur 140 km/h zu fahren, oder 100 km/h wenn man Sprit sparen will.“
    hab ich nie behauptet, nur weniger ps heisst nicht automatisch weniger verbrauch, mein alter 147 hatte genau den gleichen verbrauch mit nur 105 ps…
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man auf der Landstraße trotz Gegenverkehrs nicht überholen will?
    kann es sein, wenn man den rest des verkehrs durch das unterlassen des überholens aufhält.
    - "Verkehrsgefährdend" wenn man in geschlossenen Ortschaften keinen Formel 1 Start hinlegt?
    es ist nach strassenverkehrsordnung verboten mit quietschenden reifen anzufahren (nicht beherrschen des fahrzeugs)…
    verkehrsgefährdend sind meist die fahrer und nicht die autos, auch wenn man erfahrungsgemäss kommt
    untermotorisiert = verkehrsgeföhrdend
    als
    übermotorisiert=verkehrsgefährdent (bei denen ärger ich mich dann noch mehr, weil die haben ja nen“ anständigen karren“)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    - weniger PS heißt nicht zwangsläufig weniger Verbrauch. Richtig, aber in der Regel schon. Bei gleicher Generation und gleichem Auto sind kleinere Motoren fast immer sparsamer. Ausnahmen bestätigen da nur die Regel!

    - Überholen auf Landstraßen ist sowieso meist nur nötig/schwierig bei LKWs. Wenn sich jemand nicht traut, weil es aus seiner Sicht zu gefährlich ist zu überholen, lässt man sich etwas zurückfallen und gibt den Mutigen (und manchmal den Verrückten) die Chance an die Spitze der Verfolger zu gehen und den kürzest möglichen Überholweg zu haben.
    Wenn jemand gefährlich überholt, weil er neben einem LKW noch 5 Autos mitüberholen "muss" ist das auch nicht die Schuld der Langsamfahrer.

    Überholen auf Landstraßen:
    - Erstens einfach warten bis sich die Chance ergibt. Wenn es schon auf ein paar PS ankommt gerade noch so zu überholen, dass es nicht zu einem Unfall kommt, wäre es vielleicht besser darauf zu verzichten.
    Und selbst wenn: Mit einer lahmen Kiste im 2te Gang Vollgas kann man bei niedrigen Geschwindigkeiten große Beschleunigungen erreichen, wenn man nur will. Für Fahrradfahrer reichen sicherlich auch 50 PS.

    Und übrigens: Verkehrsgefährdend ist nicht der, der den "ich würde gerne schneller fahren"-Fahrer "aufhält", sondern der Fahrer selbst, der gefährlich überholt.
    Ansonsten wären Fußgänger die über die Straße gehen und LKWs (da langsam und schwerfällig) auch verkehrsgefährdend.

    Was für eine verquerte Wahrnehmung.

  7. - weniger PS heißt nicht zwangsläufig weniger Verbrauch. Richtig, aber in der Regel schon. Bei gleicher Generation und gleichem Auto sind kleinere Motoren fast immer sparsamer. Ausnahmen bestätigen da nur die Regel!

    - Überholen auf Landstraßen ist sowieso meist nur nötig/schwierig bei LKWs. Wenn sich jemand nicht traut, weil es aus seiner Sicht zu gefährlich ist zu überholen, lässt man sich etwas zurückfallen und gibt den Mutigen (und manchmal den Verrückten) die Chance an die Spitze der Verfolger zu gehen und den kürzest möglichen Überholweg zu haben.
    Wenn jemand gefährlich überholt, weil er neben einem LKW noch 5 Autos mitüberholen "muss" ist das auch nicht die Schuld der Langsamfahrer.

    Überholen auf Landstraßen:
    - Erstens einfach warten bis sich die Chance ergibt. Wenn es schon auf ein paar PS ankommt gerade noch so zu überholen, dass es nicht zu einem Unfall kommt, wäre es vielleicht besser darauf zu verzichten.
    Und selbst wenn: Mit einer lahmen Kiste im 2te Gang Vollgas kann man bei niedrigen Geschwindigkeiten große Beschleunigungen erreichen, wenn man nur will. Für Fahrradfahrer reichen sicherlich auch 50 PS.

    Und übrigens: Verkehrsgefährdend ist nicht der, der den "ich würde gerne schneller fahren"-Fahrer "aufhält", sondern der Fahrer selbst, der gefährlich überholt.
    Ansonsten wären Fußgänger die über die Straße gehen und LKWs (da langsam und schwerfällig) auch verkehrsgefährdend.

    Was für eine verquerte Wahrnehmung.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "auf diesem planeten?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    nur weil es nicht ihre meinung ist?
    punkt 1 und 2 scheinen wir ja einen gemeinsamen nenner zu haben;-)

    ja man kann zb runterschalten, dass machen aber 90% der fahrer solcher autos nicht und denken (auch auf der autobahn) die andere spur sei eine "beschleunigungsspur"!

    die meisten autofahrer verstehen auch iwie nicht den sinn des autos: mobilität (mit dem vorsichtig zu geniessenden zusatz: schnelle - sonst kann man auch den öv nehmen!)

    wenn ich allerdings eine zweistellige km strecke landstrasse fahren muss und es sich zum x mal wieder jemand mit einem „schnaufal“ (besseren ausdruck wie diesen bairischen gibt’s nicht…) 15min irgendwo mit 50 (erlaubt 100/ bzw. schweiz: 80), dann habe ich nicht übel lust dem jenigen eine abrechnung mit meinem stundensatz über meine zeitverschwendung zu schicken und das hat nichts mit der überholen will hat schuld zu tun, sondern schlicht und einfach mit verkehrsbehinderung und diese ist ebenfalls untersagt!
    das problem haben sie bereits angesprochen: meist sind mehrere von denen, die sich trotz möglichkeiten“ nichts trauen“, hintereinander, lassen auch keine lücken…
    und warum trauen sie sich nichts zu:
    a) schlechte fahrer
    b) untermotorisiertes auto (ja ich bin selbst schon mehr wie eins gefahren…)
    fussgänger, welche sich nicht an verkehrsregeln halten und LKWs sind sowie mit die grösste gefahrenquelle im strassenverkehr

    p.s.: lesen sie bitte noch einmal meinen ersten post und gucken sie sich die zahlenverhältnisse an…

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte BMW | Peugeot | Daimler AG
Service