Verkehr : Rasen schadet der Gesundheit

Schnelles Autofahren verursacht weit größere Umwelt- und Gesundheitsschäden als bislang gedacht. Das zeigt eine neue Studie.

Es ist ein simpler Plan, mit dem die britische Regierung das Wirtschaftswachstum ankurbeln will: Die Menschen sollen schneller Auto fahren. Das Tempolimit soll auf der Insel im kommenden Jahr von 110 auf 130 Stundenkilometer angehoben werden. "Das verkürzt die Reisezeiten und bringt ökonomische Vorteile von Hunderten Millionen Pfund", schwärmte der damalige Verkehrsminister Peter Hammond im September 2011.

Tatsächlich dürfte es sich dabei um eine Milchmädchenrechnung handeln. Das legt eine empirische Untersuchung des Umweltökonomen Arthur van Benthem nahe, der an der Stanford University forscht. Aus der Perspektive des einzelnen Autofahrers macht schnelleres Fahren zwar Spaß und spart Zeit. "Betrachtet man aber die gesellschaftlichen Gesamtkosten, überwiegen die Nachteile deutlich", lautet sein Fazit. Grundlage der Arbeit sind detaillierte Verkehrs- und Umweltdaten aus den US-Bundesstaaten Kalifornien , Oregon und Washington .

Dort gab es vor einigen Jahren eine Gesetzesänderung, die es ermöglichte, die Konsequenzen höherer Tempolimits fast wie in einem Laborexperiment zu untersuchen: Auf einigen Schnellstraßen wurden die Geschwindigkeitsbeschränkungen von 90 auf 105 Stundenkilometer angehoben, auf anderen nicht. Welche Strecken betroffen waren, hing nicht vom Verkehrsaufkommen oder anderen Faktoren ab, die auch die Unfallwahrscheinlichkeiten beeinflussen – entscheidend war der rechtliche Status. Die höheren Tempolimits galten nur für ländliche Autobahnen ("rural interstates"), nicht aber für andere Schnellstraßen ("rural highways").

"Die Gesetzesänderung führte zu einer nahezu zufälligen Variation der Tempolimits", erläutert Arthur van Benthem. Obwohl auch die neue Höchstgeschwindigkeit von 105 Stundenkilometern aus deutscher Perspektive niedrig erscheint, zeigt sich ein klares Muster: Auf Autobahnen , wo schneller gefahren werden darf, gibt es bis zu 15 Prozent mehr Crashs. Die Zahl der tödlichen Unfälle ist sogar um bis zu 60 Prozent gestiegen. Diese Ergebnisse decken sich mit zahlreichen anderen Studien. Je schneller Autofahrer unterwegs sind, desto häufiger kracht es.

Neu an van Benthems Studie ist, dass er auch die negativen Folgen für die Umwelt analysiert. Dafür greift er auf die Daten des engmaschigen US-Netzes zur Messung der Luftqualität zurück und stellt fest: In einem Umkreis von fünf Kilometern rund um die Autobahnen verschlechtert sich die Luftqualität durch die höheren Geschwindigkeiten deutlich. Die Konzentration des Atemgifts Kohlenmonoxid steigt um 24 Prozent; bei Stickoxiden gibt es ein Plus von 16 und bei Ozon eines von elf Prozent.

Van Benthem erklärt diese Ergebnisse damit, dass Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß bei höherem Tempo überproportional stark ansteigen. Die schlechtere Luft schadet laut Studie der Gesundheit der Anwohner der Schnellstraßen enorm. So erleiden schwangere Frauen, die in der Nähe von Autobahnen mit höheren Tempolimits leben, häufiger in einer späten Phase der Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Die Wahrscheinlichkeit steige um 9,4 Prozent.

"Dieser Effekt", so der Ökonom, "ist relativ groß." Um Kosten und Nutzen der höheren Tempolimits vergleichen zu können, rechnet van Benthem sie anhand gängiger Verfahren in Geldbeträge um. Die Vorteile durch die Zeitersparnis beziffert er auf 156 Millionen Dollar pro Jahr – die Nachteile sind mit 486 Millionen Dollar aber dreimal so groß. Von Versuchen, den wirtschaftlichen Wohlstand mit höheren Geschwindigkeiten anzukurbeln, sollte man also lieber die Finger lassen.

Erschienen im Handelsblatt

Kommentare

160 Kommentare Seite 1 von 14 Kommentieren

Falsch

"Aus der Perspektive des einzelnen Autofahrers macht schnelleres Fahren zwar Spaß und spart Zeit."

Weder das eine noch das andere. Ab einer gewissen Geschwindigkeit kann ich weder von Spaß reden noch dass es besonders viel Zeit sparen würde. Meine Reisegeschwindigkeit liegt immer so zwischen 120 und 140kmh, was verglichen mit England schon ziemlich flott ist. Aber für hiesige Verhältnisse gilt man (leider) als langsamer Fahrer. Ich kann für mich sagen, in diesem Tempobereich macht Fahren Spaß und der Stress hält sich in Grenzen. Ab 140kmh kann ich von Spaß nicht mehr reden und bin meist ziemlich gestresst.

Aber ich bin mir sicher, jetzt kommen die Raser wieder aus ihren Löchern gekrochen, die mir erzählen wollen, bei 180kmh cruised man entspannt dahin, wären nur die Langsamfahrer nicht, die sich erdreisten, einen LKW mit 120kmh überholen zu wollen. Nur gibt es diese und derartige Tempounterschiede auf unseren Straßen erhöhen unweigerlich das Risiko von Unfällen.

Jedem das sein

Ich habe als zügiger Autofahrer (bewusste Unterscheidung zu "Raser") überhaupt nichts dagegen, dass Sie Ihre Reisen mit 130km/h bestreiten. Sie werden sicher nie erleben, dass ich jemanden von der linken Bahn dränge, der sich selber im Überholvorgang befindet.
Aber, und das ist jetzt ganz wichtig, bitte halten Sie sich im Rahmen Ihrer Geschwindigkeit an gegebene Gesetze. Ich spreche hier vom Rechtsfahrgebot. Dieses Gebot ist leider für viele fremd.

Und ohne Ihnen etwas unterstellen zu wollen, bitte ziehen Sie mit Ihren 130km/h nicht 5m vor jemanden raus der mit 200km/h und mehr von hinten kommt.

Ich finde es ganz furchtbar, dass immer wieder Menschen, die sich im gesetzlichen Rahmen bewegen (will heißen auf Autobahnen ohne Tempolimit zügig fahren), als die bösen hingestellt werden!
Ich bin Vielfahrer und die mit Abstand häufigste Gefährdung sind Autofahrer, die das Wort Rückspiegel oder Schulterblick noch nie gehört haben.
Die Gefährdung entsteht nicht dadurch, dass ich 200 fahre, sondern durch unkontrollierte Spurwechsler.

Jeder sollte seinen Fähigkeiten entsprechend fahren und so leid es mir tut, ich "cruise" auch bei 200 noch gemütlich vor mich hin. Zumindest wenn ich nicht ständig Panik haben muss, dass wieder jemand von der rechten Spur geschossen kommt! (Was leider nur nachts entspanntes fahren zulässt...)

Ach ja eins noch: Ab einer gewissen Kilometerleistung merkt man die Zeitersparnis doch recht deutlich.

Ernsthaft?

"Die Gefährdung entsteht nicht dadurch, dass ich 200 fahre, sondern durch unkontrollierte Spurwechsler."
Ich hoffe, dass Sie das nicht ernst meinen. Denn was hypothetisch noch stimmt, trifft in der Regel kaum zu. Wenn Sie 200km/h fahren, sind sie so gut wie immer mitschuldig, wenn es zu einem Auffahrunfall kommt. Sie sind wie jeder andere auch verpflichtet, ihre Geschwindigkeit allen Verhältnissen (Verkehrsaufkommen, Wetter, Fahrbahnbeschaffenheit, Sicht,...) anzupassen, was mit 200km/h so gut wie immer unmöglich ist. Glücklicherweise sieht dies auch die Rechtsprechung so - mit 200km/h kann man schlichtweg kaum angepasst fahren. Ein grobes Tempolimit ist somit i.d.R. immer vorgegeben, selbst wenn es nicht auf einem Schild steht.

Ergänzung: Ja, ich bin mir sicher und habe es auch schon selbst erlebt, dass berufliche Viel- und Schnellfahrer mehrheitlich ein überdurchschnittliches Reaktionsvermögen besitzen und sehr vorausschauend fahren.

"...jetzt kommen die Raser wieder aus ihren Löchern gekrochen...

Liebe Infamia,

zuallererst wollen wir doch mach feststellen, daß Sie als Schnecke aus Ihrem Loch gekochen sind, um mal so richtig Ansage zu machen: wer schneller fährt als 140 km/h hat gestresst zu sein - Sie nämlich, als Maß aller Dinge sind das, also hat jeder andere gefälligst auch zu sein! Also: der Langsamste bestimmt das Tempo, und der Rest hat sich unterzuordnen.
Nicht schlecht, das hat was von Sachlichkeit und Achtung der restlichen Verkehrsteilnehmer.
Un dann wird dieser Bockmist an Kommentar auch noch von der Redaktion empfohlen. Ist das Journalismus? Auweia

"Der Langsamste bestimmt das Tempo."

Leider wohl ironisch statt ernsthaft gemeint.

Aber genau so ist es. Ein Autofahrer hat auch auf der linken Spur einer dreispurigen Autobahn kein gottgegebenes Recht, so schnell zu fahren, wie er will. Auch wenn das manche, Sie eingeschlossen, offenbar so sehen.

Und wenn auf der rechten Spur LKW-Kolonnen mit 100km/h rollen und auf der mittleren Spur mehrere Autos mit Richtgeschwindigkeit fahren, dann sind 150km/h bis 160km/h auf der linken Spur eine absolut angemessene Geschwindigkeit.

Wer schneller fahren will, der hat dann eben Pech gehabt.

Unabhängig vom "Rasen" oder "Nicht-Rasen"...

Sie wollen doch nicht ernsthaft feststellen, dass jemand nur deshalb ein "Recht" hat, links zu fahren, nur weil langsam fährt? Soll jemand nur deshalb "Recht" haben, weil er gerade mal vorne an der Spitze der Schlange fährt? Wenn ein "Raser" kein "Recht" auf den freien linken Fahrstreifen hat, warum sollte ein Langsamfahrer ein ( natürliches? ) "Recht" darauf haben?

Darum geht es doch gar nicht

Die Regel sieht einfach vor, dass der Langsamste ganz rechts fährt, der nächst schnellere eine Spur weiter links und wer noch schneller fährt eben wiederum eine Spur weiter. Wenn rechts also ein LKW 90 fährt, in der Mitte 110 gefahren wird ist es vollkommen in Ordnung links mit 130 zu fahren.

Wer dann von hinten mit 200 anrauscht fährt eben nicht der Verkehrssituation angemessen. Keine vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit entbindet nämlich nicht davon, der Verkehrssituation entsprechend zu fahren.

Nicht zu Ende gedacht

Typisch deutsch, sorry aber wirklich.

Eigene Erfahrung, ich bin vor ein paar Jahren mit dem Motorrad über die A57 Richtung Köln zu meiner damaligen Freundin gefahren. Und hatte es eilig. Bei knapp 290 km/h und recht freier Bahn, sah ich einige 100 Meter weiter einen LKW gefolgt von einem PKW - und der zog raus. Ich bin mit über 240 km/h zwischen dem LKW und dem PKW durchgerauscht, weil ich gar keine Chance mehr hatte noch groß zu bremsen.
Und ich sage: ich bin es zum Teil selber schuld! Wenn man so schnell fährt, wie ich damals, dann MUß ich mir im klaren sein, das der Vorrausfahrende mglw. gar keine Chance hat, mein Tempo richtig einzuschätzen.

Um es jetzt mal auf Ihre Aussage umzustellen:

Wenn ich also mit meinen Motorrad mit annähernd 300 auf der linken Spur angeflogen komme - nicht weil es Sinn macht, sondern einfach nur, weil ich es darf - dann erwarte ich von Ihnen, der Sie mit schwächlichen 200 dahinkullern, dass Sie nicht nur mein Tempo richtig einschätzen, sondern dass Sie auch im Sinne des Rechtsfahrgebotes aus meiner Einflugschneise verschwinden. Denn, wie Sie ja meinen, wenn´s kracht sind Sie Schuld, weil Sie ja nur lahme 200 gefahren sind.

Ich fahre immer noch gerne zügig Motorrad, und ich fahre viel, auch im Winter. Aber ich bin nie wieder so schnell gefahren...

Ausnahmesituation

Hier kann ich auch mitreden :-)

Meine Fahrpraxis umfasst knappe 40 Jahre. Die Zeiten von freier Fahrt auf freien Autobahnen sind lange vorbei. Der Regelfall heute ist eine extrem hohe Verkehrsdichte, Geschwinddigkeitsbeschränkungen allenthalben und Baustellen auf fast jeder Strecke. Die Zahl der "Pisten" ist überschaubar. Schon deswegen ist es müßig über schnelles Reisen reden zu wollen.

Auf mein Navi kann ich mich verlassen, die Ankunfstzeit wird von Beginn an genau berechtet - mit wenigen Minuten Toleranz. Wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit mal über 100 geht, dann bin ich streckenweise über 200 km/h gerast. Selbst dann hole ich, je nach Strecke, maximal 5 bis 10 Minuten heraus. Dieses Risiko lohnt sich nicht!

Das Problem ist aber ein anderes: es ist der ständige Wechsel von Bummlern, die auf der linken Spur zu lange kleben und den Dränglern, denen 180 noch zu langsam ist. Einmal rechts gelandet, gibt Dir kaum einer eine Lücke zum wieder einscheren. Jeder will vorne fahren! Will ich zügig fahren, muss ich mich dem rasenden Verkehr anpassen, um links bleiben zu können - und das kann ganz schön stressig werden.

Das erlebe ich in Österreich, der Schweiz und in England fast ganz anders. Auch hier gibt´s lauter "Schumies", aber der normale Verkehr rollt entspannter. Für mich ist das keine Frage der Höchstgeschwindigkeit, sondern eines mitdenkenden Fahrstils. Am besten sieht man das beim Reissverschluß: Wer da bis nach vorne fährt, ist Drängler und wird blockiert - oder?

Natürlich

Rundenanzahl gibt die Anzahl der Runden an, wie sie gesagt haben.
Runden*Anzahl
Runde=1(da sie ja nur eine bestimmte Rundstrecke fahren) Anzahl = x (die Zahl wie oft sie gefahren sind)

"indem es die Art des zweiten Teilworts im ersten näher definiert." Die Stunde wird durch den Kilometer definiert?
Stundenkilometer macht einfach für einen Naturwissenschaftler keinen Sinn :P
Sie dürfen es gerne weiter benutzen.

my two cents

Chris

Stundenkilometer

Lieber Forist, ich möchte zwar nicht besserwisserisch erscheinen, aber der Terminus "Stundenkilometer" ist eine durchaus erlaubte, umgangssprachliche, substantivische Zusammensetzung, eine Vereinfachung des gleichen Sachverhalts Kilometer pro Stunde. Ich würde fast darauf Wetten, dass sie beim Einkaufen auch 250g Aufschnitt verlangen und nicht 0,25Nm/s² Wurst. Im übrigen haben Sie einen Schreibfehler in ihrem Text. Es heißt "auffallen" nicht wie sie schreiben "auffalenn". Jemand der im Deutschunterricht...;-)

Sie möchten ihren Worten zufolge nicht als ... auffallen, ...

... aber Sie tun es.
Im übrigen ist die Einheit "g" eine absolut zulässige Einheit, die Einheit "Stundenkilometer" gibt es nur in der Umgangsprache und sonst nirgends. Wenn Sie schon nicht besserwisserisch auffallen möchten, dann seien Sie es doch einfach.
Und was die Tippfehler angeht: Leider gibt es keine nachträgliche Korrekturfunktion.

Apropos

Mein Durchschnittsverbrauch mit Sommerreifen liegt bei 4,8l (Passat TDI). Der meiner rasenden Kollegen bei über 6l. Es spart also auch Geld. Glaubt man der Diskussion über zu hohe Benzinpreise, ist allein das schon Grund genug, es entspannt angehen zu lassen. Aber i.d.R. zahlt ja der Arbeitgeber, weil Firmenwagen. Was zwar eine kurzsichtige Denkweise ist, aber bei Rasern auch nicht anders zu erwarten ist.

Spritsparend fahren ist erstaunlich einfach

Ich habe mir ein paar Sachen angewöhnt:

- Abstand halten. Wenn der Vordermann kurzzeitig bremst, kann ich mein Auto oft einfach weiterrollen lassen statt selbst auch bremsen zu müssen.

- Vor roten Ampeln ausrollen lassen, statt bis auf die letzten Meter 60km/h fahren. Falls die Ampel rechtzeitig auf grün springt und man noch nicht steht, ist man auf diese Weise sogar schneller unterwegs.

- Vor Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ortsschildern usw. ausrollen lassen.

- Keine Leute überholen, die 5km/ langsamer fahren, als man selbst gern fahren würde. An der nächsten Ampel stehen man sowieso wieder direkt hintereinander.

Ich fahre entspannter, verbrauche locker einen Liter weniger als früher - und komme maximal ein paar Sekunden später an.

Sprit sparen?

"- Vor roten Ampeln ausrollen lassen, statt bis auf die letzten Meter 60km/h fahren. Falls die Ampel rechtzeitig auf grün springt und man noch nicht steht, ist man auf diese Weise sogar schneller unterwegs."

Das Resultat solcher spritsparender Fahrweisen kann man jeden Morgen und Abend im Berufsverkehr betrachten - Kilometerlange Staus weil die Ampel "da vorne" Rot ist kullern alle, mit Zehn Metern Abstand, fröhlich vor sich hin und behindern den nachkommenden Verkehr am fortkommen bei eventueller freier Abbiegespur weiter vorne an der Ampel. Gesamtwirtschaftlich also eher kein Sprit sparen...
Und das sage ich mal als Langsam-Fahrer und Tempolimit-Befürworter.

Sorry

Ich erlebe es jeden Morgen anders! Da ist die Ampel einen Kilometer weiter vorne Rot und schon wird "ausgerollt" und es entstehen Lücken in die zwei bis drei Fahrzeuge rein passen würden, während vorne die Rechtsabbiegerspur völlig frei ist. Würden alle zügig auf die Ampel zufahren könnten die Rechtsabbieger völlig unbehindert abbiegen und dabei zeitgleich wieder mehr Platz nach hinten schaffen. Wenn man auf einer Strecke mehrere solcher Situationen hat bremst das ausrollen den fließenden Verkehr unheimlich aus.

Ach nein

Muss Ihnen nicht leid tun. :D Es ist trotzdem nur halb richtig, da ein konsequentes und nicht zu frühes Ausrollen, wie man es ebenfalls häufig sieht, wenig Probleme mit sich bringt. Gestört und zu einem Stau weiterentwickelt werden kann es eben durch Leute, die sich durch hektische Spurwechsel und abrupte Gas- und Stopp-Phasen zwischen den Ampeln einen Zeitvorteil erhoffen und dort unnötige Staueffekte kreieren.

Stau/Stress:Eher durch Verzögerung bei der Signalverarbeitung...

Ich denke, dass - an der Ampel wie auf der Autobahn - das Problem ist, dass zu viele Leute bei - dafür(!) - zu langsamer Verarbeitung ihrer Wahrnehmung zu wenig weit vorausschauen, sich aber nur wohlfühlen, wenn sie möglichst nah am Vordermann dran sind.

An der Ampel: wird nicht mit dem Anfahren begonnen, wenn sie auf Grün springt - sondern, wenn das Auto vor einem verschwunden ist.

Auto 1 bewegt sich 2 Sek. nach Grün (endlich). Auto 2 dann 2 Sek. nach Auto 1; Auto 3 nochmal 2 Sek. später. Bis diese Ziehharmonika merklich fährt, ist die Ampel zu.

Würden alle schon - vorsichtig - anfahren, wenn sie Grün sehen, wäre das effektiver. Dazu bräuchte man aber bessere Software, und auch an der Ampel noch ein bisschen Abstand.

Auf der Autobahn das Spiegelbild beim Bremsen: Man schaut nicht auf die Geschwindigkeit des über(-über-)nächsten vornedraus, sondern klebt dem blöden Spur-Blockierer vor einem am Heck. Der "fährt" genauso, denn Abstand halten wäre Schwäche zeigen!!!

Wenn dann vorne einer die Bremsen nur antippt, muss der Zweite etwas, der Dritte deutlich, und der Vierte wie blöd in die Eisen gehen. Denn jeder hat ohne Abstand einen vor sich, der immer stärker bremst. Und die Reaktionsgeschwindigkeit für Lichtsignale ist seit der Ampel ja nicht besser geworden.

Mit etwas Pech fährt man so in die Nachrichten. Und mit viel "Glück" auf der linken Spur in DE oft langsamer als in CH - dafür sehr abwechslungsreich: jetzt Gas-Geben! -> 180 -> gleich wieder Bremseeen! -> 50. Toll.

"Zeigt" das die neue Studie wirklich?

Solchen angeblich wissenschaftlichen Studien würde ich mit grösster Vorsicht begegnen. Erstens ist sie von einem Umweltökonom gemacht und nicht von einem unabhängigen Forscher.

Und wenn ich dann schon etwas von "bis zu 15%" und "bis zu 60%" lese, verliere ich jedes Vertrauen. Das ist so wie beim Schlussverkauf, bei dem es "bis zu 60%" Nachlass gibt. Bei 3 Artikeln?