NeuwagengeschäftWie Autobauer ihren Absatz künstlich aufblasen
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"Größe ist wichtig"

Der Präsident des Kfz-Gewerbes kann eine derartige Absatzpolitik und die daraus resultierende Preisschlacht nicht begreifen. Konzerne könnten auch ohne ständig steigende Stückzahlen Profite machen, ist Rademacher überzeugt. Den Kunden sei es letztlich egal, ob ein Hersteller im Absatzranking auf den vorderen Plätzen rangiert. "Qualität ist das, was zählt", sagt Rademacher.

Auf mehr Verständnis stoßen die Manöver bei Wissenschaftlern. "In Europa haben wir derzeit Überkapazitäten von mindestens 25 Prozent", erläutert Professor Stefan Bratzel, der das Center of Automotive an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach leitet. Betroffen sind insbesondere Volumenhersteller im Kleinwagensegment, da die Märkte in Frankreich, Italien und Spanien in der Krise stecken. Überkapazitäten seien wegen der hohen Fixkosten in der Produktion ein großes Problem für die Industrie, so Bratzel. Die überproduzierten Autos mithilfe unterschiedlicher Aktionen auf den Markt zu bringen, verbessere die Auslastung der Werke – dabei nähmen Hersteller in Kauf, dass der Gewinn pro Fahrzeug sinkt.

Auf der anderen Seite drehen die Automobilhersteller, die es sich leisten können, immer weiter an der Rabattspirale, um sich Märkte beziehungsweise Marktanteile zu "kaufen", sagt Bratzel. Das Kalkül: Wer nicht mithalten kann, wird verdrängt. Nach Einschätzung des Automotive-Experten ist das Streben nach immer höheren Absatzzahlen allerdings nicht nur eine Prestigefrage, sondern alternativlos: "Größe ist wichtig, um die Entwicklungskosten auf möglichst viele Fahrzeuge zu verteilen." Immer höhere Stückzahlen allein seien jedoch auch noch kein Garant für einen profitablen Wachstumskurs, sagt der Wirtschaftswissenschaftler. Ein schlichtes "survival of the fattest" werde es nicht geben.

 
Leserkommentare
    • deDude
    • 18.04.2012 um 8:30 Uhr

    Wachstum-Wachstum-Wachstum, aber was machen wir wenn kein Wachstum mehr möglich ist? Na per Gesetz einfach weiterwachsen! Vorteilhaft auch, dass bei den Preisen für den Edelschrott noch viel Raum nach unten ist.

    16 Leserempfehlungen
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    • AFX
    • 18.04.2012 um 12:14 Uhr

    wie volker pispers weissagt: in zukunft werden unsere kinder alle 3 monate einen neuwagen kaufen müssen, damit VW (in seinem beispiel) die eigenen wachstumsziele weiter halten kann.

    fragt sich nur, wovon unsere kinder das bezahlen sollen, wenn in deutschland keiner mehr arbeit hat, weil alles in billiglohnländer wegrationalisiert und outgesourced wurde. wer weiss, vielleicht ist bis dahin die lohndumpingkaravane aber wieder auf ihrem östlichen kurs einmal um den globus rum und dann wieder bei uns angekommen.

    ich hoffe nur, die astronomen finden wirklich bald eine 2. und 3. erde - wachstum und wirtschaft haben die rohstoffe bitter nötig.

    eine "Abnehm-Quote"...

    Es ist unverzeihlich, dass die Führungsriegen dieser "endlichen" Welt nur um der Märkte willen diesen "Endlos-Wachstums-Beelzebub" ins Leben gerufen haben...

    Aber noch unverzeihlicher ist all der "Schrott", den diese Branche da für die Zukunft bereithält...

    Die menschliche Gier und Dummheit sind endlos - es ist das einzige, das dem endlosen Wachstum gerecht wird...

    Ihnen liebe Grüße

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke. Die Redaktion/ag

    • AFX
    • 18.04.2012 um 12:14 Uhr

    wie volker pispers weissagt: in zukunft werden unsere kinder alle 3 monate einen neuwagen kaufen müssen, damit VW (in seinem beispiel) die eigenen wachstumsziele weiter halten kann.

    fragt sich nur, wovon unsere kinder das bezahlen sollen, wenn in deutschland keiner mehr arbeit hat, weil alles in billiglohnländer wegrationalisiert und outgesourced wurde. wer weiss, vielleicht ist bis dahin die lohndumpingkaravane aber wieder auf ihrem östlichen kurs einmal um den globus rum und dann wieder bei uns angekommen.

    ich hoffe nur, die astronomen finden wirklich bald eine 2. und 3. erde - wachstum und wirtschaft haben die rohstoffe bitter nötig.

    eine "Abnehm-Quote"...

    Es ist unverzeihlich, dass die Führungsriegen dieser "endlichen" Welt nur um der Märkte willen diesen "Endlos-Wachstums-Beelzebub" ins Leben gerufen haben...

    Aber noch unverzeihlicher ist all der "Schrott", den diese Branche da für die Zukunft bereithält...

    Die menschliche Gier und Dummheit sind endlos - es ist das einzige, das dem endlosen Wachstum gerecht wird...

    Ihnen liebe Grüße

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke. Die Redaktion/ag

    • bayert
    • 18.04.2012 um 8:45 Uhr

    Im Notfall kommt eine neue Abwrackprämie.

    2 Leserempfehlungen
  1. Bei sinkenden Reallöhnen ist eben kein Geld mehr für teure Anschaffungen da.

    Das sind die Geister, die die deutsche Industrie gerufen hat: Drücken von Löhnen bei Neueinstellungen, befristete Verträge, Steigerungen von Tariflöhnen unterhalb der Inflation. Die einzgen, die sich noch Neuwagen leisten können, ist die Generation, die ihre Schäfchen im Trockenen hat - das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern ist seit 1995 um mehr als 5 Jahre gestiegen.

    27 Leserempfehlungen
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    insbes ab untere Mittelklasse aufwärts, werden ohnehin überwiegend als Firmenwagen gekauft. Wer kann sich heute schon zB einen Passat für 35-40.000 EUR bezahlen (auch wenn die Löhne in den letzten Jahren einige Prozent stärker gestiegen wären)?

    insbes ab untere Mittelklasse aufwärts, werden ohnehin überwiegend als Firmenwagen gekauft. Wer kann sich heute schon zB einen Passat für 35-40.000 EUR bezahlen (auch wenn die Löhne in den letzten Jahren einige Prozent stärker gestiegen wären)?

  2. Rohstoffe und Energie werden verbraucht, um Güter herzustellen, für die kein Bedarf besteht - Wir haben nicht einmal die Freiheit, uns der Logik und/oder eines Gewissens nach sinnvoll zu verhalten.

    17 Leserempfehlungen
  3. Zur Zeit haben wir noch einen Firmenwagen, wenn der ausläuft, müssen wir überlegen, ob wir uns ein Auto kaufen oder nicht.

    Ich schätze, dass wir uns das Geld dann einfach sparen. Auf die Arbeit können wir mit dem Rad fahren, für das Kind tut es der Fahrradanhänger und nur fürs Einkaufen ein Auto vor der Tür stehen zu haben, ist mir irgendwie einfach zu teuer!

    Irgendwann gibt es hoffentlich auch in kleineren Städten einen vernünftigen Carsharingservice und Lebensmittellieferservice und dann leisten wir uns erst wieder eines, wenn einer einen Job außerhalb der Fahrradreichweite hat.

    10 Leserempfehlungen
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    • otto_B
    • 18.04.2012 um 10:36 Uhr

    "Ich schätze, dass wir uns das Geld dann einfach sparen. Auf die Arbeit können wir mit dem Rad fahren,.........."

    Und die freigesetzten Arbeitskräfte in der Auto-Branche
    (was gehört da hierzulande eigentlich nicht dazu??)

    beschäftigen wir ersatzweise mit dem Zusammenschrauben von Solarmodulen (zu Marktpreisen, versteht sich - subventionsfrei, für 4 Euro 50 die Stunde....oder gleich Lebensmittelkarten? )

    oder schicken sie zum Unkrautjäten in die Palmölplantage nach Indonesien?......

    Oder?

    was ist denn das fuer ein unsinniger Kommentar?
    Ich kaufe mir doch nicht deswegen ein Auto um die Wirtschaft anzukurbeln, sondern weil ich selber eins brauche - oder eben auch nicht.

    Kann KathrinSabine nur zustimmen - besitze seit 2 Jahren kein Auto mehr weil ich fast alles per Fahrrad erledigen kann. Fuer weitere Strecken kommt mal die Bahn zum Zug und ein paarmal im Jahr miete ich einen Leihwagen fuer knapp 90 EUR übers Wochenende um aufwändigere Dinge zu erledigen. Funktioniert wunderbar, ich muss auf nichts verzichten und es rechnet sich.

    Ich brauche kein eigenes Auto, schon gar kein neues.

    • otto_B
    • 18.04.2012 um 10:36 Uhr

    "Ich schätze, dass wir uns das Geld dann einfach sparen. Auf die Arbeit können wir mit dem Rad fahren,.........."

    Und die freigesetzten Arbeitskräfte in der Auto-Branche
    (was gehört da hierzulande eigentlich nicht dazu??)

    beschäftigen wir ersatzweise mit dem Zusammenschrauben von Solarmodulen (zu Marktpreisen, versteht sich - subventionsfrei, für 4 Euro 50 die Stunde....oder gleich Lebensmittelkarten? )

    oder schicken sie zum Unkrautjäten in die Palmölplantage nach Indonesien?......

    Oder?

    was ist denn das fuer ein unsinniger Kommentar?
    Ich kaufe mir doch nicht deswegen ein Auto um die Wirtschaft anzukurbeln, sondern weil ich selber eins brauche - oder eben auch nicht.

    Kann KathrinSabine nur zustimmen - besitze seit 2 Jahren kein Auto mehr weil ich fast alles per Fahrrad erledigen kann. Fuer weitere Strecken kommt mal die Bahn zum Zug und ein paarmal im Jahr miete ich einen Leihwagen fuer knapp 90 EUR übers Wochenende um aufwändigere Dinge zu erledigen. Funktioniert wunderbar, ich muss auf nichts verzichten und es rechnet sich.

    Ich brauche kein eigenes Auto, schon gar kein neues.

    • otto_B
    • 18.04.2012 um 10:36 Uhr

    "Ich schätze, dass wir uns das Geld dann einfach sparen. Auf die Arbeit können wir mit dem Rad fahren,.........."

    Und die freigesetzten Arbeitskräfte in der Auto-Branche
    (was gehört da hierzulande eigentlich nicht dazu??)

    beschäftigen wir ersatzweise mit dem Zusammenschrauben von Solarmodulen (zu Marktpreisen, versteht sich - subventionsfrei, für 4 Euro 50 die Stunde....oder gleich Lebensmittelkarten? )

    oder schicken sie zum Unkrautjäten in die Palmölplantage nach Indonesien?......

    Oder?

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    Lassen Sie mich raten. Sie kaufen brav Video2000-Kassetten, um Grundig zu unterstützen obwohl Sie keinen Fernseher besitzen, ihr PC ist von Nixdorf und Lebensmittel direkt vom Bauern ums Eck. Wenn noch Geld übrig ist, nehmen Sie ihm die eventuelle Salat-Überproduktion zu Mondpreisen ab und entsorgen sie auf eigene Kosten. Oder gilt Ihre Solidarität nur dem Fetisch Auto?

    Die Weltwirtschaftskrise von 1929 lässt Grüßen!

    http://de.wikipedia.org/w...

    So sah das Damals aus:

    "sehr ungleiche Vermögensverteilung"
    "Großteil der Bevölkerung hatte ein zu geringes Vermögen"
    "Konsums über Kredite finanzierte"
    "Unternehmen drosselten die Produktion"
    "entließen Arbeiter"
    "Konsumenten wurden vorsichtiger"
    "weniger Geld "
    "Viele Banken hatten zu unvorsichtig Kredite vergeben"

    Das war Damals. Ich sehe keine weitere Alternative. Wie Schlimm es wird, das werden wir sehen. Damals wurde, genau so wie Heute versucht:

    "einhergehend mit rapidem Sozialabbau, aus der Krise zu kommen"

    Mal sehen, wie hart das wird. Ob ich eine:

    "Radikalisierung der Politik"

    erwarte? Die erwarte ich nicht mehr. Die ist schon da.

    Lassen Sie mich raten. Sie kaufen brav Video2000-Kassetten, um Grundig zu unterstützen obwohl Sie keinen Fernseher besitzen, ihr PC ist von Nixdorf und Lebensmittel direkt vom Bauern ums Eck. Wenn noch Geld übrig ist, nehmen Sie ihm die eventuelle Salat-Überproduktion zu Mondpreisen ab und entsorgen sie auf eigene Kosten. Oder gilt Ihre Solidarität nur dem Fetisch Auto?

    Die Weltwirtschaftskrise von 1929 lässt Grüßen!

    http://de.wikipedia.org/w...

    So sah das Damals aus:

    "sehr ungleiche Vermögensverteilung"
    "Großteil der Bevölkerung hatte ein zu geringes Vermögen"
    "Konsums über Kredite finanzierte"
    "Unternehmen drosselten die Produktion"
    "entließen Arbeiter"
    "Konsumenten wurden vorsichtiger"
    "weniger Geld "
    "Viele Banken hatten zu unvorsichtig Kredite vergeben"

    Das war Damals. Ich sehe keine weitere Alternative. Wie Schlimm es wird, das werden wir sehen. Damals wurde, genau so wie Heute versucht:

    "einhergehend mit rapidem Sozialabbau, aus der Krise zu kommen"

    Mal sehen, wie hart das wird. Ob ich eine:

    "Radikalisierung der Politik"

    erwarte? Die erwarte ich nicht mehr. Die ist schon da.

    • smojoe
    • 18.04.2012 um 10:47 Uhr

    die Lösung wird doch bereits diskutiert. Führerschein mit 16 und schon haben wir eine neue Käuferschicht für Neuwagen.

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  4. was ist denn das fuer ein unsinniger Kommentar?
    Ich kaufe mir doch nicht deswegen ein Auto um die Wirtschaft anzukurbeln, sondern weil ich selber eins brauche - oder eben auch nicht.

    Kann KathrinSabine nur zustimmen - besitze seit 2 Jahren kein Auto mehr weil ich fast alles per Fahrrad erledigen kann. Fuer weitere Strecken kommt mal die Bahn zum Zug und ein paarmal im Jahr miete ich einen Leihwagen fuer knapp 90 EUR übers Wochenende um aufwändigere Dinge zu erledigen. Funktioniert wunderbar, ich muss auf nichts verzichten und es rechnet sich.

    Ich brauche kein eigenes Auto, schon gar kein neues.

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