Jeder zweite erwachsene Deutsche fährt nie mit dem Fahrrad zur Arbeit, nicht einmal Teilstrecken. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE durchgeführt hat. 20 Prozent der Befragten gaben an, häufig oder so gut wie jeden Tag vom Wohnort zum Arbeitsplatz zu radeln.

Rechnet man diejenigen heraus, die angeben, derzeit keinen festen Arbeitsweg zu haben, nimmt unter den Verbliebenen der Anteil der Velo-Muffel noch zu – auf 58 Prozent. Der Anteil derjenigen, die häufig oder täglich für den Weg zur Arbeit in die Pedale treten, liegt dann bei gut 22 Prozent.

Frauen sind die etwas größeren Fahrrad-Verweigerer: Von ihnen nutzen es nur 17 Prozent häufig bis täglich, um von der Wohnung zur Arbeitsstätte zu gelangen, bei den Männern liegt die Quote bei 23 Prozent.

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Auf das Fahrrad als Transportmittel zur Arbeit greifen vor allem die Jüngeren zurück. Von den 18- bis 34-Jährigen gaben 29 Prozent an, den Weg zur Arbeit häufig bis täglich mit dem Rad zurückzulegen. Von den 35- bis 54-Jährigen sind es nur noch 21 Prozent. Um die Fahrradnutzung für den Arbeitsweg zu fördern, starten in diesem Jahr wieder einige Kampagnen , etwa Mit dem Rad zur Arbeit , eine Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Krankenkasse AOK .

Fragt man die Fahrradverweigerer nach den Gründen, wird am häufigsten genannt, der Weg zur Arbeit sei zu weit. Nahezu jeder zweite gibt dies als Grund an, nicht das Rad zu nutzen. Überdurchschnittlich häufig wird dies von den 18- bis 34-jährigen Nichtradlern genannt (60 Prozent). Jeder Zehnte gibt außerdem zu, einfach zu faul zu sein.

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Jeder Fünfte will zudem nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen – ein wichtiger Grund eher für Männer als für Frauen. Hier könnten Betriebe Abhilfe schaffen, beispielsweise Duschmöglichkeiten einrichten und so die Fahrradnutzung unterstützen. Doch daran mangelt es offenkundig noch. Fast zwei Drittel der von YouGov-Befragten gaben an, ihr Arbeitgeber fördere das Radfahren zur Arbeit nicht.

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Der ADFC bietet Unternehmen Beratungen an , wie sie fahrradfreundlicher werden können. Unternehmen können sich vom Fahrrad-Club zudem als Fahrradfreundlichen Betrieb zertifizieren lassen, wenn der vom ADFC erstellte Kriterienkatalog wenigstens in weiten Teilen erfüllt wird. Dazu zählen etwa Abstellplätze, Umkleidemöglichkeiten und "weiche" Maßnahmen wie Fahrradchecks oder Infoveranstaltungen. Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) zeichnet in diesem Jahr wieder die fahrradfreundlichsten Arbeitgeber aus. Frühere Preisträger fielen zum Beispiel durch kostenlose Reparaturkurse oder Ladestationen für Elektrobikes positiv auf.

Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 2. bis 4. April 1.076 Menschen.