Zum Zeitpunkt des Verkaufs ist der älteste der Gründer-Söhne, Carl von Opel, schon tot – das Adelsprädikat haben er und die Brüder Wilhelm und Heinrich vom hessischen Großherzog erhalten. Seine vier Kinder profitieren vom Verkauf an GM. Einer von ihnen ist der 1912 geborene Opel-Zoo-Gründer Georg von Opel, die wohl schillerndste Gestalt unter den vielen interessanten Mitgliedern der Familie Opel.

Alle Opels sind Sportler. Sie fahren Rad, rudern, reiten, fahren Autorennen und brechen Geschwindigkeitsrekorde in Raketenflugzeugen. Georg ist besonders vielseitig: als Schütze, Radfahrer, Reiter, Auto- und Motorradfahrer, Skiläufer, Boxer, Tennisspieler, Flieger und Unterwasserfischer. Auch wenn er als Autorennfahrer mehrere Weltrekorde bricht und als Skifahrer die erste Sicherheitsbindung miterfindet, ist er doch in erster Linie als Ruderer in Erinnerung, bringt es zum siebenfachen deutschen Meister. Später wird Georg von Opel Sportfunktionär, im Deutschen Ruderverband, im Deutschen Schützenbund, im Nationalen und Internationalen Olympischen Komitee. 

Nebenbei schreibt Georg von Opel mehrere Bücher über seine Reisen, mit Titeln wie 5.000 Kilometer Afrika oder In allen fünf Erdteilen. Für seinen Zoo finanziert er Expeditionen; bei einer davon wird der ausgestorben geglaubte Mesopotamische Damhirsch in Persien wieder entdeckt und vor dem Aussterben bewahrt. Von Opel hängt Jagdtrophäen an die Villen-Wände, sammelt exotische Kunst und gotische Plastik. Und Gründer der Stiftung Spazierengehen ist der Auto-Erbe auch.

Auch wirtschaftlich ist der Opel-Erbe erfolgreich, er sitzt bei Continental im Aufsichtsrat und ist Gründungspräsident des Verbandes der deutschen Opel-Händler. Seine eigene Kette von Autohäusern mit Schwerpunkt Rhein-Main-Gebiet ist lange der zweitgrößte Opel-Händler Deutschlands. Inzwischen sind nach mehreren Insolvenzen und Besitzerwechseln nur zwei Häuser übrig. Georg hat damit nichts mehr zu tun: Er stirbt 1971 schon mit 59 Jahren – nach einem Herzinfarkt am Steuer seines Wagens.

Georg von Opel ist das auffälligste Beispiel für einen unbändigen Tatendrang, der in der Familie Opel erblich zu sein scheint. Die gleichnamige Autofirma könnte einen ordentlichen Schuss davon gebrauchen. Doch sie ist zu einem unbedeutenden Anhängsel eines Konzerns geworden, der ganz andere Sorgen hat. Zu einer glanzlosen, uninspirierten Firma unter vielen. Was machen eigentlich die Ur- und die Ururenkel von Adam Opel so?