Spritspartechnik: Oberlehrer im Gaspedal
Die größten Spritsparpotenziale liegen beim Autofahrer selbst. Hersteller arbeiten an Technik, die den Kunden mäßigen soll – etwa ein Gaspedal, das Gegendruck erzeugt.
© Hersteller

Mercedes S-Klasse
Vor einigen Jahren waren regelbare Dämpfersysteme und Programme für sportliches Fahren noch der letzte Schrei in der Automobilbranche. Mittlerweile befassen sich die Entwickler mehr darum, den Realverbrauch mit technischen Mitteln auf ein Minimum zu beschränken. Dabei setzen sich zunehmend anwählbare Fahrprogramme durch. Sie reduzieren nicht nur den Normverbrauch nach der NEFZ-Vorgabe, der meist kaum das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht. Auch im Alltag können spezielle Eco-Programme die Menge des im Motor verbrannten Kraftstoffs spürbar senken.
Hersteller wie Audi oder BMW haben bereits Programme, bei denen der Fahrer aus verschiedenen Modi auswählen kann, in einigen Modellen eingebaut. In der 1er- bis zur 7er-Baureihe von BMW können Fahrer über einen Schalter am Mitteltunnel ihre Fahrweise beeinflussen. Die zur Verfügung stehenden Fahrmodi von Eco Pro bis Sport Plus beeinflussen nicht nur die Motorelektronik, sondern auch die Fahrwerksabstimmung, das Automatikgetriebe und sogar die Klimatisierung.
Eine Anzeige des Bordcomputers signalisiert, wie sehr die Fahrweise den Verbrauch positiv beeinflusst und wie die Reichweite des im Tank verfügbaren Treibstoffs zunimmt. Auf 50 Kilometern Strecke kommen hier schnell ein paar Kilometer zusätzlich zusammen. Audi hat mit seinem Drive-Select-Schalter eine ähnliche Technik an Bord.
Derweil arbeitet Daimler daran, die Motorelektronik noch unmittelbarer zu beeinflussen. Die Idee dahinter ist: Der Autolenker selbst bietet nach wie vor die größten Einsparpotenziale. Mercedes hat die ersten Testfahrzeuge der S-Klasse mit einem haptischen Gaspedal ausgestattet. Der Fahrer erhält vom Pedal eine Rückmeldung, wie er effizienter fahren kann.
Die Technik funktioniert wie folgt: Radarsensoren des Abstandstempomaten tasten die Fahrbahn nach vorne ab und geben diese Informationen an Bordelektronik und Navigationssystem weiter. Das Gaspedal ist über einen Stellmotor mit der komplexen Motor- und Elektroniksteuerung verbunden und wird in jedem Moment der Fahrt auf den idealen Druckpunkt eingestellt, bei welchem der Fahrer gerade so viel Gas gibt, um im fließenden Verkehr mitzuschwimmen.
"Bis zu diesem Punkt fährt man verbrauchsorientiert, darüber hinaus leistungsorientiert", sagt Entwicklungsingenieur Klaus-Peter Kuhn während der Testfahrt. "Das System arbeitet wie ein eingespielter Beifahrer: Es berät den Fahrer, ohne ihn zu bevormunden." Tatsächlich merkt man den automatisch beeinflussten Druckpunkt des Gaspedals kaum. Irritationen löst dagegen zumindest anfangs das Klopfsignal aus, mit dem der Fußhebel anzeigt, dass man zu schnell und somit ineffizient unterwegs ist. Nach ein paar Kilometern gewöhnt man sich daran, fühlt sich jedoch durchaus beobachtet.
Ziel des radarbasierten Systems ist es, "den verfügbaren Ausrollweg bis zu einem Bremsmanöver optimal auszunutzen", wie Kuhn erläutert. Das Sparpotenzial dieser Technik liegt nach Aussagen der Daimler-Techniker bei 10 bis 20 Prozent. Übersteuern kann man das System allerdings jederzeit.
Einen ähnlich funktionierenden Fußhebel hat Nissan vor kurzem beim Infiniti M 37S eingeführt: das Eco-Pedal. Gibt der Fahrer mehr Gas, als die Elektronik in der gegenwärtigen Situation für nötig erachtet, baut das Pedal einen Gegendruck auf und ist dann deutlich schwerer durchzutreten. Der Bordcomputer verarbeitet dafür Daten wie Geschwindigkeit, gewählter Gang, Drehzahl und Gaspedalstellung. Der japanische Autobauer verspricht bis zu zehn Prozent Spritersparnis. Auf Landstraßen nervt das System, aber in der Stadt gewöhnt man sich schnell daran und die Zahl der Brems- und Beschleunigungsvorgänge nimmt merklich ab. Per Knopfdruck oder Kickdown lässt sich das Eco-Pedal jederzeit deaktivieren.









Eine spritsparende Fahrweise bringt sehr viel, wie ich im Selbstversuch seit Jahren feststelle. Durch gleichmäßiges vorausschauendes Fahren und Vmax 120 liegt mein Durchschnittsverbrauch unter dem Normwert des Herstellers.
Und: Stau erhöht in den meisten Fällen den Verbrauch kaum oder sogar gar nicht. Der Verbrauch ist auf jeden Fall geringer als wenn man wo es geht 170 fährt.
... von Fahrer-"Assistenz"-Systemen trägt höchstens insofern zum Spritsparen bei, als der eine oder andere Fahrer die Karre entnervt stehenlässt und zu Fuß weitergeht.
Es geht bei dieser Technik offenbar wieder einmal darum, den "Flottenverbrauch" aufzuhübschen und gesetzliche Eingriffe gegen den immer noch viel zu hohen Verbrauch unserer Autos zu verhindern.
Denn OB diese Technik tatsächlich von den Autofahrern benutzt wird, das steht in den Sternen.
Der deutsche Autofahrer, von dem m. E. ein erheblicher Teil sein Gehirn bei "BILD" gekauft hat, verhält sich traditionell und unbelehrbar irrational:
- Der deutsche Autofahrer kauft derzeit Neuwagen mit durchschnittlich 135 PS, das sind 25 PS mehr als noch vor ein paar Jahren.
- Der deutsche Autofahrer fährt mit dem Auto 500 Meter, um zwei Brötchen zu kaufen, und nicht wenige lassen vor der Bäckerei in der Nähe meiner Wohnung beim Kauf den Motor laufen.
- Der deutsche Autofahrer rast weiterhin, obwohl die Spritpreise steigen. Langsamer fährt keiner. Sagt die Polizei.
- Der deutsche Autofahrer rast weiterhin, obwohl die Unfallzahlen wieder steigen - so um die 4.000 Tote und hunderttausende Verletzte pro Jahr gelten ihm als akzeptabel, denn er selbst ist ja ein "guter Fahrer."
Das wissen natürlich auch die Autohersteller. Umso peinlicher ist dieser durchsichtige Versuch, sich als Helfer der spritsparwilligen Fahrer darzustellen.
In der Serie "Gefühlte Wahrheit" hat die SZ den ungeheuren Spritsparwillen der Deutschen einmal grafisch aufbereitet:
http://sz-magazin.sueddeu...
Sie liegen wesentlich weniger unter den Werksangaben als ich es tue, der sich im "Irrglauben" befindet. Ihre Behauptung entspricht auch nicht meinen wissenschaftlichen Kenntnissen. Ich würde Sie daher gerne bitten, mir ihre Annahmen zu verifizieren! Vielen Dank im schon mal!!!
Der Satz "Die größten Spritsparpotenziale liegen beim Autofahrer selbst" ist einfach falsch. Solange wir zwei Tonnen Blech für eine Nutzlast von 80 Kilo mit 200 PS bewegen, gibt es ganz offensichtlich größere Einsparpotenziale.
... von P_S. Hier sieht man dass jemand schreibt der Ahnung von der Funtionsweise von Verbennungsmotoren hat! Ich kann das voll und ganz bestätigen.
Weiterhin ziehe ich den Hut vor allen Ingenieuren in der Automobilindustrie. Was die Damen und Herren versuchen um uns Fahrspaß mit angemessenem Verbrauch zu bieten ist ganz großer Sport!
Und allen die für ein generelles Tempolimit sind kann ich nur wiedersprechen. Bei 150km/h den Stempel nochmal runter zu drücken und es kommt noch was ist halt eben "leider geil".
Ich denke da stimtm jeder zu ;-)
Als weitaus sinnvollere Alternative zu Geschwindigkeitsbegrenzungen sehe ich einen massiven Ausbau ver äffentlichen Verkehrsmittel, so dass sie eine echte Konkurrenz zum PKW darstellen.
Wer nun einen Fahrrad fahren will, dem sei dies gegoennt. Auch dem, der ein grosses, kleines, schnelles oder langsames Auto fahren will, sei dies gleichermassen gegoennt.
Fuer die Autonation Deutschland sei es volkswirtschaftlich am sinnvollsten, wenn weiterhin soviele Autos, auch Benzin schluckende, produziert werden.
Was nun die Emissionswerte und deren angeblich negative Auswirkung auf der Umwelt angeht, neige ich den Wissenschaftlern zu glauben, die der These vertreten, dass es keine globale Erwaermung und daraus resultierende Erhoehung des Meeresspiegels gibt.
In dem Fall ist allerdings ein Fahrrad keine schlechte Alternative, weil die Erde dann wohl auch eine Scheibe ist.
Die Erde sei eher einem Ei als einer Scheibe aehnlich. Nur diejenigen deren Beitraege echt flach sind, wuerden das Gegenteil behaupten.
Es waere natuerlich wuenschenswert, Deutschland autark zu wissen. Also keine Abhaengigkeit von den verschiedenen Energiequellen, Oel, Gas und Kohle und den zur Herstellung vieler deutsche Produkte inzwischen sehr notwendig gewordenen Rohstoffe, insbesondere die seltenen darunter, die es nur in China- doch nicht zum Verkauf- gibt.
Also, wie kann man sich die Versorgung mit Rohstoffen und die Handelswege auf denen dieser Rohstoffe transportiert werden muessen, sichern? Ex-Bundespraesident Koehler dachte an militaerischen Mitteln laut nach und musste deswegen zuruecktreten.
Rohstoffe seien knapp, die kann man unmoeglich am laufenden Band produzieren. Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen steigt, also werden sie auch teurer. Die Folge waere, Teuerung der hergestellten Produkte. Zwar sind deutsche Produkte erstklassig, doch hat kein einziger deutscher Industriezweig eine Monopolstellung mehr, d.h. man muss mit den andern konkurrieren.
Um nun den Standort Deutschland als attraktive Produktionsstelle halten zu koennen, gaebe es mehrere Loesungsansaetze, die aber letztendlich in der Vergroesserung der weltweiten Geldmenge muenden muessen.
Nun duerfen Sie in aller Ruhe darueber nachdenken.
In dem Fall ist allerdings ein Fahrrad keine schlechte Alternative, weil die Erde dann wohl auch eine Scheibe ist.
Die Erde sei eher einem Ei als einer Scheibe aehnlich. Nur diejenigen deren Beitraege echt flach sind, wuerden das Gegenteil behaupten.
Es waere natuerlich wuenschenswert, Deutschland autark zu wissen. Also keine Abhaengigkeit von den verschiedenen Energiequellen, Oel, Gas und Kohle und den zur Herstellung vieler deutsche Produkte inzwischen sehr notwendig gewordenen Rohstoffe, insbesondere die seltenen darunter, die es nur in China- doch nicht zum Verkauf- gibt.
Also, wie kann man sich die Versorgung mit Rohstoffen und die Handelswege auf denen dieser Rohstoffe transportiert werden muessen, sichern? Ex-Bundespraesident Koehler dachte an militaerischen Mitteln laut nach und musste deswegen zuruecktreten.
Rohstoffe seien knapp, die kann man unmoeglich am laufenden Band produzieren. Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen steigt, also werden sie auch teurer. Die Folge waere, Teuerung der hergestellten Produkte. Zwar sind deutsche Produkte erstklassig, doch hat kein einziger deutscher Industriezweig eine Monopolstellung mehr, d.h. man muss mit den andern konkurrieren.
Um nun den Standort Deutschland als attraktive Produktionsstelle halten zu koennen, gaebe es mehrere Loesungsansaetze, die aber letztendlich in der Vergroesserung der weltweiten Geldmenge muenden muessen.
Nun duerfen Sie in aller Ruhe darueber nachdenken.
In dem Fall ist allerdings ein Fahrrad keine schlechte Alternative, weil die Erde dann wohl auch eine Scheibe ist.
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