Fahrbericht Dacia LodgyRobuster Raumriese zum kleinen Preis

Dacia erweitert sein Angebot um einen Kompaktvan. Der Lodgy soll Familien mit geringem Einkommen locken. Zum Basispreis von 9.990 Euro wird ihn aber kaum jemand kaufen. von Hans Bast

Der Kompaktvan Lodgy des rumänischen Autoherstellers Dacia

Der Kompaktvan Lodgy des rumänischen Autoherstellers Dacia  |  © press-inform

Ein Kompaktvan für unter 10.000 Euro? Da bleibt manchem Automanager wohl die Luft weg. Zum Vergleich: Der Ford C-Max beginnt bei 18.000 Euro, der Mazda 5 kostet mindestens rund 20.000 Euro, und der VW Touran ist noch etwas teurer. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Den Dacia Lodgy gibt es zwar schon für 9.990 Euro, aber es macht Sinn, zusätzlich in einige nützliche Extras zu investieren, die anderswo schon serienmäßig verbaut sind.

Inklusive dritter Sitzreihe und einer Klimaanlage, einer Zentralverriegelung und eines Multimediasystems mit Freisprecheinrichtung zahlt der Kunde für den Lodgy 13.000 bis 14.000 Euro. Damit ist der preisliche Abstand zur Konkurrenz nicht mehr ganz so riesig, günstig bleibt der etwas klobig wirkende Dacia-Van dennoch. Mit ihm will die rumänische Renault-Tochter vor allem Kunden anlocken, die bisher zu Gebrauchtwagen gegriffen haben. Etwa junge Familien mit geringerem Einkommen und mehr als einem Kind.

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Für diese Klientel ist der Lodgy ideal. Alle drei Sitze der Rückbank haben Isofix-Befestigungspunkte, so dass auf jeder Position Kindersitze befestigt werden können. Dabei ist das Raumangebot so gut, dass sich auch durchschnittlich große Erwachsene nicht beklagen können. Die Bein- und Kopffreiheit erlaubt selbst auf längeren Strecken entspanntes Reisen.

Bessere Schallisolierung

Auch die Vordersitze sind gut gelungen: Sie sind bequem und geben doch ausreichend Seitenhalt. Aufpreis kosten der höhenverstellbare Fahrersitz und eine variable Lenksäule sowie die dritte Sitzreihe. Erfreulich ist, dass Dacia im neuen Lodgy besonderen Wert auf die Schallisolierung gelegt hat. Motor und Fahrgeräusche fallen bei der Fahrt nicht mehr störend auf. Für Fahrer und Beifahrer sind die Front- und Seitenairbags serienmäßig.

In dieser Fahrzeugklasse überbieten sich die Hersteller gern mit einer großen Anzahl von praktischen Ablagefächern. Der Lodgy hat davon elf mit einem addierten Volumen von 30 Litern. Reicht das nicht, gibt es im Zubehörhandel noch ein Gepäcknetz. Und wird mal besonders viel Platz benötigt, lassen sich die Rücksitze bequem umlegen. Der Kofferraum wächst so auf 2.617 Liter. Damit übertrifft der Lodgy andere Kompaktvans teils bei weitem. Mit allen sieben Plätzen fasst er immerhin noch 207 Liter.

Zum Marktstart kann der Kunde zwischen dem bekannten Benzinmotor 1.6 MPI 85 mit 61 kW (83 PS) und den beiden modernen Common-Rail-Dieseln dCi 90 mit 66 kW (90 PS) und dCi 110 mit 79 kW (107 PS) wählen. Der Benziner verbraucht gemäß Normzyklus auf 100 Kilometer im Schnitt 7,1 Liter. Die beiden Diesel begnügen sich mit 4,2 beziehungsweise 4,4 Litern pro 100 Kilometer.

Ab Herbst bietet Dacia zudem einen weiteren Benziner an, den TCe 115 mit 85 kW (115 PS). Er ist dann der stärkste Motor für den Lodgy und treibt den Van auf bis zu 179 Kilometer pro Stunde. Der durchschnittliche Verbrauch soll bei 5,8 Litern je 100 Kilometer liegen. Der knapp 1.300 Kilogramm schwere Van ist schon mit den schwächeren Diesel- und Benzinvarianten ausreichend motorisiert. Mehr Fahrspaß bringen aber die beiden stärkeren Motorisierungen. Das Sechsgang-Getriebe ist auf Benzinsparen ausgelegt und verlangt häufiges Schalten. Erstmals bei Dacia ist neben dem ABS auch das ESP serienmäßig.

Leserkommentare
  1. 1. Dacia

    Dank Dacia gibt es wieder bezahlbare Autos mit sher gutem Platzangebot. Jetzt fehlt nur noch eine gut motorisierte Autogas-Version damit auch die Langstrecke bezahlbar bleibt.

  2. Unabhängig davon, dass ich von Dacia begeistert bin, weil es praktisch der einzige Hersteller ist, der einem günstige Basismodelle ohne Schnickschnack anbietet, möchte ich auch einmal die Preispolitik loben.

    Mich hat schon immer am deutschen Neuwagenmarkt genervt, dass Autos in den seltensten Fällen über den Preis beworben werden und dieser im besten Fall als sogenannter "Listenpreis" im Kleingedruckten unter irgendwelchen Printanzeigen steht. Zudem entsprechen diese Listenpreise in den seltensten Fällen den tatsächlichen Verkaufspreisen, da praktisch allen Autokäufern klar ist, dass man beim Händler noch handeln kann und muss. Wer dies nicht gut kann oder will, ist automatisch der Trottel, weil er diese bereits im Listenpreis enthaltenen "Verhandlungsmargen" dann unnötigerweise mitbezahlt und so schnell mal 1000,-Euro mehr ausgibt als der nächste Kunde.

    Zumindest bei den Basismodellen von Dacia ist dies nicht der Fall. Wenn der Basis-MCV-Kombi im Fernsehen mit 7990,- (+Überführung) beworben wird, wird der Händler den Wagen Ihnen und allen anderen auch für genau den Preis verkaufen. Dieser ganze Verhandlungs-Spielkram und das Taktieren, welche man von anderen Händlern kennt, fallen weg, so dass der Autokauf äußerst entspannt verläuft und man ihn ohne unnötige Diskussionen in 15 Minuten abwickeln kann.

    Ein bisschen schade finde ich es nur, dass Dacia nun von der ursprünglichen Rundung auf 500er und 1000er Beträge abweicht und diese kindischen 990er Beträge eingeführt hat.

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    • riciru
    • 08. Mai 2012 11:11 Uhr

    basis modell - ohne viel schnick schnack?

    ich finde dacia auch "gut" , aber die basismodelle sind in der form einfach nicht kaufbar.

    die existieren nur für die werbung - ich glaub auch kaum, dass jemand das basismodell eines dacia kauft. zumindest bei uns oben in europa. unten möglicherweise.

    ein auto ohne nix - keine radiovorbereitung, keine klimaanlage, keine zentralverriegelung, etc. das ist einfach nur letztes jahrtausend.
    keine lenkradverstellung, kein verstellbarer sitz - auch das ist lächerlich, zumal es kaum was kostet, aber ein auto erst für mehrere personen nutzbar macht.

    finde es ja lustig, dass sie eine heizung serienmässig verbauen - das wohl auch nur , weil der motor abwärme liefert.

    also liebe dacia - (ich denke sie sind mitarbeiter) - einfach die genannten features rein - einen wirklich guten preis von mir aus auch mit 990 und dann ist es echt ein brauchbares angebot für westeuropa.

    die frage ist, ob sich dann noch viele einen renault kaufen werden, und genau das ist der wunde punkt in der ganzen diskussion.

    • riciru
    • 08. Mai 2012 11:11 Uhr

    basis modell - ohne viel schnick schnack?

    ich finde dacia auch "gut" , aber die basismodelle sind in der form einfach nicht kaufbar.

    die existieren nur für die werbung - ich glaub auch kaum, dass jemand das basismodell eines dacia kauft. zumindest bei uns oben in europa. unten möglicherweise.

    ein auto ohne nix - keine radiovorbereitung, keine klimaanlage, keine zentralverriegelung, etc. das ist einfach nur letztes jahrtausend.
    keine lenkradverstellung, kein verstellbarer sitz - auch das ist lächerlich, zumal es kaum was kostet, aber ein auto erst für mehrere personen nutzbar macht.

    finde es ja lustig, dass sie eine heizung serienmässig verbauen - das wohl auch nur , weil der motor abwärme liefert.

    also liebe dacia - (ich denke sie sind mitarbeiter) - einfach die genannten features rein - einen wirklich guten preis von mir aus auch mit 990 und dann ist es echt ein brauchbares angebot für westeuropa.

    die frage ist, ob sich dann noch viele einen renault kaufen werden, und genau das ist der wunde punkt in der ganzen diskussion.

    Eine Leserempfehlung
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    Hmmm...ich muss Sie enttäuschen und überraschen. Enttäuschen, weil ich beruflich weder mit Dacia noch sonst einem Autokonzern etwas zu tun habe. Und überraschen, weil meine Frau und ich tatsächlich sowohl den Sandero als auch den MCV in der absoluten Basisversion gekauft haben und seit mehreren Jahren zufrieden fahren. Zugegeben, ein Radio haben wir nachträglich noch für 300,- einbauen lassen, das war's dann aber auch. Und ja, Zentralverriegelung, höhenverstellbare Sitze, Lenkradverstellung und Klimaanlage sind für uns zwar nützlicher aber trotzdem verzichtbarer Schnickschnack. Und Sie werden es mir sicherlich nicht glauben, aber selbst die nicht vorhandene Servolenkung ist für uns überhaupt kein Thema und ich würde die Autos genauso wieder kaufen, wenn sie in hoffentlich ferner Zukunft mal den Geist aufgeben. Ich gönne jedem seinen "Schnickschnack" und wenn man sein Geld für etwas zusätzlichen Luxus ausgeben möchte, ist das völig in Ordnung. Ich möchte aber nicht dazu gezwungen werden. Da kommt mir Dacia mit seinen schnörkellosen und meinetwegen auch langweiligen und häßlichen Basismodellen eben sehr entgegen.

    Wir auch:
    Dacia Logan MCV in der absoluten Basisversion, nur mit Radio extra. Die Notwendigkeit einer Servolenkung wird absolut übertrieben, Klimaanlage erhöht nochmal den Verbrauch und sowieso: Juhuu, mehr Geld für anderes! Und das Auto gehörte uns schon komplett, als wir es das erste Mal fuhren!
    Es gibt nur eine einzige Sache, die mir an unserem Auto fehlt:
    Dass man die Beifahrertür mit runtergedrücktem Knopf schließen kann.
    Aller anderer Schnickschnack kann mir gestohlen bleiben.

    • bayert
    • 08. Mai 2012 11:24 Uhr

    ich habe mir einen Dacia gekauft (9.150 Euro Abholpreis), obwohl ich Gutverdiener bin. Irgendwann kommt die Entscheidung, mehr Geld ins Eigenheim oder ins Auto zu stecken. Bei mir hat das Eigenheim den Vorzug erhalten. Auch wenn der Preisvorteil "nur" mehr 4.000 Euro beträgt, das ist viel Geld (für viele Menschen ist dies mehr als der Betrag, den sie sich in einem Jahr sparen können).

  3. Hmmm...ich muss Sie enttäuschen und überraschen. Enttäuschen, weil ich beruflich weder mit Dacia noch sonst einem Autokonzern etwas zu tun habe. Und überraschen, weil meine Frau und ich tatsächlich sowohl den Sandero als auch den MCV in der absoluten Basisversion gekauft haben und seit mehreren Jahren zufrieden fahren. Zugegeben, ein Radio haben wir nachträglich noch für 300,- einbauen lassen, das war's dann aber auch. Und ja, Zentralverriegelung, höhenverstellbare Sitze, Lenkradverstellung und Klimaanlage sind für uns zwar nützlicher aber trotzdem verzichtbarer Schnickschnack. Und Sie werden es mir sicherlich nicht glauben, aber selbst die nicht vorhandene Servolenkung ist für uns überhaupt kein Thema und ich würde die Autos genauso wieder kaufen, wenn sie in hoffentlich ferner Zukunft mal den Geist aufgeben. Ich gönne jedem seinen "Schnickschnack" und wenn man sein Geld für etwas zusätzlichen Luxus ausgeben möchte, ist das völig in Ordnung. Ich möchte aber nicht dazu gezwungen werden. Da kommt mir Dacia mit seinen schnörkellosen und meinetwegen auch langweiligen und häßlichen Basismodellen eben sehr entgegen.

    Antwort auf "kollege"
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    ...daß ein Dacia auch ohne Servolenkung von Mann und Frau gefahren werden kann, die Händler wiegen ja ganz bedeutungsschwer ihren Kopf, wenn man sie danach fragt. Mein nächster ist jedenfalls ein Dacia, vielleicht der neue Citadine, wenn er bald kommt für 5000,- Euro, oder der Basis-Sandero. Für das gesparte Geld habe ich jede Menge anderer Verwendungen.

  4. 6. Amen!

    Wir auch:
    Dacia Logan MCV in der absoluten Basisversion, nur mit Radio extra. Die Notwendigkeit einer Servolenkung wird absolut übertrieben, Klimaanlage erhöht nochmal den Verbrauch und sowieso: Juhuu, mehr Geld für anderes! Und das Auto gehörte uns schon komplett, als wir es das erste Mal fuhren!
    Es gibt nur eine einzige Sache, die mir an unserem Auto fehlt:
    Dass man die Beifahrertür mit runtergedrücktem Knopf schließen kann.
    Aller anderer Schnickschnack kann mir gestohlen bleiben.

    Antwort auf "kollege"
  5. Nützlich ist vieles, aber nicht alles davon braucht man in einem Auto.
    Eine dritte Sitzreihe in einem Kompaktvan(!) serienmäßig anzubieten ist sinnbefreit, denn Familien, die tatsächlich so groß sind, dass sie eine dritte Sitzreihe benötigen, greifen sowieso eher zu einem Van, bei schmalem Geldbeutel zu einem gebrauchten.
    Zentralverriegelung und Multimediasystem sind verzichtbare Gimmicks.
    Die Klimaanlage ist ein Streitthema. Ich brauche sie nicht und halte sie eher für gesundheitsschädlich. Mir ist ein großes Schiebe- oder Faltdach lieber. Ich gebe aber zu, dass sie sinnvoll sein kann für Menschen, die Kreislaufprobleme bei hohen Innentemperaturen bekommen und/oder den Luftdurchzug nicht vertragen.
    Was jemand in einem Van, auch wenn es ein kompakter ist, mit einer sportlichen Fahrweise will ist mir immer noch ein Rätsel. Wer trotz Familie gern sportlich (Ampelstarts, Kurvenschneiden mit überhöhter Geschwindigkeit, dichtes Auffahren, Ausbremsen u.a.) fahren will, wenn es die Umstände erlauben, der sollte einen Sportkombi kaufen, denn da ist ab Werk alles dabei.

    Kommen wir zu den wichtigen Dingen, neben denen die ein Auto allgemein ausmachen:

    - eine dem Leer-, aber auch dem Maximalgewicht angemessene Motorisierung
    - eine saubere Fahrwerkskonstruktion, die auch ohne ESP das Fahrzeug bis in kritische Bereiche in der Spur hält
    - eine gute Über- und Rundumsicht
    - möglichst hoher passiver Sicherheitsstandard
    - gute, langlebige Sitze auch für höheres Kürpergewicht

    MfG
    AoM

    Eine Leserempfehlung
  6. Zugegeben, ohne Klimaanlage mit sieben Leuten im Hochsommer. Das würde ich auch nicht machen.

    Aber selbst dann ist dieses Fahrzeug ein gutes und faires Angebot. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob diese preiswerte Technik auch zuverlässig lange hält, denn sonst könnte das Ding nach hinten losgehen.

    Auf jeden Fall bietet Dacia diese Auto als das an, was es für uns sein sollte: ein Gebrauchsgegenstand.

    Deshalb kann man einen größeren Motor (der mehr verbraucht) für den "Fahrspass" getrost vergessen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ford | Dieselmotor | Euro | Mazda | Dacia
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