Sparsam mit VerbrennungsmotorDer verbrauchsarme Konkurrent des Öko-Golf

Unter Norm-Bedingungen braucht der Hyundai i30 blue 1.6 CRDi nur 3,7 Liter auf 100 Kilometer – weniger als ein Öko-Golf. Das bessere Auto bauen die Koreaner aber nicht. von 

Hyundai i30

Hyundai i30  |  © Hersteller

Das größte Spritsparpotenzial liegt nicht in der Auto-Technik, sondern zwischen den Ohren des Fahrers – angefangen bei der Entscheidung, ob das Auto überhaupt gebraucht wird. Lautet die Antwort "Ja", könnte der neue Hyundai i30 in der besonders effizienten Version blue 1.6 CRDi ein interessantes Modell für die Fahrer auf der Suche nach einem sparsamen Wagen sein.

Im Realbetrieb kann das Auto mit 4,5 Litern Diesel eine Strecke von 100 Kilometer schaffen, ganz ohne zum Verkehrshindernis zu werden. Es reicht, früh in einen hohen der sechs Gänge zu schalten, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und den Tempomat oft zu nutzen. Wer entspannt im Verkehr mitschwimmt und die Stadt meidet, sollte jederzeit einen Verbrauch von weniger als fünf Litern Diesel verwirklichen können. Das ist ein erfreulicher Wert für ein so großes Auto, wenn auch nicht die Rekordmarke, die der Normverbrauch von 3,7 Litern verspricht.

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Aber es geht auch ganz anders. Die lange Übersetzung des Hyundai – bei 100 km/h dreht sich die Kurbelwelle nur ungefähr 1.800 Mal pro Minute – würgt die Kraft des Motors ab. Davon hat der kleine Diesel bei niedrigen Drehzahlen ohnehin besonders wenig. Oft fragt man sich, wo die 94 kW (128 PS) geblieben sind. Wer schnell vorankommen möchte, muss zurückschalten, am besten gleich zwei Mal, und hochtourig fahren. Dann geht es zwar zügig nach vorne. Aber die Maschine im an sich sehr leisen Hyundai läuft dann auch unkultiviert, und der Verbrauch steigt auf bis zu 6,7 Liter Diesel an. Das ist fast die Hälfte mehr als bei gelassenem Fahrstil.

Ein Auto für sanftes Fahren

Besser, mit dem Hyundai i30 sanft umzugehen. Komfortables Gleiten liegt ihm weit mehr als wildes Rasen. Die Sitze sind optisch sportlich gestaltet, fühlen sich aber eher weich wie ein Sofa an. Und die Lenkung sollte gleich im "Comfort"-Modus belassen werden, auch wenn es zwei weitere elektronisch einstellbare Varianten gibt. Dann ist sie sehr leichtgängig und gefühlsarm. Letzteres ändert sich auch im "Sport"-Modus kaum.

Sparsam mit Verbrennungsmotor

Für das Jahr 2020 prognostizieren Autohersteller und Marktforscher, dass Elektroautos und Plug-in-Hybride nur einen einstelligen Prozent-Anteil am Gesamtsabsatz haben werden. Mehr als 90 Prozent aller dann neu verkauften Autos werden also weiterhin ausschließlich mit Benzin, Diesel oder Gas betankt.

Sie müssen dennoch sparsamer werden – mit Verbrennungsmotor. ZEIT ONLINE erklärt in einer lockeren Serie, welche Automodelle mit welcher Technik Sprit sparen und ob die Realität hält, was Prospekte und Werbung versprechen.

Bisher erschienen

- BMW 520d Efficient Dynamics Edition: Mit fünf Litern im Fünfer BMW

- VW Touran: Erdgas schlägt Diesel

- VW Polo: Unterwegs mit halbem Motor

- Citroën DS5 Hybrid4: Der Citroën-Hybrid will es nicht jedem recht machen

- Hyundai i30 blue: Der verbrauchsarme Konkurrent des Öko-Golf

- Toyota Yaris Hybrid: Das unauffällige Spritsparwunder

- Ford Focus 1.0 Ecoboost: Keine Angst vorm Dreizylinder

- VW eco up!: Ein Auto für gemächliche Sparer

- Toyota Auris Hybrid: Prius in gefälliger Form

Bekannt geworden ist der neue Koreaner durch ein kurzes Video , in dem der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG , Martin Winterkorn , den Hyundai lobt. "Da scheppert nix" , stellte Winterkorn fest, meint dabei aber lediglich die Lenkradverstellung in entriegeltem Zustand. Im Alltagstest bestätigt der Rest des Autos den exzellenten Eindruck. Die Karosserie klappert nicht, alles ist sauber zusammengefügt, und der Innenraum sieht zwar anders aus als etwa beim Golf, ist aber genauso hochwertig. Gleichzeitig, und das ist in Zeiten der Flut von Einstellungsoptionen erwähnenswert, ist die Bedienung simpel und selbsterklärend. Es fällt leicht, sich im i30 wohl zu fühlen.

Es ist nicht bekannt, wie dankbar der Hyundai-Konzern dem Volkswagen-Boss für dessen Bemerkungen ist. Klar ist, dass durch diese unfreiwillige und kostenlose Werbung der Eindruck entsteht, der Golf wäre der Hauptkonkurrent des i30. Dabei gibt es etliche Alternativen vom Opel Astra über den Renault Megane bis zum Toyota Auris. Lauter gute Autos, bei denen am Ende der individuelle Geschmack des Kunden entscheidend ist.

Leserkommentare
  1. Das muss nicht sein. Es geht auch billiger. Ich war gerade auf Urlaub im Perigord. Auf der Rückfahrt habe ich einen Durchschnittsverbrauch von 3,2 Litern geschafft. Und das trotz der verbrauchsfeindlichen Konstruktion meines Autos. Da wäre noch viel drin: Besserer cw-Wert (z. B. durch eine Unterbodenverkleidung des Motorraums, kostet nicht viel wäre aber sehr effizient). Damit habe ich mit meinem Auto (Leergewicht über eine Tonne) nur einen halben Liter mehr verbraucht, wie mit meinem Motorroller (Leergewicht 170 Kilo).

    Das grundsätzliche Übel bei der ganzen Angelegenheit ist, dass die Autobauer der Verbrauch gar nicht interessiert. Das liegt am Spritpreis. Der ist immer noch viel zu niedrig. Wenn ich von SUVs überholt werde, frage ich mich immer, ob denen Geld egal ist. Anscheinend ist das wohl so.

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    "Wenn ich von SUVs überholt werde, frage ich mich immer, ob denen Geld egal ist. Anscheinend ist das wohl so." - wie kommen sie darauf? ist die aussage nicht evtl etwas pauschalisiert. bei den ganzen unterschiedlichen suv-modellen, da ist doch für jede einkommensklasse was dabei. vom dacia duster bis zum audi q7. einem bmw x6 fahrer hat garantiert genügend geld, dass er sich um den verbrauch keine gedanken machen muss. mir ist geld nicht egal. trotzdem fahr ich einen. (ok es ist "nur" ein kompakt-suv.) der verbrauch ist mit durchschnittlich 6 litern diesel (bei 140ps) gar nicht soo hoch und die anderen vorteile (design, fahrgefühl, übersicht, platz, sicherheit) haben mich vollends überzeugt.

  2. Und was braucht er montags morgens im Stau auf dem Weg zur Arbeit? Ihre Spritmonitor-Kollegen, bei denen man ja wohl davon ausgehen kann, daß sie sich ebenfalls einer sparsamen Fahrweise befleißigen, verbrauchen im Schnitt 4,66l/100km mit Ihrem Modell, und daß der besprochene Hyundai ein etwas anderes Kaliber ist, als Ihr halber Renault, dürfte Ihnen auch nicht entgangen sein! "Spritfresser", meine Fresse! Ich brauche auch immer weniger als der Durchschnitt, aber Stadtverkehr kommt bei mir auch nicht vor, da ist das keine Kunst. Und mit Tempo 90 über die Route Nationale quer durch Frankreich ... na, da würde ich mir erst recht nix drauf einbilden!

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    nur damit man sachgerecht mitdiskutieren kann :-)

    von unter vier Litern fahre (wenn man von den ersten drei Betankungen absieht)? Und die 3,2 Liter auf dem Rückweg aus dem Perigord sind auch nicht zu schaffen, indem man den Tempomat auf 90 einstellt und das Auto fahren lässt. Das habe ich mal interessehalber ausprobiert, dann verbraucht mein Twingo aber 3,8 Liter.

    Die 3,2 Liter erreicht man nur mit einer sehr vorausschauenden Fahrweise, mit Ausrollenlassen vor Ortschaften und Kreuzungen usw. usf. Wenn man das Auto gut kennt, ist das alles kein Problem.

    Wenn Sie meinem Link gefolgt sind, müssten Sie doch eigentlich gesehen haben, dass ich mit einer sehr spritschonenden Fahrweise über knapp 35.000 Kilometer einen Durchschnittsverbrauch von 3,74 Litern habe. Und das ist überwiegend Berufsverkehr (Autobahn und Stadt). Damit liege ich unter der Normangabe für den Verbrauch dieses Twingo-Modells (4 Liter laut Euro-Norm).

    • 2eco
    • 23. Mai 2012 21:33 Uhr

    "Wer schnell vorankommen möchte, muss zurückschalten, am besten gleich zwei Mal, und hochtourig fahren."

    Was für eine Erkenntnis. Ein Schaltgetriebe bei dem man zurückschalten muss, um mehr Leistung zu haben? Oh Nein! Vielleicht ist dies gerade der Sinn einer 6-GangSCHALTung, dass man den Gang einlegt der gerade zur Geschwindigkeit und benötigten Leistung passt. Insbesondere dann, wenn es ein Getriebe mit Spritsparambitionen ist.

    Wobei mir persönlich auch ein 6,2L großer Chevi V8 Motor lieber ist, bei dem man im 5. Gang entspannt von 0 bis 310 fahren kann.

    "...die Maschine im an sich sehr leisen Hyundai läuft dann auch unkultiviert, und der Verbrauch steigt auf bis zu 6,7 Liter Diesel an. Das ist fast die Hälfte mehr als bei gelassenem Fahrstil."
    Ein Motor, der mehr verbraucht, wenn man schnell fährt? Das ist mir völlig neu.

    Entschuldigen Sie bitte die polemische Formulierung, aber ich finde die Qualität der Autotest sollte ein gewisses Level haben und nicht mit Sprüchen wie "Wenn der Tank leer ist, muss man nachtanken" gespickt sein.

  3. "Wenn ich von SUVs überholt werde, frage ich mich immer, ob denen Geld egal ist. Anscheinend ist das wohl so." - wie kommen sie darauf? ist die aussage nicht evtl etwas pauschalisiert. bei den ganzen unterschiedlichen suv-modellen, da ist doch für jede einkommensklasse was dabei. vom dacia duster bis zum audi q7. einem bmw x6 fahrer hat garantiert genügend geld, dass er sich um den verbrauch keine gedanken machen muss. mir ist geld nicht egal. trotzdem fahr ich einen. (ok es ist "nur" ein kompakt-suv.) der verbrauch ist mit durchschnittlich 6 litern diesel (bei 140ps) gar nicht soo hoch und die anderen vorteile (design, fahrgefühl, übersicht, platz, sicherheit) haben mich vollends überzeugt.

  4. ich lebe in mexico, hier ist das auto-stus- haste kein auto-haste keine freundin hat einer meiner ersten studente gesagt
    bis heute habe ich kein auto--bin vater und habe genug begleitung.
    habt ihr in alemania keine anderen sorgen?
    es ist nicht wichtig was ich unterm arsch habe sondern was ich im kopf habe, gelle.
    hansito

  5. Warum soll man 22.000 Euro für ein Fahrzeug ausgeben, für eine Technologie, die auf den Verbrauch von unerschöpflichen und dazu noch sündhaft teuren Ressourcen beruht. Damit sich der Ölscheich in Saudi Arabien noch die neuen 40 Modelle von Mercedes bestellen kann und noch eine Insel im Meer aufschüttet? Man man man, die ganze Kaufkraft geht ins Ausland in politisch instabile Länder für die größten Teils Menschenrechte eine Form der Belustigung ist. Wer nicht begriffen hat, dass man sich sein Auto umrüsten kann und für unter 1 Euro pro Liter/KG fahren kann, der sollte sich mal die ZDF Doku "Die leise Revolution - Zukunft Elektroauto" auf Youtube anschauen. Wie kann man sein Benzingeld, was hunderte von Euros jährlich sind, nur so unachtsam ausgeben...

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    Bei dem momentanen deutschen Strommix ist bei einem stromgetriebenem Auto, die Energie- und CO2-Bilanz schlechter als bei einem Dieselmotor mit niedrigem Spritverbrauch. Das liegt einfach an dem schlechten Nutzungsgrad der Primärenergie und Übertragungsverlusten. Wird der Akku natürlich mit "Öko"-Strom geladen stimme ich Ihnen zu.
    Wer aber mit einem Neu-Kauf nicht bis zur Energiewende warten will, ist mit einem sparsamen Kleinwagen ganz gut bedient.

  6. nur damit man sachgerecht mitdiskutieren kann :-)

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    Wenn Sie mal unauffällig dem spritmonitor-Link im ersten Kommentar folgen, erfahren Sie mehr ;)

  7. Bei dem momentanen deutschen Strommix ist bei einem stromgetriebenem Auto, die Energie- und CO2-Bilanz schlechter als bei einem Dieselmotor mit niedrigem Spritverbrauch. Das liegt einfach an dem schlechten Nutzungsgrad der Primärenergie und Übertragungsverlusten. Wird der Akku natürlich mit "Öko"-Strom geladen stimme ich Ihnen zu.
    Wer aber mit einem Neu-Kauf nicht bis zur Energiewende warten will, ist mit einem sparsamen Kleinwagen ganz gut bedient.

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    immer wieder was von "Übertragungsverlusten". Ja, in der Tat, die gibt es, bei neueren HGÜ-Anlagen geht man von satten 3% pro 1.000 km aus.

    Wenn Sie hingegen den Brennstoff meinen, den man im konventionellen Bereich ja irgnedwie ranschaffen muss: Ölquelle und Raffinerie sind ebenfalls nicht im Auto integriert. Bleiben Konverterverluste, die, würde man Strecken >1000 km betrachten, ebenfalls in den Hintergrund treten. Im Wechselspannungsbereich sind die Verluste etwas größer, jedoch wird auch dort der größte Verlust beim Speichern in der autoeigenen Batterie auftreten. Dafür ist die Umsetzung der gespeicherten Energie - GANZ ANDERS als beim Verbrenner - hingegen wieder relativ verlustarm.

    Von Ineffizienz wegen Übertragungsverlusten zu sprechen halte ich deshalb für unangemessen.

    eine mögliche Zukunftsvariante:

    Später bietet sich sogar die drahtlose Übetragung der E-Energie aus der Straße an, was ansich verlustbehaftet ist, aber auch keine größeren Verluste als das "Speichern" in der Batterie hervorrufen sollte. Damit könnte man bei guter Netzabdeckung auf den Großteil des Akkus verzichten (nur noch für Kompensation von Schwankungen) und würde dadurch jede Menge Gewicht sparen.

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  • Schlagworte Martin Winterkorn | Hyundai | Audi | Volkswagen AG | Auto | Diesel
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