Mercedes-Benz C 180 CGI T © press-inform

Die C-Klasse ist der unbestrittene Vizekönig in der Mittelklasse: 2011 verkaufte Mercedes-Benz übers Jahr in Deutschland knapp 80.000 Stück. Nur der Volkswagen Passat schnitt deutlich besser ab. Audis A4 oder der 3er BMW dagegen mussten sich mit ebenso deutlich geringeren Verkaufszahlen bescheiden. Besonders gefragt sind die Kombimodelle der C-Klasse mit dem T im Typenkürzel.

Bei einer Länge von knapp 4,70 Metern ist der C-Klasse-Kombi noch recht übersichtlich. Der Passat-Kombi etwa ist sieben Zentimeter länger. Parken in der Stadt gehört zu den leichteren Rangierübungen. Nicht zuletzt der kleine Wendekreis von rund elf Metern sorgt für Handlichkeit. Entsprechend komplikationslos und agil ist man mit dem Benz unterwegs. Der Radstand von 2,76 Metern sorgt auf der Autobahn für Spurtreue und wenig Korrektureingriffe beim Lenken. Auf Landstraßen zirkelt der Kombi sicher und präzise durch die Kurven.

Der Einstieg durch die weit öffnenden Türen wäre perfekt – wenn die Sitze nicht so tief eingebaut wären. So aber plumpst man beim Einsteigen erst einmal hinein und hat später beim Aussteigen etwas Mühe, sich aus den Sitzen wieder heraus zu wuchten. Immerhin lassen sich die Sitze vorne vielfach verstellen. Man sitzt auch auf längeren Strecken entspannt, ermüdungsfrei und komfortabel – zumindest vorn, wo der Mercedes reichlich Platz bietet.

Im Fond allerdings kann es ganz schnell eng werden. Wird im C 180 der Vordersitz ganz nach hinten verschoben, bleibt dahinter für Unterschenkel und Knie kaum noch Platz. Und dass der Hersteller den Wagen als Fünfsitzer deklariert, ist eher Augenwischerei: Zu zweit kommt man auf der Rückbank ganz gut klar, aber einen Dritten sollte man nur auf kurzen Wegen in die Mitte quetschen. Immerhin bietet der C-Klasse-Kombi hinten ausreichend Kopffreiheit.

Der Laderaum fasst im Normalzustand 485 Liter. Das ist guter Durchschnitt in dieser Fahrzeugklasse. Die asymmetrisch geteilte Rückbank lässt sich ohne große Kraftanstrengung umklappen, dann steigt das Laderaumvolumen auf bis zu 1.500 Liter. Beladen lässt sich der Mercedes ohne viel Stress. Die Ladeklappe – gegen Aufpreis lässt sie sich auf Knopfdruck elektrisch öffnen – schwingt so hoch, dass sich auch größere Zeitgenossen darunter stellen können, ohne mit dem Kopf anzustoßen. Die Ladekante ist eben mit dem Kofferraumboden. Der Laderaum ist dank seiner nahezu quadratischen Form gut nutzbar.

Im Cockpit fühlt sich jeder sofort heimisch, der einmal einen Mercedes gehabt hat: alles am richtigen Platz. Die Instrumente vor dem Fahrer sind gut einsehbar und bieten auch nachts einen klaren Kontrast. Alle Schalter sind einfach erreichbar, allenfalls die Einstellknöpfe der Klimaanlage liegen etwas weit unten. Das Command-System auf der Mittelkonsole gleich hinter dem Hebel der Gangschaltung lässt sich mittlerweile intuitiv bedienen. Für die wichtigsten Funktionen gibt es neben dem Drehknopf zusätzliche Tasten.

Wie andere Hersteller bietet auch Mercedes-Benz in der C-Klasse inzwischen einige Optionen, die zuvor den höheren Baureihen vorbehalten waren. Dazu zählen eine elektronische Unterstützung beim Parken, ein Tempomat mit automatischem Abstandshalter und ein Lichtmanagement mit adaptivem Kurvenlicht und variabler Lichtverteilung . Nicht alles ist wirklich überzeugend. Der Fernlichtassistent von Mercedes gilt zwar als ausgereift – aber nicht immer blendet er bei Gegenverkehr so rechtzeitig ab, wie man es selbst täte.