Deutschlands erster Radschnellweg
Mit diesem Konzept soll der Rad- und Fußanteil in den kommenden acht Jahren in den Innenstädten auf 60 Prozent steigen, der Radanteil allein mindestens auf 25 Prozent. "Das ist ambitioniert, aber machbar", sagt der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger (SPD). Die Gruppe der Radfahrer wachse zurzeit stetig. Immer mehr Menschen entdeckten das Pedelec oder Elektrorad als Alternative zum Auto. Breite Radwege mit ausreichend Platz für Überholmanöver und Radschnellwege für große Distanzen sollen diesen Trend fördern.
Der Minister schätzt, dass der Duisburg-Hamm-Radschnellweg schon in fünf Jahren fertig sein kann. Das ist der erste Radschnellweg in Deutschland: vier Meter breit, 82 Kilometer lang, beleuchtet – und mit Winterdienst. Einige Teilstücke sind bereits gebaut. Der Schnellweg kann unter anderem die Autobahn A 40 entlasten. Auf ihr stehen die Autofahrer mehr als sie fahren. Langfristig soll es in jedem der fünf Regierungsbezirke solche Strecke geben, die dann an ein ausgebautes Radwegenetz der Städte anschließt.
Noch sind Radschnellwege und ein zusammenhängendes Radwegenetz in den Städten allerdings eine schöne Vision. Selbst gut ausgebaute Radwege enden in Städten wie Köln oder München oft genug abrupt im Nichts. In NRW arbeitet die Landesregierung immerhin ressortübergreifend am neuen Aktionsplan, beteiligt sind die Ministerien Umwelt und Gesundheit ebenso wie Inneres und Arbeit. Allein aus dem Verkehrsetat stehen laut Voigtsberger in den kommenden Jahren rund 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.
Im Einzelfall Kfz-Fahrspuren umwidmen
Von einer Infrastruktur, die den Rad- und Fußverkehr in den Mittelpunkt stellt, ist jedoch selbst Nordrhein-Westfalen noch weit entfernt. Deshalb hoffen viele Experten auf die fördernde Wirkung des NRVP 2020. "Dafür braucht er einen eigenen Haushaltsetat", sagt Wilhelm Hörmann, Verkehrsexperte des ADFC. Außerdem fordert er klare quantitative Ziele zur Steigerung des Radverkehrs und ein schlüssiges Konzept mit entsprechendem Personal. Nur dann könne der NRVP 2020 zum Katalysator werden für eine bessere Radinfrastruktur.
Der Bedarf dafür ist da. "Die hohe Verkehrsdichte in den Großstädten verlangt Handeln", sagt der Verkehrsfachmann des ADAC, Ronald Winkler. Die Kommunen bräuchten ganzheitliche Verkehrskonzepte. Auch der Radverkehr müsse stärker als System betrachtet werden, sowohl kommunal wie national. "Besonders auf kurzen Distanzen bis zu zehn Kilometern Länge ist Radverkehr sinnvoll und trägt zu einer Entlastung der Straßen von Stau, Lärm und Abgasen bei", sagt Winkler.
Auf verkehrsreichen Straßen sollten Auto- und Radverkehr voneinander getrennt werden, meint der ADAC-Experte. In einzelnen Fällen könne es aus Gründen der Verkehrssicherheit sinnvoll sein, Kfz-Fahrspuren oder Parkplätze am Straßenrand aufzulösen und dem Radverkehr zuzuschlagen – wie etwa in der Leopoldstraße in München. Damit der Verkehr dennoch gut fließen kann, müssten die Spuren, die den Autos verbleiben, optimiert werden, beispielsweise durch die Einrichtung einer "Grünen Welle". Das erhöhe die Akzeptanz der Radverkehrsmaßnahmen durch die Autofahrer.
München ist wie NRW im Zugzwang. Schon jetzt stößt die Stadt an ihre Kapazitätsgrenzen. Experten rechnen innerhalb der kommenden zehn Jahre mit 140.000 neuen Einwohnern in München und Umgebung. Das Fazit der Stadt: Es müssen mehr Menschen radeln. Zurzeit liegt der Radanteil bei 17 Prozent. Aber es gibt noch Steigerungspotenzial. Jetzt müssen die Radwege nur noch gebaut werden.








... muss in Deutschland wieder mal neu erfunden werden.
Die Umsetzung werde ich wohl nicht mehr erleben. Es sei denn ein Tornado oder ein erdbeben zerstören die jetzige Infrastruktur.
Dabei müssten wir nur nach den Niederlanden gucken !
Aber ich höre schon wieder die berühmten Sätze der deutschen "Experten": "Leider auf unsere Verhältnisse nicht übertragbar !"
einführen, dann sinkt auch der Anteil der Radfahrer wieder, und wir können uns die kostspieligen Ausbauten sparen! (falls der Helm allein nicht reicht kann man ja noch irgendwelche Protectoren einführen bis Radfahrer Aussehen wie neuzeitliche Ritter)
Mann muß sparen wo man kann! Und das schöne am Helm ist er belastet nicht die öffentlichen Kassen. Ist also ganz Zeitgeist.
Es gibt Statistiken/Studien die bezeugen, dass eine Helmpflicht für mehr Fahrradunfälle sorgt, habe ich vor einiger Zeit gelesen. Psycholgie, denn mit Helm fühlt man sich sicherer (was nicht stimmt!!) und neigt zu unvorsichtigerem Rad fahren.
Es gibt Statistiken/Studien die bezeugen, dass eine Helmpflicht für mehr Fahrradunfälle sorgt, habe ich vor einiger Zeit gelesen. Psycholgie, denn mit Helm fühlt man sich sicherer (was nicht stimmt!!) und neigt zu unvorsichtigerem Rad fahren.
sondern ein gleichberechtigtes Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsarten.
Und das bedeutet zuerst einmal: die schnellen, schweren Verkehrsteilnehmer haben sich an die langsameren, ungeschützteren anzupassen, sie müssen runter mit dem Tempo und (als "ruhender Verkehr") raus aus den Straßen.
"die schnellen, schweren Verkehrsteilnehmer haben sich an die langsameren, ungeschützteren anzupassen, sie müssen runter mit dem Tempo und (als "ruhender Verkehr") raus aus den Straßen"
...hilft doch niemandem. Ein Autofahrer ignoriert idR Fahrradfahrer ja nicht aus Bösartigkeit, zu verlangen er solle nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren ist aber genauso unsinnig. Und die parkenden Autos müssen nunmal auch irgendwohin.
Städte sind halt dicht besiedelte Gebiete und die Bewohner haben unterschiedliche Notwendigkeiten und Ansprüche, wenn man aber vom Land in die Stadt mit dem Auto pendelt, wird auch wieder nicht gern gesehen. Jeder solle am besten neben seiner Firma wohnen, alles andere sei Luxus, ist ja momentan eine beliebte Forderung.
"die schnellen, schweren Verkehrsteilnehmer haben sich an die langsameren, ungeschützteren anzupassen, sie müssen runter mit dem Tempo und (als "ruhender Verkehr") raus aus den Straßen"
...hilft doch niemandem. Ein Autofahrer ignoriert idR Fahrradfahrer ja nicht aus Bösartigkeit, zu verlangen er solle nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren ist aber genauso unsinnig. Und die parkenden Autos müssen nunmal auch irgendwohin.
Städte sind halt dicht besiedelte Gebiete und die Bewohner haben unterschiedliche Notwendigkeiten und Ansprüche, wenn man aber vom Land in die Stadt mit dem Auto pendelt, wird auch wieder nicht gern gesehen. Jeder solle am besten neben seiner Firma wohnen, alles andere sei Luxus, ist ja momentan eine beliebte Forderung.
Leider wird es nicht reichen, schöne neue Radwege zu bauen, wenn diese dann eh wieder von Autofahrern zugeparkt werden. "War soch nur schnell Brötchen holen" - immer wieder gerne gehört, aber was bringt mir das als Radfahrer, wenn ich dafür runter vom Radweg muss? Und bei tausenden Autofahrern, die alle mal nur kurz was erledigen müssen, ist so ein Radweg eben immer zugeparkt.
Besonders hübsch und auch schon mehrfach gesehen: Autos mit Rädern auf dem Dach/am Heckträger, die Radwege zuparken. Oder letzte Woche: auf dem Radweg geparkt, in den Fahrradladen zum Einkaufen gegangen. Vielleicht brauchen wir auch einfach mehr Menschen, die mal ihr Hirn einschalten.
Sie haben vollkommen Recht. Die einzige Chance ist die ganze Seite mit Parkplätzen abzutrennen. Dies gibt es in Düsseldorf beispielsweise auf einer kurzen Strecke, da ist der Weg mit Pfeilern abgesperrt. Dann müssen Sie nur noch auf Fußgänger achten für die meist die Straße erst hinter dem Radweg beginnt;)
Aber noch besser finde ich das Konzept in den Niederlanden. Breite Radwege, Radfahrerampeln und Niveauunterschied zwischen Fußgänger- und Radweg.
Sie haben vollkommen Recht. Die einzige Chance ist die ganze Seite mit Parkplätzen abzutrennen. Dies gibt es in Düsseldorf beispielsweise auf einer kurzen Strecke, da ist der Weg mit Pfeilern abgesperrt. Dann müssen Sie nur noch auf Fußgänger achten für die meist die Straße erst hinter dem Radweg beginnt;)
Aber noch besser finde ich das Konzept in den Niederlanden. Breite Radwege, Radfahrerampeln und Niveauunterschied zwischen Fußgänger- und Radweg.
"Bereits jetzt bietet das Rhein-Ruhrgebiet seinen Bewohnern gute Rahmenbedingungen. Es gibt mehr als 23.000 Kilometer ausgeschilderte Radwege und 70 Radstationen zum Parken und Reparieren von Rädern.", so wurde es hier im Artikel beschrieben.
Von guten Rahmenbedingungen kann keine Rede sein. Als Bewohner des Ruhrgebietes kann ich mir ein Urteil darüber erlauben. Die Zahlen täuschen darüber hinweg, dass es zusammhängende Radwege, die mehrere Städte miteinander verbinden nicht gibt. Es gibt hier einen Radweg und dort einen Radweg. Wenn der eine Radweg gepflegt wird, werden zwei dafür vernachlässsigt, weil das Geld und die Lobby hierfür fehlt.
Schon seit Jahren wird darüber gestritten, ob der Radschnellweg zwischen Duisburg und Dortmund umgesetzt werden kann, obwohl dieser sehr wohl den Autoverkehr entlasten würde. Schon allein dadurch, dass viele dann den Umstieg aufs motorisierte Fahrrad als sinnvolle Alternative ansehen würden. Heute heißt es immernoch, runter vom Radweg und rauf auf die Straße, dann wieder rauf auf den Radweg. Ein zusammenhängendes Konzept wie in den Niederlanden gibt es nicht.
Dort existiert zwischen Enschede und Hengelo eine Art "Fahrradautobahn". Bekannt auch als F35 Fahrradschnellweg. Dort haben Radfahrer eine eigene "Straße für sich", die sogar in Zukunft ausgebaut werden soll. Dafür investieren die Niederlande rund 100 Mio. Euro. Wir sollten uns dies als Vorbild nehmen.
Quelle:
http://www.wdr.de/tv/west...
Die Ambition ist in NRW vorhanden, aber in der Realität zuwenig umgesetzt. Wobei ich vor kurzem sehr positiv überrascht über das Radwegenetz in der Mönchengladbacher Innenstadt war. Zwar stellenweise schmal, aber doch recht schlüssig aufgebaut unter den gegebenen Umständen.
Die Ambition ist in NRW vorhanden, aber in der Realität zuwenig umgesetzt. Wobei ich vor kurzem sehr positiv überrascht über das Radwegenetz in der Mönchengladbacher Innenstadt war. Zwar stellenweise schmal, aber doch recht schlüssig aufgebaut unter den gegebenen Umständen.
alleine es fehlt der rechte Glaube, dass ein Beschluss in Berlin rasche Besserung für Radfahrer in Ballungsgebieten bringt.
Nur einmal so als Beispiel: es gibt inzwischen ein Gesetz welches für die Zukunft eine Mindestanzahl von Betreuungsplätzen für Kleinkinder vorschreibt. Eigentlich absolut überfällig, aber in der Realität bleibt der Ausbau deutlich hinter den Vorgaben zurück: nicht genügend Geld, nicht genügend Fachpersonal etc.
Da kann man in Berlin noch so schöne Pläne / Vorgaben für das Radwegenetz erstellen, solange unklar bleibt wer den Ausbau dann letztlich auch bezahlt, ist der Nutzen eher fragwürdig. Eine andere Hürde stellt ganz eindeutig die dichte Bebauung unserer Ballungsgebiete dar: dort wo Radwege wirklich fehlen, ist auch nicht unbedingt Platz um welche zu bauen. Hier in Frankfurt gibt es entlang der Bockenheimer Landstraße sogar einen (!) Radweg der gegen Zuparken mittels Betonschwellen gesichert ist - wirkungsvoll aber...
Ein ganz besonders heikler Punkt ist der in dem Artikel angesprochene Winterdienst. In Frankfurt bemüht man sich durchaus darum, auch die Radwege frei zu halten, aber ich hebe es leider schon oft genug erlebt, dass diese sich im Winter in eine nicht ganz ungefährliche Eisfläche verwandeln.
Trotzdem die Radler/-innen sind dabei, die Stadt zurück zu erobern, langsam aber stetig.
IN HH sind Radfahrer als Verkehrsteilnehmer nicht gewollt. Ausgebaut und wüst beschildert werden Ausflusgsstrecken in den Park, für tägliche Bedürfnisse wird nichts getan.
Dass jede Baustelle ihr Material einfach auf dem Radweg lagern darf, zeigt schon die Reihenfolge.
Meiner Ansicht nützen ohne nur Radspuren auf der Straße. Fussgänger haben leider keinerlei Antenne für einen Radweg und sind - ohne böse Absicht - extrem sorglso
Ob der Radweg denn unbedingt beleuchtet sein muss weiß ich nicht, aber es wäre schon gut wenn viele Radwege nicht mehr so an Asphaltierte Crossstrecken erinnern würden.
Teilweise wird da auch wirklich Geld zum Fenster hinausgeworfen, wenn man eine normale Überlandstraße mit einem Fahrradstreifen versieht der nach zwei/drei Jahren langsam zur Huckelpiste mutiert und vielleicht 10 mal am Tag benutzt wird.
Da würde ich mich eher darüber freuen wenn man das Geld an der Stelle lieber spart und den Autofahrern klar macht, dass die Strasse nicht nur für sie gebaut wurde.
ich wäre schon froh wenn die Höhenübergänge bei Ausfahrten und Kreuzungen so ausgeführt werden, das man nicht jedesmal einen Hammerschlag versetzt bekommt
ich wäre schon froh wenn die Höhenübergänge bei Ausfahrten und Kreuzungen so ausgeführt werden, das man nicht jedesmal einen Hammerschlag versetzt bekommt
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