VergleichstestKampf der Familien-Kombis

Der Passat Variant ist der Spitzenreiter unter den Mittelklasse-Kombis – bisher. Nun tritt Hyundai mit dem neuen i40cw an. Unser Test zeigt, ob er dem VW gefährlich wird. von Sebastian Viehmann und Marcel Sommer

VW Passat Variant und Hyundai i40cw

VW Passat Variant und Hyundai i40cw  |  © press-inform

Seitdem das Handyvideo kursiert, in dem VW-Konzernchef Martin Winterkorn auf einer Automesse zähneknirschend die gute Verarbeitung eines Hyundai bewundert, haben viele die Autos aus Korea im Blick. Modelle von Hyundai gelten seither als direkte und starke Konkurrenz zu den Wagen aus Wolfsburg . Bei den Familienfahrzeugen tritt der Hyundai i40cw gegen der Passat Variant an. Zwei Kombis der Mittelklasse – eine Kategorie, in der dem Passat bisher kein Herausforderer richtig gefährlich werden konnte. Ob sich das mit dem neuen i40cw ändert, soll ein Vergleichstest zeigen.

Gutes Aussehen ist zwar nicht alles und Design ist bekanntlich Geschmackssache – doch moderner und frischer sieht der Hyundai allemal aus. Der Passat ist das Gelsenkirchener Barock des deutschen Automobildesigns: unauffällig, bieder, solide. Der i40 kontert mit einer eleganten Bogenspannung in der Seitenlinie. Seine wohlproportionierten Rundungen sind ein Aphrodisiakum für die Augen, während die strengen Formen des Passat eher als Liebestöter durchgehen.

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Bei den Dimensionen schneiden beide Modelle ähnlich gut ab. Beide sind mit 4,77 Metern gleich lang, auch das Kofferraumvolumen des Hyundai (553 bis maximal 1.719 Liter) orientiert sich stark am Passat Variant (603 bis 1.731 Liter). Beide Gepäckabteile sind schön breit, gut nutzbar und erfreuen den Rücken mit einer niedrigen Ladekante. Das Schienensystem, welches mithilfe einer sperrigen Apparatur das Hin- und Herfliegen des Gepäcks verhindern soll, ist nahezu 1:1 austauschbar. In beiden Fahrzeugen würde wohl auch einfach eine rutschfeste Matte ausreichen.

Nerviges Navi

Mit umgelegten Rückbänken können in beiden Modellen größere Einkäufe, etwa im Baumarkt, gut nach Hause transportiert werden. Bei der Übersicht nach hinten punktet allerdings der Passat dank seiner weniger stark geneigten Heckscheibe und dem kürzeren Heckabschluss.

Angesichts identischer Außenlängen unterscheiden sich im Innenraum Sitzkomfort und Platzangebot kaum. In der zweiten Sitzreihe finden sowohl im Passat als auch im Hyundai bis zu 1,90 Meter große Mitfahrer ausreichend Platz, und selbst nach mehreren hundert gefahrenen Kilometern am Stück schmerzt nichts. Als sehr angenehm hat sich die Sitzlüftung des Koreaners herausgestellt. Unauffällig und nicht zu kalt sorgt sie dafür, dass selbst nach einiger Fahrtzeit bei hohen Außentemperaturen das Hemd und die Hose beim Aussteigen nicht am Sitz verweilen wollen.

Was im Hyundai aber auf Dauer etwas nervt, ist das Navigationssystem, so hübsch es grafisch auch sein mag. Warum muss jedes Autobahnkreuz, das man passiert, mit den Worten "Bitte links halten" kommentiert werden? Sollte es dem Fahrer zu bunt mit der Sprecherin werden, kann ihr zwar per umständlicher Tastenkombination auf dem Touchscreen der Mund verboten werden, doch nach einer kurzen Rast und dem erneuten Anlassen des i40cw füllt sie den Innenraum wieder mit ihrer Stimme.

Leserkommentare
  1. Ich protestiere hiermit gegen diesen Artikel und fordere dass diese Seite leer bleibt!

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    was mir nicht passt,
    gehört geschasst!

    Deutsche Kultur (statt Argumenten).

    ...dümmer? Selber vom Wohlstand des know how-Erfolgs- Artikels "Deutsche Autoqualität" partizipieren und sich verstandslos aufregen. Es steht jedem frei sich ein Land mit vorwiegender Dienstleitungsindustrie zu begeben wie z. B. Griechenland. Mal schauen, ob man sich dort wohler fühlt!

  2. Der Artikel hat frappierende Ähnlichkeit mit dieser Bilderstrecke der Sueddeutschen:
    http://www.sueddeutsche.de/auto/vw-passat-variant-versus-hyundai-icw-da-...
    Die Kritikpunkte gleichen sich nicht nur inhaltlich, sondern bis aufs Wort:
    ZEIT ONLINE:
    "Warum muss jedes Autobahnkreuz, das man passiert, mit den Worten "Bitte links halten" kommentiert werden? Sollte es dem Fahrer zu bunt mit der Sprecherin werden, kann ihr zwar per umständlicher Tastenkombination auf dem Touchscreen der Mund verboten werden, doch nach einer kurzen Rast und dem erneuten Anlassen des i40cw füllt sie den Innenraum wieder mit ihrer Stimme."
    Sueddeutsche.de:
    "jedes, aber auch wirklich jedes Autobahnkreuz mit den Worten "Bitte links halten" kommentiert. Sollte es dem Fahrer zu bunt mit der netten Sprecherin werden, kann ihr zwar per umständlicher Tastenkombination auf dem Touchscreen der Mund verboten werden, doch nach einer kurzen Rast und dem erneuten Anlassen des i40cw beglückt sie wieder den Innenraum mit ihrer Stimme."

    Immerhin, ZEIT nennt den Autor und die Bildquelle press-inform, was ein wenig transparenter ist als bei der Süddeutschen, bei der sich all dies im Kürzel "© Süddeutsche.de/pi/goro/mkoh" verbirgt.

    Ganz glücklich bin ich mit solcher Art Artikelplatzierung aber nicht.

  3. Ja...und???

    Passen drei Kindersitze nebeneinander auf die Rückbank?

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    • bugme
    • 26. Mai 2012 19:39 Uhr

    So weit ich weiss, geht dies beim aktuellen Passat und seinen letzten zwei Vorgängern.
    Hängt natürlich aber von dem verwendeten Sitz ab.

  4. Wenn's ums Auto geht, werden manche Autoren gern schwülstig – aber muss das gleich ausarten? Zitat: „Seine wohlproportionierten Rundungen sind ein Aphrodisiakum für die Augen ...“ - wie reagieren eigentlich aphrodisierte Augen? Mit einer Wimpern-Erektion?

    Vielleicht sollte man auch bei Online-Medien endlich die gute alte Tradition des Korrekturlesens einführen?

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    Und außerdem ist das sachliche Design vom Passat zehnmal schöner und zeitloser.

  5. was mir nicht passt,
    gehört geschasst!

    Deutsche Kultur (statt Argumenten).

    • bugme
    • 26. Mai 2012 19:39 Uhr

    So weit ich weiss, geht dies beim aktuellen Passat und seinen letzten zwei Vorgängern.
    Hängt natürlich aber von dem verwendeten Sitz ab.

    Antwort auf "Familien-Kombis"
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    von uns verwendeten Römer-Sitzen geht es beim Passat jedenfalls nicht. Man muss einen Sitzerhöher in die Mitte quetschen.

  6. fragt man sich in deutschland als autobauer denn nicht im vollen ernst:

    wie groß ist denn da überhaupt noch das marktpotenzial?

    die zielgruppe in deutschland braucht was anderes, als platz für xxx kindersitze ,-)))

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    • bugme
    • 27. Mai 2012 10:11 Uhr

    Zielgruppe des Passats sind weder Rentner (vermutlich die Kaufkraftstärktste Fraktion) noch Dinks (Double-Income No Kids) oder Singlehaushalte. Dafür haben beide Hersteller anderes im Programm.
    Der Passat ist die klassische Familien- und Vertreterkutsche. Und das kann er gut.

    • CM
    • 26. Mai 2012 20:45 Uhr

    Halten wir fest:

    Deutsche und koreanische Autohersteller bauen weiterhin Autos, die zu groß, zu schwer, zu durstig sind, tonnenschwere Pampers-Bomber, um Papa (80 kg), Mama (60 kg), Kevin-Pascal (10 kg) und die kleine Desirée-Krimhild (5 kg) mit 140 PS zum 500 Meter entfernten Supermarkt, zum fünf Kilometer entfernten Wochenend-Vater von Kevin-Pascal oder zum acht Kilometer entfernten Ponyhof zu fahren.

    In der Praxis fahren Papa oder Mama aber mit diesem Panzer zur Arbeit. Zweimal im Jahr stellt die Patchworkfamilie sich im ganz langen Stau hinten an, sie nennen das Urlaub.

    Wenn Autohersteller sich an Kundenwünschen orientieren können wir aus diesen beiden Fahrzeugen die Weisheit gewinnen, daß wir als Kunden zu blöd sind. Den Autoherstellern kann man aber vorwerfen, zu wenig Phantasie für die Zukunft zu haben.

    Anders gesagt: alles wie 1970.

    Und was die Quelle angeht sollte sich die ZEIT-Redaktion schämen:

    "press-inform bietet Ihnen die komplette Pressebetreuung von A bis Z."

    Stimmt, das ist nämlich Betreuung der Presse im Auftrag der HERSTELLER. Man nennt so etwas auch PR. Oder Schleichwerbung.

    "Das Spektrum der journalistischen Arbeit reicht vom journalistischen Tagesgeschäft über zeitintensive
    Hintergrundrecherche und aktuelle Ereignis- / Eventberichterstattung im In- und Ausland bis hin zum Erstellen von Sonderveröffentlichungen, Newslettern oder kompletten Themenspecials."

    Also PR, Werbung, PR, Reklame - notdürftig als Journalismus getarnt.

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  • Schlagworte Hyundai | Martin Winterkorn | Automesse | Wolfsburg
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