Sie ist in diesem Jahr die einzige internationale Automesse in Deutschland. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Veranstalter an die Ami: Vom heutigen Samstag bis zum Sonntag in einer Woche findet auf dem Leipziger Messegelände an der Autobahn A 14 die Auto Mobil International statt, mit ihren beiden Begleitmessen Amicom (Autoelektronik) und Amitec (Werkstattausrüstungen). Es sind deutlich mehr Aussteller nach Sachsen gekommen als zur letzten Ami vor zwei Jahren.

Einige Automarken wie Volvo , Seat oder Suzuki sind nach der Messeabstinenz in den Krisenjahren wieder nach Leipzig zurückgekehrt. Andere wie Rolls-Royce haben sich zum ersten Mal zur Ami aufgemacht. Auch der kalifornische E-Auto-Pionier Tesla ist erstmals vertreten. Insgesamt sind in den fünf Messehallen und auf dem Freigelände in diesem Jahr rund 450 Aussteller aus 23 Ländern dabei.

Ein Hauptproblem der Ami-Macher war in den vergangenen Jahren vor allem, dass man gegen die etablierte Konkurrenz in Genf und Frankfurt nicht ankam: Einige Modellpremieren fanden Anfang März auf dem Genfer Salon statt, die anderen sparten sich die Hersteller bis zur IAA (alle zwei Jahre im September) auf. Die Ami drohte mit ihrem Termin jeweils Mitte April dazwischen auszubluten. Denn ohne spektakuläre Premieren ist der Aufmerksamkeitswert einer Automesse eher gering.

Mit einem neuen Konzept versuchen die Leipziger nun gegenzusteuern: Die Ami wurde in den Juni verlegt und findet nur noch alle zwei Jahre im Wechsel mit der IAA statt. Ob die Strategie aufgeht, wird sich erst gegen Ende der Ami zeigen. Insbesondere die Zentralen der Autoimporteure, die etwa in Paris oder in Japan sitzen, stufen die Ami nach wie vor eher als regionale Messe ein – notfalls verzichtbar und vor allem unnötig teuer. Importeure wie Peugeot Deutschland oder Hersteller wie Opel sehen die Ami dagegen in erster Linie als Publikumsmesse. Der ostdeutsche Markt ist wichtig, und nach wie vor sind die Käufer dort weniger treu an eine Marke gebunden als in den westlichen Bundesländern.

So sind es auf der Ami 2012 denn auch ein paar Weltpremieren mehr geworden als zunächst geplant. BMW ist mit der Kombi-Version des 3er BMW und dem neuen Dreitürer der 1er-Serie vertreten, Audi präsentiert das überarbeitete SUV-Modell Q5. Volkswagen hat unter anderem den Scirocco GTS und diverse mit der R-Line veredelte Modelle nach Leipzig gebracht.

Raritäten zum 60-jährigen VDIK-Jubiläum

Zu den Europapremieren zählen unter anderem der Porsche Cayenne GTS, das BMW M6 Cabriolet und die neue Generation des Mercedes-Benz GLK. Lada zeigt den Kompaktwagen Granta, der aus der Zusammenarbeit mit Renault entstand, seit Ende vergangenen Jahres bereits in Russland auf der Straße unterwegs ist und wohl Ende dieses Jahres zum Kampfpreis auch in Deutschland angeboten wird. Ein paar Meter weiter bei Rolls-Royce glänzt die Studie Ghost Six Senses. 

Aber als Verkaufs- und Publikumsmesse hat die Ami mehr als nur Exoten zu bieten. Zu den massentauglichen Modellen, die auf der Leipziger Messe zu sehen sind, gehören der neue Peugeot 208 ebenso wie die gesamte Kleinstwagen-Dynastie des VW-Konzerns : der VW up! mit seinen Brüdern Skoda Citigo und Seat Mii. Wer ein Familienauto sucht, wird ebenfalls fündig. In der Kompaktklasse zeigen vor allem  Hyundai und Kia ihre Golf-Konkurrenten. Auch Elektromobilität ist auf der Ami vertreten. Volvo präsentiert den allerersten Diesel-Plug-in-Hybrid überhaupt – eine Variante des V60 – Renault stellt sein extravagantes Stadtmobil Twizy vor, das erst gegen Aufpreis Türen bietet.

Daneben bietet die Ami auch in diesem Jahr wieder ein üppiges Rahmenprogramm. Der 1952 gegründete Verband der Automobilimporteure (VDIK) etwa zeigt 27 Automobile, die in den vergangenen 60 Jahren eine besondere Bedeutung hatten. Dazu gehören eine zum Kombi umgebaute Alfa Romeo Giulia 1600, ein Honda S 600 von 1964 und ein Saab Sonett II V4, von dem nur 1.610 Stück gebaut wurden.

Die Ami bietet aber nicht nur den reinen Bummel über die Messestände an. Die Besucher können auch rund hundert der ausgestellten Modelle probefahren. Die Veranstalter rechnen damit, dass vor allem Testfahrten in Autos mit alternativem Antrieb gefragt sein werden: Neben Hybridmodellen stehen reine Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Im Freigelände kann man sich zudem im Geländewagen in einen Offroad-Parcours wagen, und der Automobilclub von Deutschland (AvD) und Skoda laden zu einem Einparkwettbewerb ein. Die Ami dauert vom 2. bis zum 10. Juni, Amitec und Amicom bis zum 6. Juni. Geöffnet sind die Messehallen täglich von 9 bis 18 Uhr. Eine reguläre Tageskarte kostet für Erwachsene 11 Euro, im Online-Vorverkauf 9 Euro. Kinder zahlen 5 Euro.