FahrradE-Bike vor dem Kauf ausgiebig testen
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Für lange Touren bieten viele Händler Leihakkus an

Eine der häufigsten Fragen beim Kauf eines Pedelecs oder E-Bikes ist sicherlich die nach der Reichweite des Akkus. Dabei sind die Angaben der Hersteller nur Richtwerte. Wie groß der Einfluss von Gewicht, Schaltverhalten und der gewählten Unterstützung ist, zeigen anschaulich die Testfahrten von Wolfram Hartmann, Vorstand des Fahrradhändlers Feine Räder. Die Rahmenbedingungen seiner Versuchsreihe waren immer gleich: ein Pedelec mit großem Akku (18 Ah), ein Gesamtgewicht inklusive Fahrer von 129 Kilogramm, höchste Unterstützung des Motors.

Hartmann startete die Tests in der Stadt. Mit rund vier Ampelstopps pro Kilometer kam er genau 50 Kilometer weit. Über Land schaffte er unter gleichen Bedingungen trotz bergigem Gelände 55 Kilometer. Als er die Motorunterstützung auf niedrig reduziert, steigerte sich seine Reichweite auf 90 Kilometer. 20 Kilogramm zusätzliches Gepäck reduzierte sie allerdings wieder um rund 15 Prozent. Sein Fazit: Geringes Gewicht und niedrige Motorunterstützung schonen den Akku. Experten raten außerdem früh zu schalten, und von Rauch mahnt grundsätzlich zur Fahrradpflege. "Der richtige Reifendruck und eine gut geschmierte Kette steigern die Reichweite enorm", sagt der VCD-Experte.

Hersteller schweigen oft beim Gewicht

Für Urlaubsreisen und lange Touren bieten viele Händler ihren Kunden Leihakkus an. Das lohnt sich. Schließlich kostet ein Akku zwischen 300 und 800 Euro. Von Rauch findet ein Mietsystem für Akkus zeitgemäß und angemessen. "Es kann nicht sein, dass man bei diesem Preis alle paar Jahre einen neuen Akku kaufen muss", sagt er. Viel wichtiger ist der Händlerservice für den Fall, dass das Rad streikt. Fällt der Akku oder der Motor während der Garantiezeit aus, muss häufig der defekte Akku oder das ganze Rad eingeschickt werden. Um die Zeit zu überbrücken, bieten einige Händler ihren Kunden kostenlose Ersatzräder an. Dieser Service hat sich aber noch nicht durchgesetzt.

Mehr Offenheit fordert von Rauch im Hinblick auf das Gewicht der Elektroräder. Bei herkömmlichen Fahrrädern ist das Gewicht auf jedem Infozettel verzeichnet. Anders bei den Elektrorädern. Von 585 Elektrofahrrädern, die der VCD aufgelistet hat, bekam er gerade mal für 314 Räder von den Herstellern das Gewicht genannt. Dabei kann dieses beim Kauf schnell zum Ausschlusskriterium werden.

Die meisten Räder sind nur bis zu einem Gesamtgewicht von 120 bis 130 Kilogramm zugelassen. Das ist nicht viel. Bringt das Rad 25 Kilogramm auf die Waage – wie rund ein Drittel der E-Bikes und Pedelecs, die der VCD aufgelistet hat – kann es schon für einen Kindersitz eng werden. Packt man nur 15 zusätzliche Kilo auf den Gepäckträger, darf der Fahrer rein rechtlich nicht mehr als 80 Kilogramm wiegen. "Wer so viel Geld für ein Rad ausgibt, sollte auch genau wissen, was es tragen kann", sagt von Rauch. Er fordert mehr Transparenz von den Herstellern. "Da muss dringend nachgebessert werden."

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Leserkommentare
  1. bei meinen letzten zwei E-Bikes war das ich in Berlin lebe und somit eine Möglichkeit damit zu fahren fast versagt ist, da diese bereits gestohlen wurden-der Mut für ein drittes fehlt mit da ich mich nicht zum Sklaven eines sicheren Abstellplatzes machen möchte, dann nehme ich lieber das Auto wenn die Offentlichen es nicht können.

    Allerdings kann ich so ein E-Bike wirklich mehr als empfehlen .

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    Lieber interessiert61,

    leider scheint ja Berlin eine Hochburg des "Klemm&Klau" zu sein. Das ist bedauerlich.

    Wie wurden die beiden Ebike´s denn abgesichert ? Waren sie mittels modernem Kettenschloß fest an Gegenständen gebunden ?

    Was hattest Du für Absicherungen ?

    Danke & Viele Grüße

    Absicherungen waren die am Markt empfohlenen Metallschlösser. Na hier gubt es regelrecht Banden die sind gut ausgerüstet.

  2. ... niedrige Motorunterstützung schonen den Akku."

    Welch eine Erkenntnis!

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    Mein Tipp ist, den Motor ganz abzuschalten, da spart man sich das Aufladen ;)

    Einfach zu gut! Ich mußte grad sehr lachen, weil ich genau das gleich posten wollte :)

  3. Die Schiebehilfe ist völlig unabhängig von der Lage des Antriebes. Man bekommt sowohl Mittelmotor- (z.B. Panasonic) als auch Heckmotor-Pedelcs (z.B. Green Mover) mit Schiebehilfe. Mit Gepäck eine Steigung hinaufzuschieben (z.B. eine Metallschiene) dürfte gerade mit Frontmotor wegen mangelnder Reibung besonders schwierig sein.

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    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.

  4. 5. [..]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.

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    ... kann man nur zu sachlich korrekten Beiträgen schreiben.

  5. Aber die meisten dürften mit einem so ausgiebigen Test völlig überfordert sein.

    So was macht nur Sinn, wenn man nacheinander alle verschiedenen Typen von E-Bikes, die man in den nächstgelegenen Fahrradgeschäften kaufen kann, testet.
    Wer nur eines testet, kann nicht herausfinden, ob nicht ein anderes für ihn besser gewesen wäre!

    Zu testen, ohne ein klare Fragestellung oder Testkriterien ihm Hintergrund bringt gar nichts.

    Und dass man bei einem Fahrrad mit Tretunterstützung leichter vorankommt, als bei dem ohne, das man schon hat, ist ja schon vor dem "Test" bekannt.

    Neue Fahrräder fahren ausnahmslos alle (auch die aus dem Baumarkt) gut. Schwierig wird es erst, wenn die ersten paar tausend Kilometer gefahren sind und sich die "Langzeitqualität" bemerkbar macht...

    Und so wird den meisten wieder nichts anderes übrig bleiben, als sich vom nächstgelegenen Händler das Fahrrad aufschwatzen zu lassen, das als nächstes vom Hof muss.

    Die meisten Händler wenden ferner die neue "Beratungsstrategie" an, die darin besteht, dem Kunden in jedem noch so zaghaft geäußerten Wunsch zuzustimmen.
    (Nach einer langen Testfahrt gibt es sicher einige Fragen oder Vermutungen.)

    Dadurch fühlt sich der Kunde bestätigt und kauft eher, als wenn der Händler ihn darauf hinweist, dass er das, was er gerade anspricht, gar nicht gebrauchen kann.

    So kriegt der Kunde zwar irgendwas, aber der Händler kriegt das Geld, und darauf kommt es schließlich an.

  6. ... die leider sehr teuer ist.
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    Sattelrohrantrieb!
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    Da arbeitet ein ca.800gr schwerer Getriebemotor im Sattelrohr
    auf ein Ritzel im Tretlager. Jedes brauchbare Rad lässt sich damit umrüsten. Akkusatz zw. 1-1.5Kg unter dem Sattel (vergl. Werzeugpack)
    .
    Als Bergaufschieber ist das Prinzip unschlagbar. Normrahmen und Standartfahrverhalten für die Strecke und bis zu 60-90 Minuten 200 Watt Schiebehilfe. Mit ein wenig geschick lässt sich der Akku sogar aus dem Nabendynamo auf Strecke nach laden. Reiseradlers TRAUM:-)
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    Leider preislich weit entfernt von Gut und Böse. Aber träumen darf man ja mal :-))
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    Gruss
    Sikasuu
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    Ps. Hier der link: http://www.vivax-assist.com
    @Redaktion: Wenn der Link Euch stoert macht ihn weg!

  7. Mein Tipp ist, den Motor ganz abzuschalten, da spart man sich das Aufladen ;)

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  • Schlagworte Akku | E-Bike | Motor
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