Hochdach-KombiFiat zündet den Doblò-Turbo

Fiat versucht, dem nur mäßig verkauften Großraum-Van Doblò mit einem Turbo-Benziner neuen Schwung zu geben. Dabei ist das Aggregat im Grunde ein alter Bekannter. von Hans Bast

Fiat Doblò

Fiat Doblò  |  © Hersteller

Die meisten Großraum-Vans verkaufen sich zurzeit nicht gut. In Deutschland sind die Verkaufszahlen auf ganzer Breite im Sinken begriffen. Nur der VW Caddy und der Opel Combo behaupten sich gut. Dabei ist der Doblò von Fiat eine gute Alternative zum Combo , schließlich basiert das Opel-Modell in seiner aktuellen Generation auf der Plattform des Doblò und beide rollen seit Neuestem von demselben Band.

Fiat erweitert die Motorenpalette für den Fiat Doblò nun um ein zusätzliches Benzin-Aggregat: Neu ist der 1,4 Liter große T-Jet-Motor, der im Vergleich zum einzigen bisher angebotenen Benziner merklich mehr PS hat. Damit liegen die Fahrleistungen fast auf dem Niveau der stärksten Dieselvariante – zu einer deutlich niedrigeren Kfz-Steuer.

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Der 1.4 T-Jet 16 V leistet 88 kW (120 PS) bei 5.000 Umdrehungen pro Minute. Das gegenüber dem schwächeren Benziner fast verdoppelte Drehmoment von 206 Nm liegt bereits bei 2.000 Umdrehungen pro Minute an. Entsprechend flott fährt sich der Doblò jetzt auch. Der Fiat beschleunigt mit diesem Antrieb in knapp zwölf Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 172 km/h erreicht. Zwar kann der Van damit nicht alle Biederkeit abstreifen, aber der Spaßgewinn ist doch deutlich spürbar. Als Verbrauch gibt Fiat für 100 Kilometer 7,2 Liter Super an.

Viel Platz, wenig Hall

Der Motor ist an sich ein alter Bekannter. In der Bifuel-Variante des Doblò, die mit Benzin und mit Erdgas betrieben werden kann, setzt Fiat den 1,4-Liter-Turbo bereits ein. Dann kostet der Fünfsitzer in der Ausstattungslinie Easy 22.950 Euro. Der jetzt neu ins Programm genommene reine Benzinantrieb kostet bei gleicher Ausstattung 20.200 Euro und damit 1.300 Euro mehr als der Doblò mit dem schwächerem Basis-Benziner.

Ein klarer Pluspunkt des Wagens ist seine gute Geräuschdämmung des Innenraums. Bei der lichten Weite, die die Passagiere in dem geräumigen Van auf allen Sitzen empfängt, erwartet man einen deutlichen Hall. Aber nichts da. Das Platzangebot ist üppig, und die Passagiere finden – nach dem problemlosen Einstieg durch die großen Schiebetüren – zahlreiche Ablagen, um alles für die Fahrt Notwendige unterzubringen.

Das Handling des 4,39 Meter langen Fiat Doblò ist ordentlich und entspricht den Erwartungen an einen Hochdach-Kombi. Die Federung ist komfortabel, und dennoch bleibt die Seitenneigung des 1,85 Meter hohen Wagens erstaunlich gering. Allerdings vermittelt die Servolenkung ein zu weiches Gefühl zur Fahrbahn, und die Schaltung ist gut erreichbar, aber hakelig.

Dem Käufer eines Fiat Doblò stellen sich nur zwei Ausstattungsprogramme zur Wahl. Die Grundausstattung Doblò Pop ab 16.950 Euro enthält bereits vier Airbags, zwei Schiebetüren, Servolenkung und Zentralverriegelung. Die Ausstattungslinie Doblò Easy kostet fast 2.000 Euro mehr. Die meisten Motoren, darunter auch den 1.4 T-Jet, gibt es nur in Verbindung mit dieser Ausstattung. Dann bekommen die Schiebetüren elektrische Fensterheber, die Zentralverriegelung wird per Funk bedient und der jetzt höhenverstellbare Fahrersitz hat eine eingebaute Lendenwirbelstütze. Für 650 Euro zusätzlich gibt es das Family-Paket mit zwei weiteren Sitzen in der dritten Reihe inklusive Ausstellfenster.

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Leserkommentare
  1. kann nur durch ein extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis ausgeglichen werden und einen pragmatischen Interessenten überzeugen :-/

    • 2eco
    • 11. Juni 2012 13:40 Uhr

    Über 20.000 Euro für einen rustikalen Kastenwagen mit einem Säufermotor?

    Dafür gibt es schon 2 Dacia Lodgy, welcher in Sachen Komfort und Nutzwert mindestens auf gleicher höhe liegt. Oder fast einen Renault Scenic, der den Doblo in allen Belangen deutlich schlägt.

    Kein Wunder, warum dieses Auto ein Ladenhüter ist und bleibt.

  2. Heißt: Im realen Leben schluckt diese hässliche Blase über 10 Liter auf 100 km...

    Wer bitte kauft heute noch so etwas?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Fiat | Airbag | Easy | Euro | Kfz-Steuer | Erdgas
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