Das neue Label gibt Informationen über die Qualität des Reifens. © Goodyear Dunlop

Von Dunkelgrün über Gelb und Orange bis zu Rot: Verbraucher kennen die Farbskala, die über die Energieeffizienz von Elektrogeräten Auskunft gibt, schon seit Ende der 1990er Jahre von Kühlschränken und Waschmaschinen. Seit Kurzem informieren auch die Hersteller von Autoreifen mit dem von der EU initiierten Effizienzlabel über die Qualität ihrer Produkte. Es gibt Auskunft über drei Schlüsseleigenschaften der Reifen: den Rollwiderstand, das Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn – ein wichtiges Sicherheitskriterium – und die Geräuschentfaltung beim Abrollen auf dem Asphalt.

Noch ist die Kennzeichnung freiwillig. Vom 1. November an sind die Hersteller aber verpflichtet, das Label an neuen Reifen anzubringen. Ausgenommen sind runderneuerte Reifen, einige Spezialgummis wie professionelle Off-Road- und Rennreifen sowie Pneus für Young- und Oldtimer.

Wie hoch oder niedrig der Rollwiderstand ist, gibt die Farbskala mit einer Bewertung zwischen A und G wieder. Dunkelgrün und die Note A stehen für einen sehr guten Reifen in punkto Rollwiderstand. Rot ist der Note G zugeordnet, die für einen hohen Rollwiderstand und damit für einen höheren Benzinverbrauch des Fahrzeugs steht. "Wer mit Reifen der Kategorie A unterwegs ist, spart im Vergleich zur Bereifung mit der G-Kategorie bis zu 7,5 Prozent Kraftstoff ein", sagt Lars Netsch, Reifenexperte des TÜV Süd.

Guter Reifen bringt 30 Prozent kürzeren Bremsweg

Für Sommer- und Winterreifen wird dieselbe Messskala zugrunde gelegt. Weil Winterreifen mit ihrer spezifischen Profilgestaltung aber grundsätzlich einen höheren Rollwiderstand haben, werden Autofahrer zur Wintersaison auch etliche Pneus der G-Kategorie in den Geschäften finden. "Bei Winterreifen weisen C- und D-Noten bereits auf effiziente Produkte hin", sagt Netsch. Gerade Winterreifen in kleiner Dimension bringen einen höheren Rollwiderstand auf die Straße, fügt der Experte hinzu. "Daher ist die G-Note für diese Produkte ganz normal."

Über die Haftung auf nasser Fahrbahn informiert das Label ebenfalls mithilfe der sieben Buchstaben. In den normierten Testverfahren liegt der Bremswegunterschied zwischen A- und G-Reifen bei 30 Prozent. "Das heißt, mit A-Reifen habe ich bei Tempo 80 auf nasser Straße einen 18 Meter kürzeren Bremsweg als mit Reifen der Kategorie G", erklärt Netsch.

Auskunft über die Stärke der Abrollgeräusche gibt das neue Etikett mit dem Schallwellensymbol. Entscheidend ist dabei die Anzahl der fett markierten Wellen. Ist nur eine Welle gefettet, ist der Reifen nach Angaben des TÜV-Experten um drei Dezibel leiser und verursacht bei Vorbeifahrt nur halb so viel Lärm wie ein mit drei Wellen markiertes Produkt.