Effizientes FahrenNeues Reifenlabel ersetzt keine Testberichte

Das von Kühlschränken bekannte Effizienzlabel ist künftig auch für Reifen Pflicht. Es erleichtert die Wahl, Käufer sollten aber weitere Infos einholen. von Susanne Kilimann

Das neue Label gibt Informationen über die Qualität des Reifens.

Das neue Label gibt Informationen über die Qualität des Reifens.  |  © Goodyear Dunlop

Von Dunkelgrün über Gelb und Orange bis zu Rot: Verbraucher kennen die Farbskala, die über die Energieeffizienz von Elektrogeräten Auskunft gibt, schon seit Ende der 1990er Jahre von Kühlschränken und Waschmaschinen. Seit Kurzem informieren auch die Hersteller von Autoreifen mit dem von der EU initiierten Effizienzlabel über die Qualität ihrer Produkte. Es gibt Auskunft über drei Schlüsseleigenschaften der Reifen: den Rollwiderstand, das Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn – ein wichtiges Sicherheitskriterium – und die Geräuschentfaltung beim Abrollen auf dem Asphalt.

Noch ist die Kennzeichnung freiwillig. Vom 1. November an sind die Hersteller aber verpflichtet, das Label an neuen Reifen anzubringen. Ausgenommen sind runderneuerte Reifen, einige Spezialgummis wie professionelle Off-Road- und Rennreifen sowie Pneus für Young- und Oldtimer.

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Wie hoch oder niedrig der Rollwiderstand ist, gibt die Farbskala mit einer Bewertung zwischen A und G wieder. Dunkelgrün und die Note A stehen für einen sehr guten Reifen in punkto Rollwiderstand. Rot ist der Note G zugeordnet, die für einen hohen Rollwiderstand und damit für einen höheren Benzinverbrauch des Fahrzeugs steht. "Wer mit Reifen der Kategorie A unterwegs ist, spart im Vergleich zur Bereifung mit der G-Kategorie bis zu 7,5 Prozent Kraftstoff ein", sagt Lars Netsch, Reifenexperte des TÜV Süd.

Guter Reifen bringt 30 Prozent kürzeren Bremsweg

Für Sommer- und Winterreifen wird dieselbe Messskala zugrunde gelegt. Weil Winterreifen mit ihrer spezifischen Profilgestaltung aber grundsätzlich einen höheren Rollwiderstand haben, werden Autofahrer zur Wintersaison auch etliche Pneus der G-Kategorie in den Geschäften finden. "Bei Winterreifen weisen C- und D-Noten bereits auf effiziente Produkte hin", sagt Netsch. Gerade Winterreifen in kleiner Dimension bringen einen höheren Rollwiderstand auf die Straße, fügt der Experte hinzu. "Daher ist die G-Note für diese Produkte ganz normal."

Über die Haftung auf nasser Fahrbahn informiert das Label ebenfalls mithilfe der sieben Buchstaben. In den normierten Testverfahren liegt der Bremswegunterschied zwischen A- und G-Reifen bei 30 Prozent. "Das heißt, mit A-Reifen habe ich bei Tempo 80 auf nasser Straße einen 18 Meter kürzeren Bremsweg als mit Reifen der Kategorie G", erklärt Netsch.

Auskunft über die Stärke der Abrollgeräusche gibt das neue Etikett mit dem Schallwellensymbol. Entscheidend ist dabei die Anzahl der fett markierten Wellen. Ist nur eine Welle gefettet, ist der Reifen nach Angaben des TÜV-Experten um drei Dezibel leiser und verursacht bei Vorbeifahrt nur halb so viel Lärm wie ein mit drei Wellen markiertes Produkt.

Leserkommentare
    • WWH
    • 03. Juli 2012 8:13 Uhr

    So wie der Normalbürger gestrickt ist, wird wohl die Farbscala mehr Ausschlag geben als der Rest: grün heisst billig und ökologisch fahren, auch wenn der Bremsweg länger wird. Zu einer ausgewogenen Kaufentscheidung wird dieses Label wohl eher nicht beitragen, stattdessen womöglich aber die Zahl der Unfälle erhöhen... Fazit: Mal sollte nicht für alles eine von Experten und Kontrolleuren vorgegebene Ampel haben. Ich hätten da noch gleich ein paar Vorschläge mehr, sowohl für Konsumgüter als auch Einrichtungen: Kondome, Selterswasser, Bierflaschen, Babybrei (oder ist der schon kategorisiert?), Kinderkrippen, Schulen, Universitäten, Bestattungsinstitute...

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    In Ergänzung zu Kommentar 2, mit dem sehr schönen Hinweis auf den Begriff "Risiko-Homöostatis": wie oft hört man von Leuten mit übermotorisierten Kleinwagen die lächerliche Ausrede "die Mehrleistung gibt mir mehr Sicherheit, weil die Leistungsreserve z.B. knappe Überholmanöver dann nicht mehr so knapp ausfallen lässt". Alles klar.

    an WWH
    "grün heisst billig und ökologisch fahren, auch wenn der Bremsweg länger wird"
    billig und ökologisch fahren heisst vor allem: vorausschauend und nicht so schnell fahren (Roll- und Luftwiderstände wachsen mit dem Quadrat der Geschwindigkeit). Wer auf der Autobahn mit 120 mit dem Verkehr "schwimmt", hat auch mit einem "Holzreifen" einen deutlich kürzeren Bremsweg als der "pedal-to-the-metal"-Raser mit Super-Pneus.

    Was die "Ampeln" angeht: die Befürchtung vor der Ampel-Flut ist die Bevormundung des Verbrauchers. Solange die Kriterien neutral sind und der Information und Hilfestellung zur besseren Vergleichbarkeit von Produkten dienen, so lange ist es gut und richtig.
    Der homo oeconomicus (den es bekanntlich sowieso nicht gibt) geht vom vollinformierten Kunden aus. Bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Geschirrspülern funktioniert das System doch schon ganz gut (bis auf die neuerliche +++++ Inflation, da sollte man mal die Einstufungen anpassen).

    Eine degenerierte Verbraucherampel haben wir hingegen bei Nahrungsmitteln, durch die (unauffällig!) variierende Referenzgröße: x kcal/Fett/kh pro Portion; Portion = HALBE Pizza, HALBE Colaflasche etc.

  1. ziemlich schlau, jedenfalls schlauer als mancher Schlauberger von Autofan.

    Verkürzte Bremswege bedeuten nicht automatisch weniger Unfälle. Die Verkehrswissenschaft kennt den Begriff "Risiko-Homöostasis", und der bedeutet: wir gleichen vermeintliche Sicherheitsgewinne durch unser Verhalten aus.

    Wer glaubt, ein supersicheres Auto mit superkurzem Bremsweg zu haben, der fährt zumeist riskanter. Wer ne alte Gurke fährt, ist vorsichtiger. Die GTIs dieser Welt, die eigentlich die höchste aktive Sicherheit gewährleisten sollten, haben die höchsten Unfallzahlen.

    Ich für meinen Teil möchte Reifen kaufen, die wenig Sprit verbrauchen, lange halten, keine Überraschungen bei Regen verursachen, leise sind und in der Summe des Ganzen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben. Da helfen die neuen Kennzeichnungen sehr!

    (Händler hingegen, das ist leider meine Erfahrung, empfehlen die Reifen, die sie gerade am ehesten verkloppen wollen).

  2. In Ergänzung zu Kommentar 2, mit dem sehr schönen Hinweis auf den Begriff "Risiko-Homöostatis": wie oft hört man von Leuten mit übermotorisierten Kleinwagen die lächerliche Ausrede "die Mehrleistung gibt mir mehr Sicherheit, weil die Leistungsreserve z.B. knappe Überholmanöver dann nicht mehr so knapp ausfallen lässt". Alles klar.

    an WWH
    "grün heisst billig und ökologisch fahren, auch wenn der Bremsweg länger wird"
    billig und ökologisch fahren heisst vor allem: vorausschauend und nicht so schnell fahren (Roll- und Luftwiderstände wachsen mit dem Quadrat der Geschwindigkeit). Wer auf der Autobahn mit 120 mit dem Verkehr "schwimmt", hat auch mit einem "Holzreifen" einen deutlich kürzeren Bremsweg als der "pedal-to-the-metal"-Raser mit Super-Pneus.

    Was die "Ampeln" angeht: die Befürchtung vor der Ampel-Flut ist die Bevormundung des Verbrauchers. Solange die Kriterien neutral sind und der Information und Hilfestellung zur besseren Vergleichbarkeit von Produkten dienen, so lange ist es gut und richtig.
    Der homo oeconomicus (den es bekanntlich sowieso nicht gibt) geht vom vollinformierten Kunden aus. Bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Geschirrspülern funktioniert das System doch schon ganz gut (bis auf die neuerliche +++++ Inflation, da sollte man mal die Einstufungen anpassen).

    Eine degenerierte Verbraucherampel haben wir hingegen bei Nahrungsmitteln, durch die (unauffällig!) variierende Referenzgröße: x kcal/Fett/kh pro Portion; Portion = HALBE Pizza, HALBE Colaflasche etc.

    Antwort auf "Normgerechte neue Welt"
    • MMM-M
    • 03. Juli 2012 12:30 Uhr

    Auch bei vollständig korrekter und zurückhaltender Fahrweise kann ein kürzerer Bremsweg eine Sache von Leben und Tod sein.

    Wenn ein Kind hinter einen parkenden Auto auf die Fahrbahn rennt, kommt es auf jeden Meter Bremsweg an, auch wenn man korrekt mit Tempo 30 unterwegs ist.

    Wegen ein paar Prozent Spritersparnis auf Sicherheit zu verzichten, halte ich für unverantwortlich.

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    • 2eco
    • 03. Juli 2012 13:22 Uhr

    Gut, dass ich nicht alleine mit dieser Meinung bin.

    Im Ernstfall können ein paar Meter Bremsweg über Leben und Tod entscheiden. Daher sollten ökologische und ökonomische Aspekte hier weit hinten anstehen. Viel sinnvoller wäre eine Ampel, die sich nur auf die Fahrsicherheit bezieht.

    Und das mit der angepassten Fahrweise kann ich in diesem Fall absolut nicht nachvollziehen. Wenn jemand von einem VW Polo in einen Porsche umsteigt, kann ich dies verstehen, aber bei einem normalen Reifen?

    Nur weil ich einen Reifen habe, der etwas besser bremst heißt das nicht, dass ich meine Fahrweise dementsprechend zum Negativen hin verändere - mal abgesehen beim Umstieg auf Semi-Slicks oder Sportreifen. Dieser Unterschied rückt im Alltag komplett in den Hintergrund und wohl kaum jemand kann 3 Monate nach dem Reifenkauf noch beurteilen, ob dieser jetzt etwas besser bremst, als der alte.

    Nach dieser Logik würden neuen Reifen auch keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, denn diese haben einen besseren Grip, als die 8 Jahre alten Reifen mit 1mm Profil.

    • 2eco
    • 03. Juli 2012 13:22 Uhr

    Gut, dass ich nicht alleine mit dieser Meinung bin.

    Im Ernstfall können ein paar Meter Bremsweg über Leben und Tod entscheiden. Daher sollten ökologische und ökonomische Aspekte hier weit hinten anstehen. Viel sinnvoller wäre eine Ampel, die sich nur auf die Fahrsicherheit bezieht.

    Und das mit der angepassten Fahrweise kann ich in diesem Fall absolut nicht nachvollziehen. Wenn jemand von einem VW Polo in einen Porsche umsteigt, kann ich dies verstehen, aber bei einem normalen Reifen?

    Nur weil ich einen Reifen habe, der etwas besser bremst heißt das nicht, dass ich meine Fahrweise dementsprechend zum Negativen hin verändere - mal abgesehen beim Umstieg auf Semi-Slicks oder Sportreifen. Dieser Unterschied rückt im Alltag komplett in den Hintergrund und wohl kaum jemand kann 3 Monate nach dem Reifenkauf noch beurteilen, ob dieser jetzt etwas besser bremst, als der alte.

    Nach dieser Logik würden neuen Reifen auch keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, denn diese haben einen besseren Grip, als die 8 Jahre alten Reifen mit 1mm Profil.

    Antwort auf "Bremsweg"
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    "Im Ernstfall können ein paar Meter Bremsweg über Leben und Tod entscheiden."
    Mit Ihrer Argumentation müsste man nämlich sowohl Ganzjahresreifen, Sommerreifen als auch runderneuerte Reifen pauschal verbieten.

    Bei Tempo 30 ist der Reaktionsweg übrigens die ausschlaggebende Komponente, der Bremsweg liegt bei unter einer Wagenlänge - da ist der Reifen nun wirklich vernachlässigbar.

    "Und das mit der angepassten Fahrweise kann ich in diesem Fall absolut nicht nachvollziehen."
    Risiko-Homöostase ist ebenso wie der von der Biker-Bibel "Die obere Hälfte des Motorrads" geprägte Begriff des "Gefahrenintegrals" ein unbewußter Prozeß. Auch wenn Sie das nicht nachvollziehen können, so betrifft es doch jeden Fahrzeugführer.

    "Nach dieser Logik würden neuen Reifen auch keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, denn diese haben einen besseren Grip, als die 8 Jahre alten Reifen mit 1mm Profil."
    So ein Quatsch! Das gilt schließlich nur bei trockenem Belag. Bei Feuchte oder Nässe machen Sie dann in der ersten Kurve einen Abflug.

  3. "Im Ernstfall können ein paar Meter Bremsweg über Leben und Tod entscheiden."
    Mit Ihrer Argumentation müsste man nämlich sowohl Ganzjahresreifen, Sommerreifen als auch runderneuerte Reifen pauschal verbieten.

    Bei Tempo 30 ist der Reaktionsweg übrigens die ausschlaggebende Komponente, der Bremsweg liegt bei unter einer Wagenlänge - da ist der Reifen nun wirklich vernachlässigbar.

    "Und das mit der angepassten Fahrweise kann ich in diesem Fall absolut nicht nachvollziehen."
    Risiko-Homöostase ist ebenso wie der von der Biker-Bibel "Die obere Hälfte des Motorrads" geprägte Begriff des "Gefahrenintegrals" ein unbewußter Prozeß. Auch wenn Sie das nicht nachvollziehen können, so betrifft es doch jeden Fahrzeugführer.

    "Nach dieser Logik würden neuen Reifen auch keinen Sicherheitsgewinn bedeuten, denn diese haben einen besseren Grip, als die 8 Jahre alten Reifen mit 1mm Profil."
    So ein Quatsch! Das gilt schließlich nur bei trockenem Belag. Bei Feuchte oder Nässe machen Sie dann in der ersten Kurve einen Abflug.

    Antwort auf "Bremsweg"
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    • 2eco
    • 03. Juli 2012 14:40 Uhr

    Bitte lesen Sie meinen Beitrag noch mal und antworten darauf.

    Ich habe vom Bremsweg allgemein geredet, nicht von Tempo 30. Aber bei einem Stadttempo von 50 - gern auch mal als 60 interpretiert - können schon beträchtliche Unterschiede entstehen, die durchaus über Leben und Tod entscheiden. Oder stellen Sie sich eine Vollbremsung aus 120 km/h auf der Autobahn vor. Das sind gut mal 15 Meter Differenz.

    "Mit Ihrer Argumentation müsste man nämlich sowohl Ganzjahresreifen, Sommerreifen als auch runderneuerte Reifen pauschal verbieten."
    Runderneuerte oder sogenannte China-Reifen sollte man auch verbieten und jeder sollte diese bei einem Kauf meiden.

    Wieso wollen Sie Sommerreifen verbieten? Sommerreifen für den Sommer und Winterreifen für den Winter.

    Ganzjahresreifen schneiden zwar im Auslieferungszustand schlechter ab, aber bei Wenigfahrern ist die Sicherheit langfristig auf einem besseren Niveau. Man ist besser auf 3 Jahre jungen GJ Reifen unterwegs, als auf 6 Jahre alten Winterreifen.

    "So ein Quatsch! Das gilt schließlich nur bei trockenem Belag. Bei Feuchte oder Nässe machen Sie dann in der ersten Kurve einen Abflug."
    Abgesehen davon, dass alte Reifen generell nicht mehr der Sicherheit dienen - egal mit welchem Profil -, war mein Kommentar auf Ihre Psychologielektion bezogen.

    Ein Fahrer mit alten Reifen müsste nach dieser Logik viel vorsichtiger Fahren, als ein Fahrer mit neuen Reifen. Das dies in der Praxis nicht der Fall ist, muss man ja wohl nicht erläutern.

    • 2eco
    • 03. Juli 2012 14:43 Uhr

    "6. Ich hoffe Sie sind demnach ganzjährig auf Winterreifen unterwegs"

    Ich hoffe, dass jemand weder mit Sommer-, noch mit Winterreifen, ganzjährig unterwegs ist.

    Winterreifen haben im Sommer einen längeren Bremsweg und einen schlechteren Grip, als Sommerreifen! Die Winterreifen müssen genug Profil haben, um Schnee verdrängen zu können. Größeres Profil -> weniger Reifenkontakt mit der Straße.

    • 2eco
    • 03. Juli 2012 14:40 Uhr

    Bitte lesen Sie meinen Beitrag noch mal und antworten darauf.

    Ich habe vom Bremsweg allgemein geredet, nicht von Tempo 30. Aber bei einem Stadttempo von 50 - gern auch mal als 60 interpretiert - können schon beträchtliche Unterschiede entstehen, die durchaus über Leben und Tod entscheiden. Oder stellen Sie sich eine Vollbremsung aus 120 km/h auf der Autobahn vor. Das sind gut mal 15 Meter Differenz.

    "Mit Ihrer Argumentation müsste man nämlich sowohl Ganzjahresreifen, Sommerreifen als auch runderneuerte Reifen pauschal verbieten."
    Runderneuerte oder sogenannte China-Reifen sollte man auch verbieten und jeder sollte diese bei einem Kauf meiden.

    Wieso wollen Sie Sommerreifen verbieten? Sommerreifen für den Sommer und Winterreifen für den Winter.

    Ganzjahresreifen schneiden zwar im Auslieferungszustand schlechter ab, aber bei Wenigfahrern ist die Sicherheit langfristig auf einem besseren Niveau. Man ist besser auf 3 Jahre jungen GJ Reifen unterwegs, als auf 6 Jahre alten Winterreifen.

    "So ein Quatsch! Das gilt schließlich nur bei trockenem Belag. Bei Feuchte oder Nässe machen Sie dann in der ersten Kurve einen Abflug."
    Abgesehen davon, dass alte Reifen generell nicht mehr der Sicherheit dienen - egal mit welchem Profil -, war mein Kommentar auf Ihre Psychologielektion bezogen.

    Ein Fahrer mit alten Reifen müsste nach dieser Logik viel vorsichtiger Fahren, als ein Fahrer mit neuen Reifen. Das dies in der Praxis nicht der Fall ist, muss man ja wohl nicht erläutern.

    • 2eco
    • 03. Juli 2012 14:43 Uhr

    "6. Ich hoffe Sie sind demnach ganzjährig auf Winterreifen unterwegs"

    Ich hoffe, dass jemand weder mit Sommer-, noch mit Winterreifen, ganzjährig unterwegs ist.

    Winterreifen haben im Sommer einen längeren Bremsweg und einen schlechteren Grip, als Sommerreifen! Die Winterreifen müssen genug Profil haben, um Schnee verdrängen zu können. Größeres Profil -> weniger Reifenkontakt mit der Straße.

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    "Winterreifen haben im Sommer einen längeren Bremsweg und einen schlechteren Grip, als Sommerreifen! Die Winterreifen müssen genug Profil haben, um Schnee verdrängen zu können. Größeres Profil -> weniger Reifenkontakt mit der Straße."

    Wie ich gerade nachgelesen habe, ist das korrekt.
    Das liegt nicht am Profil, sondern an der weicheren Gummi-Mischung. Ich nahm an, daß diese auch im Sommer mehr Grip als der härtere Sommerreifen bietet. Tatsächlich scheinen die Wintermischungen jedoch schon bei Sommerhitze abzubauen.

    "stellen Sie sich eine Vollbremsung aus 120 km/h auf der Autobahn vor. Das sind gut mal 15 Meter Differenz"

    Mag sein - dann ist allerdings vorher etwas gewaltig schief gelaufen .. und genau darauf zielte meine "Psychologielektion", wie Sie es nannten, ab: wer auf der Autobahn voll in die Eisen steigen muss, hat das Abstandsgebot bzw. "in-Sichtweite-Anhalten-Können"-Gebot mißachtet, und an dieser Stelle durch seinen Fahrstil (oder Fehler) auf Sicherheitspuffer verzichtet. Wer meint, diesen reduzierten Puffer mit besseren Reifen teilweise kompensieren oder gar rechtfertigen zu müssen, bitteschön: Risiko-Homöostase (siehe Kommentar 1).

    Auch bei mir: ich fahre defensiv und langsam, nehme dafür Reifen mit womöglich Nicht-Spitzenleistung (dafür leise und ggf. spritsparend, vor allem durch erhöhten Druck) in Kauf.

    Bei der Bewertung dieser beiden Ansätze kommen wir wohl kaum auf den gleichen Nenner, daher sollten wir es auch besser gar nicht erst versuchen...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Europäische Union | ADAC | Stiftung Warentest
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