ZEIT ONLINE:  Herr Bonhoff, an wie vielen Zapfsäulen werden die für 2015 angekündigten Brennstoffzellen-Autos Wasserstoff tanken können?

Klaus Bonhoff: Bis dahin sollen 50 öffentlich zugängliche Tankstellen vorhanden sein. Wichtig ist dabei, dass die Metropolregionen versorgt sind und ein Netzwerk aus Korridoren besteht. Wer ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb hat, soll damit die Bundesrepublik emissionsfrei von Norden nach Süden und von Westen nach Osten durchqueren können.

ZEIT ONLINE: Sind 50 Säulen nicht viel zu wenig? Das klingt eher nach einer Verhinderungstaktik, um die Nachfrage nach Brennstoffzellen-Fahrzeugen klein zu halten.

Bonhoff: 50 Säulen reichen in der Tat nicht aus. Damit werden wir nur die beginnende Nachfrage decken können. Deshalb muss die Zahl sukzessive steigen: Der Ausbau der Infrastruktur muss Hand in Hand mit einer wachsenden Zahl von Autos gehen. Das Ziel sind 1.000 Wasserstofftankstellen. Ich gehe davon aus, dass wir ab 2025 diese Zahl erreichen.

ZEIT ONLINE: Was kostet eine Wasserstofftankstelle?

Bonhoff: Das hängt von ihrer Größe ab. Eine einfache, zusätzliche Säule an einer herkömmlichen Tankstelle kostet nach heutigem Stand 700.000 Euro; für eine große Tankstelle mit eigener Elektrolyse, also einer Wasserstofferzeugung am Ort, müssen Sie heute mit mindestens 1,5 Millionen Euro rechnen. Für die geplanten 50 Säulen werden insgesamt zusätzlich etwa 40 Millionen Euro ausgegeben.

ZEIT ONLINE: Wie hoch sind die staatlichen Subventionen?

Bonhoff: Maximal knapp die Hälfte der Investitionssumme wird vom Bundesverkehrsministerium über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie getragen. Der Anteil der Förderung bemisst sich am Innovationsgehalt der Tankstelle.

ZEIT ONLINE: Wann zahlen die Unternehmen, die davon profitieren, das Geld zurück?

Bonhoff: Das ist heute noch nicht festgelegt, aber genau diese Diskussion muss offen geführt werden. Was ich für eine kommerziell erfolgreiche Idee halte: Der Staat federt das Risiko ab, das durch die Investitionen in der Hochlaufphase entsteht. Wenn in Zukunft Geld mit der Infrastruktur verdient wird, sollte die staatliche Förderung zurückgezahlt werden. Hier kann der Staat mit den Unternehmen eine verbindliche Vereinbarung treffen.