Auto Union: Vier Automarken im Zeichen der Ringe
Vor 80 Jahren führt die Wirtschaftskrise Horch, DKW, Audi und Wanderer zur Auto Union zusammen. Der Name ist längst verschwunden, das Logo lebt weiter.
Als im Sommer 1932 die Auto Union entsteht, verbinden sich vier Stränge deutscher Automobilgeschichte zu einem dicken Seil. Allein kämpft jede der vier Traditionsfirmen ums Überleben, erst gemeinsam erreichen sie eine solide Stellung auf dem Markt. Den ältesten der vier Stränge hat August Horch geknüpft. Seine Autos gelten als zuverlässig: Motoren und Getriebegehäuse aus Aluminiumguss, Karosserie aus hochfestem Stahl.
Die von ihm 1899 in Köln gegründete Firma, die seinen Namen trägt, verlässt Horch jedoch schon 1909 – zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits in Zwickau ihren Sitz. Mit einem neuen Unternehmen, das er Audi nennt, setzt Horch den Qualitätskurs fort. Vor dem Ersten Weltkrieg gewinnen Audis dreimal hintereinander die legendäre Alpenfahrt.
August Horch führt etliche Neuerungen ein, die wir noch heute kennen: Er versetzt das Lenkrad nach links und den Schalthebel in die Mitte, entwickelt Kardanantrieb und Reibungskupplung, baut Luftfilter und hydraulische Vierradbremsen ein. Seine Audis werden immer stärker, vier-, sechs- und achtzylindrig. Noch konsequenter setzt seine alte Firma Horch aufs Luxus-Segment. 1931 stellt sie gar einen Zwölfzylinder vor.
Drohender Ruin treibt Hersteller zusammen
Doch Horch und Audi haben ein Problem: Wegen der Wirtschaftskrise ab 1929 gibt es nicht mehr genug reiche Leute, die sich ihre dicken Autos leisten können. Da ist ein anderer Autobauer schlauer: Jørgen Rasmussen. Der Däne, Ende des 19. Jahrhunderts zum Studium nach Sachsen gekommen, erkennt in den zwanziger Jahren, dass die Zeichen der Zeit auf Sparsamkeit stehen. Seine DKW-Werke in Zschopau sind mit Motorrädern erfolgreich wie der legendären DKW Luxus 200, genannt Blutblase wegen ihres knallrot lackierten Tanks. Einen Zweitaktmotor baut Rasmussen auch in sein erstes Auto ein: Der Kleinwagen mit kunstlederbespannter Holzkarosserie heißt dank seines vorn eingebauten Motors DKW F1 Front. Er wird eines der meistverkauften Autos seiner Zeit.
Nicht so recht rollen will auch die Autosparte von Wanderer in Chemnitz. Ihr schmaler Kleinwagen mit zwei hintereinander eingebauten Sitzen und dem Spitznamen "Puppchen" gilt als zuverlässig, aber auch er verkauft sich nicht so gut, wie es Wanderer von seinen Fahrrädern und Schreibmaschinen gewohnt ist.
- Horch
August Horch aus Winningen an der Mosel ist gelernter Schmied und hat in Mittweida am Technikum studiert. Er arbeitet unter anderem für den Autopionier Carl Benz in Mannheim, bevor er 1899 seine eigene Autofirma gründet. 1903 stellt er das erste deutsche Auto mit Vierzylindermotor vor. Von 1904 an sitzt seine Firma in Zwickau, und Horch wandelt sie in eine Aktiengesellschaft um, weil er Kapital braucht. Er sieht sich aber von Vorstand und Aufsichtsrat gegängelt und verlässt die AG.
- Audi
Weil August Horchs Ex-Firma die Rechte am Markennamen Horch hält, braucht der Gründer für ein neues Unternehmen einen neuen Namen. Es soll der zehnjährige Sohn eines Freundes gewesen sein, der aus dem Lateinunterricht "audi" mitbrachte: höre! oder eben horch! in der Sprache der alten Römer. Horch ist zwar ein innovativer Perfektionist, aber kein Wirtschaftsgenie. Von 1920 an hat er mit Audi nur noch wenig zu tun. Er scheitert mit dem Projekt, eine Hühnerfarm aufzubauen und stirbt 1951 mittellos im oberfränkischen Münchberg.
- DKW
Der Däne Jørgen Skafte Rasmussen will im Ersten Weltkrieg mit Geld vom Militär einen Dampf-Kraft-Wagen entwickeln, deshalb heißt seine Firma DKW. Als daraus nichts wird, widmet er das Kürzel einfach um: Einen Kleinmotor vermarktet er erst als Spielzeugmotor unter dem Slogan Des Knaben Wunsch, dann als Fahrradhilfsantrieb mit dem Namen Das Kleine Wunder (wegen seiner Position hinter dem Sattel als "Arschwärmer" verspottet). Elektroantriebe vermarktet er als DEW für Der elektrische Wagen.
- Wanderer
Der Münchener Brauersohn und gelernte Mechaniker Johann Baptist Winklhofer gründet 1885 mit Richard Adolf Jaenicke eine Fahrradreparaturwerkstatt in Chemnitz und baut schon ein Jahr später eigene Fahrräder unter dem Markennamen Wanderer. Später verbreitert die Firma ihre Produktpalette, stellt Werkzeug- und Schreibmaschinen sowie Motorräder her. 1911 wird das erste Auto der Marke Wanderer angeboten. Nur die Autosparte geht in der Auto Union auf. Fahrräder der Marke Wanderer werden noch heute in Lizenz hergestellt.
Die Wirtschaftskrise treibt die kleinen Hersteller an den Rand des Ruins. Horchs erste Firma steht vor der Pleite, und auch DKW hat zu kämpfen, denn noch 1928 hatte Rasmussen mit Krediten Audi gekauft. So wird in der Sächsischen Staatsbank, Anteilseigner bei DKW, der Plan entworfen, DKW samt Audi, Horch und Wanderer-Fahrzeugbau zusammenzuführen. Am 29. Juni 1932 entsteht die Auto Union, rückwirkend zum 1. November 1931. Firmensitz wird erst Zschopau, dann Chemnitz. Drei Viertel, später sogar 90 Prozent der Aktien gehören der Sächsischen Staatsbank und damit dem Staat Sachsen. Die Bank setzt Richard Bruhn als Vorstandschef ein, der Rasmussen bald hinauswirft.
Der Name Auto Union und das Logo, vier ineinander verschlungene Ringe, sollen Einigkeit auf Augenhöhe symbolisieren. Die Marken bleiben erhalten, das Sortiment ist rund: Horch und Audi für die Oberklasse, Wanderer in der Mitte und DKW fürs kleine Geld. Der Zusammenschluss ist erfolgreich: Auto Union verkauft bald nach Opel die zweitmeisten Autos in Deutschland.







auf die wahrscheinlich humanistische Bildung August Horchs, der offensichtlich wußte, daß audi die lateinische Übersetzung der Bedeutung seines Familiennamens ist.
Die Idee für den Namen kam nicht von Horch selbst sondern angeblich vom Latein-paukenden Sohn eines Geschäftspartners.
Der humanistische Hinweis steht in der Infobox - womit mal wieder bewiesen wäre, dass dieses von Layoutern und Webdesigner so geschätzte Format selten gelesen wird. :-)
Der humanistische Hinweis steht in der Infobox - womit mal wieder bewiesen wäre, dass dieses von Layoutern und Webdesigner so geschätzte Format selten gelesen wird. :-)
Na,ja die "Neuerungen", die Horch da so einsetzte waren damals durchaus Stand der Technik. Die Firma Horch hatte aber auch immer etwas daran gekrankt, dass man gerne ein Luxusautomobilhersteller gewesen wäre, aber hinter Bugatti, Rolls Royce und Benz hinterhergedackelt ist. (Irgendwie wie Audi heute.)
Aber die wesentliche Erfindung von Audi fehlt in der Aufzählung:
Nach dem Krieg haben die das Premium-Segment erfunden. Die gleiche Karre für einen satten Aufpreis verköckern zu können, nur weil ein anderes Logo draufpappt, das hat schon was. Mal sehen, ob die Mutter mit der neuen Plattform-Strategie das Thema nicht langsam überreizt.
... ist seit dem darauf ironisch abzielenden Artikel "Die Phantome der Hutmacher" im "kfz-betrieb Magazin" 9/1999 (zur IAA) gemäß Verdikt von Dr. h.c. Ferdinand "Burli" Piëch, genannt Fugen-Ferdl, konzernweit als absolutes Unwort VERBOTEN.
Und das Badge Engineering ist so recht eigentlich eine Erfindung des ewig kränkelnden Insularkonzern British Elend, pardon: British Leyland, wo man schon in den 1950er JAhren angefangen hat, absolut identische Autos für unterschiedliche Zielgruppen "attraktiv" zu machen. Man denke nur an das Beispiel Morris "Oxford" und Austin "Cambridge, den es auch noch als Wolseley gab. Mindestens.
...und Dacia Motoren in ihre Mercedes Autos einbaut, dann ist das Thema in der Tat überreizt.
... ist seit dem darauf ironisch abzielenden Artikel "Die Phantome der Hutmacher" im "kfz-betrieb Magazin" 9/1999 (zur IAA) gemäß Verdikt von Dr. h.c. Ferdinand "Burli" Piëch, genannt Fugen-Ferdl, konzernweit als absolutes Unwort VERBOTEN.
Und das Badge Engineering ist so recht eigentlich eine Erfindung des ewig kränkelnden Insularkonzern British Elend, pardon: British Leyland, wo man schon in den 1950er JAhren angefangen hat, absolut identische Autos für unterschiedliche Zielgruppen "attraktiv" zu machen. Man denke nur an das Beispiel Morris "Oxford" und Austin "Cambridge, den es auch noch als Wolseley gab. Mindestens.
...und Dacia Motoren in ihre Mercedes Autos einbaut, dann ist das Thema in der Tat überreizt.
... ist seit dem darauf ironisch abzielenden Artikel "Die Phantome der Hutmacher" im "kfz-betrieb Magazin" 9/1999 (zur IAA) gemäß Verdikt von Dr. h.c. Ferdinand "Burli" Piëch, genannt Fugen-Ferdl, konzernweit als absolutes Unwort VERBOTEN.
Und das Badge Engineering ist so recht eigentlich eine Erfindung des ewig kränkelnden Insularkonzern British Elend, pardon: British Leyland, wo man schon in den 1950er JAhren angefangen hat, absolut identische Autos für unterschiedliche Zielgruppen "attraktiv" zu machen. Man denke nur an das Beispiel Morris "Oxford" und Austin "Cambridge, den es auch noch als Wolseley gab. Mindestens.
http://www.youtube.com/wa...
Vorsprung durch Technik ruht in einem Konzernverbund auf vielen Schultern. OB AUDI hier wirklich so führend ist und dass es in den Audigenen liegt ist mehr eine Marketingangelegenheit.
VORSPRUNG muss der Kunde auch aktuell kaufen können. VORSPRUNG kann nicht nur auf historische Rückblicke basieren.
VORSPRUNG bedeutet auch, weniger Gewinn je Fahrzeug, da modernste Technologien, die noch nie so verbreitet sind, halt mehr kosten.
VORSPRUNG heißt z.B. im Motorenbau viel früher EURO6 einführen, als die Konkurrenz. Ist es so ?
Audi lebt von der Historie ... von der Allradentscheidung, der vollverzinkten Karosserie .... leider steht aktuell aber mehr die Rendite im Vordergrund, als das was kann AUDI von VW technologisch Interessantes erhalten, damit AUDI es teurer verkaufen kann.
Aktuell steht bei AUDI nicht "Vorsprung durch Technik" im Vordergrund, sondern "Vorsprung durch ein gelungenes Innen- und Außendesign". Der Satz "Vorsprung durch Technik" ist jedoch verkaufsfördernd und daher wichtig.
Gutes Design kann auch schnell aufgeholt werden:
http://www.focus.de/fotos...
Daher muss AUDI auch mehr auf einen wirklichen Fortschritt achten und kann sich nicht nur auf "Historie" ausruhen.
Den "Vorsprung durch Design" und "Markenhaptik" kann man aber so schnell nicht AUDI nehmen. Es ist eine wertvolle Allianz zwischen Premiumpreis u. Bauchmarkenemotion.
Der humanistische Hinweis steht in der Infobox - womit mal wieder bewiesen wäre, dass dieses von Layoutern und Webdesigner so geschätzte Format selten gelesen wird. :-)
Geht's bergauf, dann musste runter!
Geht's bergauf, dann musste runter!
Geht's bergauf, dann musste runter!
...und Dacia Motoren in ihre Mercedes Autos einbaut, dann ist das Thema in der Tat überreizt.
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