Wagen des Hamburg-Köln-Express (HKX) © Hamburg-Köln-Express

Frage: Frau Kreienkamp, wenn HKX am 23. Juli im Fernverkehr zwischen Köln und Hamburg startet, setzen Sie keine eigenen Züge ein, sondern mieten Rheingold-Waggons aus den Siebzigerjahren. Warum?

Eva Kreienkamp: Beim Aufbau einer Privatbahn läuft eben nicht alles nach Plan. Es gibt Probleme beim Umbau unserer eigenen Zugflotte. Wir starten zunächst mit gebrauchten Zügen, um den Markt zu testen.

Frage: Am Wochenende setzen Sie sogar Züge aus dem Regionalverkehr ein. Wie wollen Sie sich da gegen IC und ICE behaupten?

Kreienkamp: Die Fahrgäste wollen zu angemessenen Preisen von einem Ort zum anderen kommen – und dabei angenehm, sicher und mit freundlichem Servicepersonal reisen. Das bieten wir. Unsere Züge sind zudem Erste-Klasse-Standard aus den Siebzigerjahren. Am Wochenende können Passagiere Fahrräder mitnehmen.

Frage: Wie läuft der Vorverkauf?

Kreienkamp: Ich bin zufrieden. Der Verkauf läuft stabil. Jeder Tag bringt online neue Buchungen. Wir werden Tickets auch an Bord und telefonisch verkaufen und den Fahrkartenverkauf ausweiten. Wir verhandeln derzeit mit Regionalbahnen und den Nahverkehrsbetrieben in Köln und Hamburg über eine Vertriebskooperation. Den Verkauf im Reisezentrum der Bahnhöfe lehnt die Deutsche Bahn ab.

Frage: Sie verlangen für eine Fahrt 20 bis 60 Euro. Kunden der Deutschen Bahn mit Bahncard 50 fahren für 41,50 Euro.

Kreienkamp: Unsere Zielgruppe sind jene, die ohne Bahncard oder mit Bahncard 25 sowie seltener fahren, auf den Preis achten und zeitlich flexibler sind. Zudem bekommt jeder Reisende einen festen Sitzplatz. Und an Bord gibt es unter anderem vegetarische Snacks, frisches Obst und Gemüse-Sticks.