Klimaschutz: Mehr CO2 für dicke Brummer
Die EU-Kommission hat ihre Klimaauflagen für die Autohersteller präzisiert. Umweltverbände halten sie für lasch, verwässert von der deutschen Autolobby.
Die deutschen Autohersteller haben sich in Brüssel offenbar erfolgreich für weniger strenge Klimaziele eingesetzt. Das zeigt der Entwurf für eine Verordnung, den die EU-Kommission am heutigen Mittwoch vorgelegt hat. Darin regelt die EU, wie hoch die CO2-Grenzwerte im Jahr 2020 sein sollen. Der Text weicht von einem früheren Vorschlag ab, der vor allem BMW, Daimler und Volkswagen härtere Auflagen für ihre verkauften Flotten gemacht hätte.
Zwar hat die Kommission den Durchschnittsgrenzwert von 95 Gramm pro Kilometer im Jahr 2020 nicht verändert. Alle innerhalb der EU verkauften Neuwagen müssen diese Norm einhalten. Der Grenzwert wurde schon 2009 vereinbart und soll nun verbindlich werden. Zum Vergleich: 2011 stieß jeder in der EU verkaufte Neuwagen pro Kilometer im Schnitt 135,7 Gramm Kohlendioxid aus.
Doch der Teufel steckt im Detail. Denn entscheidender als der bloße Grenzwert ist, welchen Anteil jeder einzelne Autohersteller am Erreichen dieser Ziele hat. Dafür ersannen die Kommissare bereits vor Jahren eine komplizierte Formel. In ihr fließt das Gewicht der verkauften Fahrzeuge eines Herstellers ein. Für Hersteller von schweren Wagen gelten daher höhere Grenzwerte als für Produzenten leichterer Autos.
- Emissionen und Spritverbrauch
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Strenge Grenzwerte dienen nicht nur dem Klima, sondern helfen auch Verbrauchern beim Sparen. Denn CO2-Ausstoß und Spritverbrauch hängen unmittelbar miteinander zusammen: Ein Liter Diesel verursacht 2,64 Kilogramm CO2, ein Liter Benzin 2,33 Kilogramm CO2.
Das bedeutet: Ein Neuwagen, der 140 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt, verbraucht 5,3 Liter Diesel beziehungsweise 6 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Mit dem künftigen Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer sinkt der Verbrauch je 100 Kilometer auf 3,6 Liter Diesel oder 4,1 Liter Benzin.
- Spritsparen
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Damit spart der Besitzer eines neuen Pkw kräftig bei den Treibstoffkosten. Gegenüber dem Grenzwert von 2015 bringe ein Wagen, der die Obergrenze von 2020 erfüllt, im ersten Jahr eine Ersparnis von rund 340 Euro – bei heutigen Spritpreisen, erläutert die EU-Kommission. Insgesamt lägen die Einsparungen deutlich höher als der Aufpreis des dank neuer Technik verbrauchsärmeren Wagens – die EU-Kommission geht davon aus, dass ab dem Jahr 2020 neue Pkw 1.100 Euro mehr kosten.
WWF, Greenpeace und der Verkehrsclub VCD fordern einen strengeren Grenzwert von 80 Gramm je Kilometer. Das entspräche einem Verbrauch je 100 Kilometer von 3,4 Litern Benzin oder 3,1 Litern Diesel. Bei einem Kraftstoffpreis von zwei Euro und der durchschnittlichen Fahrleistung des Jahres 2010 würde ein Autofahrer so 587 bis 959 Euro im Jahr sparen, rechnen die Verbände vor.
Daimler und BMW müssen demnach im Jahr 2015 einen CO2-Wert von 138 Gramm erreichen. Für Fiat beträgt der Wert hingegen nur 120 Gramm. Der erste Kommissionsentwurf für 2020 sah nun vor, dass die Hersteller von großen Wagen den Ausstoß ihrer Flotten schneller senken müssen als die Hersteller von Kleinwagen.
"Fairer Entwurf"
Genau diese Formel aber hat die EU-Kommission nun geändert. Der Entwurf erlegt nun allen Herstellern auf, zwischen 2015 und 2020 den Ausstoß von CO2 um den gleichen prozentualen Wert zu senken: nämlich um 27 Prozent. So viel muss eingespart werden, damit das Ziel der 95 Gramm im Jahr 2020 erreicht wird. Die Vorgaben seien für alle Hersteller gleichermaßen strikt, sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Der Entwurf sei "fair". Hedegaard räumte jedoch ein, dass der Druck der Industrie auch wegen der Wirtschaftskrise groß gewesen sei. Dass das 95-Gramm-Ziel nicht verwässert worden sei, wertet die Kommissarin als Erfolg.
Das sieht die Vize-Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament, Rebecca Harms, ganz anders. Die deutsche Autolobby habe es geschafft, den Gesetzentwurf zu Lasten der Kleinwagenhersteller zu verwässern. Auch der CDU-Umweltpolitiker Karl-Heinz Florenz zeigte sich enttäuscht und sprach von einem "müden" Vorschlag.
Umweltverbände berichten, dass der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) hinter den Kulissen sogar eine noch etwas laschere Regelung erreichen wollte. Sie hätte dazu geführt, dass deutsche Hersteller den Ausstoß um weniger als 27 Prozent hätten reduzieren müssen, Hersteller leichterer Fahrzeuge wie Fiat, Renault oder Peugeot entsprechend um mehr, sagt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD.







Es würde doch ein einfaches Brainstorming ausreichen, um eine vernünftigere Regelung hinzubekommen:
Schauen wir uns mal das Pflichtenheft an. Also was ist gewünscht?
- Verringerung des CO2-Ausstoßes
- Reduzierung der Fahrzeuggröße (verringert den Spritverbrauch, kommt der Umwelt zu Gute, braucht weniger Platz in Städten)
- Reduzierung des Fahrzeuggewichts (reduziert ebenfalls den Spritverbrauch)
Wie kann man solche Ziele erreichen?
- Festlegen eines möglichst niedrigen Grenzwertes, der die Ingenieurskunst wirklich herausfordert und keinen leicht erreichbaren Grenzwert.
- Der Grenzwert muss so ambitioniert sein, dass (heute) noch keiner weiß wie man ihn eigentlich einhalten soll. Das fordert und fördert wahre Innovationen.
- Der Grenzwert muss so angelegt werden, dass er nur mit Leichtbau überhaupt in denkbare Nähe rückt.
- Die Größe des Fahrzeugs (das Volumen, das es einnimmt) wird in Relation zum Gewicht gesetzt. Die Regel muss so formuliert sein, dass je leichter und kleiner das Fahrzeug ist, desto leichter auch der Grenzwert eingehalten werden kann. Umgekehrt: Je größer und schwerer ein Fahrzeug ist, desto heftiger muss der Grenzwert sein, so dass er möglichst nicht erreicht werden kann.
... wird halt jegliche logische Überlegung schnell von Gier überlagert. Ich denke, dieses Verhalten sehen wir inzwischen überall. Sicherlich auch ein Grund, warum die Menschen von der Politik so verdrossen sind, dass sie entweder gar nicht wählen gehen oder an die Ränder ausweichen.
... wird halt jegliche logische Überlegung schnell von Gier überlagert. Ich denke, dieses Verhalten sehen wir inzwischen überall. Sicherlich auch ein Grund, warum die Menschen von der Politik so verdrossen sind, dass sie entweder gar nicht wählen gehen oder an die Ränder ausweichen.
- Es darf keine Anrechnungen irgendeiner Art geben. Alle Fahrzeuge müssen individuell (!!) den jeweiligen Grenzwert einrechnen. Liegt dieser bei 60 Gramm, dann hat ein Elektroauto mit 0 Gramm halt Glück und es ist okay. Ein Auto mit 70 Gramm darf dann nicht mehr zugelassen werden.
Was erreicht man damit?
Es werden endlich diese elenden SUVs verschwinden. Konzerne, die große Autos bauen, werden entweder bestraft oder deren Fahrzeuge dürfen nicht mehr zugelassen werden. Alle Autos werden möglichst klein, platzsparend und leicht und verbrauchen daher so wenig Sprit wie nur irgend möglich.
So simpel könnte es sein...
...bürokratischen Lösungen. Sie sind so kompliziert, dass man nie genau sagen kann wieso so so schlecht laufen und jeder das Gefühl haben muss, es wäre unsauber.
Eine absolute Ausstoß Obergrenze, ein maximalgewicht und kontinuierlich steigende Preise für Zertifikate, wären tranparent und brächten die gewünschten Ergebnisse.
Die deutschen Autohersteller sind Lobbyisten pur. Eigentlich hätte man bei unserer Naturwissenschaftlich gebildeten Kanzlerin erwarten können dass diese die Industrie fordert (das hätte diese schon als Umweltministerin machen können). Von den Technisch ungebildeten Juristen ist so was nicht zu erwarten !
Nicht nur beim Verbrauch, auch bei den zulässigen Lärmobergrenzen versuchen die deutsche Hersteller möglichst die alten Grenzwerte zu halten.
http://www.transportenvir...
'How is the German car industry influencing the debate?
The German government, in its official positions, is calling for more stringent international noise standards. However, in September 2011, The German Ministry for Environment put forward a proposal to the UNECE which, if adopted, would jeopardise the implementation of stricter noise emission standards in Europe. Under the German proposal, all sports cars would be allowed to emit up to four times more than regular cars, and some family cars would be granted as much as two and a half times the noise emissions of normal cars. Furthermore trucks would have to reduce their noise emissions in 2027 or 2028 at the earliest, and only by one decibel. Taking into account the slow pace of fleet renewal, this would mean reducing the overall noise emissions from lorries by one decibel in half a century.'
Speziell die Piech/VW/Porsche Lobby ekelt mich an: Sportwagen sollen 4x so laut sein dürfen wie konventionelle Autos.
Sodann wollen die Lobbyisten die Lärmpegel für Lkw sogar noch hochsetzen.
http://www.transportenvir...
Nun denn, der Touran ist verkauft.
Ein 20 Jahre alter Benz (als Backup) und ein nagelneuer vollelektrischer Twizy (auch im Winter) müssen reichen.
Pro Jahr werden alleine in Deutschland aufgrund von Strassenverkehrslärm 3000-5000 Herzinfarkte (Studie UBA und Charite) verursacht.
Auch hier sind weitergehende Informationen.
http://www.transportenvir...
Es ist schlichtweg assozial wenn einige Hersteller ihre Hausfrauenpanzer und Lärmschleudern verkaufen wollen und die Allgemeinheit finanziert Lärmschutz und Lärmschäden.
mit ihren Kisten dauernd im Stau!
Pro Jahr werden alleine in Deutschland aufgrund von Strassenverkehrslärm 3000-5000 Herzinfarkte (Studie UBA und Charite) verursacht.
Und was haben wir hier unten rechts? Ein neuer Mercedes wird vorgestellt! Und natürlich auf freier Landstraße in einsamer Freiheit!
Werbung, nichts weiter. Die Kanzlerin ist den Lobbys wegen der Arbeistplatzdrohung zu Willen, die Zeitungen wegen der Werbekunden. Was scheren uns da Umwelt, Krach, Unfälle und zugebaute Landschaft?
mit ihren Kisten dauernd im Stau!
Pro Jahr werden alleine in Deutschland aufgrund von Strassenverkehrslärm 3000-5000 Herzinfarkte (Studie UBA und Charite) verursacht.
Und was haben wir hier unten rechts? Ein neuer Mercedes wird vorgestellt! Und natürlich auf freier Landstraße in einsamer Freiheit!
Werbung, nichts weiter. Die Kanzlerin ist den Lobbys wegen der Arbeistplatzdrohung zu Willen, die Zeitungen wegen der Werbekunden. Was scheren uns da Umwelt, Krach, Unfälle und zugebaute Landschaft?
Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk
mit ihren Kisten dauernd im Stau!
Pro Jahr werden alleine in Deutschland aufgrund von Strassenverkehrslärm 3000-5000 Herzinfarkte (Studie UBA und Charite) verursacht.
Und was haben wir hier unten rechts? Ein neuer Mercedes wird vorgestellt! Und natürlich auf freier Landstraße in einsamer Freiheit!
Werbung, nichts weiter. Die Kanzlerin ist den Lobbys wegen der Arbeistplatzdrohung zu Willen, die Zeitungen wegen der Werbekunden. Was scheren uns da Umwelt, Krach, Unfälle und zugebaute Landschaft?
... wird halt jegliche logische Überlegung schnell von Gier überlagert. Ich denke, dieses Verhalten sehen wir inzwischen überall. Sicherlich auch ein Grund, warum die Menschen von der Politik so verdrossen sind, dass sie entweder gar nicht wählen gehen oder an die Ränder ausweichen.
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