Mobilität: Mit der App von A nach B
Daimler erprobt in Stuttgart eine App, die Infos über Bus und Bahn mit Mitfahrgelegenheiten verknüpft. Ganz neu ist die Idee nicht.
© Daimler

Die neue Mobilitäts-App moovel
Anfang des Jahres hatte sich Daimler bereits als Geldgeber an der Smartphone-App MyTaxi beteiligt. Nun geht der Autokonzern noch einen Schritt weiter. Seit Mittwoch bietet Daimler im Apple Store die App moovel an. Mit ihr kann ein Nutzer herausfinden, wie er am besten von A nach B kommt. Das Pilotprojekt läuft erst einmal nur in Stuttgart. In den nächsten Monaten will Daimler einen zweiten Test in Berlin starten.
An dem Stuttgarter Projekt beteiligen sich die Stuttgarter Straßenbahnen, der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) sowie die Plattform mitfahrgelegenheit.de. Auf dem Startbildschirm erscheint der Text "Ich möchte jetzt von hier nach…". Der Nutzer gibt sein Ziel an, danach wertet moovel die Angebote der drei Partner aus und zeigt auf dem Smartphone die Möglichkeiten, vom Startpunkt zum angegebenen Ziel zu gelangen: am schnellsten, am günstigsten oder am bequemsten.
Die App gibt einen Überblick über die verschiedenen Bus- und Bahnverbindungen im VVS-Gebiet mit Preis und Fahrtdauer. Man kann aber auch eine passende Mitfahrgelegenheit suchen oder sich aus der App heraus ein Taxi bestellen. In der ersten Testphase kann moovel die verschiedenen Beförderungsarten aber noch nicht miteinander verknüpfen. Auch ein Fahrkartenkauf ist noch nicht integriert. Beides soll aber in den nächsten Monaten kommen.
Provisionen als Geschäftsmodell
Die Entwickler wollen die Startversion außerdem nach und nach um weitere Verkehrsmittel ergänzen. "Das Ganze soll eine offene Plattform sein", sagt Andreas Mink, der Projektleiter von moovel bei Daimler. "Wir wollen weitere Mobilitätsanbieter dafür gewinnen." Dazu gehört auf jeden Fall der konzerneigene Carsharing-Dienst car2go, der im Herbst in Stuttgart startet. In Ulm, Hamburg und Düsseldorf kann man schon länger über car2go kurzfristig Smarts mieten, also Autos der Daimler-Kleinwagensparte. Seit Ende April 2012 läuft car2go auch in Berlin, wo moovel im Lauf der zweiten Jahreshälfte ebenfalls als Test starten soll.
"In dem Pilotprojekt wollen wir die Nutzer in die Weiterentwicklung der Plattform gezielt einbinden, von den Erfahrungen lernen und so moovel mit jedem Update attraktiver machen", sagt Mink. Wenn das Angebot ankommt, kann sich Mink eine weitere Verbreitung vorstellen. Das Angebot funktioniert auch ohne die App. Es lässt sich alternativ über eine mobile Website nutzen. Für die Nutzer ist moovel kostenlos, Geld will Daimler verdienen, indem er von den Mobilitätsanbietern eine Vermittlungsgebühr kassiert.
Bahn und BMW auf eigene Faust
Für einen durchschlagenden Erfolg müsste Daimler allerdings auch Deutschlands größtes Verkehrsunternehmen mit einbinden: die Deutsche Bahn mit ihrem Regional- und Nahverkehr. Doch die Bahn ist längst selbst multimodal geworden: Sie bietet unter den Namen Call-a-Bike und Flinkster auch Leihfahrräder und Carsharing an und hat im April in Berlin und Brandenburg selbst einen Feldversuch mit ihrer Smartphone-App cairo gestartet, die alle Bahn-Angebote verknüpft.
Außerdem ist Daimler nicht der einzige Autokonzern, der sich angesichts des sich ändernden Nutzerverhaltens vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsanbieter wandelt. BMW hat ebenfalls einen Carsharing-Dienst namens DriveNow entwickelt und kooperiert mit den Machern von MyCityWay. Das ist eine Smartphone-App, die für zahlreiche Städte weltweit, darunter München und Berlin, Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch zu Restaurants, Tankstellen und zur Verkehrslage gibt.










Für eine beta-Phase ganz nett, aber noch nicht der Bringer.
Das Teil reagiert in der webbasierten Version noch arg schleppend und die Darstellung des an sich gelungenen Designs ist etwas zufällig.
Die Buttons reagieren teilweise gar nicht und teils extrem verzögert.
Wenn mans dann mal über die Anmeldung hinaus geschafft hat und nach leider mehrfachen Versuchen einer Anfrage ein Ergebnis hat, ist das recht gut dargestellt.
Mir fehlen noch die Zwischenziele. Und 4 Vorschläge sind bei frequentierten Routen des öfteren auch etwas zu wenig
Das Daimler hier gleich wieder sein "car-sharing" Konzept vermarkten will, ist sicher verständlich, aber angesichts der zu befürchtenden Auswirkungen auf die bereits bestehende und sehr gut funktionierende Car-sharing-Infrastruktur zumindest ein Wermutstropfen.
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