Fiat 500L : Der Cinquecento streckt sich

Wie Mini macht der Fiat 500 auf lifestyliges Retro-Modell. Nun imitieren die Italiener den Markenausbau mit dem größeren 500L. Und der ist nur der Anfang.
Der neue Fiat 500L (rechts) und ein Ur-Fiat 500L von 1968 © press-inform

Beim Fiat 500L von 1968 stand das L noch für Luxus, nicht für Länge wie beim neuen 500L, mit dem Fiat von Oktober an in Deutschland auf Kundenfang geht. Emilio Mariani, Besitzer eines Ur-500L, hält den neuen zumindest für "optisch gewaltig und im Innenraum sehr hell". Kein Wunder, ist der 500L des Jahres 2012 – optisch eine Kreuzung aus Mini Countryman und Renault Twingo – im Vergleich zu seinem automobilen Ahnen um 1,17 Meter länger, 46 Zentimeter breiter und 33 Zentimeter höher.

4,14 Meter ist die L-Version lang, 1,78 Meter breit. Damit bietet der Viertürer auch gegenüber dem aktuellen Fiat 500 exakt 60 Zentimeter mehr Länge und 15 Zentimeter mehr Breite. 17 Zentimeter höher ist er auch. Der 500L wirkt darum auch im Vergleich zu seinem kleinen Bruder einfach nur groß und hoch. So hoch, dass auch in der zweiten Reihe noch drei Erwachsene mit gut 1,85 Meter Körperlänge sitzen können. Verzichtet man auf das 1,5 Quadratmeter große Sonnendach, welches sich nicht öffnen, aber automatisch verdecken lässt, dann finden sogar 1,95-Meter-Basketballer im 500L Platz.

Bei Vollbesetzung aller fünf Sitzplätze bietet der Kofferraum Platz für 400 Liter Gepäck – mehr als ein VW Golf. Wer nur zu zweit oder allein unterwegs ist, kann den Raum mehr als verdreifachen. Etwas mehr als 1.300 Liter nimmt der 500L dann auf. Ist der Beifahrersitz ebenfalls zusammengefaltet, können Gegenstände mit einer Länge von 2,40 Meter am Stück transportiert werden.

Was stört, ist die zu geringe Beinauflage der vorderen Sitze. Und die Tatsache, dass die Sitze beim Um- und Nach-vorn-Klappen ziemlich klobig und platzraubend hinter den Vordersitzen verbleiben. Fiat erklärt das mit der 2013 auf den Markt kommenden Siebensitzer-Version des 500L. "Es ist technisch nicht anders möglich."

Unkomfortabel gefedert

Zur Wahl stehen drei Motoren. Der 0,9 Liter kleine Zweizylinder-Benziner bietet mit 77 kW (105 PS) die stärkste Leistung. Der Normverbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometer ist trotz eines Sechsgang-Schaltgetriebes aber Utopie. Als deutlich realistischer erwiesen sich im Test die 6,2 Liter Benzinverbrauch, die Fiat für den 70 kW (95 PS) starken 1.4-Vierzylindermotor angibt. Dieselfans können den 500L mit einem 63 kW (85 PS) starken Selbstzünder erwerben, der 1,3-Liter-Motor soll 4,2 Liter auf 100 Kilometer benötigen. Für 2013 kündigt Fiat zudem eine bivalente Version des TwinAir-Motors an, die wahlweise mit Erdgas oder Benzin arbeitet.

Der 1.260 Kilogramm schwere Wagen lässt sich mit dem Zweizylinder vor allem im Stadtverkehr angenehm fahren. Der zweite Gang reicht bis Tempo 60, das genügt zusammen mit den 145 Newtonmetern Drehmoment für Zwischensprints im fließenden Verkehr. Den Sprint von 0 auf Tempo 100 schafft er in 12,3 Sekunden – Nageln inklusive. Sind auf der Autobahn aber erst einmal 130 Kilometer pro Stunde erreicht, gibt sich der TwinAir-Motor bis zum Höchsttempo von 180 km/h überraschend ruhig.

Auch die Fahrtwind- und Abrollgeräusche fallen nicht weiter auf. Ganz im Gegensatz zu Hubbeln auf der Fahrbahn: Die ruppige Federung reicht jede Unebenheit, ob groß oder klein, direkt an die Insassen weiter. Mehr Komfort würde dem 500er gut zu Gesicht stehen.

Kommentare

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Crashtest?

Mich würde als potenziellen Kunden allerdings auch interessieren, wie so ein Kleinwagen bei einem Crashtest abschneidet.

Auch hier möchte ich respektvoll hinzufügen, daß der Artikel nicht von einem Mitarbeiter der Redaktion selbst erstellt wurde, sondern von einem Kollegen der PR-Agentur press-inform, die im Auftrag der Autoindustrie arbeitet.

Crashtest

Die Vergabe von Crashteststernen ist immer relativ zur Größe zu sehen.

Absolut und nur das ist entscheidend beim Unfall ist ein kleines Auto gegenüber einem größeren und mit mehr Masse behafteten Auto grundsätzlich im Nachteil. Das ist Physik und durch nichts zu ändern.

Ich bin mir aber fast sicher, dass auch hier wieder Leute auftauchen, denen das mißfällt, weil es nicht in ihr Weltbild paßt. Kann man trotzdem nicht ändern.

Fiat 500 vs. Audi Q7:

http://www.youtube.com/wa...

Ergebnis: Der Fiat 500 ist Matsch.

Der Smart ...

... wird in diesem Beispiel zurückgeworfen, dreht sich und überschlägt sich. Die S-Klasse versetzt dagegen nur leicht.

Keine Frage in welchem Fahrzeug man weniger Schaden nehmen wird. Man stelle sich nur mal vor, wie die Halswirbel der Smartinsassen bei einer solchen Achterbahnfahrt belastet werden. Schauerig!

Außerdem gibt es natürlich auch Hindernisse, auf die man prallen kann, die keine Knautschzone haben. Bäume zum Beispiel. Da ist man mit einer besonders kurzen und harten Struktur auch besonders übel dran. Wenn man schnell genug ist, dann hilft natürlich gar nichts mehr.

Fazit für mich:

Großes Auto mit ruhiger, gelassener und vorausschauender Fahrweise. Das Auto kann dann auch ein paar Jahre auf dem Buckel haben, wenn man finanziell nicht so flüssig ist.

Ein neuer Kleinwagen schlägt schnell mal mit 15.000,- € bis 20.000,- € zu Buche. Dafür bekommt man eine Menge Fahrzeug bei den Gebrauchten. Muß ja keine S-Klasse sein. Auch Fahrzeuge in der Größenordnung einer C-Klasse, eines Dreier oder eines Passat, um nur ein paar zu nennen, sind sehr ordentliche Autos und gebraucht durchaus erschwinglich.

Das sollte sich jeder genau überlegen, der mit einem Kleinwagen liebäugelt!

Der Herr Bangemann ...

... stellt sich dort zwar hin mit der Aussage, dass der Smart erst nach dem für die Insassen gefährlichen Moment umgefallen sei, aber ich mag das bei den Bildern nicht glauben.

Die Dummies werden heftig herumgewirbelt und insbesondere die kräftigen rotatorischen Bewegungen sehen nicht gut aus.

Der Smart wird gegen die Fahrtrichtung zurückgeworfen, ca. 180° um die Hochachse gedreht und schlägt dann seitlich ca. 90° auf die Fahrerseite, wird um weitere 270° um seine Querachse gedreht und bleibt schließlich so liegen.